Nagelpilz und der Zusammenhang mit Parkinson: Eine umfassende Betrachtung

Einführung

Nagelpilz und Parkinson scheinen auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben. Nagelpilz ist eine häufige Pilzinfektion der Nägel, während Parkinson eine neurodegenerative Erkrankung ist, die das zentrale Nervensystem betrifft. Dennoch gibt es Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen diesen beiden Zuständen, die in diesem Artikel näher beleuchtet werden.

Nagelpilz: Eine verbreitete Infektion

Onychomykose, besser bekannt als Nagelpilz, ist eine Infektion des Nagelorgans, die in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Schätzungsweise jede zweite bis dritte Nagelerkrankung ist auf eine Onychomykose zurückzuführen. Das Risiko, an Nagelpilz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Bei Kindern sind etwa 0,2 Prozent betroffen, während bei Personen über 70 Jahren mehr als 40 Prozent betroffen sein können. Zehennägel sind aufgrund ihres langsameren Wachstums sieben- bis zehnmal häufiger betroffen als Fingernägel.

Die häufigste Form ist die distale subunguale Onychomykose, bei der der Pilz von der Haut der Finger- oder Zehenspitze über das Hyponychium zum Nagelbett vordringt. Weitere Formen sind die weiße superfizielle Onychomykose, die die Nageloberfläche infiziert, und die seltene Endonyx-Onychomykose, die das Innere der Nagelplatte befällt.

Parkinson: Eine fortschreitende neurologische Erkrankung

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden. Diese Nervenzellen befinden sich in der Substantia nigra und produzieren Dopamin, einen wichtigen Neurotransmitter, der für die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen verantwortlich ist.

Die Hauptsymptome von Parkinson sind Bewegungsarmut (Akinese), Muskelsteife (Rigor), Ruhezittern (Tremor) und Störung der Haltungsstabilität und Gangunsicherheit (posturale Instabilität). Zusätzlich können nicht-motorische Symptome wie sensorische oder kognitive Störungen, psychische Probleme (Angst, Depression) und vegetative Symptome (Blutdruckabfall, Blasen- und Darmfunktionsstörungen) auftreten.

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Mögliche Zusammenhänge zwischen Nagelpilz und Parkinson

Durchblutungsstörungen als gemeinsame Ursache

Johann Georg Schilling, ein Sporttherapeut, vertritt die Ansicht, dass Nagelpilz, Gicht, Parkinson und Demenz Folgeerkrankungen sind, die miteinander zusammenhängen und eine mangelhafte Durchblutung als Hauptursache haben. Er entwickelte eine Salbe und eine Tinktur auf Kräuterbasis, um die Symptome zu lindern und die Dopamin-Produktion in den Nervenzellen anzuregen.

Chronische Entzündungen und Multisystemerkrankungen

Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson, Multiple Sklerose), chronische Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allergien können den gesamten Organismus in seiner Homöostase- und Regulationsfunktion beeinträchtigen. Diese Erkrankungen sind durch systemische Entzündungsreaktionen und biochemische Veränderungen gekennzeichnet.

Martin L. Pall identifizierte nitrosativen Stress, oxidativen Stress, Mitochondriopathie und Entzündung als zentrale Elemente von Multisystemerkrankungen. Diese Elemente bilden einen Circulus vitiosus, der sich gegenseitig bedingt und verstärkt. Infektionserreger wie Pilze können Entzündungszellen aktivieren und zu nitrosativem und oxidativem Stress sowie Mitochondriopathie führen.

Candida albicans und Alzheimer

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass wiederkehrende oder anhaltende Candida-Infektionen zur Entwicklung von Alzheimer-Demenz beitragen könnten. Candida albicans kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Enzyme (Saps) produzieren, die das Amyloid Precursor Protein (APP) in ß-Amyloid aufspalten, was bei der Entwicklung von Alzheimer eine Rolle spielt.

Seborrhoisches Ekzem und Parkinson

Ein seborrhoisches Ekzem, das durch schuppige Flecken im Gesicht und am Kopf gekennzeichnet ist, kann im Zusammenhang mit Nervenerkrankungen wie Parkinson auftreten. Es wird vermutet, dass eine erhöhte Talgbildung, Hautkeime wie Pilze und ein geschwächtes Abwehrsystem zur Entstehung des Ekzems beitragen können.

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Neue Leitlinie zur Parkinson-Krankheit

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Parkinson-Krankheit herausgegeben. Die Leitlinie empfiehlt, den Begriff „Parkinson-Krankheit“ (PK) anstelle von „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ (IPS) zu verwenden, da eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Fällen durch genetische Varianten bzw. Mutationen entsteht.

Die Diagnose soll anhand der MDS-Kriterien von 2015 erfolgen und regelmäßig re-evaluiert werden. Bei Vorliegen einer Prodromalphase sollten definierte Prodromalkriterien angewendet werden. Auch nicht-motorische Symptome sollen bereits bei Diagnosestellung berücksichtigt werden. Eine kraniale MRT soll frühzeitig erfolgen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Die Therapie soll rechtzeitig, altersgerecht, effizient und entsprechend den individuellen Therapiezielen begonnen werden. Bei der Medikamentenwahl sollen neben der Schwere der motorischen Symptome das Patientenalter, die unterschiedlichen Effektstärken/Wirkung der Substanzen, Nebenwirkungen, Komorbiditäten und psychosoziale Aspekte berücksichtigt werden.

Innovative Therapieansätze

Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung der LMU München und der Universität Marburg konnte in zwei Patientenfällen zeigen, dass eine modifizierte Aminosäure, Acetyl-DL-Leucin (ADLL), das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verhindern und erste Schäden sogar rückgängig machen könnte. Die Ergebnisse sind vielversprechend, doch klinische Studien sind erforderlich, um die Erkenntnisse zu bestätigen.

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