Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT), auch bekannt als Kaltlasertherapie, Low-Power-Lasertherapie (LPLT), Low-Intensity-Laser, Niederenergie-Lasertherapie und Photobiomodulation, ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie nutzt Laserlicht niedriger Leistung im sichtbaren roten und nahen infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums, um verschiedene gesundheitliche Vorteile zu erzielen. Die Abkürzung LLLT stammt von der englischen Bezeichnung der Behandlung als Low Level Laser Therapy.
Grundlagen der Low-Level-Lasertherapie (LLLT)
Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) ist ein Verfahren der komplementären Medizin, das mit einem Laser geringer Leistungsdichte durchgeführt wird. Die Therapie gehört zum Teilgebiet der Lichttherapie. Im Gegensatz zur Laserkoagulation, bei der Wärme eine wesentliche Rolle spielt, basiert die LLLT auf der Nutzung der spezifischen Eigenschaften des Lasers, um entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte zu blockieren. Sie nutzt spezifische Wellenlängen des Lichts, um mit dem Gewebe zu interagieren.
Besondere Eigenschaften des Laserlichts
Laserlicht unterscheidet sich von normalem Licht durch mehrere besondere Eigenschaften:
- Monochromasie: Das Licht ist monochromatisch, d.h. es hat nur eine bestimmte Wellenlänge bzw. Farbe.
- Kohärenz: Das Licht ist kohärent, d.h. es schwingt in derselben Phase bzw. Wellenbewegung.
- Geringe Divergenz: Das Licht wird gebündelt und in eine definierte Richtung geschickt.
Diese Eigenschaften ermöglichen die speziellen Wirkungen der Softlasertherapie ("Low-level laser therapy“ (LLLT); 635-830 nm), die in erster Linie stimulierend ist und die Selbstheilungskräfte des Organismus stärkt. Zudem wird die Wirkung auf die Aktivierung der zelleigenen Energiepotenziale durch die kohärente Laserstrahlung zurückgeführt. Laut der zugrunde liegenden Theorie würden die Zellen erneut auf einem „geordneten Niveau schwingen”.
Wie wirkt die Softlaser-Therapie?
Die Low-Level-Lasertherapie ist eine Regulationstherapie. Durch die Bestrahlung wird elektromagnetische Energie an den Ort der Bestrahlung gebracht und dort in biochemische Energie umgewandelt. Damit wird eine Beeinflussung des Zellstoffwechsels von gestörten oder geschädigten Zellen erreicht.
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In den Zellen werden verschiedene biochemische Vorgänge aktiviert, wobei die Mitochondrien bei der Beschreibung der zellulären Wirkmechanismen der Lasertherapie eine zentrale Stellung einnehmen. Dies dient der verbesserten Abwehr der Erkrankung und in der Folge der rascheren Abheilung.
Anwendungsbereiche der LLLT
Die LLLT findet Anwendung in verschiedenen Bereichen der Medizin und Therapie. Sie ist eine sichere und wirksame Therapie für ein breites Spektrum von Erkrankungen, einschließlich Weichteil- und Sportverletzungen, arthritischen Erkrankungen, Verletzungen durch wiederholte Belastung, Wundheilung und einer Vielzahl anderer medizinischer Probleme. LLLT kann eine Vielzahl von Zelltypen wie Nerven, Muskeln, Knorpel, Bänder usw. stimulieren. Daher können Patienten unter verschiedenen Bedingungen mit einer Low-Level-Lasertherapie behandelt werden. Menschen jeden Alters können von der Low-Level-Lasertherapie profitieren.
LLLT bei Schmerzen
LLLT reduziert akute und chronische Schmerzen im Bereich der Skelettmuskulatur. Sie wird zur nebenwirkungsfreien Behandlung von Nackenschmerzen, Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen eingesetzt.
Die Ermüdung des Muskels wird als Voraussetzung für zahlreiche Schmerzsyndrome im Bereich der Wirbelsäule angesehen. Auch spastische Muskelfasern - üblicherweise als Verspannung bezeichnet - können gelockert werden, indem die Reizübertragung am Skelettmuskel normalisiert wird. Schließlich gibt es neuere Hinweise, die belegen, dass der Laserstrahl günstig auf die Reizübertragung bestimmter Nervenfasern (schmerzleitende A δ-Fasern und Υ-Fasern) einwirkt. Der Laser blockiert damit die Übertragung schmerzhafter Nervenreize an das Gehirn.
LLLT bei Neuropathie
Die Polyneuropathie zählt zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern in der Praxis. Typische Symptome sind unter anderem Sensibilitätsstörungen, Schmerzen, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe und Lähmungen. Die Symptome der Polyneuropathie beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen meist erheblich. Neben der medikamentösen Behandlung stehen verschiedene physikalische Therapien zur Verfügung, mit welchen sich die Beschwerden der Polyneuropathie deutlich lindern lassen. Gute Ergebnisse bei Neuropathie und auch bei Katzen.
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LLLT in der Onkologie
Während einer Krebserkrankung und deren Behandlung entwickeln manche Patientinnen und Patienten Taubheitsgefühle oder Missempfindungen in den Händen und Füßen. Ursache sind meist die zur Krebsbehandlung eingesetzten Medikamente, welche die Nerven reizen oder schädigen können. Die Beschwerden werden als Nervenschädigung (Neuropathie) und ihrer häufigsten Ursache nach als chemotherapiebedingte Nervenschädigung (chemotherapieinduzierte Polyneuropathie, CIPN) bezeichnet.
Zur Vorbeugung von therapiebedingten Nervenschäden empfiehlt die Leitlinie zur Supportiven Therapie (2020) regelmäßiges Bewegungs- und Funktionstraining der Finger und Zehen. Zur Behandlung bereits bestehender Nervenschäden empfiehlt sie spezielle Bewegungstherapien (z.B. sensomotorisches und koordinatives Training) sowie der gezielte Einsatz von Medikamenten bei stärkeren Beschwerden und Funktionsstörungen.
Zur Vorbeugung und Behandlung einer CIPN können Verfahren aus der integrativen Onkologie, z.B. traditionelle Behandlungsverfahren oder pflanzliche Heilmittel ergänzend eingesetzt werden.
Weitere Anwendungsgebiete
Die LLLT wird auch in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Wundheilungsstörungen
- Einsatz im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (HNO)
- Einsatz in der Zahnheilkunde
- Arthritis
- Sportverletzungen
- Hauterkrankungen (z.B. Akne)
Klinische Effekte der LLLT
Die LLLT erzielt verschiedene klinische Effekte:
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- Schmerzlinderung: Die Freisetzung von schmerzhemmenden Biomediatoren bzw. Neurotransmitter wird gefördert. Die Freisetzung schmerzauslösender bzw. vermittelnder Biomediatoren wird gehemmt.
- Entzündungshemmung: Genutzt wird vielmehr die Eigenschaft des Lasers, entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte zu blockieren. Die damit verbundene Wasseransammlung im Gewebe wird reduziert und das Gewebe wieder besser mit Nährstoffen versorgt.
- Verbesserte Durchblutung: Diese Behandlung die Blutzirkulation erhöht, um die Gefässaktivität zu verbessern und so die Zellreproduktion und das Zellwachstum zu beschleunigen.
- Beschleunigung des Lymphabflusses: Das Lymphgefäßsystem bildet eine Drainage, die Wasser und Stoffwechselprodukte aus der Peripherie (Arme und Beine) wieder dem Blutkreislauf zuführt.
- Reduktion von oxidativem Stress: Der Laser ist weiterhin in der Lage, oxidativen Stress im Skelettmuskel zu reduzieren und damit einer frühen Ermüdung des Muskels entgegenzuwirken.
- Steigerung der Aktivität der Mitochondrien: Steigerung der Aktivität der Mitochondrien um ca. 150 % - Die Mitochondrien werden auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet, in ihnen wird das Molekül ATP (Adenosintriphosphat) synthetisiert, das als Energiewährung zu sehen ist und z. B. bei der Muskelkontraktion verbraucht wird.
Anwendung der LLLT
Der Einsatz des Lasers erfolgt punktuell oder flächenhaft. Die genaue Form der Therapie richtet sich nach der Individualität des Patienten und nach seiner Erkrankung. LLLT-Behandlungen können für jede Situation individuell angepasst werden. Laser mit größeren Leistungsbereichen bieten viele Behandlungsoptionen.
Eine Analyse aller bisherigen medizinischen Veröffentlichungen, die einem definierten Qualitätsstandard entsprechen, ergab, dass z.B. bei Nackenschmerzen im Durchschnitt ca. 8-12 Anwendungen notwendig sind.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Bei sachgemäßer Anwendung des Lasers sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Die LLLT beschleunigt den natürlichen Heilungsprozess des Körpers durch Photo-Bio-Modulation und hat keine unerwünschten Nebenwirkungen. Es handelt sich lediglich um eine einfache, komfortable, nicht-invasive Behandlung.
Allerdings müssen bei der Anwendung besonders lichtempfindliche Organe (Augen) geschützt werden. Patient und Anwender tragen deshalb während der Behandlung eine Schutzbrille.
Obwohl die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) in der Regel als sicher und nebenwirkungsfrei gilt, gibt es einige Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen, die vor der Behandlung berücksichtigt werden sollten.
- Augen: Die Anwendung von Laserlicht in der Nähe der Augen kann schädlich sein.
- Schwangerschaft: Die Sicherheit der LLLT während der Schwangerschaft ist nicht ausreichend erforscht.
- Medikamente: Einige Medikamente können die Empfindlichkeit gegenüber Licht erhöhen.
- Narben und Tattoos: Laserlicht kann bei Narben und tätowierter Haut unerwünschte Reaktionen hervorrufen.
Dennoch können bei unsachgemäßer Anwendung oder bestimmten individuellen Faktoren Nebenwirkungen auftreten.
- Lokale Reaktionen: Es kann zu vorübergehenden Rötungen oder leichten Schwellungen im behandelten Bereich kommen.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf die verwendeten Materialien auftreten.
- Hautreizungen: In einigen Fällen kann es zu vorübergehenden Hautreizungen, Rötungen oder Schwellungen im Bereich der Bestrahlung kommen.
- Überstimulation: Bei übermäßiger Anwendung oder zu hoher Intensität des Laserlichts kann es zu einer Überstimulation des Gewebes kommen.
- Augenprobleme: Wenn das Laserlicht versehentlich in die Augen gelangt, kann dies Augenprobleme verursachen, einschließlich vorübergehender Sehstörungen.
- Photosensibilität: Personen, die empfindlich auf Licht reagieren (Photosensibilität), könnten verstärkt auf die LLLT reagieren.
- Schmerzen: Einige Patienten könnten während oder nach der Behandlung leichte Schmerzen oder Beschwerden verspüren.
- Unzureichende Wirkung: Die LLLT wirkt möglicherweise nicht bei allen Patienten oder allen Arten von Erkrankungen.
Vorbereitung auf die LLLT
Die Vorbereitung auf eine Low-Level-Lasertherapie ist in der Regel unkompliziert. Es sind keine speziellen Vorbereitungen wie Nahrungskarenz erforderlich.
Rotlichttherapie als Alternative oder Ergänzung
Die Rotlichttherapie, auch als Low-Level-Lasertherapie (LLLT) oder Photobiomodulation (PBM) bekannt, ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, die rotes oder nah-infrarotes Licht nutzt, um verschiedene gesundheitliche Vorteile zu erzielen.
Wie funktioniert die Rotlichttherapie?
- Lichtabsorption: Das Licht dringt tief in die Haut ein und wird von den Mitochondrien in den Zellen absorbiert.
- Entzündungshemmung und Heilung: Das Licht fördert die Durchblutung, reduziert Entzündungen und unterstützt die Regeneration von Geweben.
- Zelluläre Effekte: Die Therapie kann auch die Produktion von Kollagen und Elastin anregen, was zur Verbesserung der Hautgesundheit beiträgt.
Die Rotlichttherapie nutzt rotes und nah-infrarotes Licht, um dadurch die Zellfunktion zu verbessern, Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern. Sie ist eine sichere, nicht-invasive Methode zur Behandlung von bspw. Reduziert chronische Schmerzen, z.B.
Anwendungsgebiete der Rotlichttherapie
Die Rotlichttherapie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen hilfreich sein:
- Chronische Schmerzen (z.B.
- Sportverletzungen (z.B.
- Hauterkrankungen (z.B.
Die Rotlichttherapie ist eine vielseitige Behandlungsmethode, die bspw. bei verschiedenen Schmerzen, entzündlichen Erkrankungen, Hautproblemen, Muskelverletzungen, Durchblutungsstörungen und neurologischen Beschwerden helfen kann.
Häufigkeit und Dauer der Rotlichttherapie
Die Häufigkeit und Dauer der Rotlichttherapie hängen von den spezifischen Beschwerden und individuellen Bedürfnissen ab.
- Chronische Beschwerden: Mehrmals pro Woche, je nach Schweregrad der Symptome.
- Langzeittherapie: Bei chronischen Beschwerden kann die Therapie bspw.
- Individuelle Anpassung: Die Therapie sollte an die individuellen Bedürfnisse und die Reaktion des Körpers angepasst werden.
Die Rotlichttherapie sollte regelmäßig und konsequent angewendet werden, wobei die Sitzungsdauer typischerweise 10-20 Minuten beträgt. Die genaue Häufigkeit und Dauer hängen deshalb von den individuellen Bedürfnissen und Beschwerden ab.
Sicherheit und Nebenwirkungen der Rotlichttherapie
Die Rotlichttherapie gilt im Allgemeinen als sicher und ist mit wenigen Nebenwirkungen oder Risiken verbunden. Dennoch können bei unsachgemäßer Anwendung oder bestimmten individuellen Faktoren Nebenwirkungen auftreten.
- Augenreizungen: Direkter Blick in die Lichtquelle kann zu Augenreizungen oder Schäden führen.
Die Rotlichttherapie ist im Allgemeinen sicher und somit gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind selten und meist mild.
Vorteile der Rotlichttherapie für die Hautgesundheit
Ja, die Rotlichttherapie kann zur Verbesserung der Hautgesundheit beitragen. Fördert die Heilung von bspw.
Die Rotlichttherapie bietet zahlreiche Vorteile für die Hautgesundheit, einschließlich bspw. der Förderung der Kollagenproduktion, der Beschleunigung der Wundheilung und der Reduktion von Entzündungen.
Unterschiede zu anderen Lichttherapien
Die Rotlichttherapie unterscheidet sich von anderen Lichttherapien hauptsächlich durch die verwendeten Wellenlängen des Lichts und die somit spezifischen gesundheitlichen Vorteile, die sie bietet.
- Wird zur Behandlung von Hauterkrankungen wie z.B.
- Wird zur Behandlung von bspw.
- Wenige Nebenwirkungen, wie bspw.
Die Rotlichttherapie unterscheidet sich von anderen Lichttherapien besonders durch die verwendeten Wellenlängen und die dann spezifischen gesundheitlichen Vorteile. Sie dringt tief in das Gewebe ein, fördert z.B. die Zellfunktion, reduziert Entzündungen und unterstützt die Hautgesundheit.
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