Ein blauer Zehennagel, medizinisch als subunguales Hämatom bekannt, ist ein häufiges Problem bei Sportlern, insbesondere bei Bergsteigern und Läufern. Er entsteht durch Blutergüsse unter dem Nagel, entweder durch direkte Traumata oder wiederholten Druck. Aber auch andere Ursachen wie Nagelpilz oder Polyneuropathie können eine Rolle spielen. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Nagelpilz, Polyneuropathie und blauen Zehennägeln und gibt Hinweise zu Behandlung und Prävention.
Blauer Zehennagel: Ursachen und Behandlung
Ein blauer Zehennagel entsteht, wenn Blut unter den Nagel gelangt. Dies kann durch ein einmaliges Trauma verursacht werden, beispielsweise durch Anstoßen des Zehs. Wiederholte Mikrotraumata, wie sie beim Wandern oder Laufen auftreten, können ebenfalls zu Einblutungen unter dem Nagel führen.
Ursachen für blaue Zehennägel
- Trauma: Direkte Schläge oder Stöße gegen den Zeh.
- Druck: Wiederholter Druck durch zu enge Schuhe, insbesondere beim Bergabgehen.
- Schuhwerk: Unpassende Schuhe, die zu eng sind oder in denen der Fuß nach vorne rutscht.
- Sportarten: Bergsport, Laufen, Skifahren und Klettern erhöhen das Risiko.
Behandlung von blauen Zehennägeln
Die Behandlung hängt von der Ausprägung des Blutergusses ab:
- Leichte Blutergüsse: Kühlung und Hochlagern des Fußes.
- Stärkere Blutergüsse: Entlastung des Nagels durch Trepanation (Anstechen des Nagels durch einen Arzt, um das Blut abfließen zu lassen).
- Abfallen des Nagels: Schutz des Nagelbetts vor Infektionen und ggf. ärztliche Behandlung, um ein falsches Nachwachsen des Nagels zu verhindern.
Blauer Zehennagel ohne erkennbaren Grund
Ein blauer Zehennagel ohne erkennbaren Grund kann verschiedene Ursachen haben:
- Unbemerkte Traumata: Kleine Verletzungen, die nicht bewusst wahrgenommen werden.
- Druck durch Schuhe: Auch geringer Druck kann bei empfindlichen Personen zu Blutergüssen führen.
- Grunderkrankungen: Erhöhte Blutungsneigung, Fehlbildungen oder Infektionen wie Nagelpilz.
- Polyneuropathie: Nervenschädigungen, die das Schmerzempfinden beeinträchtigen, sodass Druckstellen nicht bemerkt werden.
- Weichteiltumore: Selten können Tumore am Zeh die Ursache sein.
Polyneuropathie: Eine Nervenerkrankung
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der Schäden an den peripheren Nerven auftreten. Diese Nerven verbinden das Gehirn und das Rückenmark mit dem Rest des Körpers und sind für die Übertragung von sensorischen Informationen, die Steuerung der Muskeln und die Regulation der autonomen Funktionen zuständig.
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Ursachen von Polyneuropathie
Die Ursachen für Polyneuropathie sind vielfältig:
- Diabetes mellitus: Erhöhter Blutzucker schädigt die Nerven (diabetische Neuropathie).
- Alkoholmissbrauch: Alkohol wirkt toxisch auf die Nerven.
- Vitaminmangel: Mangel an B-Vitaminen (insbesondere B12) und Folsäure.
- Vergiftungen: Schwermetalle (Blei, Arsen, Thallium), Medikamente (Chemotherapie).
- Infektionen: Borreliose, HIV.
- Autoimmunerkrankungen: Guillain-Barré-Syndrom.
- Hormonelle Störungen: Schilddrüsenunterfunktion.
- Erbliche Faktoren: Selten.
Symptome von Polyneuropathie
Die Symptome können je nach betroffenem Nerventyp variieren:
- Sensorische Symptome: Kribbeln, Taubheitsgefühl, brennende Schmerzen, verminderte Wahrnehmung von Temperaturreizen, Berührungsempfindlichkeit.
- Motorische Symptome: Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Muskelschwund.
- Autonome Symptome: Herz-Kreislauf-Störungen, Verdauungsstörungen, Blasenentleerungsstörungen, Potenzstörungen, vermehrtes Schwitzen.
Diagnose von Polyneuropathie
Die Diagnose umfasst:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und der aktuellen Beschwerden.
- Körperliche Untersuchung: Überprüfung der Reflexe, Muskelkraft und Sensibilität.
- Neurologische Untersuchungen: Elektroneurographie (Messung der Nervenleitgeschwindigkeit), Elektromyographie.
- Blutuntersuchungen: Überprüfung von Vitaminspiegeln, Blutzuckerwerten, Entzündungsmarkern.
- Weitere Untersuchungen: Nervenbiopsie, Liquorpunktion, Kernspintomografie.
Behandlung von Polyneuropathie
Die Behandlung zielt darauf ab, die Ursache zu behandeln und die Symptome zu lindern:
- Behandlung der Grunderkrankung: Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes, Alkoholverzicht bei Alkoholmissbrauch, Ausgleich von Vitaminmängeln.
- Schmerztherapie: Antidepressiva (Amitriptylin, Duloxetin), Antikonvulsiva (Gabapentin, Pregabalin), Opioide (bei starken Schmerzen), Lidocain-Pflaster.
- Physiotherapie: Verbesserung der Muskelkraft und Koordination.
- Ergotherapie: Anpassung von Hilfsmitteln zur Erleichterung des Alltags.
Nagelpilz: Eine häufige Infektion
Nagelpilz (Onychomykose) ist eine häufige Infektion der Nägel, die durch verschiedene Pilzarten verursacht werden kann. Die Infektion führt zu Veränderungen des Nagels, wie z.B. Verdickung, Verfärbung und Brüchigkeit.
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Ursachen von Nagelpilz
- Pilzinfektion: Übertragung von Pilzen, die Haut und Nägel befallen.
- Verletzungen: Kleine Verletzungen des Nagels oder der Nagelhaut erleichtern das Eindringen von Pilzen.
- Feuchtigkeit: Feuchtes Klima in Schuhen und Socken fördert das Pilzwachstum.
- Durchblutungsstörungen: Schlechte Durchblutung der Füße erhöht das Risiko.
- Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem macht anfälliger für Infektionen.
Symptome von Nagelpilz
- Verdickung des Nagels: Der Nagel wird dicker und kann sich verformen.
- Verfärbung des Nagels: Der Nagel kann gelblich, bräunlich oder weißlich werden.
- Brüchigkeit des Nagels: Der Nagel wird brüchig und splittert leicht.
- Ablösung des Nagels: In schweren Fällen kann sich der Nagel vom Nagelbett lösen.
Diagnose von Nagelpilz
- Sichtdiagnose: Der Arzt kann Nagelpilz oft anhand des Aussehens des Nagels erkennen.
- Pilzkultur: Eine Probe des Nagels wird im Labor untersucht, um den Pilztyp zu bestimmen.
Behandlung von Nagelpilz
- Antimykotische Nagellacke: Bei leichten Infektionen.
- Orale Antimykotika: Bei schweren Infektionen.
- Lasertherapie: Eine neuere Methode zur Behandlung von Nagelpilz.
- Podologische Behandlung: Entfernung befallener Nagelteile.
Der Zusammenhang zwischen Nagelpilz, Polyneuropathie und blauen Zehennägeln
Es besteht ein indirekter Zusammenhang zwischen Nagelpilz, Polyneuropathie und blauen Zehennägeln:
- Nagelpilz und blaue Zehennägel: Ein Nagelpilz kann die Nagelstruktur schwächen und die Durchblutung beeinträchtigen, was das Risiko für Blutergüsse unter dem Nagel erhöht. Umgekehrt kann ein Bluterguss die Durchblutung stören und das Risiko für Nagelpilz erhöhen.
- Polyneuropathie und blaue Zehennägel: Polyneuropathie, insbesondere bei Diabetespatienten, kann das Schmerzempfinden in den Füßen beeinträchtigen. Dadurch werden Druckstellen und kleine Verletzungen, die zu blauen Zehennägeln führen können, oft nicht bemerkt.
- Polyneuropathie und Nagelpilz: Polyneuropathie kann die Durchblutung der Füße beeinträchtigen, was das Risiko für Nagelpilz erhöht.
Fußpflege bei Polyneuropathie und Nagelpilz
Eine sorgfältige Fußpflege ist besonders wichtig für Menschen mit Polyneuropathie und/oder Nagelpilz:
- Regelmäßige Inspektion der Füße: Täglich auf Verletzungen, Druckstellen, Blasen und Veränderungen der Nägel achten.
- Schuhwerk: Bequeme, gut passende Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen tragen. Nahtlose Socken verwenden.
- Fußhygiene: Füße täglich waschen und gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.
- Nagelpflege: Nägel gerade schneiden und nicht zu kurz.
- Feuchtigkeitspflege: Füße regelmäßig mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme eincremen, um trockene Haut zu vermeiden.
- Podologische Behandlung: Regelmäßige professionelle Fußpflege, um Nagelpilz zu behandeln, Hornhaut zu entfernen und Verletzungen vorzubeugen.
- Vermeidung von Barfußlaufen: Um Verletzungen und Infektionen vorzubeugen.
- Kontrolle des Blutzuckers: Bei Diabetes ist eine gute Blutzuckereinstellung entscheidend.
- Alkoholverzicht: Bei alkoholbedingter Polyneuropathie.
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