Muskel- und Gelenkschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, insbesondere bei Menschen ab 50 Jahren. Oftmals sind Entzündungen sowie Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen der Knochen und Gelenke die Ursache. Da unser Körper ständig in Bewegung ist und wir ihm viel abverlangen, benötigt er kontinuierlich Nährstoffe zur Regeneration. Wenn nicht alle notwendigen Stoffe über die reguläre Nahrung aufgenommen werden, können Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralien und Spurenelementen eine sinnvolle Ergänzung sein. Auch pflanzliche Präparate in Form von Gels und Salben können äußerlich angewendet werden, um Entzündungen und Verspannungen zu lindern.
Ursachen von Muskelkrämpfen und Muskelschmerzen
Unter Muskelschmerzen, auch Myalgie genannt, verstehen Mediziner verschiedene Arten von Schmerzen, die prinzipiell alle Muskeln des Körpers betreffen können. Oftmals leiden Betroffene unter Muskelschmerzen im Rücken-, Schulter- oder Nackenbereich. Die Ursachen können dabei so vielfältig sein wie der Schmerz selbst.
- Muskelkater: Einer der häufigsten Gründe für Muskelschmerzen. Er entsteht durch kleine Risse in den Muskelfasern aufgrund einer ungewohnten körperlichen (Über-) Belastung, die meist während Sport und Fitness auftritt.
- Verletzungen: Verletzungen der Muskulatur wie Zerrungen und Prellungen können ebenfalls Auslöser von akuten Muskelschmerzen sein.
- Verspannungen: Schlichtweg Muskelverspannungen können ebenfalls der Auslöser von akuten Muskelschmerzen sein.
- Magnesiummangel: Der Körper benötigt gerade bei sportlichen Aktivitäten viel Magnesium. Es kann die Muskeln bei der Regeneration unterstützen und so Muskelkater lindern. Steht dem Körper nicht ausreichend Magnesium zur Verfügung, können Muskelkrämpfe die Folge sein.
- Chronische Muskelschmerzen: Bei chronischen Muskelschmerzen sollte jedoch immer ein Arzt die Ursache abklären.
Behandlung von Muskelschmerzen
Bei Schmerzen im Gelenk- und Muskelbereich können verschiedene Arzneien, homöopathische Präparate und Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden. Diese sind in Form von Tabletten, Kapseln, Dragees, Pulvern, Gels und Salben erhältlich.
Salben gegen Muskelschmerzen
Leiden Sie an Muskelschmerzen, kann eine Salbe gegen Muskelschmerzen Ihre Beschwerden lindern. Hier empfiehlt sich die Traumaplant Schmerzcreme. Die pflanzliche Schmerzsalbe hilft bei stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen, Zerrungen oder Blutergüssen, aber auch bei Verspannungen, Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Der Wirkstoff „Trauma-Beinwell“ zeichnet sich durch eine schnelle und ausgeprägt entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindere Wirkung aus.
Als weiteres Medikament gegen Muskelschmerzen können Sie die Pferdesalbe mit Rosskastanie verwenden. Das Gel kann durch die natürlichen Wirkstoffe Rosmarin, Rosskastanie, Arnika und Kamille kühlend, erfrischend und durchblutungshemmend wirken.
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Besonders bei Muskelschmerzen empfehlen sich Präparate, die Sie direkt auf die schmerzenden Muskelpartien auftragen können. Da viele Salben gegen Muskelschmerzen zusätzlich einen kühlenden Effekt haben, kann dies ebenfalls den Schmerz lindern. Eine Sportsalbe wie Voltaren Schmerzgel mit dem Wirkstoff Diclofenac eignet sich auch zur lokalen Behandlung akuter Schmerzen aufgrund von Sportverletzungen oder bei Muskelschmerzen aufgrund von Verspannungen.
Nahrungsergänzungsmittel
Muskelschmerzen aufgrund einer starken körperlichen Anstrengung sind meist harmlos, können Sie jedoch mehrere Tage plagen. Der Körper benötigt gerade bei sportlichen Aktivitäten viel Magnesium. Es kann die Muskeln bei der Regeneration unterstützen und so Muskelkater lindern. Steht dem Körper nicht ausreichend Magnesium zur Verfügung, können Muskelkrämpfe die Folge sein. Nahrungsergänzungsmittel wie die Magnesium Verla 400 Kapseln können Ihre Magnesiumspeicher wieder auffüllen und so den erhöhten Magnesiumbedarf decken. So können Sie mit diesem Mittel gegen Muskelkrämpfe sogar Muskelschmerzen vorbeugen. Die hochdosierte Magnesiumkombination in Kapseln ist zucker- und süßstofffrei, auch für Veganer geeignet und ermöglicht die geschmacksneutrale Magnesiumeinnahme.
Wann zum Arzt?
Falls Sie trotz Muskelschmerzen-Medikamenten weiterhin starke Schmerzen verspüren, die Beschwerden auch nach Tagen nicht abklingen oder sich Ihre Schmerzen gar verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Vergleich von Schmerzsalben und -gels
Bei Verstauchungen, Prellungen oder rheumatischen Beschwerden versprechen Schmerzsalben beziehungsweise Schmerzgele schnelle Linderung.
Wirkstoffe in Schmerzsalben und -gelen
Schmerzgele und Schmerzsalben enthalten verschiedene Wirkstoffe, die auf unterschiedliche Weise wirken:
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- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac, Felbinac oder Piroxicam gehören zu den NSAR. Arzneimittel mit Diclofenac oder Ibuprofen hemmen nachweislich Schmerzhormone wie Prostaglandine und unterdrücken lokale Entzündungsreize wie bei Muskelschmerzen - daher wirken sie schmerzlindernd und entzündungshemmend.
- Pflanzliche Wirkstoffe: Arnika, Campher oder Beinwellwurzelextrakt sind pflanzliche Wirkstoffe, die in Schmerzsalben enthalten sein können. Für Schmerzsalbe mit Beinwell (genauer: Beinwellwurzelextrakt) ist die schmerzlindernde Wirksamkeit nachgewiesen worden. Für pflanzliche Wirkstoffe wie Campher gibt es dagegen keine nachweislichen wissenschaftlichen Hinweise auf einen schmerzlindernden Effekt.
- Salicylsäure: Laut Studienlage zu Salicylsäure in Schmerzsalbe (auch Beta-Hydroxysäure oder BHA genannt) fehlt es auch hier an Nachweisen für eine effektive Wirkung.
Anwendungshinweise für Schmerzsalben und -gele
- Anwendungsgebiet: Schmerzgel und Schmerzsalbe mit Wirkstoffen der NSAR wirken am besten an Muskulatur und Gelenken, die sich direkt unter der Haut befinden - zum Beispiel bei Gelenkschmerzen an Fingern und Knien oder bei Rückenschmerzen.
- Art der Anwendung: Beide Arzneimittel wirken, indem sie einen Wirkstoff lokal auf die Haut oder ins tieferliegende Gewebe übertragen, um dort zu heilen, pflegen oder schützen.
- Häufigkeit der Anwendung: Wie oft Schmerzsalbe oder Schmerzgel aufgetragen werden soll, hängt von der Art der Salbe, des Gels, der Erkrankung oder Unfallverletzung ab: Manche Produkte werden mehrmals täglich angewendet. Einige können über Nacht auf die Haut aufgetragen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Zu beachten ist, dass bei häufiger Anwendung die Haut auf Irritationen überprüft werden sollte.
- Nebenwirkungen: Schmerzsalben und Schmerzgels mit NSAR-Wirkstoffen können bei großflächiger und häufiger Anwendung ähnliche Nebenwirkungen wie Tabletten haben - bei der Aufnahme über die Haut sind allerdings die Nebenwirkungen bei kurzer Anwendungsdauer erheblich schwächer.
- Weitere Hinweise:
- Schmerzsalbe unbedingt für Kinder unzugänglich aufbewahren - und in der Regel bei maximal 25 Grad.
- Sie sollten die Produkte nur auf gesunder Haut anwenden, nicht auf Wunden, Ekzemen, Schleimhäuten oder an den Augen. Und: Nur lokal auftragen.
- Wischen Sie Reste der Salben nach dem Auftragen erst mit einem Papiertuch ab, bevor Sie sich die Hände waschen. Das Tuch dann über den Restmüll entsorgen.
- Außerdem wichtig: Schmerzsalben nach dem angegebenen Verfallsdatum nicht mehr nutzen. Die meisten Produkte sind nach Anbruch sechs Monate lang haltbar.
- Vorsicht ist bei der Lagerung im Kühlschrank geboten.
Ökotest-Ergebnisse
Im der Ausgabe von August 2025 hat das Verbrauchermagazin Ökotest 20 Salben, Gels und Cremes gegen Schmerzen an Muskeln und Gelenken getestet. Fünf Schmerzgels wurden im Test allgemein mit "sehr gut" bewertet - auch weil sie weitgehend frei von umstrittenen Substanzen sind. Für etwa die Hälfte der getesteten Schmerzgels und -cremes konnte die Wirksamkeit nur teilweise oder gar nicht belegt werden. Das galt insbesondere für pflanzliche Produkte. Für Beinwell allerdings - beispielsweise Schmerzgels mit Beinwell-Extrakt bei Rückenschmerzen - gibt es belegende klinische Studien.
Abschwellende und kühlende Produkte
In der Kategorie für die abschwellenden und kühlenden Produkte gibt es eine Vielzahl von wirksamen Medikamenten, Pflegeprodukte und medizinischen Hilfen, um Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken zu lindern. Dazu gehören u. a. Eissprays, Kühlpacks, abschwellende und kühlende Salben, die speziell formuliert wurden, um Muskelschmerzen und Schwellungen in den Gelenken zu lindern. Indem die kühlende und entzündungshemmende Wirkstoffe direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, bieten die Salben mit kühlendem Effekt schnelle Erleichterung und fördern eine schnellere Genesung. Sie eignen sich für die Anwendung nach dem Sport, bei Gelenkbeschwerden oder als ein Bestandteil der Haus- oder Reiseapotheke z. B. nach Wandern in der Freizeit oder Outdoor-Aktivitäten im Urlaub.
Wirkstoffe und ihre Anwendung
- Diclofenac: Ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Mittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Es wird häufig zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei Arthritis, Muskelschmerzen und Sportverletzungen in entzündungshemmenden Salben, Sprays, Gele und Schmerzcremes angewendet, die auch abschwellend wirken. Der Wirkstoff wird in Voltaren Schmerzgel sowie in anderen generischen Alternativen unter Namen Diclofenac oder Diclo genutzt.
- Heparin: Salben, Cremes und Gele mit dem unterschiedlich dosierten Wirkstoff Heparin sind als Medikamente zur Verminderung von Schwellungen in den Apotheken und Online-Apotheken erhältlich. Sie werden zur unterstützenden Behandlung bei Schwellungszuständen nach stumpfen Verletzungen (Prellungen, Blutergüssen) angewendet. Der Wirkstoff Heparin verhindert, dass das Blut im Körper gerinnt und unterstützt auf diese Weise den Abbau von Blutgerinnseln.
- Pflanzliche Inhaltsstoffe: Die wohltuenden und kühlenden Salben, Cremes und Gel mit natürlichen Inhaltsstoffen eignen sich zum Einreiben oder Einmassieren an Füßen, Beinen, Armen oder Nacken. Oft werden die wertvollen Pflanzeninhaltsstoffe kombiniert. In kühlenden Versionen von Pferdebalsam sind traditionell zusätzlich zu Arnikaextrakt, Kampfer und Menthol mehrere pflanzliche Wirkstoffe für Unterstützung der Muskel wie Rosmarinöl, Teufelskralle, Eukalyptus, Beinwell oder weitere Bestandteile wie beispielsweise aus Rosskastanie oder roter Weinlaub hinzugefügt, die für die Entspannung den müden Beinen sorgen sollen.
- CBD Hanfextrakt: Einige pflanzliche Cremes und Salben mit einer intensiver kühlender Wirkung enthalten CBD Hanfextrakt aus Cannabis und bietet eine intensive entspannende Wirkung. Zusatz von Aloe vera oder Dexpanthenol, einem feuchtigkeitsspendenden Wirkstoff, der die Regeneration der Haut unterstützt und die Hautbarriere stärkt, verleiht den Salben einen zusätzlichen hautpflegenden Charakter.
Beispiele für kühlende und schmerzlindernde Produkte
Einige Beispiele für pflanzliche kühlende und schmerzlindernde Produkte gegen Muskelschmerzen sind Ice Power Arthro Creme, Traumaplant, VoltaNatura oder Kneipp Arnika Kühl- & Schmerz Gel.
Anwendungsempfehlungen
- Kühlende Salben: Kühlende Salben werden oft bei akuten Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen angewendet, um Schmerzen zu lindern und geschwollene Stellen an Gelenken zu reduzieren. Sie können auch bei Überbelastungsschmerzen nach intensiver körperlicher Aktivität und Sport verwendet werden, um die Muskelzerrungen zu beruhigen und eine schnellere Erholung zu fördern. Darüber hinaus sind sie auch hilfreich bei Entzündungen wie Arthritis. Es wird empfohlen, kühlende Salben auf die betroffenen Stellen aufzutragen und sanft einzumassieren, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
- Abschwellende Salben: Abschwellende Salben sind speziell formuliert, um Schwellungen zu reduzieren, insbesondere bei Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Überlastungen der Gelenke. Sie enthalten oft entzündungshemmende Wirkstoffe, die dazu beitragen, Entzündungen zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Diese Salben werden typischerweise angewendet, wenn eine Schwellung auftritt, sei es durch Verletzungen, Überlastungen oder sogar nach chirurgischen Eingriffen. Sie können auch bei chronischen Erkrankungen wie Arthritis verwendet werden, um geschwollene Gelenke und Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Entzündungshemmende Salben: Entzündungshemmende Salben sind topische Medikamente, die entzündliche Prozesse in der Haut oder den Gelenken reduzieren können. Sie werden oft bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, darunter Arthritis, Sehnenentzündungen oder Hautirritationen, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu unterstützen. Besonders bei Arthrose können entzündungshemmende Salben Gelenke beruhigen und die Beweglichkeit verbessern, wodurch sie eine effektive Option für Menschen mit dieser Erkrankung darstellen.
Wärme oder Kälte?
Bei Muskelzerrungen ist es empfehlenswert, zuerst Kälte anzuwenden, um Entzündungen und Schwellungen zu reduzieren. Nach ein bis zwei Tagen kann dann Wärme angewendet werden, um die Durchblutung zu fördern und die Muskeln zu entspannen, was zur Linderung von Schmerzen beiträgt und den Heilungsprozess unterstützt. Es ist jedoch ratsam, sich vor der Anwendung von Kälte oder Wärme mit einem Arzt abzustimmen, um sicherzustellen, dass die Behandlung angemessen ist.
Nackenschmerzen
Nackenschmerzen entstehen meist durch eine verspannte und verkrampfte Halsmuskulatur. Sie sind weit verbreitet: Schätzungen zufolge leidet etwa jeder dritte Mensch in Deutschland einmal im Jahr unter schmerzhaften Nackenbeschwerden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
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Symptome
Nackenschmerzen können sich mit unterschiedlichen Beschwerden bemerkbar machen. Die Schmerzen können auf den Nacken beschränkt bleiben oder auf die Schulter übergehen und in den Hinterkopf oder die Arme ausstrahlen. Dies ist der Fall, wenn Nervenwurzeln zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall gereizt sind. Dann können auch Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle, „Ameisenlaufen“ und Kribbeln sowie eine eingeschränkte Muskelkraft in den Händen und Fingern auftreten. In manchen Fällen gehen die Nackenbeschwerden auch mit Ohrensausen (Tinnitus) einher. All diese Beschwerden, die ihren Ursprung in der Halswirbelsäule haben, werden unter dem Begriff HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom) zusammengefasst. Andere Begriffe für Nackenschmerzen sind „Zervikalsyndrom“, „Zervikalgie“ oder „steifer Hals“.
Verspannte und verhärtete Muskeln im Nacken können Nerven im Kopfbereich beeinträchtigen und auf Blutgefäße einwirken, die den Kopf versorgen. Unter Umständen vernehmen Betroffene dadurch ein Rauschen, Pfeifen oder Klingeln im Ohr. Somit ist es nicht ungewöhnlich, wenn zu verspannungsbedingten Nackenschmerzen ein Tinnitus hinzukommt.
Behandlung von Nackenschmerzen
Oftmals ist bei Nackenschmerzen keine spezielle Behandlung erforderlich und die Schmerzen verschwinden nach einigen Tagen von selbst wieder. Eine Schonung ist in der Regel nicht angebracht, vielmehr hilft leichte Bewegung, um Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu reduzieren. Viele Betroffene profitieren von Wärmeanwendungen (z. B. Wärmekissen, Rotlicht, Wärmesalbe). Oft kann schon ein warmes Bad oder eine heiße Dusche gegen die Beschwerden helfen. Salben mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Arnika können ebenfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Besonders in der Akutphase können Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac Entlastung bringen. In hartnäckigen Fällen kann auch ein Schmerzmittel in die Umgebung der gereizten Nerven injiziert werden.
Neben Hausmitteln und Medikamenten können als Therapie auch physiotherapeutische Maßnahmen, Akupunktur oder Manuelle Therapie zum Einsatz kommen. Wenn psychische Belastungen die Ursache der Nackenschmerzen sind, können Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung sowie eine Psychotherapie angebracht sein. Je nach Ursache der Nackenschmerzen werden in einigen Fällen auch operative Eingriffe durchgeführt.
Wann zum Arzt?
Bitte begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, wenn:
- Sie vor dem Auftreten der Nackenschmerzen eine Verletzung oder einen Unfall hatten
- Die Schmerzen in die Schulter oder den Arm ausstrahlen
- Sie „Ameisenlaufen“, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Händen spüren
- Ihre Arme oder Beine plötzlich kraftlos sind, wenn Sie z. B. Gegenstände auf einmal schlecht greifen können oder fallen lassen
- Sie plötzlich Lähmungserscheinungen haben oder beim Gehen hinken
- Sie Ihre Blase oder den Darm nicht mehr kontrollieren können (Inkontinenz oder auch Harnverhalt)
Ursachen von Nackenschmerzen
Verkrampfungen, Verspannungen und schmerzhafte Beschwerden im Nackenbereich können zahlreiche Ursachen haben. Diese liegen zum Teil im Bereich der Halswirbelsäule oder Schulter, zum Teil sind sie aber auch Begleiterscheinungen anderer Erkrankungen. Häufigste Ursache ist eine Überlastung der Muskulatur durch Fehlhaltungen, zum Beispiel durch lange Bildschirmarbeit. Generell begünstigt eine ungünstige Haltung des Halses und/oder Kopfes Nackenschmerzen, so auch bei einer schlechten Schlafposition oder einer häufigen Nutzung des Smartphones mit gebeugtem Kopf.
Weitere Ursachen können sein:
- Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule, z. B. an den Wirbelgelenken oder Bandscheiben
- Eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) oder ein Bandscheibenvorfall
- Mikroverletzungen im Muskel- und Bindegewebe durch einen Unfall
Der "Handy-Nacken"
Die Nutzung eines Smartphones verlangt unserem Nacken Höchstleistungen ab. Wenn wir auf das Handy schauen, ist unser Kopf um etwa 60 Grad nach unten geneigt. Dieser extreme Winkel lässt die fünffachen Kräfte auf die Halswirbelsäule wirken: Während der Kopf eines durchschnittlichen Erwachsenen bei aufrechter Haltung mit 6 Kilogramm Gewicht auf der Nackenwirbelsäule aufliegt, wirken aufgrund des Winkels nunmehr 30 Kilogramm auf Wirbel und Bandscheiben. Eine häufige und lange Nutzungsdauer des Smartphones bedeutet somit für die Wirbel, Bandscheiben und Muskeln in diesem Bereich eine enorme Belastung. Muskelverspannungen und Schmerzen - umgangssprachlich „Handy-Nacken“- bis hin zum Bandscheibenvorfall können die Folge sein.
Diagnose
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie zunächst zu Ihren akuten Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte befragen. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Nacken abgetastet und die Beweglichkeit von Kopf, Hals und Schultern geprüft. Zudem werden Muskelkraft, Sensibilität sowie Reflexe geprüft. Nackenschmerzen sind häufig unspezifisch, das heißt, es lassen sich keine genauen Ursachen erkennen. Meist beruhen sie auf Überlastungen und Verspannungen der Nackenmuskulatur.
Vorbeugung
Um unspezifische Nackenschmerzen zu verhindern, ist es wichtig, einseitige Belastungen und Fehlhaltungen zu vermeiden. Zudem wird empfohlen, die Nacken- und Rückenmuskulatur durch Bewegung und gezieltes Training zu kräftigen.
- Achten Sie bei Ihrem Büro-Arbeitsplatz auf ergonomisches Arbeiten: Die Position von Stuhl, Tisch, Monitor, Tastatur und Maus sollten ein rückengesundes Arbeiten ermöglichen. Beispielsweise sollte der Monitor auf Augenhöhe oder leicht darunter sein. Vergessen Sie regelmäßige Entspannungs- und Bewegungspausen nicht.
- Wenn Sie viel telefonieren müssen, sollten Sie besser ein Headset statt Telefon benutzen. So können Sie den Kopf aufrecht halten und haben außerdem die Hände frei.
- Lassen Sie sich ggf. im Rahmen einer Physiotherapie Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Nacken- und Rückenmuskulatur zeigen.
- Achten Sie auf eine für Sie geeignete Matratze und ergonomisch geformte Nackenkissen oder Nackenrollen.
Beim Schlafen sollte der Kopf etwas tiefer liegen als der Nacken. Im Idealfall bildet die Halswirbelsäule mit dem restlichen Teil der Wirbelsäule eine gerade Linie. Rücken- und Seitenschläfern wird daher ein Kopfkissen empfohlen, das Kopf und Nacken stützt und die Wirbelsäule entlastet, z. B. ein Kissen aus Memory-Schaum. Bauchschläfer schlafen am besten ohne Kissen. Grundsätzlich ist die Bauchlage allerdings weniger zu empfehlen. Sie kann dazu führen, dass die Nackenmuskulatur überstreckt wird und so weitere Verspannungen entstehen.