Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Diagnose, Prävention und Behandlung der Parkinson-Krankheit und der Parkinson-Syndrome zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit der Parkinson Stiftung engagiert sich die DPG für die Förderung von Forschung, Information und Unterstützung von Betroffenen.
Die Parkinson Stiftung: Engagiert für Forschung, Information und Betroffenenhilfe
Die Parkinson Stiftung engagiert sich in den Bereichen „Forschen. Informieren. Betroffenen helfen“. Sie informiert und klärt zur Parkinson Erkrankung auf, fördert die Prävention und Früherkennung und unterstützt die Selbsthilfe von Betroffenen. Um die medizinische Versorgung in diesem Bereich zu verbessern, fördert die Stiftung aktiv Wissenschaft, Forschung, Lehre, Aus- und Fortbildung im Bereich des Parkinson-Syndroms, neurologischer Bewegungsstörungen und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems.
Ziele und Schwerpunkte der Parkinson Stiftung
Die Parkinson Stiftung setzt sich im Austausch mit Wissenschaftler:innen weltweit für neue Therapien ein, die nicht nur Symptome lindern, sondern die Krankheit verlangsamen oder heilen können. Dadurch soll die Lebensqualität der Betroffenen weiter verbessert werden. Parkinson breitet sich zunehmend aus - aktuelle Schätzungen gehen von etwa 6 Mio. Betroffenen aus.
Die Stiftung verfolgt folgende Schwerpunkte:
- Förderung der Forschung: Unterstützung innovativer Forschungsprojekte zur Entwicklung neuer Therapien und zur Verbesserung der Früherkennung.
- Information und Aufklärung: Bereitstellung von umfassenden Informationen für Betroffene, Angehörige und die Öffentlichkeit.
- Unterstützung von Betroffenen: Förderung der Selbsthilfe und Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Parkinson.
Aktuelle Forschungsprojekte und Fortschritte
Die Parkinson-Forschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Deutschland gehört zu den international führenden Standorten der Parkinson-Forschung. Es gibt hervorragende regionale und nationale Forschungsnetzwerke. Die Parkinson Stiftung und die DPG geben den offiziellen Start der sechs innovativen Forschungsprojekten im Juli und August 2025 bekannt.
Lesen Sie auch: Informationen zum Parkinson Kongress
Biomarker als Schlüssel zur Frühdiagnose
Ein wichtiger Schwerpunkt der aktuellen Forschung liegt auf der Identifikation von Biomarkern. Diese messbaren biologischen Indikatoren können den pathologischen Prozess frühzeitig aufzeigen und den Verlauf abbilden. Alpha-Synuclein in der Rückenmarksflüssigkeit ist ein zuverlässiger früher Biomarker für Parkinson (PD), der über das Fortschreiten der Erkrankung und die Wirkung einer Therapie Aufschluss geben kann. Die Identifikation genetischer Risikofaktoren ermöglicht die Entwicklung von Biomarkern zur Früherkennung und ebnet den Weg für innovative gentherapeutische Ansätze.
Medikamentöse Therapieansätze
Im Bereich der medikamentösen Therapie stehen zwei Wirkstoff-Targets im Fokus: der GLP-1-Rezeptor, dessen Aktivierung neuroprotektive Effekte haben könnte, und alpha-Synuclein, dessen Aggregation mit der Pathogenese von Parkinson in Verbindung steht. Anfang 2024 hat eine Subgruppen-Analyse der PASADENA-Studie angedeutet, dass der alpha-Synuclein-Antikörper Prasinezumab für Betroffene mit schnellerem Krankheitsverlauf in der Frühphase der Erkrankung Vorteile bietet. Mit der PADOVA-Studie haben weitere Forschungsaktivitäten mit Prasinezumab als Zusatzbehandlung zur symptomatischen Standardtherapie begonnen.
Bewegung als wichtiger Therapiebestandteil
Regelmäßige körperliche Aktivität und ein gesunder Schlaf tragen wesentlich zur Lebensqualität von Betroffenen bei. Bewegung und Sport sind bisher die einzigen Strategien, um das Fortschreiten der neurodegenerativen Erkrankung abzumildern. Boxen als Sportart ist besonders für Patient:innen mit Parkinson relevant, um mehr Beweglichkeit, Kraft und Stabilität in ihren Alltag zu integrieren. Die Parkinson Stiftung veranstaltet Trainer:innen-Workshops im Parkinson-Boxen.
Veranstaltungen und Initiativen der DPG und der Parkinson Stiftung
Die DPG und die Parkinson Stiftung bieten ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen und Initiativen für Betroffene, Angehörige und Fachleute.
Welt-Parkinson-Tag
Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Die beste Gelegenheit, sich über die Erkrankung zu informieren. Gemeinsam machen wir den Welt-Parkinson-Tag zu einer starken Bewegung. Anlässlich des Welt-Parkinson-Tags 2025 beantworten Expertinnen und Experten der Parkinson Stiftung in einer kostenfreien Telefonsprechstunde alle Fragen rund um das Thema Parkinson und Bewegung.
Lesen Sie auch: Alles über Schlaganfallhilfe in Deutschland
Parkinson-Netzwerkkongress
Am 21./22. November 2025 findet in Osnabrück der 6. Parkinson-Netzwerkkongress statt. Parkinson Netzwerke Deutschland e.V. bringt Neurolog:innen, Therapeut:innen, Parkinson Nurses, Apotheker:innen, Sanitätshäuser und viele weitere Fachgruppen zusammen, um sich zur multidisziplinären Zusammenarbeit und Versorgung von Menschen mit Parkinson auszutauschen, fortzubilden und neue Ideen zu entwickeln.
Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
Der Deutsche Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen findet vom 16.-18. April 2026 in Leipzig statt. Drei Tage mit vielen interessanten Vorträgen, kollegialem Austausch und neuen Ideen, geleitet von den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Kathrin Brockmann (DPG), Prof. Dr. Joseph Claßen (DPG), Prof. Dr. David Weise (AkBoNT), PD. Dr. Jost-Julian Rumpf (THS).
Weitere Angebote
- Parkinson Online-Akademie: Spannende Themen rund um die Parkinson-Krankheit werden von Expert*Innen in Webinaren allgemeinverständlich aufbereitet und sollen insbesondere Betroffenen und Interessierten ein tieferes Verständnis der Parkinson-Krankheit und deren Behandlung vermitteln.
- Infofilme für den Alltag mit Parkinson: In kurzen Informationsfilmen zeigen wir Ihnen in Zukunft, wie Sie gezielt bestimmte Abläufe trainieren können. In drei bis vier Minuten stellen wir Ihnen konkrete Übungen vor, die in jeden Alltag passen.
- Patientenbroschüren: Sport bei Parkinson, Kognitive Einschränkungen und Kreislaufprobleme - die Parkinson Stiftung hat drei neue Patientenbroschüren veröffentlicht. Sie bieten umfassende Informationen für Betroffene und Angehörige, die ihnen helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag zu erleichtern.
Die Rolle der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG)
Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) fördert die Erforschung der Parkinson-Krankheit und verbessert die Versorgung der Patienten. Organisiert sind in dieser wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaft erfahrene Parkinson-Ärzte sowie Grundlagenforscher. Die Zusammenarbeit dieser beiden Zweige ist entscheidend für die Fortschritte in Diagnostik und Therapie.
Schwerpunkte der DPG
- Wissenschaftliche Forschung: Förderung von Forschungsprojekten zur Ursachenforschung, Diagnostik und Therapie der Parkinson-Krankheit.
- Fort- und Weiterbildung: Angebot von Fort- und Weiterbildungen für Ärzte und andere Fachkräfte im Bereich der Parkinson-Behandlung.
- Leitlinienentwicklung: Erstellung von Leitlinien zur optimalen Behandlung von Parkinson-Patienten.
- Öffentlichkeitsarbeit: Information der Öffentlichkeit über die Parkinson-Krankheit und die Möglichkeiten der Behandlung.
Wissenschaftspreis/Nachwuchsförderung 2026
Die DPG startet eine neue Runde ihrer Wissenschafts- und Nachwuchsförderung. Bis zum 15. Februar 2026 können engagierte Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten rund um neurodegenerative Erkrankungen einreichen.
Multidisziplinäre Versorgung
Parkinson ist eine progressive neurologische Erkrankung mit vielfältigen motorischen und nicht-motorischen Symptomen. Die individuelle und ganzheitliche Behandlung erfordert eine enge Kooperation von Fachdisziplinen wie Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie und Pflege. „Die koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen kann die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessern“, betont Prof. Kathrin Brockmann, erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e. V. Die medizinische Fachgesellschaft unterstützt gezielt Initiativen, welche die multidisziplinäre Versorgung stärken. Hierzu gehören der Parkinson Netzwerke Deutschland (PND) e. V. mit dem Parkinson-Netzwerkkongress 2025 in Osnabrück, die aktualisierte Weiterbildung zur Parkinson Nurse sowie das multidisziplinäre Forum auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen 2026 in Leipzig.
Lesen Sie auch: Unterstützen Sie die Parkinson Vereinigung
Progredienzangst bei Parkinson-Krankheit
Progredienzangst wird definiert als die Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung mit allen damit verbundenen Folgen. Die Parkinson Stiftung bietet Informationen und Unterstützung im Umgang mit dieser Angst.
Parkinson als Berufskrankheit in der Landwirtschaft anerkannt
Bereits vor über 30 Jahren gab es erste Berichte über Pflanzenschutzmittel (Pestizide), die bei Mäusen Symptome verursachten, die jenen der Parkinson-Krankheit ähnelten. Parkinson als Berufskrankheit in der Landwirtschaft anerkannt.
Spenden für die Parkinson-Forschung
Die Parkinson Stiftung finanziert ihre Arbeit aus Spenden. Jeder Beitrag hilft, die Forschung voranzutreiben und die Lebensqualität von Menschen mit Parkinson zu verbessern.
tags: #deutsche #parkinson #gesellschaft