Dolormin Migräne und Xarelto: Ein Überblick über Wechselwirkungen und Risiken

Die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente birgt das Risiko von Wechselwirkungen, die die Wirksamkeit der einzelnen Präparate beeinflussen und unerwünschte Nebenwirkungen verstärken können. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Wechselwirkungen zwischen Dolormin Migräne (insbesondere dem darin enthaltenen Wirkstoff Naproxen) und Xarelto (Rivaroxaban), einem Antikoagulans, sowie weitere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten.

Einführung

Die Polypharmazie, also die Einnahme mehrerer Medikamente gleichzeitig, ist ein zunehmendes Problem, insbesondere bei älteren Menschen. Es ist daher entscheidend, sich über mögliche Wechselwirkungen zu informieren, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten.

Wechselwirkungen zwischen Xarelto und NSAR

Xarelto (Rivaroxaban) ist ein orales Antikoagulans, das zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgerinnseln eingesetzt wird. Es hemmt Faktor Xa, einen wichtigen Bestandteil der Blutgerinnungskaskade. Diclofenac ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), das entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. NSAR können jedoch auch die Blutgerinnung beeinflussen und das Risiko von Blutungen erhöhen.

Die Kombination von Xarelto und Diclofenac kann das Blutungsrisiko erheblich erhöhen, da beide Medikamente die Blutgerinnung auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Daher wird von einer gleichzeitigen Anwendung abgeraten ("Schwerwiegende Wechselwirkungen, dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden.").

Naproxen als Alternative?

Naproxen ist ebenfalls ein NSAR, gehört aber zu einer anderen Untergruppe als Diclofenac. Es gibt Hinweise darauf, dass Naproxen die Blutverdünnung weniger stark beeinflusst als andere NSAR. In Dolormin für Gelenkschmerzen(R) ist Naproxen enthalten. Ob Naproxen eine sicherere Alternative zu Diclofenac in Kombination mit Xarelto darstellt, sollte jedoch unbedingt mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

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Allgemeine Hinweise zur Medikamenteneinnahme

  • Informieren Sie sich sorgfältig: Wer regelmäßig mehr als ein Medikament einnimmt, sollte sich sorgfältig über mögliche Wechselwirkungen informieren. Nutzen Sie dafür die Packungsbeilagen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder konsultieren Sie eine Datenbank für Arzneimittelwechselwirkungen.
  • Medikationsplan: Führen Sie eine Liste aller Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich Dosierungen und Einnahmezeitpunkte. Dies hilft Ärzten und Apothekern, potenzielle Wechselwirkungen zu erkennen.
  • Xarelto-Karte: Führen Sie die kleine Karte für Xarelto(R) unbedingt immer in Ihrem Portemonnaie mit sich. Diese Karte enthält wichtige Informationen über Ihre Medikation, die im Notfall hilfreich sein können.
  • Nahrungsmittel und Getränke: Beachten Sie, dass auch Nahrungsmittel, Getränke oder Nahrungsergänzungen die Wirksamkeit bestimmter Arzneimittel beeinflussen können. Grapefruit und Pomelos können beispielsweise den Abbau vieler Medikamente stark beeinflussen.

Kontraindikationen für Xarelto

Xarelto darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Akuten, klinisch relevanten Blutungen
  • Läsionen oder klinischen Situationen, die ein signifikantes Risiko für eine schwere Blutung darstellen (z.B. akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale Ulzerationen, maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko, kürzlich aufgetretene Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich erfolgte chirurgische Eingriffe an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich aufgetretene intrakranielle Blutungen, bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen, arteriovenöse Fehlbildungen, vaskuläre Aneurysmen oder größere intraspinale oder intrazerebrale vaskuläre Anomalien)
  • Gleichzeitiger Anwendung von anderen Antikoagulanzien (außer in bestimmten Situationen der Umstellung der Antikoagulationstherapie oder wenn UFH in Dosen gegeben wird, die notwendig sind, um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen oder arteriellen Katheters zu erhalten)
  • Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie und einem klinisch relevanten Blutungsrisiko verbunden sind (einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C)

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln

Bestimmte Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten abschwächen, verstärken oder in anderer Weise beeinflussen. Es ist wichtig, die Hinweise auf dem Beipackzettel zu beachten und im Zweifelsfall Ihren Apotheker zu fragen.

Grapefruit und Pomelo

Grapefruit und Pomelo enthalten Substanzen, die die Wirkung bestimmter Enzyme (CYP 3A4) hemmen. Diese Enzyme sind für die Inaktivierung zahlreicher Wirkstoffe notwendig. Der Verzehr von Grapefruit kann die Wirkung von Medikamenten wie Cholesterinsenkern (Atorvastatin, Lovastatin, Simvastatin), Beruhigungsmitteln (Benzodiazepine wie Diazepam oder Lorazepam), Calciumkanalblockern und Medikamenten zur Behandlung von Potenzstörungen verstärken.

Calciumreiche Lebensmittel

Milch und Milchprodukte enthalten Calcium und Caseine, die mit Wirkstoffen bestimmter Arzneimittel chemische Bindungen eingehen können. Dies kann die Aufnahme des Wirkstoffs im Körper reduzieren und die Wirksamkeit des Medikaments beeinträchtigen. Betroffen sind beispielsweise Bisphosphonate (Arzneimittel gegen Osteoporose) und bestimmte Antibiotika wie Tetrazykline und Fluorchinolone.

Alkohol

Alkohol hat ein hohes Wechselwirkungspotenzial mit vielen Arzneimitteln. Bei längerfristiger Einnahme von Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) erhöht Alkohol das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre.

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Tyraminhaltige Lebensmittel

Lebensmittel wie Käse, Joghurt, Salami, Sojaprodukte, Rotwein, Schokolade und Trockenfrüchte enthalten viel Tyramin. Diese sollten nicht zusammen mit MAO-Hemmern (z. B. Tranylcypromin, Wirkstoff gegen Depressionen) eingenommen werden, da es zu gefährlichen Blutdruckkrisen kommen kann (Serotonin-Syndrom).

Vitamin K

Grünpflanzen weisen einen hohen Vitamin-K-Gehalt auf. Eine Erhöhung der Vitamin K-Aufnahme führt zu mehr Gerinnungsfaktoren und verringert dadurch die Wirksamkeit von Warfarin.

Kaffee, schwarzer und grüner Tee

Kaffee, schwarzer und grüner Tee enthalten Gerbstoffe, die die Wirksamkeit vieler Arzneimittel gegen Depressionen und anderer Psychopharmaka um bis zu 80 Prozent vermindern können.

Spezifische Wechselwirkungen

Metamizol

Metamizol kann die Wirksamkeit anderer Arzneistoffe herabsetzen, darunter Ciclosporin, Valproat und Bupropion. Es kann außerdem bestimmte Nebenwirkungen von Methotrexat (MTX) verstärken. Metamizol kann die Wirkung von niedrig dosiertem ASS (100 mg Acetylsalicylsäure) abschwächen.

NSAR

Alle Wirkstoffe dieser Art zeigen Wechselwirkungen mit anderen blutverdünnenden Stoffen wie Phenprocoumon (Marcumar) oder Rivaroxaban (Xarelto). Bei gleichzeitiger Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Citalopram, Paroxetin, Fluoxetin, Sertralin) kann das allgemeine Blutungsrisiko steigen. NSAID können die Nephrotoxizität von Ciclosporin steigern. Die gleichzeitige Einnahme oraler Glukokortikoide steigert das Risiko gastrointestinaler Ulzera.

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Paracetamol

Wird der Wirkstoff gleichzeitig mit Arzneimitteln eingenommen, die als Induktoren des Cytochrom-P450-Enzymsystems wirken, so kann es verstärkt zur Bildung leberschädlicher Metaboliten kommen. Die Ausscheidung von Paracetamol wird durch gleichzeitige Einnahme des Gichtmittels Probenecid gehemmt.

Opioide

Die Opioid-Plasmakonzentration kann sich aufgrund von Wirkstoffinteraktionen auf Ebene der Cytochrom-P450-Enzyme (CYP) ändern. Durch CYP3A4-Inhibitoren kann es zu einer langsameren Ausscheidung der Arzneistoffe kommen.

Nebenwirkungen von Schmerzmitteln

  • NSAID: Alle NSAID können gastrointestinale Beschwerden wie Magenschmerzen auslösen. Gerade bei ASS ist mit einer erhöhten Blutungsneigung zu rechnen. Unter der Gabe von NSAID kann es ebenfalls zum Anstieg der Leberwerte kommen, insbesondere bei Diclofenac wurden Anstiege der Leberenzyme beobachtet. Bei dauerhafter Einnahme oder starken Überdosierungen können gastrointestinale Blutungen und Magenschleimhautentzündungen auftreten.
  • Paracetamol: Das Analgetikum ist weitestgehend gut verträglich. Ab einer Einnahme von mehr als zehn Gramm Paracetamol ist mit relevanten Leberschädigungen zu rechnen.
  • Metamizol: Eine seltene, jedoch schwerwiegende Nebenwirkung von Metamizol ist die Agranulozytose.
  • Opioide: Diese Wirkstoffe besitzen ähnliche Nebenwirkungen: Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit und Appetitlosigkeit gehören zu den häufigsten gastrointestinalen Nebenwirkungen. Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Verwirrung, Angst, Euphorie sowie Dysphorie gehören zu den häufigsten zentralen Nebenwirkungen.

Migräne und Kopfschmerzen

Die neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel bietet spezielle Therapien für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, alle Kopfschmerzen (wie z.B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz), Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen an.

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