Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch heftige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. In Deutschland sind aktuellen Untersuchungen zufolge rund 8-12 Millionen Menschen von Migräne betroffen, wobei Frauen mit 12-14 % häufiger betroffen sind als Männer (6-8 %). Die medikamentöse Behandlung von Migräne umfasst sowohl Akuttherapien zur Linderung der Symptome während einer Attacke als auch vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion der Anfallshäufigkeit. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen verschiedener Migräne-Tabletten, um einen umfassenden Überblick über die verfügbaren Therapieoptionen zu geben.
Akuttherapie von Migräne
Die Akuttherapie zielt darauf ab, die Kopfschmerzen und Begleitsymptome während einer Migräneattacke schnell und effektiv zu lindern. Hierbei kommen verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz, darunter nicht-spezifische Schmerzmittel und spezifische Migränemittel wie Triptane und Ergotamine.
Nicht-spezifische Schmerzmittel
Zu den nicht-spezifischen Schmerzmitteln gehören Substanzen wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Paracetamol. Diese Medikamente sind in niedrigeren Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und/oder fiebersenkend.
- Ibuprofen: Dolormin® Extra und Dolormin® Schmerztabletten enthalten Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1). Sie werden zur kurzzeitigen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen sowie zur Fiebersenkung eingesetzt. Dolormin® Migräne Filmtabletten sind speziell für die symptomatische Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura indiziert.
- Naproxen: Dolormin® für Frauen bei Menstruationsbeschwerden und Dolormin® GS mit Naproxen enthalten Naproxen und werden zur Behandlung von Schmerzen während der Regelblutung bzw. leichten bis mäßig starken Schmerzen bei Arthrose eingesetzt.
Triptane
Triptane sind spezifische Migränemittel, die bei akuten Migräneattacken eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie an Serotonin-Rezeptoren (5-HT1B/1D) im Gehirn binden und dadurch die Freisetzung von Entzündungsstoffen reduzieren und die Blutgefäße im Gehirn verengen.
- Sumatriptan: Sumatriptan HEXAL® bei Migräne enthält den Wirkstoff Sumatriptan und wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura eingesetzt. Es lindert die Migräne-bedingten Kopfschmerzen und reduziert Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Die Wirkung tritt bereits nach ca. 30 Minuten ein. Erwachsene ab 18 Jahren nehmen bei ersten Anzeichen einer akuten Migränekopfschmerz-Attacke 1 Tablette Sumatriptan HEXAL® bei Migräne unzerkaut mit Wasser ein. Bei erneut auftretenden Kopfschmerzen kann innerhalb von 24 Stunden eine weitere Tablette eingenommen werden, wobei ein Abstand von mindestens 2 Stunden zwischen den Einnahmen eingehalten werden muss. Die Höchstdosis beträgt 2 Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden.
- Naratriptan: Naratriptan HEXAL® bei Migräne enthält den Wirkstoff Naratriptan und wird ebenfalls zur Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen eingesetzt. Es wirkt gezielt im Kopf, wo die Migräne entsteht, und lindert die Migräne-bedingten Kopfschmerzen sowie Begleiterscheinungen wie Lichtempfindlichkeit, Erbrechen oder Übelkeit.
- Almotriptan: Dolortriptan bei Migräne® enthält den Wirkstoff Almotriptan und wird zur akuten Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Erwachsenen von 18 bis 65 Jahren eingesetzt.
Ergotamin
Ergotamin ist ein Mutterkornalkaloid, das in der Therapie von akuten Migräneanfällen eingesetzt wird. Es wirkt vasokonstriktorisch, d.h. es verengt die Blutgefäße. Die empfohlene Dosis beträgt 2 mg Ergotamintartrat. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sollte Ergotamin nur nach sorgfältiger Abwägung und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.
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Vorbeugende Behandlung von Migräne
Die vorbeugende Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren. Hierbei kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die unterschiedliche Wirkmechanismen haben.
Betablocker
Betablocker wie Metoprolol und Propranolol werden häufig zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Wirkung von Stresshormonen reduzieren und die Blutgefäße entspannen.
Antidepressiva
Bestimmte Antidepressiva wie Amitriptylin können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Konzentration von bestimmten Botenstoffen im Gehirn erhöhen und dadurch die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.
Antiepileptika
Antiepileptika wie Topiramat und Valproinsäure können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren.
CGRP-Antikörper
CGRP-Antikörper wie Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab sind eine relativ neue Klasse von Medikamenten zur Migräneprophylaxe. Sie wirken, indem sie den Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP)-Signalweg blockieren, der eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt.
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Botulinumtoxin A
Botulinumtoxin A (Onabotulinumtoxin A) kann ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden, insbesondere bei chronischer Migräne. Es wirkt, indem es die Freisetzung von Botenstoffen an den Nervenenden blockiert und dadurch die Muskelspannung reduziert.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von Migräne-Tabletten
- Anwendung nur nach ärztlicher Erstdiagnose: Sumatriptan HEXAL® bei Migräne darf nur nach der Erstdiagnose einer Migräne durch einen Arzt eingenommen werden.
- Beachtung der Dosierungsempfehlungen: Die empfohlene Dosis von Sumatriptan HEXAL® bei Migräne beträgt für Erwachsene ab 18 Jahren 1 Tablette bei ersten Anzeichen einer akuten Migränekopfschmerz-Attacke. Bei erneut auftretenden Kopfschmerzen kann innerhalb von 24 Stunden eine weitere Tablette eingenommen werden, wobei ein Abstand von mindestens 2 Stunden zwischen den Einnahmen eingehalten werden muss. Die Höchstdosis beträgt 2 Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden.
- Einnahme mit Wasser: Die Tabletten sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen werden.
- Keine vorbeugende Anwendung: Sumatriptan HEXAL® bei Migräne ist nicht zur Vorbeugung von Migräne geeignet. Das Arzneimittel wirkt nur, wenn die akute Kopfschmerzphase der Migräne begonnen hat.
- Beachtung von Warnhinweisen und Gegenanzeigen: Sumatriptan HEXAL® bei Migräne enthält Lactose, Sulfite und Menthol. Es darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, koronarer Herzkrankheit, Prinzmetal-Angina, Durchblutungsstörungen der Peripherie, Schlaganfall in der Vorgeschichte, Durchblutungsstörungen in der Hirnregion, stark eingeschränkter Leberfunktion, Bluthochdruck und speziellen Formen der Migräne ohne Kopfschmerz.
- Rücksprache mit Arzt oder Apotheker: Bei Unsicherheiten oder Fragen zur Einnahme von Migräne-Tabletten sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
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