Lungenödem bei Glioblastom: Ursachen, Diagnose und Behandlungsstrategien

Ein Lungenödem ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation, die bei Patienten mit Glioblastom auftreten kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, diagnostischen Verfahren und Behandlungsstrategien für diese schwerwiegende Erkrankung.

Einführung

Das Glioblastom, ein aggressiver Hirntumor, kann auf verschiedene Weise zu Komplikationen führen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Eine dieser Komplikationen ist das Lungenödem, eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge, die zu schwerer Atemnot führen kann. Es ist wichtig zu beachten, dass die Dyspnoe, also die subjektiv empfundene Atemnot, ein Symptom ist, dessen Ausmaß nur der Patient selbst beurteilen kann. Sie wird jedoch oft als lebensbedrohlich wahrgenommen.

Ursachen des Lungenödems bei Glioblastom-Patienten

Ein Lungenödem kann verschiedene Ursachen haben, die direkt oder indirekt mit dem Glioblastom in Verbindung stehen können. Dazu gehören:

  • Kardiale Ursachen: Herzprobleme, die durch die allgemeine Schwächung des Körpers oder durch spezifische Behandlungen des Glioblastoms entstehen, können zu einem Lungenödem führen.
  • Pulmonale Ursachen: Infektionen der Atemwege oder andere Lungenerkrankungen können bei ohnehin geschwächten Patienten ein Lungenödem begünstigen.
  • Neuromuskuläre Ursachen: Glioblastome können neuromuskuläre Störungen verursachen, die die Atemmuskulatur beeinträchtigen und somit ein Lungenödem auslösen können.
  • Iatrogene Ursachen: Bestimmte Medikamente oder Behandlungen, die im Rahmen der Glioblastom-Therapie eingesetzt werden, können als Nebenwirkung ein Lungenödem verursachen.
  • Extrapulmonale Ursachen: Ursachen außerhalb der Lunge.
  • Psychogene Ursachen: Psychische Faktoren.
  • Hämatogene Ursachen: Ursachen, die vom Blut ausgehen.

Bei Palliativpatienten sind obstruktive und restriktive Ventilationsstörungen die häufigsten Ursachen einer Dyspnoe; beide führen zu einer vermehrten Atemarbeit. Nur wenn das respiratorische System diesem Ventilationsbedarf gerecht werden kann, ist eine Eupnoe (normale Ruheatmung) möglich. Sauerstoffmangel ist erst bei ausgeprägter Hypoxie (Abfall des arteriellen Sauerstoffpartialdruckes, paO2 < 50 mmHg) oder bei Hypoxigenation (erniedrigte Sauerstoffsättigung, SaO2 < 90 Prozent) Ursache einer Atemnot.

Diagnostik

Die Diagnose eines Lungenödems bei Glioblastom-Patienten erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und den Einsatz bildgebender Verfahren. Wichtige diagnostische Schritte sind:

Lesen Sie auch: Epileptische Anfälle bei Glioblastomen

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Erfassung der Symptome, der Krankengeschichte und der aktuellen Medikation.
  • Röntgen-Thorax: Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge sichtbar machen. Röntgen-Thorax-Aufnahmen sind relativ häufige, den Patienten wenig belastende diagnostische Maßnahmen.
  • Ultraschalluntersuchung: Eine Ultraschalluntersuchung der Lunge kann ebenfalls zur Beurteilung von Flüssigkeitsansammlungen eingesetzt werden. Ultraschalluntersuchungen sind relativ häufige, den Patienten wenig belastende diagnostische Maßnahmen.
  • Blutgasanalyse: Eine Blutgasanalyse gibt Aufschluss über den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut und kann Hinweise auf die Schwere der respiratorischen Beeinträchtigung liefern.

Die Abklärung einer obstruktiven oder restriktiven Ventilationsstörung erfolgt bei Palliativpatienten durch klinische, den Patienten nicht belastende Maßnahmen (z. B. Röntgen-Thorax oder Ultraschall). Diagnostische Maßnahmen sind - wie grundsätzlich bei allen Patienten - auch bei Palliativpatienten nur dann indiziert, wenn daraus therapeutische Konsequenzen gezogen werden können und diese für den Patienten zumutbar sind.

Behandlung

Die Behandlung des Lungenödems zielt darauf ab, die Flüssigkeitsansammlung in der Lunge zu reduzieren, die Atmung zu erleichtern und die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen gehören:

  • Sauerstofftherapie: Die Zufuhr von Sauerstoff kann die Sauerstoffsättigung im Blut verbessern und die Atemnot lindern. Die Sauerstoff-Insufflation über Sonde hat keinen Einfluß auf den Ventilationsbedarf, beseitigt keine Obstruktion und hat deswegen nur einen Placeboeffekt.
  • Diuretika: Diuretika sind entwässernde Medikamente, die helfen, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen und somit die Lunge zu entlasten.
  • Morphin: Morphin ist das Opioid, das am häufigsten zur Reduktion einer Atemnot verwendet wird. Alternativ kann Morphin 2,5 bis 5 mg subkutan im Abstand von vier Stunden oder 1 bis 2 mg intravenös in Abständen von 5 bis 10 min gegeben werden, bis eine Atemfrequenz von 15 - 20 / min erreicht ist. Zusätzlich ist zu beachten, daß zu Beginn einer Opioidtherapie bei bekannten Nebenwirkungen (Übelkeit / Erbrechen, Obstipation) antizipatorisch behandelt werden muß.
  • Bronchodilatatoren: Bronchodilatatoren sind bei obstruktiven Ventilationsstörungen von großem Wert, Sekretolytika dagegen sind nur dann indiziert, wenn der Patient in der Lage ist, abzuhusten. Dies ist bei Patienten in der Finalphase selten der Fall.
  • Glukokortikoide: Für die medikamentöse Therapie von Patienten mit Atemnot stehen Bronchodilatatoren, Glukokortikoide, Opioide und Anxiolytika zur Verfügung.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn das Lungenödem durch eine spezifische Ursache wie eine Infektion oder eine Herzinsuffizienz verursacht wird, muss diese Grunderkrankung entsprechend behandelt werden.
  • Palliative Maßnahmen: Bei Patienten in fortgeschrittenen Stadien des Glioblastoms, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, stehen palliative Maßnahmen im Vordergrund, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Die therapeutischen Strategien zielen darauf ab, die Atemarbeit dadurch zu beeinflussen, daß der Ventilationsbedarf und Atemwegswiderstand so gering wie möglich gehalten werden. Erhöhung der Toleranz von erhöhten CO2-Werten. Senkung der Atemfrequenz und Erhöhung des Atemzugvolumens, hierdurch wird die Atmung ökonomisiert.

In der Rehabilitationsphase können außer medikamentösen Maßnahmen auch Strahlentherapie, interventionelle Radiologie, Laser- und Kryotherapie, Punktionen von Pleuraergüssen oder Aszites therapeutisch sinnvolle Optionen sein. In der Finalphase (Sterbephase) sind diese interventionellen Therapien nicht mehr indiziert. Neue Probleme wie Zunahme der Dyspnoe oder andere belastende Symptome durch therapeutische Maßnahmen (z. B.

Palliativmedizinische Aspekte

Die Behandlung von Patienten mit Glioblastom und Lungenödem erfordert oft einen palliativmedizinischen Ansatz. Ziel ist es, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und den Patienten und ihre Familien in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Wichtige Aspekte der Palliativmedizin sind:

Lesen Sie auch: Epileptische Anfälle bei Glioblastom behandeln

  • Symptomkontrolle: Linderung von Atemnot, Schmerzen und anderen belastenden Symptomen.
  • Psychosoziale Unterstützung: Beratung und Unterstützung für Patienten und ihre Familien, um mit den emotionalen und psychischen Belastungen der Erkrankung umzugehen.
  • Spirituelle Begleitung: Unterstützung bei spirituellen Fragen und Bedürfnissen.
  • Kommunikation und Entscheidungsfindung: Offene und ehrliche Kommunikation über die Prognose, Behandlungsoptionen und Ziele der Behandlung.

Lesen Sie auch: Deutsche Hirntumorhilfe: Hoffnung bei Glioblastom

tags: #lungenodem #bei #glioblastom