Migränebehandlung in Rostock: Ein umfassender Überblick

Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, sind weit verbreitet und beeinträchtigen die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit vieler Menschen erheblich. In Rostock hat sich ein Netzwerk von Spezialisten etabliert, um Betroffenen eine individuell abgestimmte und effektive Behandlung zu ermöglichen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Migränebehandlung in Rostock, von der Diagnostik bis hin zu innovativen Therapieansätzen.

Kopfschmerzen und Migräne: Eine Volkskrankheit

Kopfschmerzen sind ein häufiges Leiden, von dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung betroffen ist. Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die häufigsten Formen. Die Auswirkungen auf die Betroffenen sind oft gravierend und beeinträchtigen die Lebensqualität und die berufliche Leistungsfähigkeit erheblich.

Das Kopfschmerzzentrum Nord-Ost in Rostock: Eine Anlaufstelle für Betroffene

In Rostock hat sich mit dem Kopfschmerzzentrum Nord-Ost eine wichtige Anlaufstelle für Patienten mit Kopf- und Gesichtsschmerzen etabliert. Die gemeinsame Einrichtung der Klinik und Poliklinik für Neurologie und des Instituts für medizinische Psychologie und medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Rostock versteht sich als überregionaler Ansprechpartner für die Diagnostik und Therapie aller Formen von Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine umfassende Versorgung

Das Kopfschmerzzentrum Nord-Ost zeichnet sich durch eine enge Kooperation verschiedener Fachdisziplinen aus. Neurologen, Psychiater, Psychologen, Radiologen, Zahnmediziner, Chirurgen, Augen- und HNO-Ärzte arbeiten Hand in Hand, um Patienten eine umfassende und individuell abgestimmte Versorgung zu bieten. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist besonders wichtig bei der Behandlung von komplexen Fällen und seltenen Kopf- und Gesichtsschmerzen, bei denen die Symptome oft nicht eindeutig sind.

Schwerpunkte des Kopfschmerzzentrums

Das Kopfschmerzzentrum Nord-Ost behandelt das gesamte Spektrum der Kopf- und Gesichtsschmerzerkrankungen. Zu den Schwerpunkten gehören:

Lesen Sie auch: Leistungen von Neurologe Hartmann

  • Episodische und chronische Migräne mit und ohne Aura
  • Seltene Sonderformen der Migräne (wie Basilarismigräne, vestibuläre Migräne)
  • Kopfschmerz vom Spannungstyp (episodisch und chronisch)
  • Trigemino-autonome Kopfschmerzen (Clusterkopfschmerz, SUNCT-/SUNA-Syndrom, paroxysmale Hemicranie, Hemicrania continua)
  • Neu aufgetretener täglicher Kopfschmerz (new daily persistent headache, NDPH)
  • Primärer schlafgebundener Kopfschmerz
  • Primärer Hustenkopfschmerz
  • Primärer Kopfschmerz bei sexueller Aktivität, bei körperlicher Anstrengung
  • Primärer Donnerschlagkopfschmerz
  • Primärer stechender Kopfschmerz
  • Münzkopfschmerz (nummular headache)
  • Andere seltene Kopfschmerzen
  • Trigeminusneuralgie
  • Persistierender idiopathischer Gesichtsschmerz (früher „atypischer Gesichtsschmerz“)
  • Postzoster-Neuralgie
  • Andere Neuropathische Gesichtsschmerzen (z.B. posttraumatisch, postoperativ)
  • Burning-Mouth-Syndrom
  • Cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD)
  • Andere symptomatische Kopf- und Gesichtsschmerzen

Leistungsspektrum des Kopfschmerzzentrums

Das Kopfschmerzzentrum Nord-Ost bietet ein breites Spektrum an Behandlungsverfahren der universitären Medizin. Dazu gehören:

  • Diagnostik: Umfassende Anamnese, neurologische Untersuchung, apparative Diagnostik (z.B. MRT, EEG, ENG, EMG, SEP, VEP)
  • Medikamentöse Therapie: Akutbehandlung von Kopfschmerzattacken, vorbeugende Behandlung zur Reduktion der Attackenfrequenz
  • Nicht-medikamentöse Therapie: Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren (z.B. Muskelrelaxation nach Jakobson), Physiotherapie, Akupunktur
  • Spezielle Therapieverfahren: Antikörpertherapie, Medikamentenpause

Diagnostik: Der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung

Bevor eine Therapie erfolgen kann, ist eine korrekte Diagnose unerlässlich. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) listet in ihrer Klassifikation mehr als 200 verschiedene Kopfschmerzarten auf, was die Diagnosestellung zu einer Herausforderung machen kann. Im Kopfschmerzzentrum Nord-Ost kommen modernste diagnostische Verfahren zum Einsatz, um die Ursache der Kopfschmerzen zu ermitteln und eine individuell abgestimmte Therapie zu entwickeln.

Kopfschmerztagebuch: Ein wichtiges Hilfsmittel

Ein Kopfschmerztagebuch ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Diagnosestellung. Patienten werden gebeten, über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen ihre Kopfschmerzen zu dokumentieren. Das Kopfschmerztagebuch gibt dem Arzt Hinweise auf die Art der vorliegenden Kopfschmerzerkrankung, die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schmerzen sowie mögliche Auslöser.

Therapieansätze: Individuell und umfassend

Die Therapie von Kopfschmerzen und Migräne ist individuell und umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren. Ziel ist es, die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Kopfschmerzattacken zu reduzieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie umfasst die Akutbehandlung von Kopfschmerzattacken und die vorbeugende Behandlung zur Reduktion der Attackenfrequenz. Bei der Akutbehandlung werden Schmerzmittel eingesetzt, die die Schmerzen während einer Attacke lindern. Bei der vorbeugenden Behandlung werden Medikamente eingesetzt, die die Häufigkeit und Intensität der Attacken reduzieren sollen.

Lesen Sie auch: Neurologische Praxis in Meppen

Nicht-medikamentöse Therapie

Die nicht-medikamentöse Therapie umfasst verschiedene Verfahren, die darauf abzielen, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dazu gehören:

  • Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie hilft Patienten, ihre Schmerzen besser zu bewältigen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie lernen, ihre Schmerzen zu verstehen, ihre Auslöser zu identifizieren und Strategien zu entwickeln, um mit den Schmerzen umzugehen.
  • Entspannungsverfahren: Entspannungsverfahren wie die Muskelrelaxation nach Jakobson helfen Patienten, Stress abzubauen und ihre Muskeln zu entspannen. Dies kann dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzattacken zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie kann helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu lösen und die Körperhaltung zu verbessern. Dies kann dazu beitragen, Kopfschmerzen vom Spannungstyp zu lindern.
  • Akupunktur: Die Akupunktur ist ein traditionelles chinesisches Therapieverfahren, bei dem feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden. Sie kann bei einigen Patienten mit Kopfschmerzen und Migräne eine schmerzlindernde Wirkung haben.

Innovative Therapieansätze

Neben den etablierten Therapieansätzen werden im Kopfschmerzzentrum Nord-Ost auch innovative Therapieansätze eingesetzt. Dazu gehört die Antikörpertherapie, bei der spezifische Signalwege blockiert werden, die bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielen. Diese Therapie hat bei vielen Patienten zu einer deutlichen Reduktion der Attackenfrequenz geführt.

SMARTGEM: Telemedizinische Versorgung von Migränepatienten

Ein vielversprechendes Projekt zur Verbesserung der Versorgung von Migränepatienten ist SMARTGEM. Im Rahmen dieses Projekts wird die Wirksamkeit einer ortsunabhängigen, effektiven und zeitsparenden Therapieform bei Migräne untersucht. Mithilfe der Smartphone-App M-sense können die Patienten ihre Kopfschmerzen dokumentieren, sodass die Therapie überwacht und gleichzeitig mögliche Auslöser für die Migräneattacken identifiziert werden können. Darüber hinaus können sich die behandelnden niedergelassenen Ärzte mit den Neurologen der universitären Kopfschmerzzentren telemedizinisch vernetzen und sich zur Behandlung ihrer Patienten beraten.

Die Rolle der Krankenkassen

Die Krankenkassen spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Kopfschmerzpatienten. Die AOK Nordost bietet beispielsweise das Versorgungsprogramm KopfschmerzSPEZIAL an, das sich an Menschen mit chronischen Kopfschmerzen richtet. Im Rahmen dieses Programms erhalten Versicherte der AOK Nordost in Berlin und Rostock innerhalb von maximal zehn Arbeitstagen einen Termin beim Spezialisten-Team. Die mkk - meine krankenkasse bietet gemeinsam mit den Kopfschmerzzentren der Charité in Berlin und der Universitätsmedizin in Rostock ein besonderes Therapie-Angebot für Patientinnen und Patienten mit chronischen Kopfschmerzen an, das die Qualität der Behandlung nachhaltig verbessert.

Anlaufstellen für Kopfschmerzpatienten in Rostock

Neben dem Kopfschmerzzentrum Nord-Ost gibt es in Rostock weitere Anlaufstellen für Kopfschmerzpatienten:

Lesen Sie auch: Öffnungszeiten Dr. Huntemann

  • Neurologische Gemeinschaftspraxis Dr. med. Inga Rellermeier & Dr. med.
  • Migräne und Kopfschmerztherapie im Gesundheitshaus Karl-Schneider-Passagen
  • Klinik und Poliklinik für Neurologie

tags: #neurologe #rostock #migrane