Meningokokken-Erkrankungen sind selten, können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Die Aufklärungskampagne "Meningitis bewegt" sensibilisiert für dieses wichtige Thema und betont die Bedeutung von Impfungen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Meningokokken-Erkrankungen, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu Präventionsmaßnahmen und persönlichen Erfahrungen von Betroffenen.
Was sind Meningokokken?
Meningokokken sind Bakterien, die schwerwiegende Infektionen auslösen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, beispielsweise in Kitas oder Spielgruppen, wo viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen. Etwa jeder zehnte Mensch trägt Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne zu erkranken.
Wer ist besonders gefährdet?
Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, an einer Meningokokken-Erkrankung zu erkranken.
Symptome und mögliche Folgen
Meningokokken-Erkrankungen können sich anfangs durch unspezifische, grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schwindel äußern, was die Diagnose erschwert. Innerhalb weniger Stunden kann sich der Zustand jedoch dramatisch verschlechtern und zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) führen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können Symptome wie Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien und eine vorgewölbte Fontanelle auftreten. Anzeichen eines schweren Verlaufs können punktförmige oder flächige Einblutungen auf der Haut und den Schleimhäuten sowie ein Blutdruckabfall sein.
Eine sofortige ärztliche Behandlung mit Antibiotika ist lebenswichtig, da jede Minute zählt. Trotzdem können Meningokokken-Erkrankungen schwerwiegende Langzeitfolgen wie Hörverlust oder Amputationen verursachen. Jeder Fünfte, der eine Meningokokken-Erkrankung überlebt, behält lebenslange Folgeschäden.
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Fallbeispiele: Persönliche Erfahrungen
Tobias' Geschichte
Tobias war erst zwei Monate alt, als er an einer Meningokokken-Infektion erkrankte. Seine Eltern bemerkten zunächst Unruhe und erhöhte Temperatur. Im Krankenhaus verlor Tobias das Bewusstsein und es wurden dunkle Flecken auf seiner Haut festgestellt. Die Diagnose bestätigte eine Meningokokken-Infektion, die zu einem septischen Schock und Nierenversagen führte. Tobias fiel ins Koma.
Zahras Geschichte
Die kleine Zahra erkrankte mit knapp fünf Monaten an einer Meningokokken-Sepsis und überlebte nur knapp. Zunächst hatte sie Fieber, Durchfall und erbrach sich. Als sie beim Wickeln die Augen verdrehte und blau anlief, wurde sie umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo eine Meningokokken-Sepsis festgestellt wurde. Zahra lag eine Woche im künstlichen Koma und musste zwei Wochen im Krankenhaus verbringen. Auch Jahre später leidet sie noch unter den Folgen der Erkrankung.
Leonies Geschichte
Leonie ist ein weiteres Beispiel für ein Kind, das eine Meningokokken-Erkrankung überlebt hat. Die Meningokokken-Bakterien lösten bei ihr eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung mit schweren Folgeschäden aus, darunter stark vernarbte Beine.
Diese Geschichten zeigen, wie schnell und unvorhersehbar eine Meningokokken-Erkrankung verlaufen kann und welche verheerenden Folgen sie für die Betroffenen und ihre Familien haben kann.
Impfschutz: Der beste Schutz vor Meningokokken
Gegen Meningokokken gibt es verschiedene Impfungen, die einen wirksamen Schutz bieten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgende Impfungen:
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- Meningokokken-B-Impfung: Diese Impfung wird für Säuglinge und Kleinkinder bis zum 5. Geburtstag empfohlen und von den Krankenkassen voll erstattet. Eine versäumte Impfung sollte bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden. Meningokokken B sind in Deutschland für die meisten Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich. Diese STIKO-Empfehlung gilt seit Januar 2024.
- Meningokokken-C-Impfung: Diese Impfung wird für ältere Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag empfohlen. Eine versäumte Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Diese Impfempfehlung besteht bereits seit 2006.
Es ist wichtig zu wissen, dass es verschiedene Meningokokken-Gruppen gibt und daher unterschiedliche Impfungen erforderlich sind, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.
Aufklärungskampagne "Meningitis bewegt"
Die Aufklärungskampagne "Meningitis bewegt" hat sich zum Ziel gesetzt, Eltern und die Öffentlichkeit über Meningokokken-Erkrankungen und die Bedeutung von Impfungen zu informieren. Die Kampagne arbeitet mit Betroffenen zusammen, um die möglichen Gefahren von Meningokokken-Erkrankungen aufzuzeigen und für das Thema zu sensibilisieren.
Jana Schölermann als Botschafterin
Die Schauspielerin und Synchronsprecherin Jana Schölermann ist seit diesem Jahr Botschafterin für die Aufklärungskampagne "Meningitis bewegt.". Als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr der Schutz von Kindern besonders wichtig. Sie betont, dass viele Eltern nicht wissen, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher verschiedene Impfungen gibt. Ihr Appell an alle Eltern: "Eltern sollten sich frühzeitig über die Erkrankung und die verschiedenen Impfungen bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt informieren. Denn der Schutz unserer Kinder ist einfach Herzenssache."
Prävention: Was können Eltern tun?
- Impfungen: Lassen Sie Ihr Kind gemäß den STIKO-Empfehlungen gegen Meningokokken impfen.
- Impfbuch: Überprüfen Sie regelmäßig das Impfbuch Ihres Kindes und holen Sie versäumte Impfungen nach.
- Arztgespräch: Sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über Meningokokken-Erkrankungen und Impfschutz.
- Aufmerksamkeit: Achten Sie auf unspezifische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Reizbarkeit und suchen Sie bei Verdacht umgehend einen Arzt auf.
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