Natürliches Viagra: Nerven, Mythen und Möglichkeiten zur Potenzsteigerung

Erektionsprobleme sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Männer im Laufe ihres Lebens betrifft. Schätzungen zufolge kämpfen in Deutschland zwischen drei und fünf Millionen Männer mit erektiler Dysfunktion, was bedeutet, dass sie in mindestens 70 Prozent der Versuche keine ausreichende Erektion bekommen. Da Potenz oft als Synonym für Männlichkeit angesehen wird, gibt es seit Menschengedenken natürliche Potenzmittel, die diese vermeintliche Schwäche beheben sollen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte natürlicher Potenzmittel, von ihrer Wirkungsweise und den Inhaltsstoffen bis hin zu potenziellen Risiken und Vorteilen.

Was sind natürliche Potenzmittel?

Unter natürliche Potenzmittel fällt alles, was ohne Chemie die Erektionsfähigkeit des Penis unterstützen soll - natürliches Viagra, wenn man so möchte. Meist handelt es sich um pflanzliche Präparate, manchmal auch um Produkte mit tierischen Komponenten. Anders als Aphrodisiaka steigern sie nicht die Lust, sondern zielen rein auf die körperliche Funktion ab.

Historischer Überblick

Im Mittelalter schwor man auf die vermeintlich potenzsteigernde Wirkung von Petersilie, Muskatnuss oder Pfeffer. In der Renaissance setzten die Menschen auf natürliche Potenzmittel wie Trüffel, Minze oder Moschus. Die traditionelle chinesische Medizin arbeitet mit Akupunktur und Raupenpilz. Auch Haiflossen und Tigerhoden werden erektionsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

Wie wirken natürliche Potenzmittel?

Damit potenzsteigernde Mittel - natürliche ebenso wie chemische - wirken können, muss zyklisches Guanin-Monophospat (cGMP) ausgeschüttet werden. Das ist ein Botenstoff, der die sogenannte Proteinkinase G aktiviert, die wiederum den glatten Muskeln in den Schwellkörpern den Befehl zum Erschlaffen gibt. In Folge weiten sich die Adern, Blut strömt in die Schwellkörper, der Penis verhärtet sich. Das Enzym PDE-5 baut schließlich das cGMP wider ab, das Glied erschlafft.

Viele der angebotenen natürlichen Potenzmittel werden als Alternative für Sildenafil, einem PdE-5-Hemmer, angepriesen. Das heißt, sie sollen verhindern, dass das erektionsfördernde cGMP abgebaut wird.

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Gründe für die Anwendung natürlicher Potenzmittel

Stress, Alter, hormonelle Störungen - Erektionsprobleme können viele Gründe haben. Eines sind sie jedoch immer: unangenehm. Viele Betroffene scheuen den Gang zum Arzt und suchen stattdessen nach diskreten Lösungen im Internet.

Natürliche Potenzmittel für den Mann: Mit Vorsicht zu genießen

Es gibt inzwischen jede Menge natürliche Potenzmittel für den Mann zu kaufen. Meist auf Internet-Plattformen. Kein Wunder, vielen Betroffenen sind ihre Erektionsprobleme peinlich. Sie möchten nicht einmal mit einem Arzt gegenüber darüber sprechen - und gehen damit eventuell ein hohes Risiko ein. Denn eine erektile Dysfunktion kann unter anderem ein Zeichen für eine Verschlechterung der Blutgefäße und damit ein wichtiges Frühwarnsymptom für Herzinfarkt und Schlaganfall sein, das ohne ärztliche Untersuchung unentdeckt bleibt.

Natürliche Potenzmittel haben darüber hinaus oft keine medizinische Indikation, um den Prozess der Arzneimittelzulassung zu umgehen. Stattdessen werben sie schwammig damit, „das Sexualleben zu verbessern“. Das Problem: Oft stecken in natürlichen Potenzmitteln auch nicht deklarierte synthetische PDE-5-Hemmer - häufig so hoch dosiert, dass mit unerwünschten (Neben)Wirkungen gerechnet werden muss - fanden amerikanische Wissenschaftler in einer Studie.

Und auch bei rein natürlichen Produkten kann es zu Problemen kommen. So ist bei Yohimbin die Einnahme von Antidepressiva kontraindiziert, bei Burzeldorn besteht die Gefahr, dass Leber und Nieren geschädigt werden und das Pulver der spanischen Fliege ist schon in geringer Dosierung giftig. Solange er es bei rein natürlichen Pulvern, Getränken und Lebensmitteln belässt, ist die Gefahr sich zu schaden gering - allerdings auch die Chance auf sexuellen Erfolg. Riskant wird es erst, wenn angeblich natürliche Potenzmittel mit chemischen Erektionshilfen versetzt werden. Es hat einen guten Grund, warum Viagra und Co. . . .

Inhaltsstoffe natürlicher Potenzmittel

Auch wenn jeder Anbieter natürlicher Potenzmittel eine andere Zusammensetzung verwendet, gibt es doch einige Inhaltsstoffe, die besonders häufig vorkommen. Hier ein Auszug beliebter natürlicher Erektionshelfer, die als harmlos gelten:

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  • Arginin: Einige kleinere Studien deuten darauf hin, dass die Aminosäure die NO-Produktion ankurbeln kann. Die als Potenz fördernd geltende Aminsäure L-Arginin steckt in verschiedenen Lebensmitteln. In Getreide wie Weizen oder Hafer, in Obst (z. B. Apfel, Pfirsich, Banane, Erdbeere), Gemüse (Tomate, Paprika, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl etc.), vor allem aber in Fisch (Thunfisch, Lachs, Sardinen, Scholle, Garnelen) und Nüssen und Kernen wie Haselnüssen, Erdnüssen, Mandeln und dergleichen.
  • Ginseng: Eine koreanische Studiengruppe fand immerhin heraus, dass Ginseng als pflanzliches Potenzmittel die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) im Blut erhöht, welches essentiell für eine Erektion ist, da es die Blutgefäße weitet. Allerdings setzt diese Wirkung nur ein, wenn man Ginseng über einen längeren Zeitraum einnimmt und ist keine echte Alternative zu verschreibungspflichtigen Produkten.
  • Maca: Die Wurzel aus den peruanischen Anden wird oft als Nahrungsergänzungsmittel verwendet und fast ausschließlich in Pulverform verkauft. Maca hatte in Tierversuchen einen stimulierenden Effekt. Klinische Tests gibt es bisher keine überzeugenden.
  • Yohimbin: Die Substanz aus der Rinde des gleichnamigen westafrikanischen Baums ist wohl eines der am besten untersuchten pflanzlichen Potenzmittel, dennoch ist die Studienlage nicht eindeutig. Yohimbin wirkt über das zentrale Nervensystem. Nicht zusammen mit Antidepressiva einnehmen!

Pflanzliche Potenzmittel im Überblick

Im Bereich der natürlichen Potenzmittel ist die Auswahl so groß, dass es nicht unbedingt einfach ist, ein passendes Präparat zu finden. Einige der beliebtesten pflanzlichen Potenzmittel haben wir deshalb im Folgenden mit ihrer Wirksamkeit und den möglichen Nebenwirkungen für Dich zusammengestellt.

  • Maca-Wurzel: Zwar gibt es Hinweise, dass Maca die Potenz steigern kann, jedoch sind für einen wirklichen Wirksamkeitsnachweis noch mehr Forschungsvorhaben notwendig. Darüber hinaus haben bisherige Studien z. T. widersprüchliche Ergebnisse geliefert: Einige Studien deuten darauf hin, dass Maca die sexuelle Funktion verbessern kann, während andere keine Wirkung nachweisen. Außerdem wurden die bisherigen Studien meist an Tieren oder an nur wenigen Personen durchgeführt, was die Ergebnisse hinsichtlich der Verlässlichkeit einschränkt. Die Einnahme von Maca gilt in der Regel als sicher. Nebenwirkungen sind selten und fallen normalerweise nicht sehr stark aus. Dennoch gibt es Personen, die auf Maca allergisch reagieren oder nach der Einnahme unter Verdauungsbeschwerden leiden. Auch, wenn Du bereits Medikamente einnimmst, solltest Du Dich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin besprechen, bevor Du Maca als Potenzmittel nutzt.
  • Ginseng (Panax ginseng): Zur Wirksamkeit von Ginseng als Potenzmittel gibt es vergleichsweise viel Forschung. Einige Studien weisen darauf hin , dass Ginseng eine positive Wirkung auf die sexuelle Funktion und Libido haben könnte. Diese Wirkung wird wahrscheinlich dadurch erzielt, dass Ginseng die Durchblutung fördert - ein wichtiger Aspekt für eine gesunde erektile Funktion. Mögliche Nebenwirkungen, die unter der Einnahme von Ginseng auftreten können, sind Magen-Darm-Beschwerden, darunter Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Bei einer Einnahme von Ginseng in zu großen Mengen und einer langfristigen Anwendung können auch Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck oder innere Unruhe auftreten.
  • Yohimbe-Rinde: Yohimbin ist ein sogenanntes Indol-Alkaloid. Es wirkt, indem es das zentrale Nervensystem beeinflusst und den sogenannten Sympathikus aktiviert. Das führt unter anderem dazu, dass die Erektionsfähigkeit gefördert wird. Der genaue Wirkmechanismus von Yohimbin ist bis heute allerdings noch nicht vollständig geklärt. Auch wenn Yohimbin bei erektiler Dysfunktion relativ gut zu wirken scheint, wird die Anwendung durch die teils schweren Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten erschwert. Achtung! Da Yohimbin viele Nebenwirkungen haben kann, ist es in Deutschland verschreibungspflichtig. Frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, die Yohimbin enthalten, sind in der EU illegal.
  • Erd-Burzeldorn (Tribulus Terrestris): Die Forschungslage zum Wirkstoff der Pflanze ist heute noch sehr begrenzt. Darüber hinaus widersprechen sich die Forschungsergebnisse teilweise: Einige Studien zeigen eine leichte Verbesserung der sexuellen Funktion und einen Anstieg des Testosteronspiegels unter der Einnahme des Erd-Burzeldorns. Allerdings sind diese Studien hauptsächlich an Tieren durchgeführt worden. Andere Untersuchungen konnten wiederum keine positiven Effekte nachweisen. Die Einnahme von Tribulus Terrestris ist relativ sicher, sofern Du Dich an die Dosierungsangaben des Herstellers hältst. Nebenwirkungen sind selten, allerdings können einige Personen allergisch auf die Pflanze reagieren und infolgedessen an Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen leiden. Wird die empfohlene Höchstdosis überschritten, können ernsthafte Konsequenzen drohen, wie zum Beispiel Krampfanfälle oder Nierenversagen.
  • Horny Goat Weed (Epimedium): Horny Goat Weed enthält eine Verbindung namens Icariin, die ähnlich wie verschreibungspflichtige erektionsfördernde Medikamente wirken kann, indem sie die Durchblutung fördert. Der Forschungsstand zum Einsatz von Horny Goat Weed bei Erektionsstörungen ist jedoch momentan begrenzt, weshalb die Wirksamkeit nicht abschließend beurteilt werden kann. Darüber hinaus sind bis heute überwiegend Tierstudien durchgeführt worden. Nebenwirkungen der Einnahme von Epimedium sind relativ selten, wenn sich Verbraucher an die Empfehlungen des Herstellers halten. Es können aber allergische Reaktionen auftreten. Gefährlicher wird es, wenn die empfohlene Tageshöchstdosis überschritten wird. Dann können ernste Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, auftreten.

Weitere natürliche Wirkstoffe

  • Damiana: Der Wirkstoff kann sexuelle Funktionsstörungen auf natürliche Weise behandeln und die Durchblutung des Unterleibs fördern. Dadurch wird die Erregbarkeit der Sexualorgane stimuliert. Das Lustempfinden und die sexuelle Leistungsfähigkeit bei Mann und Frau werden somit gestärkt sowie das sexuelle Verlangen und die sexuelle Erlebnisfähigkeit verbessert.
  • Ginkgo: Er entspannt die Arterien und führt damit zu einer besseren Durchblutung aller Organe des menschlichen Körpers. Deshalb hilft es auch als Potenzmittel bei Impotenz, die auf schlechte Durchblutung des Penis beruht.

Hausmittel und Ernährung

Neben käuflich zu erwerbenden natürlichen Potenzmitteln gibt es auch einige Hausmittel und potenzsteigernde Lebensmittel, die teils über Generationen überliefert wurden - was aber nichts über deren Wirksamkeit aussagt.

Als Hausmittel bei Erektionsproblemen gilt beispielsweise eine Tasse Milch mit getrocknetem Spargel. Auch einem Löffel frischen Meerrettichs oder Ingwersafts mit Honig und einem weichen Ei wird potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür allerdings nicht.

Wer dem „kleinen Freund“ über die Ernährung auf die Sprünge helfen möchte: Die als Potenz fördernd geltende Aminsäure L-Arginin steckt in verschiedenen Lebensmitteln. In Getreide wie Weizen oder Hafer, in Obst (z. B. Apfel, Pfirsich, Banane, Erdbeere), Gemüse (Tomate, Paprika, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl etc.), vor allem aber in Fisch (Thunfisch, Lachs, Sardinen, Scholle, Garnelen) und Nüssen und Kernen wie Haselnüssen, Erdnüssen, Mandeln und dergleichen.

Sex Food

Schon Casanova schwor auf Austern, um seine Manneskraft zu steigern. Auch Spargel, Chili und Bananen sollen luststeigernd wirken. Rührt ihr Ruf möglicherweise nur von ihrem Aussehen her, oder steckt mehr dahinter?

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Tatsächlich liefern Austern und Spargel reichlich Zink. Fehlt dem Körper dieser Nährstoff, kann sich das negativ auf die Testosteronproduktion auswirken. Hinweise, dass eine erhöhte Zinkeinnahme die sexuelle Leistungsfähigkeit verbessert, gibt es jedoch nicht. Vor allem Männer ohne Zinkmangel profitieren vermutlich nicht davon.

Ähnlich verhält es sich bei den anderen Lebensmitteln: Chili enthält Capsaicin, das die Durchblutung fördert. Bananen sind reich an Kalium, das die Gefäße erweitern kann. Dies sind wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Potenz. Belege für einen direkten Zusammenhang fehlen aber.

Hoffnung bei Potenzproblemen macht eine Studie mit rund 50.000 Teilnehmern: Offenbar können Flavonoide bei erektiler Dysfunktion (ED) helfen. Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zum Beispiel in Kirschen, Blaubeeren und Zitrusfrüchten vorkommen. Studienteilnehmer, die regelmäßig diese Lebensmittel verzehrten, senkten ihr ED-Risiko um 14 Prozent. Trieben sie zudem Sport, verringerte sich das Risiko sogar um 21 Prozent.

Homöopatische Potenzmittel

Globuli, die kleinen weißen Kügelchen, die in der Homöopathie eingesetzt werden, halten manche für wirksam, andere für Humbug. Wer daran glaubt, dass homöopathische Mittel in Form von Kügelchen, aber auch als Tropfen oder Tabletten die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren, kann selbige auch gezielt einsetzen, um die Potenz zu steigern.

Lycopodium soll zum Beispiel bei schwacher Erektion und vorzeitigem Samenerguss helfen, Agnus castus und China officinalis, wenn das Glied trotz sexueller Erregung schlaff bleibt und Conium bei (zu) kurzen Erektionen. Auch hierfür gibt es allerdings keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege.

Tipps zur Anwendung von pflanzlichen Potenzmitteln

Die korrekte Dosierung und Einnahme pflanzlicher Potenzmittel sind entscheidend für ihre Wirksamkeit und Sicherheit. Auch die Seriosität der Quelle, von der Du die Mittel beziehst, ist entscheidend für ein sicheres Produkt. Halte Dich unbedingt an die Angaben des Herstellers zur Dosierung und Einnahme. Achte beim Kauf von pflanzlichen Potenzmitteln darauf, dass Du von einem seriösen Händler kaufst. Lasse Deine Erektionsprobleme nach Möglichkeit von einer Ärztin oder einem Arzt abklären. Pflanzliche Potenzmittel können eine erektile Dysfunktion nicht immer ausreichend effektiv behandeln.

Ganzheitliche Herangehensweise

Überlegst Du, natürliche Potenzmittel einzunehmen, solltest Du dies nach Möglichkeit im Rahmen einer ganzheitlichen Herangehensweise tun. Faktoren wie die oben genannten können Deine Erektionsprobleme potentiell beeinflussen. Daher ist es gut möglich, dass sich Deine Beschwerden bessern, wenn Du diese Faktoren optimierst. Ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Phytopharmaka oder Nahrungsergänzungsmittel mit Änderungen im Lebensstil kombinierst, ist deshalb empfehlenswert.

Potenzsteigernde Maßnahmen

  • Gesunder Lebensstil: Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressabbau können die Potenz positiv beeinflussen.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht können Erektionsprobleme verursachen oder verschlimmern.
  • Psychologische Unterstützung: Stress, Angst und Depressionen können die sexuelle Funktion beeinträchtigen. Eine Therapie kann helfen, diese Probleme zu bewältigen.

Risiken und Nebenwirkungen

Vorsicht sollte man besonders bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln walten lassen: Die Inhaltsstoffe werden häufig nicht von offizieller Seite kontrolliert. Das bedeutet auch, dass die Mittel weniger sicher als verschreibungspflichtige Alternativen sein können. Als Beispiel hierfür dienen Daten aus den USA: Hier fanden Forschende in 2015 heraus, dass ca. 70% der frei verkäuflichen, angeblich natürlichen Potenzmittel den eigentlich verschreibungspflichtigen Stoff Sildenafil enthielten. Eine unüberwachte Einnahme solcher Mittel kann mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden sein.

Bei der Einnahme von natürlichen Potenzmitteln sollte man sich im Klaren darüber sein, dass viele Präparate den Hormonhaushalt des Körpers beeinflussen können, da diese mit Sexualhormonen interagieren können. Dies kann unangenehme Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen, hervorrufen. Darüber hinaus können auch Interaktionen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auftreten, weshalb die gleichzeitige Einnahme mit pflanzlichen Präparaten ärztlich abgesprochen werden sollte.

Auch pflanzliche Arzneimittel können mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen und bei Einnahme weiterer Medikamente zu Wechselwirkungen führen. Besprechen Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt.

Warnhinweise

  • Nicht deklarierte Inhaltsstoffe: Viele natürliche Potenzmittel enthalten nicht deklarierte synthetische PDE-5-Hemmer, die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Einige Inhaltsstoffe können mit anderen Medikamenten interagieren und gefährliche Nebenwirkungen verursachen.
  • Mangelnde Qualitätskontrolle: Die Qualität und Reinheit von natürlichen Potenzmitteln kann variieren, da sie nicht den gleichen strengen Kontrollen wie verschreibungspflichtige Medikamente unterliegen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Generell ist es meistens auch keine gute Idee, auf pflanzliche Potenzmittel auszuweichen, weil man den Gang zum Arzt scheut. Da allerdings das Beschwerdebild der erektilen Dysfunktion häufig mit Scham verbunden ist, versuchen Männer nicht selten den Arztbesuch zu meiden. Leidest Du bereits länger an Erektionsstörungen, sollten die Symptome unbedingt ärztlich abgeklärt werden - denn hinter Deinen Beschwerden kann auch eine ernsthafte Krankheit, wie zum Beispiel eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems, stecken.

Haben Sie Probleme mit Ihrer Erektion? Lassen Sie Ihre Beschwerden möglichst frühzeitig vom Arzt abklären, denn diese können auch Symptom einer anderen Erkrankung sein.

Ursachen abklären lassen

Die Ursachen einer Erektionsstörung können vielseitig sein. Neben psychischen Faktoren wie Stress oder Depressionen sind Potenzprobleme möglicherweise auch die ersten Anzeichen von schwerwiegenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Sprechen Sie deshalb mit einem Arzt, wenn Sie die Einnahme von natürlichen Potenzmitteln erwägen.

Fazit

Viele Männer erhoffen sich von natürlichen Potenzmitteln, dass sie ihre Erektionsprobleme verbessern können. Jedoch fehlen bei vielen Mitteln, die als Aphrodisiakum angepriesen werden, Nachweise zu ihrer Wirksamkeit. Einige Mittel können außerdem gefährlich für Deine Gesundheit sein, weil sie Stoffe enthalten, die eigentlich verschreibungspflichtig sind.

Generell raten wir dazu, die möglichen Behandlungsoptionen mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen. Dies bietet Dir die besten Erfolgschancen und stellt sicher, dass für Deine Gesundheit optimal gesorgt ist.

Wichtige Punkte

  • Natürliche Potenzmittel können eine Option für Männer sein, die ihre Erektionsfähigkeit verbessern möchten, aber sie sind nicht ohne Risiken.
  • Es ist wichtig, sich über die Inhaltsstoffe, Wirkungsweise und potenziellen Nebenwirkungen zu informieren, bevor man ein natürliches Potenzmittel einnimmt.
  • Ein Arztbesuch ist ratsam, um die Ursachen der Erektionsstörung abzuklären und die geeignete Behandlung zu finden.
  • Ein gesunder Lebensstil und eine ganzheitliche Herangehensweise können die sexuelle Funktion positiv beeinflussen.

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