Meningitis durch Furunkel: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Furunkel ist eine schmerzhafte, eitrige Entzündung eines Haarbalgs, die durch Bakterien verursacht wird. In manchen Fällen kann ein Furunkel Komplikationen verursachen, wie z. B. die Ausbreitung der Infektion auf andere Körperteile, einschließlich des Gehirns, was zu einer Meningitis führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Furunkeln, wobei der Fokus auf dem Zusammenhang mit Meningitis liegt.

Was ist ein Furunkel?

Ein Furunkel ist eine spezielle Form des Abszesses. Optisch ähnelt er einem sehr großen Eiterpickel, wird jedoch von einer Rötung sowie einer spürbaren Hautverhärtung begleitet. Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Eiterpickel liegt ein Furunkel in den tieferen Hautschichten und kann sehr schmerzhaft sein. Furunkel entstehen nur auf behaarter Haut, oft ist sogar ein Haar in dem Furunkel sichtbar. Typisch ist, dass sich die neu gebildete Kapsel als Knoten in beziehungsweise unter der Haut erfühlen lässt und sehr schmerzhaft sein kann.

Abgrenzung zu anderen Hauterscheinungen

Da Furunkel eine Entzündung der Haut darstellen, lassen sie sich oftmals nur schwer von Akne oder Eiterpickeln unterscheiden. Ein deutliches Erkennungszeichen ist jedoch, dass die Furunkel ausschließlich auf behaarter Haut vorkommen. Oftmals ist sogar ein Haar in dem Furunkel sichtbar. Ebenfalls typisch ist, dass sich die neu gebildete Kapsel als Knoten in beziehungsweise unter der Haut erfühlen lässt und sehr schmerzhaft sein kann.

Ursachen und Auslöser von Furunkeln

Ein Furunkel entsteht durch Bakterien, die in die Haut gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Meist handelt es sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus. Viele Menschen tragen dieses Bakterium vorübergehend oder dauerhaft auf der Haut oder der Nasenschleimhaut, ohne dass es zu gesundheitlichen Problemen kommt. Das Risiko für Furunkel steigt, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Risikofaktoren für die Entstehung eines Furunkels

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für das Entstehen eines Furunkels sind:

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  • Kleinste Verletzungen: Rasieren kann die Haut oder Haarfollikel verletzen. Werden die enthaarten Bereiche im Anschluss nicht ausreichend desinfiziert, ist das Risiko für die Entstehung von Furunkeln erhöht.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ist die Immunabwehr geschwächt, z.B. durch Infekte, einseitige Ernährung, Vitaminmangel oder Alkohol- und Nikotinkonsum sowie auch durch einige Medikamente (z.B. Antibiotika), erhöht sich das Risiko für Hautentzündungen. Auch chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) können das Immunsystem schwächen und die Gefahr von Entzündungen generell und das Risiko für Furunkel insbesondere erhöhen.
  • Reibung: Irritationen der Haarfollikel entstehen auch durch Hautreizungen, wenn Kleidung zu eng sitzt oder scheuert. Dadurch treten Furunkel häufig in den Bereichen von Bund oder Kragen auf.
  • Schwitzen und Feuchtigkeit: Starkes Schwitzen und anhaltende Feuchtigkeit weichen die Haut auf und schwächen so den natürlichen Schutz, wodurch Bakterien leichter eindringen können.
  • Übertriebene Körperreinigung: Wird der natürliche Hautschutz gestört, z.B. durch übertriebene Hygiene, falsche oder zu aggressive Kosmetikprodukte, kann die Haut austrocknen und das Risiko für Hautrisse und das Eindringen von Bakterien wird erhöht.
  • Verschluss der Drüsen: Es kann passieren, dass sich die Ausgänge der Drüse oder des Haarbalgs nach dem Eindringen der Bakterien verschließen, z.B. aufgrund von überschüssigem Talg, abgestorbenen Hautschüppchen oder auch die falsche Hautpflege. Folglich kann der entstehende Eiter nicht abfließen. Die Entzündung breitet sich aus und das betroffene Gewebe stirbt ab. Um die Infektion zu beschränken, bildet der Körper eine neue Membran rund um den Entzündungsherd aus. Es entsteht eine fühlbare Kapsel.

Symptome und Erscheinungsbild eines Furunkels

Eine mehr oder minder starke Rötung rund um eine sichtbare Eiteransammlung, direkt an oder um ein Haar herum, ist das typische Erscheinungsbild eines Furunkels. Hinzu können noch weitere Symptome kommen:

  • Schmerzen: Je nachdem, wo sich der entzündete Haarfollikel befindet, kann ein Furunkel sehr schmerzhaft sein. Befindet es sich in einem Bereich, der häufig Druck oder Bewegung ausgesetzt ist oder am Kopf, können die Schmerzen sogar den Alltag beeinträchtigen.
  • Druckempfindlichkeit: Die neugebildete Gewebekapsel übt bereits an sich Druck auf den umliegenden Bereich aus. Kommt es durch Kleidung, beim Sitzen oder Liegen zu zusätzlichem Druck auf die Hautentzündung, kann sich dies durch Schmerzen und anhaltende Empfindlichkeit äußern.
  • Wärmeentwicklung: Von der Entzündung geht meist eine spürbare Wärme aus, die durch die Reaktion des Immunsystems zustande kommt.
  • Schwellung und Kapselbildung: Je mehr Eiter in dem Furunkel gebildet wird, desto stärker sind Schwellung und Druck. Zudem bildet der Körper eine Membran rund um die Entzündung, um eine weitere Ausprägung zu verhindern. Hierdurch entsteht eine Kapsel, die als harter Knoten in der Haut spürbar und als Schwellung auch sichtbar ist.

Spezielle Lokalisationen von Furunkeln

  • Furunkel im Gesicht: Furunkel im Gesicht sind aufgrund der stärkeren Gesichtsbehaarung ein Problem, was vorrangig bei Männern auftritt. Vor allem im unteren Gesichtsbereich treten Furunkel vermehrt auf, da Haut und Haarfollikel durch das Rasieren stark gereizt werden können. Fehlt die anschließende Desinfektion oder ist diese unzureichend, sind kleine Furunkel die häufige Folge. Am Nasenrand sowie im äußeren Gehörgang kommt es ebenfalls durch Enthaarung zu Furunkeln. Mögliche Auslöser sind allerdings auch das Eindringen von Keimen durch kleine Kratzer und Risse oder Verletzungen bei der Reinigung.
  • Furunkel am Po: Furunkel am Po oder direkt im Analbereich treten bei Männern aufgrund der meist stärkeren Körperbehaarung häufiger auf und gehen durch die Empfindlichkeit der Körperregion häufig mit Schmerzen einher. Zudem ist die Heilung erschwert und es kann vorkommen, dass ein Furunkel im Analbereich einer ärztlichen Behandlung bedarf. Entzündungen können sich besonders gut ausbreiten, wenn die Hygiene in dem Bereich unzureichender als an anderen Körperstellen ist. Auch zu enge oder schlecht sitzende Kleidung sowie raues Toilettenpapier können ein Furunkel begünstigen.
  • Furunkel im Intimbereich: Wer den Intimbereich wachst, rasiert oder epiliert und im Anschluss keine ausreichende Desinfektion und Pflege vornimmt, steigert die Gefahr für Furunkel im Intimbereich. Unbequeme Unterwäsche, die sehr eng oder aus Kunstfasern gefertigt ist sowie harte Slipkanten erhöhen das Scheuern und die Feuchtigkeit der Haut. Zumindest kleine Furunkel sind somit quasi vorprogrammiert. Aus ähnlichen Gründen sind auch die Achselhöhlen häufig betroffen.

Der Zusammenhang zwischen Furunkeln und Meningitis

In sehr seltenen Fällen kann eine schwere Komplikation auftreten, wenn Bakterien aus einem Furunkel, insbesondere im Gesichtsbereich (insbesondere im Bereich der Nase und Oberlippe), ins Gehirn gelangen. Dort können sie zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder zu lebensbedrohlichen Blutgerinnseln in den großen Blutgefäßen führen (sogenannte Sinusvenenthrombose).

Symptome einer Meningitis

Eine Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wurde, beginnt meistens plötzlich. Der Zustand des Betroffenen kann sich innerhalb von Stunden verschlechtern. Die Krankheitszeichen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Steifer Nacken
  • Lichtempfindlichkeit
  • Psychische Veränderungen
  • Krampfanfälle
  • Seh- und Hörstörungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Bei Meningitis aufgrund einer Meningokokken-Infektion können kleine Blutungen in der Haut auftreten.

Wichtig: Den Verdacht auf eine Meningitis müssen Sie immer sofort ärztlich abklären lassen; möglichst stationär im Krankenhaus. Denn eine Meningitis muss sofort mit Antibiotika behandelt werden, ansonsten droht Lebensgefahr.

Behandlung von Furunkeln

Kleinere Furunkel, die noch nicht weit fortgeschritten sind, können in der Regel gut selbst behandelt werden. Auch, wenn sich ein Furunkel innerhalb weniger Tage von selbst öffnet, findet meist eine problemlose Abheilung statt. Hier muss jedoch strikt auf Hygiene und Desinfektion geachtet werden, da anderenfalls der verschmierte Eiter weitere Entzündungen begünstigen kann.

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch ist in folgenden Fällen zu empfehlen:

  • Bei einem Furunkel im Analbereich oder am Kopf
  • Bei starken Schmerzen
  • Wenn sich das Furunkel nicht von selbst öffnet oder abheilt
  • Wenn das Allgemeinbefinden beeinträchtigt ist
  • Bei einer erhöhten Neigung zu Furunkeln und wenn damit verbunden der Verdacht auf eine Immunschwäche naheliegt
  • Wenn mehrere Furunkel zu einem Karbunkel zusammenfließen

Ärztliche Behandlung von Furunkeln

Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet und wie ausgeprägt diese ist, sieht eine ärztliche Behandlung wie folgt aus:

  • Chirurgische Öffnung des Furunkels: Mit einem kleinen Schnitt wird das Furunkel geöffnet, danach desinfiziert und eine Drainage gelegt, um den Eiter aufzusaugen. Die Wunde heilt offen aus und muss nicht genäht werden. Ein Furunkel sollte nicht eigenhändig ausgedrückt werden, da dies den Zustand meist verschlimmert.
  • Einsatz von Antibiotika: Beeinflusst ein Furunkel das Allgemeinbefinden, kommt es wiederholt zu Entzündungen oder Fieber, kann der Einsatz von Antibiotika erforderlich sein.

Salbenbehandlung bei Furunkeln

Zugsalben sind in der Regel das erste Mittel der Wahl, da sie entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirken. Sie ziehen den Eiter und die Entzündung weiter an die Hautoberfläche und begünstigen somit das selbstständige Öffnen des Furunkels. Zudem beschleunigen sie die Reifung und anschließende Heilung:

Zur Behandlung wird die Zugsalbe großzügig auf die betroffene Stelle aufgetragen und verbleibt hier als Salbenverband für bis zu zwei Tage. Ist noch keine Öffnung erfolgt, kann der Vorgang wiederholt werden. Es empfiehlt sich, die Haut vor der Behandlung aufzuweichen, damit die Zugsalbe noch besser wirken kann.

Hausmittel zur Unterstützung

Um den Schmerz zu lindern, die Reifung zu beschleunigen und das Öffnen des Furunkels zu begünstigen, können Sie zusätzlich zur Salbenbehandlung Folgendes probieren:

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  • Wärme und Feuchtigkeit: Feuchtwarme Umschläge, Kompressen und Bäder beschleunigen die Reifung und das Aufbrechen von Furunkeln.
  • Honig und Propolis: Haben desinfizierende und damit entzündungshemmende Wirkung. Während Propolis direkt aufgetragen werden kann, empfiehlt sich bei Honig das Auftragen einer dicken Schicht und ein Pflasterverband.
  • Kamille, Arnika oder Teebaumöl: Hemmen Entzündungen, fördern die Durchblutung und beschleunigen die Heilung. Als Öl, Tee oder Extrakt aufgetupft, Badezusatz oder als Salbe unter einem Verband sind sie daher eine oft sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Therapie oder als Anschlussbehandlung nach der Zugsalbe.
  • Heilerde: Desinfiziert, befreit die Haut von verstopfenden Verunreinigungen und wirkt kühlend. Damit kann eine Hautmaske schnelle Linderung und eine beschleunigte Heilung bewirken.

Hautpflege bei Furunkeln

Um eine weitere Ausbreitung und Reizung zu vermeiden, ist die Hautreinigung und -pflege besonders wichtig. Um ein Verschmieren oder eine Ansteckung anderer zu verhindern, sollte die betroffene Stelle häufig desinfiziert und möglichst durch einen Verband geschützt werden. Zudem sollten alle Textilien, mit denen das Furunkel in Kontakt kommt, so heiß wie möglich gewaschen und dabei ein Hygienespüler verwendet werden.

Sinnvoll ist der Einsatz natürlicher Inhaltsstoffe wie Pflanzenextrakte von Arnika, Kamille und Rosmarin. Zudem sind basische oder pH-hautneutrale Produkte empfehlenswert, da sie die Haut schonen und schützen. Zu vermeiden sind - die Hautdesinfektion an sich ausgeschlossen - aggressive Mittel wie Alkohol und Seifen. Diese sorgen für weitere Reizungen, zerstören den hauteigenen Schutzfilm und begünstigen damit Entzündungen zusätzlich.

Was man vermeiden sollte

Die Risiken beim Ausdrücken und Aufstechen eines Furunkels umfassen:

  • Ausbreitung der Entzündung und des Furunkels durch unhygienisches Vorgehen und Verschmieren des Eiters.
  • Schwere Entzündungen an Organen: Vor allem beim Aufdrücken von Furunkeln im Kopfbereich besteht die Gefahr, das Bakterien sogar ins Gehirn und dort Entzündungen hervorrufen - wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis).
  • In sehr seltenen Fällen kann der Eiter durch das Ausdrücken in das umliegende Gewebe gelangen oder wird sogar in die Blutbahn gedrückt. Hier kann es zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
  • Bakterien können sich über die Blutgefäße oder Lymphbahnen weiter im Körper ausbreiten und eine Entzündung der Lymphgefäße herbeiführen.

Vorbeugung von Furunkeln

Um Furunkeln vorzubeugen, sollten Sie auf die folgenden Faktoren achten:

  • Lockere und luftige Kleidung tragen
  • Immer Desinfektion und Pflege nach der Haarentfernung
  • Schutz des Immunsystems
  • Umfassende Behandlung chronischer Krankheiten wie Diabetes mellitus
  • Regelmäßiges Händewaschen und gute Körperhygiene

Folgen bei Nichtbehandlung

Werden Furunkel nicht oder nur unzureichend behandelt, kann Folgendes passieren:

  • Auftreten von Karbunkeln (mehrere Furunkel fließen zu einer großflächigen Entzündung zusammen)
  • Aufbrechen der Furunkel in das umliegende Gewebe, mit der Gefahr großflächiger Entzündungen und sogar Blutvergiftungen
  • Ausbreitung der Infektion auf innere Organe bis hin zum Gehirn
  • Starke Narbenbildung

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