Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Es gibt verschiedene Arten von Schlafstörungen, darunter Insomnien (Ein- und Durchschlafstörungen), Hypersomnien (übermäßige Tagesschläfrigkeit), schlafbezogene Bewegungsstörungen und schlafbezogene Atmungsstörungen. Schlafstörungen können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Einführung
Schlafstörungen sind vielfältig und können sich in unterschiedlicher Art und Weise äußern. Es ist wichtig, die Ursachen von Schlafstörungen zu erkennen, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schlafneigung bei Nervenschmerzen und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor.
Ursachen von Schlafstörungen
Die Ursachen von Schlafstörungen sind vielfältig. Neben Stress können Schlafstörungen durch akute Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen, Ängste, Depressionen, chronische Schmerzen oder Zwangsstörungen verursacht werden. Auch organische Ursachen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Demenzen können Schlafstörungen verursachen.
Organische Ursachen
Vor Beginn einer Psychotherapie sollte abgeklärt werden, ob eine Schlafstörung organisch bedingt ist. Mögliche organische Ursachen sind:
- Schlafapnoe
- Herzerkrankungen
- Chronische Nierenerkrankungen
- Endokrinologische Erkrankungen
- Parkinson-Syndrom
- Polyneuropathie
- Rheumaschmerzen
Schlafstörungen können auch Folge von Substanzgebrauch oder Entzugseffekten sein. Entsprechende Nebenwirkungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
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Psychische Ursachen
Schlafstörungen beginnen häufig in psychischen Belastungssituationen und können auch nach deren Abklingen bestehen bleiben. In diesem Fall ist eine spezifische psychotherapeutische Behandlung notwendig. Da Schlafstörungen auch ein häufiges Symptom anderer psychischer Erkrankungen sind (z.B. Depression, Angststörungen, Schizophrenie oder Demenz), sollte im Rahmen der psychologischen Diagnostik geprüft werden, ob der Schlafstörung eine andere psychische Störung zugrunde liegt. In diesem Fall sollte in erster Linie die psychische Grunderkrankung behandelt und die Therapie um Methoden zur Behandlung von Schlafstörungen ergänzt werden.
Schlafstörungen und Nervenschmerzen
Chronische Schmerzen, insbesondere Nervenschmerzen, können den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Die Schmerzen können das Ein- und Durchschlafen erschweren und zu einer schlechten Schlafqualität führen. Dies kann wiederum zu Müdigkeit, Erschöpfung und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.
Hypersomnie: Übermäßige Tagesschläfrigkeit
Bei einer Hypersomnie fühlen sich die Betroffenen tagsüber schläfrig und schlafen wiederholt ungewollt ein - oft auch zu unpassenden Zeiten. Die Müdigkeit und Schläfrigkeit sind stärker ausgeprägt als bei gesunden Menschen nach zu wenig oder schlechtem Schlaf. Die Schlafqualität in der Nacht ist dabei normal. Häufig haben Betroffene Schwierigkeiten, sich nach dem Schlafen zu orientieren und richtig wach zu werden (Schlaftrunkenheit). Viele fühlen sich energielos oder unruhig, denken langsam oder berichten über Gedächtnisprobleme.
Ursachen der Hypersomnie
Die Ursachen der nichtorganischen Hypersomnie sind bisher weitgehend unbekannt. Es wird angenommen, dass emotionale Ursachen und genetische Faktoren eine Rolle spielen. Auch bei manchen psychischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), kann eine erhöhte Müdigkeit und Schlafneigung beobachtet werden.
Diagnose der Hypersomnie
Diagnostisch wird zwischen der nicht-organischen und der organisch bedingten bzw. idiopathischen Hypersomnie unterschieden. Bei der organisch bedingten (idiopathischen) Hypersomnie geht man von einer körperlichen bzw. unbekannten Ursache aus. Bei der nichtorganischen Hypersomnie wird dagegen angenommen, dass die erhöhte Schläfrigkeit vorwiegend psychische Ursachen hat. Beide Diagnosen setzen voraus, dass die erhöhte Schläfrigkeit am Tag keine anderen erkennbaren Ursachen hat, wie z.B. Restless-Legs-Syndrom, periodische Beinbewegungen im Schlaf, Schlafapnoe, Narkolepsie oder andere organische oder psychische Erkrankungen.
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Behandlung der Hypersomnie
Eine gute Schlafhygiene kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Dabei sollen die Betroffenen ausreichend und zu regelmäßigen Zeiten schlafen, spätes Zubettgehen sowie Alkohol und Koffein vor dem Einschlafen vermeiden und müde machende Substanzen während des Tages meiden. Diese Maßnahmen werden häufig durch eine medikamentöse Therapie ergänzt.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Behandlung der Hypersomnie erfolgt meist symptomatisch mit Medikamenten, die eine wachmachende Wirkung haben. In der Regel werden Stimulanzien (Modafinil, Methylphenidat oder Amphetaminpräparate) eingesetzt. Teilweise werden auch Clonidin, Levodopa oder bestimmte Antidepressiva zur Verminderung der Müdigkeit und Schläfrigkeit verschrieben.
Narkolepsie: Plötzliche Schlafanfälle
Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der Menschen am helllichten Tag plötzlich einschlafen und womöglich auch jegliche Muskelspannung verlieren. Die Ursachen der primären Narkolepsie sind unbekannt, eine Heilung ist nicht möglich. Allerdings können die Symptome behandelt und verbessert werden.
Ursachen der Narkolepsie
Bei Menschen mit Narkolepsie ist jener Teil des Gehirns gestört, der den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Die genauen Ursachen sind aber noch unklar (primäre Narkolepsie). Mediziner diskutieren, dass die Narkolepsie eine Autoimmunerkrankung ist. Auch infektiöse Auslöser wie Influenzaviren oder Streptokokken spielen möglicherweise eine Rolle. Viele Patienten mit Narkolepsie besitzen geringere Mengen an Hypocretin/Orexin in der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Bei fast allen Narkoleptikern (98 Prozent) verläuft außerdem der genetische Test auf HLA DRB11501 und HLA DQB10602 positiv.
Diagnose der Narkolepsie
Die Narkolepsie gehört in die Hände von Spezialisten und sollte in einem Schlaflabor beziehungsweise von einem erfahrenen Neurologen oder Schlafmediziner (Somnologen) diagnostiziert werden. Zunächst wird der Arzt Sie zu Ihrer Krankengeschichte befragen (Anamnese). Wichtig zu wissen ist für ihn auch, welche Beschwerden Sie genau haben. Im Vordergrund stehen die Symptome Tagesschläfrigkeit und Kataplexie. Grundsätzlich müssen die Beschwerden über mindestens drei Monate aufgetreten sein, um die Diagnose Narkolepsie zu stellen.
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Diagnoseverfahren
- Schlaffragebögen und Schlaftagebücher: Erfassen subjektiv, wie gut die Schlafqualität ist und welche Schlafprobleme es gibt.
- Polysomnografie: Überwacht nachts kontinuierlich unterschiedliche Körperfunktionen im Schlaflabor.
- Multipler Schlaflatenztest (MSLT): Testet die Einschlafneigung und das verfrühte Auftreten von REM-Schlaf (SOREM).
- Weitere Methoden: Bestimmung der Hypocretin-/Orexin-Spiegel im Liquor, genetische HLA-Typisierung, Aufnahmen des Gehirns bei Verdacht auf eine sekundäre Narkolepsie.
Behandlung der Narkolepsie
Narkolepsie ist nicht heilbar. Es gibt aber eine Therapie, mit der sich Symptome bis zu einem gewissen Grad verbessern lassen. Dafür werden bestimmte Medikamente eingesetzt. Die Tagesschläfrigkeit lässt sich mit Stimulanzien behandeln. Die Mittel der ersten Wahl sind die Wirkstoffe Modafinil oder Natrium-Oxybat (Gamma-Hydroxybuttersäure). Auch das ADHS-Medikament Methylphenidat hilft einigen Patienten. Andere Symptome wie Kataplexien, Schlaflähmungen und Halluzinationen werden mit Natrium-Oxybat oder Antidepressiva behandelt.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus
- Kurze Schläfchen tagsüber
- Vermeidung von Situationen mit erhöhter Verletzungs- oder Unfallgefahr
- Information des sozialen Umfelds über die Narkolepsie
- Erlernen von Strategien für eine bessere Akzeptanz und den Umgang mit Narkolepsie
Schlafhygiene: Grundlagen für einen gesunden Schlaf
Schlafhygiene ist ein Überbegriff für eine schlafkompatible Lebensstilmodifikation. Sie umfasst drei große Punkte:
- Stimuluskontrolle: Das Bett wird nur zum Schlafen verwendet, regelmäßige Bettzeiten, nur mit dem notwendigen Schlafdruck ins Bett gehen, Mittagsschlaf kurz halten.
- Schlafdauer: Individuell und altersabhängig, eigenen Normwert kennen.
- Optimale Schlafumgebung: Ruhe und Entspannung bieten, Überstimulation vermeiden.
Weitere Tipps für eine gute Schlafhygiene
- Abendliche Stressregulation: Entschleunigen, Cortisolspiegel senken.
- Regelmäßige Bettzeiten: Auch bei Müdigkeit einhalten.
- Lichtexposition am Morgen: Kreislauf aktivieren.
- Ursachenbezogene Medikamente: Schlafdruck erhöhen (in Rücksprache mit dem Arzt).
Schlafstörungen bei Neurodermitis
Atopische Dermatitis (Neurodermitis) kann mit Juckreiz einhergehen, der auch nachts auftreten und den Schlaf beeinträchtigen kann.
Ursachen für nächtlichen Juckreiz
- Mechanische Reize (Wolle, synthetische Stoffe)
- Allergene (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare)
- Psychische Faktoren (Stress)
Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes
- Kleidung vor dem Schlafzimmer ausziehen (bei Allergien)
- Kühle Schlafräumlichkeiten (ca. 18 Grad)
- Antiallergenes Bettzeug
- Juckreizlindernde Cremes (Kortison, Calcineurin Inhibitoren, Pflegeprodukte mit juckreizstillenden Zusatzstoffen)
- Kälteanwendungen
- Ablenkung (Stressbälle, Hölzchen zum Kratzen)
Entspannungstechniken
- Autogenes Training
- Progressive Muskelrelaxation
- Achtsamkeitsmeditation
- Phantasiereisen
Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Auch bei Kindern und Jugendlichen können Schlafstörungen auftreten. Mögliche Ursachen sind:
- Psychische Belastungen
- Körperliche Störungen oder Erkrankungen (Schmerzen, Atemstörungen, Restless-Legs-Syndrom)
- Entwicklungsbedingte Besonderheiten (Bettnässen, rhythmische Bewegungen im Schlaf)
Diagnostik von Schlafstörungen
Zur Diagnostik von Schlafstörungen werden verschiedene Methoden eingesetzt:
- Ausführliche Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und des Schlafverhaltens.
- Schlaf-Fragebogen und Schlaftagebuch: Erfassung der subjektiven Schlafqualität und Schlafprobleme.
- Körperliche Untersuchung: Abklärung organischer Ursachen.
- Laboruntersuchungen: Messung von Schilddrüsenhormonen, etc.
- Apparative Diagnostik: Elektrokardiografie (EKG), Elektroenzephalografie (EEG), Polysomnografie (PSG) im Schlaflabor.
Medikamentöse Behandlung von Schlafstörungen
Schlaffördernde Medikamente sollten immer ursachenbezogen eingesetzt werden und sind oft eine erforderliche Brücke, um den Schlafdruck zu erhöhen.
- Antihistaminika der ersten Generation: Bei atopischer Dermatitis zur Juckreizlinderung.
- Non-Benzodiazepine (Z-Substanzen): Über einen bestimmten Zeitraum in Rücksprache mit dem Arzt.
- Melatonin: Chronotherapeutikum zur Einnahme zur gleichen Zeit (z.B. 21:00 Uhr).
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