Ein schmerzhafter Stich, ein brennendes Gefühl, das sind nur einige der unangenehmen Erfahrungen, die Patienten mit Morton Neurom durchleben. Das Morton Neurom, auch als Morton Neuralgie oder Morton-Metatarsalgie bekannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die sich im Bereich des Fußes manifestiert. Es handelt sich um eine Form einer Entzündung des Nervs im Vorfuß, Nervenverdickung oder Nervenkompression, die den Intermetatarsalraum zwischen den Zehen betrifft. Hierbei handelt es sich nicht um eine gutartige Wucherung des Nervengewebes, sondern eher eine Entzündung der bindegewebigen Nervenhülle.
Was ist ein Morton Neurom?
Das Morton Neurom ist eine Verdickung des Mittelfußnerven, genauer gesagt, eine Vermehrung der bindegewebigen Anteile des Mittelfußnerven. Es wird auch als Morton Neuralgie bezeichnet. Die Mittelfußnerven werden auch als Interdigitalnerven (Nervi digitales plantares communes) bezeichnet. Genau genommen handelt es sich dabei um Nervenäste, die zwischen den Mittelfußknochen an der Fußsohle bis in die Zehen und die Zehenzwischenräume verlaufen. Auf Höhe der Mittelfußknochen teilen sich diese beiden Nerven in die Interdigitalnerven auf.
Diese Verdickung tritt meistens zwischen der dritten und vierten Zehe auf, etwas seltener zwischen der zweiten und dritten Zehe, und ist schmerzhaft, weil sie Druck auf den Nerv ausübt. Meistens ist dies der Raum zwischen der zweiten und dritten oder zwischen der dritten und der vierten Zehe. Das Morton Neurom findet sich meist zwischen dem 3. und 4. Zeh, selten zwischen dem 2. und 3.. In manchen Fällen finden sich auch mehrere Morton Neurome am gleichen Fuß.
Die Nervenverdickungen werden auch als Nervenknoten bezeichnet. Diese sind nicht immer gleich groß, sondern von Patient zu Patient sehr unterschiedlich: Zwischen wenigen Millimetern und der Größe einer Erbse ist alles möglich. Jeder einzelne dieser Umbauprozesse führt zu einer Größenzunahme des betroffenen Nervs und der Strukturen um ihn herum - und dadurch zu starker mechanischer Belastung beim Laufen.
Benannt wurde das Morton Neurom nach dem US-amerikanischen Chirurgen Thomas G. Morton (1835-1903). Neurom steht dabei für die Vermehrung von Nervengewebe.
Lesen Sie auch: Morton Neuralgie: Ein umfassender Überblick
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache der Morton Neuralgie ist nicht immer klar, aber es wird angenommen, dass wiederholte Druckbelastung, schlecht sitzende Schuhe, Fußdeformitäten wie Hammerzehen oder Plattfüße, sowie Überlastung des Fußes mögliche Auslöser sein könnten. Das Morton Neurom entsteht meist vor dem Hintergrund eines Spreizfußes. Die Mittelfußknochen sind durch ein bindegewebiges Band (Ligamentum intermetatarsale, grau) verbunden.
Die typischen Beschwerden wie Taubheit, einschießende Schmerzen und Kribbeln werden durch die Schwellung ausgelöst, die eine Minderversorgung (Ischämie) des Fußnervs mit Blut und Nährstoffen verursacht.
Wie bereits erwähnt, ist die genaue Ursache nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass mehrere Faktoren zur Entstehung der Erkrankung beitragen können:
- Mechanische Irritation: Ein häufiger Faktor ist die mechanische Reizung oder Kompression des Nervs, der zwischen den Zehen verläuft.
- Fußdeformitäten: Patienten mit Fußdeformitäten wie Hammerzehen, Hallux valgus (Großzehenabduktion), Plattfüßen oder anderen Veränderungen der Fußstruktur können ein erhöhtes Risiko für Morton Neurom haben. Folge eines durchgetretenen vorderen Fußgewölbes sind durch die Spreizfußfehlstellung verlagert und zeigen fächerförmig nach außen.
- Schuhwerk: Das Tragen von zu engem Schuhwerk wird der Vorderfuß zusätzlich komprimiert und die Nervenfasern im Vorderfuß auf unnatürliche Weise gereizt. Schuhe mit Absatz haben ebenfalls eine ungünstige Auswirkung, da das meiste Gewicht bei diesen Schuhen auf den Vorderfuß verlagert wird.
- Überlastung: Ständige, hohe Belastungen oder Blockaden im Bereich des Mittelfußes können zu einer Nervenkompression vor Ort führen. Auch sportliche Aktivitäten mit Betonung des Vorderfußes wie Laufen, Tanzen oder Tennis können ein Grund für die Erkrankung sein.
- Geschlecht: Frauen sind von der Entstehung eines Morton Neuroms deutlich häufiger betroffen als Männer. Frauen erkranken viermal häufiger am Morton Neurom als Männer. Ein Grund für das häufigere Auftreten des Morton Neuroms bei Frauen kann das häufigere Auftreten eines Spreizfußes sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen mit den oben genannten Ursachen und Risikofaktoren Morton Neurom entwickeln. Die genaue Wechselwirkung zwischen diesen Faktoren ist komplex und kann von Patient zu Patient variieren.
Symptome des Morton Neuroms
Die Symptome bei einem Morton Neurom lassen sich oft nicht klar einordnen, weil sie bei Betroffenen unterschiedlich ausfallen können. Die Bezeichnung Morton Neuralgie beschreibt das Hauptsymptom des Morton Neuroms bereits zusammenfassend. Typisch sind brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen (Mittelfußschmerzen und Vorfußschmerzen), die plötzlich einschießen.
Lesen Sie auch: Alles über die Ursachen der Morton Neuralgie
Weitere Symptome sind:
- Schmerzen: Das häufigste Symptom bei Patienten ist Druckschmerz im Vorderfußbereich, oft zwischen den Zehen. Dieser Schmerz kann als brennend, stechend oder drückend beschrieben werden. Die Schmerzen können brennend, teilweise auch stechend sein. Kombination mit brennenden Schmerzen, die bis in die Zehen ausstrahlen.
- Verschlimmerung beim Gehen: Die Symptome des Morton Neuroms verschlimmern sich oft beim Laufen, Abrollen oder Stehen, insbesondere wenn enge oder schlecht sitzende Schuhe getragen werden. An (Mortonscher) Metatarsalgie leidende Patienten geben nach längerer Gehzeit starke Schmerzen an, die typischerweise durch das Abrollen des Fußes hervorgerufen werden.
- Missempfindungen: Oft besteht zusätzlich zu den Mittelfußschmerzen eine Missempfindung der benachbarten Kleinzehen, typischerweise an den einander zugewandten Zehenunterseiten. In manchen Fällen wird von Patientinnen und Patienten auch ein Taubheitsgefühl beschrieben.
- Veränderungen im Gang: Manche Menschen mit Morton Neurom können unbewusst ihren Gang verändern, um den schmerzhaften Bereich der Mittelfußknochen und der Zehe zu entlasten.
Die Beschwerden verschlimmern sich bei Fortschreiten der Krankheit. Der Fuß wird vorne breiter. Auch Belastungsschmerzen sind typisch. Durch das Ausziehen von zu engem Schuhwerk oder durch Unterbrechung der Belastung nimmt die Intensität der Beschwerden in der Regel ab.
Diagnose des Morton Neuroms
Patienten mit Mittelfußschmerzen haben oft eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich. Die charakteristische Symptomatik der Morton Neuralgie ebnet bereits durch eine gründliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung den Weg für eine passende Diagnose.
Zunächst erfolgt die klinische und die Tastuntersuchung des Fußes. Der Fußspezialist kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen. Typisch ist das sogenannte Mulder-Zeichen (auch Mulder-Click-Zeichen oder Klick-Zeichen): Die Ärztin oder der Arzt drückt bei der Untersuchung von beiden Seiten auf die Stelle, an der die Morton-Neuralgie vermutet wird. Beim Morton Neurom kann die Triggerpunktakupunktur helfen, die umliegenden Muskeln zu entspannen und so den Druck auf den betroffenen Nerv zu verringern.
Ein weiteres Diagnose-Verfahren ist die Betäubung (Lokalanästhesie) des schmerzenden Bereichs mit einer Spritze. Wenn die Injektion von Betäubungsmittel in den entzündeten Nerven Erfolg hat, ist die Diagnose gesichert.
Lesen Sie auch: Ursachen und Symptome der Morton Neuralgie
Allerdings kann es in Einzelfällen nötig sein, ein bildgebendes Verfahren einzusetzen, um etwaige Differentialdiagnosen auszuschließen. Zu diesen zählen beispielsweise eine Stressfraktur der Knochen im Fuß oder eine Arthritis. Hier fällt die Wahl häufig auf die Magnetresonanztomografie (MRT), da diese die Beurteilung von Weichteilen erlaubt. Die MRT-Untersuchung ist vor allem wichtig, um eine Größenbestimmung der Nervenschwellung vorzunehmen. Röntgenbilder stellen Knochenstrukturen dar und werden bei hochgradigem Verdacht auf eine Fraktur eingesetzt.
Konservative Behandlungsmethoden
Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt in der Hauptsache konservativ, d. h. ohne chirurgischen Eingriff. Die Behandlung eines Morton Neuroms hängt von der Intensität der Symptomatik und der Dauer der Erkrankung ab. Ziel einer konservativen Behandlung des Morton-Neuroms ist es, die Belastung des Nervs zu verringern und die Symptome zu lindern.
Folgende konservative Behandlungen stehen zur Verfügung:
- Entlastung und Ruhigstellung: Kurzfristig kann nur durch Ruhigstellung und Ausziehen der Schuhe Besserung erfahren. In der Anfangsphase der Behandlung ist es essenziell, die Belastung auf den Vorderfuß entschieden zu reduzieren.
- Schmerzmittel: Zur symptomatischen Behandlung der Schmerzen können bedarfsgerecht Schmerzmittel eingenommen werden. Entzündungshemmende Arzneimittel, wie zum Beispiel Ibuprofen, und Kortikosteroidinjektionen direkt in die betroffene Region können temporär Schmerz und Entzündung lindern. Wichtig zu beachten ist, dass die Einnahme der Schmerzmittel nur die Symptome kaschiert und keinesfalls als langfristige Lösung dienen sollte.
- Spezielle Schuhe und Einlagen: Speziell angefertigte Schuhe und orthopädische Einlagen können eine erhebliche Erleichterung verschaffen. Diese orthopädischen Hilfsmittel sind darauf ausgelegt, den Druck auf den betroffenen Bereich des Fußes zu minimieren und die Fußstellung zu korrigieren, um so die Belastung des Nervs zu reduzieren. Spezielle Morton-Neurom-Schuhe weisen oft einen breiteren Zehenbereich auf, um Druckstellen zu vermeiden und den Zehen mehr Raum zu geben. Eine niedrige Absatzhöhe hilft, den Vorfuß zu entlasten. Orthopädische Morton-Neurom-Einlagen, die individuell angepasst werden, unterstützen das Fußgewölbe und sorgen für eine gleichmäßigere Druckverteilung beim Gehen. Sie können auch spezifische Polsterungen enthalten, die gezielt den Bereich um das Neurom entlasten.
- Physiotherapie und Fußgymnastik: Physiotherapie und speziell auf den Fuß abgestimmte Übungen sind wesentliche Bestandteile bei der Behandlung des Morton-Neuroms. Sie sind darauf ausgerichtet, Schmerzen zu reduzieren und die Funktionalität des Fußes zu verbessern. Eine intensive Physiotherapie und Fußgymnastik bezieht auch die Wadenmuskulatur ein. Beim Morton Neurom ist es wichtig, die intrinsische Muskulatur des Fußes zu stärken.
Fußgymnastik Übungen
Physiotherapie und speziell auf den Fuß abgestimmte Übungen sind wesentliche Bestandteile bei der Behandlung des Morton-Neuroms. Sie sind darauf ausgerichtet, Schmerzen zu reduzieren und die Funktionalität des Fußes zu verbessern. Folgende Übungen zur Stärkung und Flexibilitätssteigerung unterstützen den Fuß dabei, Belastungen besser zu verteilen, und entlasten den betroffenen Nerv:
- Zehenheben: Um die Muskeln zu stärken, die die Mittelfußknochen stabilisieren.
- Zehenspreizen: Zur Verbesserung der Beweglichkeit und Stärkung der kleinen Fußmuskeln.
- Fußrollen: Mit einer kleinen Rolle oder einem Ball unter dem Fuß, um die Plantarfaszie zu dehnen und zu massieren.
- Waden- und Achillessehnendehnungen: Um die Flexibilität zu erhöhen und Druck vom Vorfuß zu nehmen.
Hier sind einige spezifische Übungen, die bei der Behandlung des Morton Neuroms helfen können:
1. Übung mit dem Gymnastikband:
- Ausgangsstellung: Sitzen Sie auf einem Stuhl und bleiben Sie während der gesamten Übung in dieser Position. Kippen Sie den Fuß auf den Außenrand.
- Fixieren Sie das Gymnastikband unter dem äußeren Drittel der Ferse.
- Legen Sie das andere Ende des Bandes um das Großzehengrundgelenk.
- Drücken Sie den Fuß gegen den Widerstand des Bandes zum Boden.
- Bringen Sie den Fuß zurück in die Ausgangsposition.
- Wiederholung: Wiederholen Sie die Übung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Machen Sie jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
2. Übung zur Mobilisation des Quergewölbes:
- Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder einem Stuhl.
- Üben Sie einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle aus.
- Wiederholung: Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal rhythmisch und leicht. Dies entspricht einem Satz. Sie 2-3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
3. Übung zur Aufrichtung des Quergewölbes:
- Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder Stuhl.
- Versuchen Sie, mit den Fußmuskeln das Quergewölbe aufrecht zu halten.
- Formen Sie mit der Hand das Quergewölbe. Lassen Sie nun die Hand langsam los und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht.
- Wiederholung: Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Machen Sie jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
4. Übung mit einem Ball zur Aktivierung des Quergewölbes:
- Ausgangsstellung: Sitz oder Stand.
- Modellieren Sie Ihren Groß- und Kleinzehenballen sanft um den Ball, um den Ball zu umschließen. Sie sehen jetzt, dass die Grundgelenke der Zehen einen C-Bogen bilden.
- Heben Sie nun den Fuß an und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht.
- Wiederholung: Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Machen Sie jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
5. Übung zur Aktivierung des Quergewölbes beim Gehen:
- Ausgangsstellung: Stand, der betroffene Fuß steht weit hinten.
- Bringen Sie den Fuß schwungvoll nach vorne und stellen Sie sich vor, dass Sie einen kleinen Gegenstand vom Boden mitnehmen wollen.
- Achten Sie darauf, dass die Zehengrundgelenke gebeugt sind, ohne dass die Zehen krallen.
- Wiederholung: Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 15-mal. Dies entspricht einem Satz. Machen Sie jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
Weitere konservative Behandlungen
- Stoßwellentherapie: Auch die Stoßwellentherapie kann eine effektive Ergänzung darstellen. Sie zielt darauf ab, den Heilungsprozess im Gewebe zu fördern und Schmerzen direkt am Ort des Neuroms zu lindern.
- Injektionen: Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Injektionen mit Schmerzmittel an die Nervenenden ein.
- Triggerpunktakupunktur: Die Triggerpunktakupunktur ist eine Behandlungsmethode, die sich dazu anbietet, Verspannungen im Bereich des Fußes zu lösen. Hierfür werden kleine Nadeln gezielt in bestimmte Triggerpunkte der Muskulatur gesetzt, um schmerzhafte Muskelverhärtungen zu lösen.
- Hydrodissektion (unter Ultraschall): Die Hydrodissektion ist ein minimal-invasives Verfahren, das unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Dabei wird eine Zuckerlösung in den Bereich des verdickten Nervs injiziert, um die umliegenden Gewebeschichten sanft voneinander zu trennen. Diese Methode verringert den Druck auf den Nerv und kann so zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen.
Kühlen oder Wärmen?
Kühlen ist vor allem bei akuten Schmerzen und Entzündungen zu empfehlen, um Schwellungen zu verringern und Schmerzen zu lindern. Wärmeanwendungen hingegen eignen sich mehr bei chronischen Beschwerden, um die Durchblutung zu fördern und Muskelverspannungen zu lösen. Ob Sie den betroffenen Fuß kühlen oder wärmen, entscheiden Sie am besten anhand der aktuellen Symptome und unter fachkundiger Beratung, um die effektivste Linderung zu erzielen.
Operative Behandlungsmethoden
Allerdings spricht nur ein Teil der Patientinnen und Patienten dauerhaft auf die konservative Behandlung an. Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind und die Beschwerden andauern, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Die Indikation zur Operation hängt von der Größenbestimmung des Morton Neuroms in der MRT ab, wobei die Schnittbilder allerdings nicht immer eindeutig sind.
Es gibt verschiedene operative Verfahren:
- Nervenerhaltende Operationen: Die nervenerhaltende operative Behandlung des Morton Neuroms durch Neurolyse bzw. Dekompression verschafft dem plantaren Fußnerven mehr Raum. Hierbei erfolgt eine Weitung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen (Ligamentum intermetatarsale; grau) und/oder eine Umstellung der Zehenknochen (Metatarsalknochen, blau) durch eine minimalinvasive Osteotomie. Bis zu einem Durchmesser von maximal 0,8 cm können Morton Neurome ohne Nervenentfernung operiert werden.
- Neurektomie: Bei der Neurektomie wird das Nervengeschwulst über einen Schnitt am Fußrücken entfernt. Nach der Entfernung muss die betroffene Person in der Regel spezielle Schuhe zur Entlastung des Vorfußes (Vorfußentlastungsschuh) tragen.
Nach einer operativen Behandlung des Morton Neuroms sollte Fußgymnastik zur Stärkung der kleinen Fußmuskeln durchgeführt werden. Um die Wundheilung zu unterstützen, sollten Sie Ihren Fuß für etwa 3 Wochen nur teilbelasten und einen speziellen Vorfußentlastungsschuh tragen.
Vorbeugung des Morton Neuroms
Aus den beschriebenen Ursachen für das Morton Neurom ergeben sich auch einige wichtige Maßnahmen, die als Prävention dienen können:
- Richtiges Schuhwerk: Vor allem sollte auf richtiges Schuhwerk geachtet werden. Dieses darf den Fuß nicht dauerhaft komprimieren. Trage Sneaker, die gut passen und ausreichend Platz für deine Zehen bieten. Vermeide Schuhe mit hohen Absätzen oder engen Spitzen, da sie den Druck auf den Vorfußbereich erhöhen können. Probiere Schuhe immer an und achte darauf, wie sich deine Füße darin anfühlen.
- Regelmäßige Pausen beim Sport: Beim Sport sollte auf regelmäßige Pausen geachtet werden, damit sich der Vorderfuß immer wieder kurz regenerieren kann. Im Zweifelsfall sollten auch längere Sportpausen eingelegt werden, wenn die Schmerzen oft auftreten.
- Gewichtsreduktion: Eine Gewichtsreduktion ist bei starkem Übergewicht nicht nur mit Hinblick auf den allgemeinen Gesundheitszustand sinnvoll, sondern kann auch die Belastung auf den Fuß verringern und so die Entstehung einer Morton Neuralgie unwahrscheinlicher machen.
- Frühzeitige Laufbandanalyse: Auch eine frühzeitige Laufbandanalyse kann dabei helfen, Fehlbelastungen frühzeitig zu erkennen und anschließend zu korrigieren. So können Maßnahmen wie Schuheinlagen in Betracht gezogen werden, um die Entstehung von Beschwerden präventiv zu vermeiden.
Es ist wichtig zu beachten, dass trotz Vorbeugungsmaßnahmen Morton Neurom nicht immer vollständig vermieden werden kann, insbesondere wenn genetische Faktoren oder andere Risikofaktoren vorhanden sind.