Nervenreparatur nach dem Legen eines Zugangs: Ein umfassender Überblick

Die Reparatur von Nerven nach dem Legen eines Zugangs ist ein komplexes Thema, das verschiedene Aspekte umfasst, von den Ursachen von Nervenschäden bis hin zu den neuesten Behandlungsmethoden. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Nervenreparatur, wobei die Informationen des Nutzers maximal genutzt und durch zusätzliches Fachwissen ergänzt werden.

Einführung

Nerven spielen eine entscheidende Rolle in unserem Körper, indem sie Informationen zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers übertragen. Schäden an diesen Nerven können zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter Schmerzen, Taubheit, Muskelschwäche und sogar Lähmungen. Das Legen eines Zugangs, insbesondere bei medizinischen Eingriffen, kann in einigen Fällen zu Nervenschäden führen. Daher ist es wichtig, die Mechanismen der Nervenreparatur und die verfügbaren Behandlungsoptionen zu verstehen.

Ursachen von Nervenschäden nach dem Legen eines Zugangs

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Nerven beim Legen eines Zugangs geschädigt werden können:

  • Direkte Verletzung: Der Nerv kann direkt durch die Nadel oder den Katheter verletzt werden.
  • Kompression: Der Nerv kann durch Schwellungen oder Blutergüsse in der Umgebung des Zugangs komprimiert werden.
  • Dehnung: Der Nerv kann während des Eingriffs gedehnt werden, was zu Schäden führen kann.
  • Ischämie: Eine verminderte Blutzufuhr zum Nerv kann zu Schäden führen.

Die Spinalkanalstenose: Eine häufige Ursache von Nervenkompression

Ein häufiges Problem, insbesondere bei älteren Menschen, ist die Spinalkanalstenose, auch Wirbelkanalstenose genannt. Dabei verengt sich der Wirbelkanal, durch den Rückenmark und Nervenwurzeln verlaufen.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Die Spinalkanalstenose ist eine Verengung des knöchernen Kanals, durch den Rückenmark und Nervenwurzeln verlaufen. Man kann sich den Spinalkanal wie einen geschützten „Tunnel“ in der Wirbelsäule vorstellen, in dem die Nerven gebündelt nach unten ziehen. Typische Folgen sind Schmerzen beim Stehen und Gehen, Missempfindungen in Armen oder Beinen und eine zunehmende Einschränkung der Gehstrecke. In der Mehrzahl der Fälle entsteht eine Spinalkanalstenose durch natürliche Alterungsprozesse der Wirbelsäule (degenerative Veränderungen). Mit den Jahren nutzen sich Bandscheiben und Wirbelgelenke ab, Bänder verdicken sich, und es können sich knöcherne Anbauten bilden, die den Spinalkanal nach und nach einengen.

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Lokalisation und Symptome

Der Wirbelkanal kann sich an der Hals-, Lenden- und Brustwirbelsäule verengen.

  • Zervikale Wirbelkanalstenose: Bei einer zervikalen Wirbelkanalstenose haben die Betroffenen Probleme mit der Motorik. Ein typisches Symptom: Es fällt ihnen zum Beispiel schwer, Hemden zuzuknöpfen oder einen fallen gelassenen Kugelschreiber aufzuheben. Häufig ändert sich auch das Schriftbild. Der Grund für diese Problematik ist eine Kompression der Nervenfasern im Halsbereich, die Empfindungen der Arme ans Gehirn weiterleiten.
  • Lumbale Wirbelkanalstenose: Sind die Beine betroffen, liegt also eine lumbale Wirbelkanalstenose vor. Symptome der lumbalen Wirbelkanalstenose sind für den Patienten meist sehr viel erträglicher, wenn er sich nach vorne beugt, wie das beim Hinsetzen, Bücken, Bergaufgehen oder Fahrradfahren der Fall ist. Umgekehrt zeigen sich bei der lumbalen Spinalkanalstenose zum Beispiel beim Bergabgehen besonders starke Beinschmerzen. Ähnlich der „Schaufensterkrankheit“ suchen Patienten mit Spinalkanalstenose beim Gehen typischerweise ständig nach einer Möglichkeit, sich hinsetzen zu können. Im Supermarkt freuen sie sich auf den erlösenden Einkaufswagen, über den sie sich lehnen und somit die Einengung reduzieren können. Die Medizin spricht in solchen Fällen von Claudicatio intermittens - also von verschiedenen Schmerzzuständen, die vorübergehend nachlassen (intermittierend). Die Spinalkanalstenose wird wegen des verengten Spinalkanals als Claudicatio intermittens spinalis bezeichnet. Davon abzugrenzen ist beispielsweise die periphere Verschlusskrankheit, die ebenfalls zu Symptomen einer Claudicatio intermittens führen kann. Jedoch sind hier nicht verengte Nerven, sondern verengte Blutgefäße im Becken oder in den Oberschenkeln die Ursache.
  • Thorakale Wirbelkanalstenose: Diese ist sehr selten. In diesem Fall sind die Symptome meist stärker als bei der Spinalkanalstenose an der LWS: Probleme beim Laufen können mit Gefühlsstörungen im Rumpfbereich einhergehen.

Konservative Behandlungsmethoden bei Spinalkanalstenose

Eine lumbale Wirbelkanalstenose kann mit konservativen, minimalinvasiven oder operativen Therapien behandelt werden.

  • Physiotherapeutische Behandlung: Beim Krafttraining stärken Sie die tiefe Rücken- und Bauchmuskulatur, um Ihre Haltung zu verbessern und Ihre Wirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren. Sogenannte entlordosierende Übungen helfen dabei, den Wirbelkanal zu erweitern und den Druck der Wirbelkanalverengung zu verringern.
  • Elektrotherapie: Gezielte elektrische Impulse helfen den Muskeln zu entspannen und lindern die Schmerzen.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel wie Ibuprofen lindern die Beschwerden schnell. Meist werden sogenannte nichtsteroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt. Sie lindern nicht nur Schmerzen, sondern auch Entzündungen und gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten überhaupt.

Mit Physiotherapie lässt sich leider keine Heilung der Spinalkanalstenose erzielen, da die Verengung des Wirbelkanals bestehen bleibt. Dennoch helfen spezielle Übungen, die Schmerzen der Wirbelkanalverengung zu lindern, beweglicher zu werden und sich wohler in seiner Haut zu fühlen. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen, ist es wichtig, die Übungen regelmäßig zu Hause durchzuführen.

Minimalinvasive und operative Therapien bei Spinalkanalstenose

Eine Operation ist nur in sehr ausgeprägten Fällen der Spinalkanalstenose notwendig, kann aber häufig auch keine vollständige Heilung herbeiführen.

  • Videokatheter-Behandlung: Mit dem Videokatheter untersuchen, behandeln und entfernen wir unter direkter Sicht nicht nur Entzündungen und Engstellen im Wirbelkanal, sondern auch Verklebungen und Narben. Dazu führen wir den nur 1,4 Millimeter dünnen Katheter über das Kreuzbein in den Wirbelkanal ein, leiten ihn bis zu der schmerzenden Stelle und injizieren dort hochwirksame Medikamente. Es kommt so zu einer Schrumpfung von störendem Weichteilgewebe.
  • Endoskopische Operation: Unter Vollnarkose führen wir ein dünnes Endoskop bis an die Wirbelsäule vor. Muskeln, Bänder und Sehnen müssen dabei nicht durchtrennt werden. So entstehen später auch keine Narben, die erneute Rückenschmerzen auslösen können. Mithilfe von Mikroinstrumenten entfernen wir bei einer Spinalkanalstenose Knochengewebe, das den Wirbelkanal verengt. Die Spitze des Endoskops lässt sich dabei präzise in alle Richtungen steuern.
  • Mikrochirurgische OP-Technik: Bei ausgeprägten Spinalkanalstenosen beseitigen wir das eingewachsene Gewebe mittels einer mikrochirurgischen OP-Technik. Hierbei führen wir durch einen kleinen Schnitt eine dünne Titanhülse bis zur Wirbelsäule ein. Durch diese Hülse tragen wir unter Sicht mit einem Operationsmikroskop Knochenanteile oder verdicktes Bandgewebe, welches die Wirbelkanalstenose verursacht, ab.
  • Spondylodese (Wirbelkörperverblockung): Die Spondylodese - die Wirbelkörperverblockung - ist die letzte Option, wenn alle anderen minimalinvasiven und konservativen Maßnahmen keine Besserung bewirken. Bei dieser Spinalkanal-OP werden Schrauben in zwei oder mehrere Wirbelkörper eingesetzt und über Stangen oder Metallplatten miteinander verbunden, um somit die Wirbelsäule zu stabilisieren. Bei der Operation wird die Bandscheibe entfernt und durch ein Implantat aus Titan oder Kunststoff ersetzt, den sogenannten Cage.

In manchen Fällen können nach der Spinalkanalstenosen-OP Schmerzen im Bein auftreten. Hier spricht man vom sogenannten „failed back surgery syndrom“. Eine mögliche Ursache können gereizte Nerven sein.

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Prävention der Spinalkanalstenose

Das Motto: „Gut geschützt ist halb gewonnen“ zählt auch bei der Prävention der Spinalkanalstenose. Gesunde Ernährung, regelmäßig körperliche Bewegung und ein gezieltes Training der Rücken- und Rumpfmuskulatur sind die wirksamsten Mittel zur Vorbeugung.

Rückenmarksverletzungen und neue Hoffnung durch Stammzelltherapie

Eine Schädigung des Rückenmarks hat schwere motorische und sensorische Defizite zur Folge, die in der Regel zur Bewegungs- und Gefühlsunfähigkeit führen. Unfälle sind die häufigste Ursache für Rückenmarksverletzungen, die katastrophale Folgen für das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen haben. Jetzt gibt es neue Hoffnung für Patienten mit Lähmungen infolge von Rückenmarksverletzungen.

Falsche Vorstellungen und Pathomechanismen

Bislang ging man davon aus, dass die Patienten nach Rückenmarksverletzungen drei kritische Phasen durchlaufen: Die akute, subakute und chronische Phase. In der chronischen Phase, die ein Jahr nach der Schädel-Hirn-Verletzung beginnt, wurde angenommen, dass eine weitere funktionelle Erholung nicht möglich ist. Es wurde auch angenommen, dass das Hauptproblem bei Patienten mit Rückenmarkverletzungen auf der Ebene des verletzten Rückenmarks liegt. Die falschen Vorstellungen und das mangelnde Verständnis der tatsächlichen Pathomechanismen von SCI sind für die Unwirksamkeit der meisten derzeit angewandten Neuro-Rehabilitationsbehandlungen verantwortlich, die hauptsächlich darauf abzielen, den Zustand des Patienten zu stabilisieren, nicht aber auf die Wiederherstellung der Funktion.

Sekundärschäden und frühzeitige Behandlung

Leider wird auch bei der Behandlung in der akuten Phase nicht immer die Pathophysiologie der Schädel-Hirn-Verletzung berücksichtigt. Im Falle einer lokalen Schädigung, z. B. durch einen gebrochenen Wirbel, der eine mechanische Beschädigung verursacht, kann die sekundäre Schädigung, die durch eine ödematöse Schwellung des Rückenmarks verursacht wird, das Ergebnis erheblich verschlechtern. Eine Schädigung des Rückenmarks führt zu Blutungen und Entzündungen mit der daraus resultierenden Ansammlung von Flüssigkeit im Rückenmark (Hämatom und Ödem). Dies lässt das Rückenmark anschwellen. In einem begrenzten Raum wie dem Wirbelkanal kann sich das geschwollene Rückenmark nicht ausreichend ausdehnen. Die Schwellung führt dann zu einem Druckanstieg im Rückenmark, der die Blutgefäße zusammendrückt und zu einer mangelnden Blutzufuhr führt, wodurch sich der Bereich der Schädigung deutlich vergrößert. Eine frühzeitige aggressive Behandlung, sowohl chirurgisch als auch medikamentös, kann diese Sekundärschäden begrenzen, indem die Schwellung reduziert und der Blutdruck kontrolliert wird.

Stammzelltherapie und HAL-Exoskelett-Training

Sowohl externe präklinische als auch externe klinische Studien haben gezeigt, dass sich die Genesung von SCI-Patienten verbessert, wenn die Therapie mit einer geeigneten Stammzelltherapie kombiniert wird. Während sich das HAL-Exoskelett-Training an sich bereits als wesentlich effektiver erwiesen hat als herkömmliches Neuro-Rehabilitationstraining, verspricht die Kombination mit stammzellbasierter Neuro-Regeneration noch bessere Ergebnisse. Was das HAL-Exoskelett betrifft, so haben Untersuchungen gezeigt, dass das neurofunktionelle Training die Unabhängigkeit der Patienten, insbesondere ihre Gehfähigkeit, erheblich verbessert. Aber es gibt noch weitere Vorteile: Die Patienten erlebten einen Rückgang der neuropathischen Schmerzen, positive Veränderungen der Spastizität, eine verbesserte Sensibilität und infolgedessen ein geringeres Risiko von Druckgeschwüren. Nach Abschluss der neuro-muskulären Feedback-Therapie bleiben die erzielten Erfolge erhalten, solange die Patienten ihre wiedergewonnene Mobilität aktiv im Alltag nutzen, d.h.

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Die Wirkung von Stammzellen

Stammzellen besitzen das Potenzial, mit den entzündungsauslösenden Immunzellen zu kommunizieren und durch natürliche, bisher nicht verstandene Mechanismen diese Immunüberreaktion zu hemmen. Nachdem sie die Entzündungsreaktion in geschädigten Bereichen gestoppt haben, können Stammzellen die Regeneration von Gewebe anregen. Negative Langzeitwirkungen ähnlich wie bei Kortison sind nicht zu erwarten. Ziel einer Stammzellenbehandlung ist es daher, die Schmerzen schnell zu lindern, die Entzündung zu hemmen und im besten Fall sogar die Regeneration zu unterstützen. Die Wirkung auf die Regeneration hat die höchsten Erfolgsaussichten, wenn sie mit intensiven, modernen Formen der Physiotherapie wie dem HAL-Exoskelett-Programm kombiniert wird.

Behandlungskonzepte der ANOVA

Alle Therapiekonzepte der ANOVA sind individuell auf Sie als Patienten zugeschnitten. Wir berücksichtigen Ihre Vorgeschichte, Ihre Wünsche und Ihren spezifischen Krankheitsverlauf. Je nach Art und Schwere des Defekts sowie akuter oder chronischer Ursache, stellen wir Ihnen einen optimalen Behandlungsplan zusammen. Dieser kann eine einmalige Behandlung oder eine mehrfache Stammzellbehandlung sowie weitere Therapieformen beinhalten. Je nach Art der SCI behandeln wir die Patienten entweder mit MSEC oder BMC oder einer Kombination aus beiden.

  • MSEC (Sekretome, Exosomen, EVs): MSEC aus mesenchymalen Stammzellen (MSC, AD-MSC, aus Fettgewebe gewonnene Stammzellen), die wir bei einer Mini-Liposuktion (sehr kurze und begrenzte Fettabsaugung) unter leichter Sedierung aus dem Bauch des Patienten gewinnen, werden intravenös verabreicht und sollen eher systemisch wirken. Der Hauptvorteil von MSEC besteht darin, dass sie ohne Verlust von Exosomen eingefroren werden können, was im Gegensatz zu lebenden Stammzellen steht, die ihre therapeutische Wirksamkeit verlieren würden. Dies ermöglicht es uns, 10-20 Injektionsdosen aus einer Fettabsaugung herzustellen, die dann über einen längeren Behandlungszeitraum verabreicht werden können. Dies ist besonders bei Rückenmarksverletzungen von Vorteil.
  • BMC (Knochenmarkkonzentrat): In solchen Fällen behandeln wir speziell diese Region mit gezielten, lokalisierten BMC-Injektionen. BMC enthält autologe, adulte Stammzellen (hämatopoetische und mesenchymale Stammzellen in natürlicher Zusammensetzung), die wir in einem kurzen Verfahren unter leichter Sedierung aus dem Beckenkamm des Patienten isolieren und konzentrieren. Diese Stammzellen sollen die Entzündung hemmen und damit Ihre Schmerzen lindern und die Regeneration des geschädigten Knochens oder Knorpels anregen. Für eine fortlaufende Therapie kombinieren wir BMC mit den oben genannten MSEC.

REMCell: Robotisches Exoskelett und mesenchymale Stammzellentherapie

Das ANOVA Institut für Regenerative Medizin, Deutschlands Pioniereinrichtung für Stammzelltherapien, und Cyberdyne, der japanische Pionier für robotergestütztes Neurofunktionstraining, haben sich zusammengeschlossen, um eine neuartige und wirksame Behandlung für Rückenmarksverletzungen zu entwickeln: REMCell, robotisches Exoskelett und mesenchymale Stammzellentherapie. REMCell integriert die Neuroregeneration (NR) mit Stammzellen und das neurofunktionelle Training (NF) mit dem HAL-Roboter-Exoskelett. Die Patienten werden zunächst daraufhin untersucht, ob noch Nervensignale in ihren Beinen vorhanden sind und ob sie als Spender für mesenchymale Stammzellen geeignet sind. Die Stammzelltherapie erfordert die Entnahme von mesenchymalen Stammzellen (MSC) aus dem Unterhautfettgewebe, die mit einer Mini-Liposuktion, ähnlich der kosmetischen Fettabsaugung, durchgeführt wird. Die Stammzellen werden dann aus dem Fett isoliert und im Labor gezüchtet. Wenn eine ausreichende Anzahl von Stammzellen gezüchtet wurde, werden die Zellen bestimmten Bedingungen ausgesetzt, die die Sekretom-Produktion der Zellen optimieren. Es können 10 oder 20 Dosen von MSC-Sekretom hergestellt und für maximal zwei Jahre gelagert werden. Unmittelbar nach der Stammzellenentnahme beginnt der Patient mit dem HAL-Training, 5 Tage pro Woche mit einer täglichen Einheit von 1 - 2 Stunden. Nach 4 Wochen Training ist die MSC-Sekretom-Produktion abgeschlossen und die erste Infusion von MSC-Sekretom wird durchgeführt. Alternativ zur intravenösen Infusion kann das MSC-Sekretom auch intrathekal, d.h. in die das Rückenmark und das Gehirn umgebende Liquorflüssigkeit (CSF), injiziert werden.

Voraussetzungen für die Teilnahme an den Projekten von ANOVA und Cyberdyne

Für die neuro-muskuläre Feedback-Therapie bei querschnittsgelähmten Patienten müssen schwache neurologische Restimpulse in der Muskulatur vorhanden und stark genug sein, um erfasst zu werden. Auch die anderen Patientengruppen, Schlaganfallpatienten und neuromuskuläre Patienten, müssen die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Um herauszufinden, ob Sie von der kombinierten Stammzell- und HAL-Trainingstherapie von ANOVA und Cyberdyne profitieren können, sprechen Sie mit unseren Patientenbetreuern.

Weitere Therapieansätze

  • PRP (plättchenreiches Plasma): PRP ist eine vergleichsweise einfache experimentelle Therapie, da hier nur Blutplättchen (sogenannte Throbozyten) aus Ihrem Blut, aber keine Stammzellen isoliert werden. Sie dienen der Unterstützung der Wundheilung und der Förderung des Zellwachstums. Dies vermindert ebenfalls Schmerzen und führt zu einer besseren "Schmierung" der Gelenke.
  • Kryoneurolyse: Die Kryoneurolyse ist ein sehr wirkungsvolles Instrument in der Behandlung von Neuralgien, Nervenschmerzen und Neuromschmerzen. Um die Wirkungsweise darzustellen, muss man sich zunächst noch einmal die Neuranatomie und Neurophysiologie sowie Pathophysiologie der Nerven vor Augen führen.

Die Kryoneurolyse: Funktionsweise und Anwendung

Die Kryoanalgesie, auch Kryoanalgesie oder Kryoneurolyse genannt, ist eine spezielle Technik zur langfristigen Schmerzlinderung in der interventionellen Schmerztherapie. Die moderne Kryoanalgesie geht auf Cooper et al. zurück, die 1961 ein Gerät entwickelten, das flüssigen Stickstoff in einer hohlen Röhre verwendete, die an der Spitze isoliert war und eine Temperatur von - 190° C erreichte. Lloyd et al. schlugen vor, dass die Kryoanalgesie anderen Methoden der peripheralen Nervenzerstörung, einschließlich Alkohol-Neurolyse, Phenol-Neurolyse oder chirurgischen Läsionen, überlegen sei. Die Anwendung von Kälte auf Gewebe erzeugt eine Leitungsblockade, ähnlich der Wirkung von Lokalanästhetika. Langfristige Schmerzlinderung durch Nervengefrieren tritt auf, weil Eiskristalle eine vaskuläre Schädigung des Vasonervorums verursachen, die ein schweres endoneurales Ödem erzeugt. Die Kryoanalgesie stört die Nervenstruktur und erzeugt eine Wanddegeneration, lässt aber die Myelinscheide und das Endoneurium intakt. Die klinischen Anwendungen der Kryoanalgesie reichen von der Anwendung bei kraniofazialen Schmerzen bis hin zur Trigeminusneuralgie, hinteren Ohrmuschelneuralgie und Glossopharyngeusneuralgie; Schmerzen in der Brustwand bei verschiedenen Zuständen, einschließlich Neuralgien nach Thorakotomie, anhaltende Schmerzen nach Rippenfrakturen und postherpetische Neuralgien im thorakalen Bereich; abdominale und pelvine Schmerzen sekundär zu ilioinguinalen, iliohypogastrischen, genitofemoralen und subgastrischen Neuralgien; Pudendusneuralgie; Schmerzen im unteren Rücken und in den unteren Extremitäten sekundär zu lumbalen Facettengelenkspathologien, Pseudosciatica, Schmerzen mit Beteiligung des intraspinösen Bandes oder des supraglutealen Nervs, Schmerzen im Iliosakralgelenk, Neuralgie der Cluneal Nerven, Obturator-Neuralgie und verschiedene Arten von peripherer Neuropathie; und Schmerzen in den oberen Extremitäten sekundär zu suprascapularer Neuritis und anderen Zuständen peripherer Neuritis.

Spinnenseide als Matrix für nachwachsende Nervenzellen

Dass die Fäden der Seidenspinne als Matrix für nachwachsende Nervenzellen besser geeignet sind als synthetisches Nahtmaterial, habe die Spinnenseide bereits im Tierversuch bewiesen, so die Forscherinnen. Bis zu 200 Spinnenfäden legen die Forscherinnen über die Länge der defekten Stelle nebeneinander und umhüllen sie dann beispielsweise mit tierischen Kollagenen oder mit einer körpereigenen Vene, die anschließend vernäht wird. Die Spinnenseide durchläuft jetzt die klinischen Testphasen und soll in Zukunft als alternative Therapiemöglichkeit bei größeren Nervendefekten von mehreren Zentimetern dienen.

Die Rolle der Nervenregeneration im peripheren Nervensystem

Während im Gehirn und Rückenmark die Nervenfasern nach einer Verletzung in der Regel nicht nachwachsen können, zeigen die Nervenzellen im peripheren Nervensystem bei einer Nervenschädigung erstaunliche Regenerationsfähigkeiten. Allerdings sind dafür Geduld und eine gute Versorgung der Nervenzelle mit den richtigen Nährstoffen gefragt. Wissenschaftliche Erkenntnisse legen aber nahe, dass sich ein Nerv des peripheren Nervensystems unter bestimmten Voraussetzungen von selbst regenerieren kann. Dies hängt insbesondere von der Art der Schädigung und dem Überleben des Zellkörpers ab. Eine Nervenschädigung im zentralen Nervensystem ist für den Körper in der Regel permanent. Hier können Nervenzellen nicht ohne weiteres regenerieren.

Der Prozess der Nervenregeneration

Die Nervenregeneration ist ein wichtiger Reparaturprozess des peripheren Nervensystems, der zur Wiederherstellung der Struktur und Funktion der Nervenzelle führt. Wird ein peripherer Nerv verletzt, vergrößert sich der Zellkern der Nervenzelle, um sich für die Herstellung von Proteinen für den Neuaufbau vorzubereiten. In einem nächsten Schritt werden Fresszellen des Immunsystems, sogenannte Makrophagen, angelockt, um die abgebauten Zellbestandteile zu entsorgen. Die Nervenzelle ist nun bereit für den Wiederaufbau. Ziel der Regeneration ist es, die abgebauten Teile der Axone wiederherzustellen, um so wieder eine kontinuierliche Reizweiterleitung und Versorgung der innervierten Organe zu ermöglichen. Mit der Zeit werden diese sogenannten Axon-Sprossen länger und wachsen in Richtung des Zielgewebes. Damit die Axone dabei nicht vom Weg abkommen, konstruieren neu gebildete Schwann-Zellen in dem leeren Raum, in dem sich die verletzten Axone befunden haben, eine Leitbahn. Schwann-Zellen übernehmen aber noch weitere wichtige Aufgaben im Rahmen der axonalen Regeneration. Sie fördern beispielsweise die Bereitstellung von Wachstumsfaktoren und können helfen, Entzündungen zu lindern.

Nährstoffe und Vitamine für die Nervenregeneration

Damit die Regeneration einer Nervenzelle im peripheren Nervensystem gelingen kann, müssen allerdings zunächst die Ursachen der Nervenschäden beseitigt werden und im Körper alle für den Wiederaufbau benötigten Baumaterialien zur Verfügung stehen.

  • Uridinmonophosphat (UMP) und Cytidinmonophosphat (CMP): UMP und CMP gehören zu den sogenannten Nukleotiden, den Grundbausteinen unserer Erbsubstanz. Entsprechend sind sie an der Herstellung von Nervenzellproteinen und Membranlipiden, die für die Nervenregeneration unverzichtbar sind, in entscheidendem Maße beteiligt. Gleichzeitig übernehmen die Nukleotide in unserem Körper aber auch wichtige Rollen als Botenstoffe. Uridin-Nukleotide sorgen u. a. für die Differenzierung der Schwann-Zellen und leiten das Wachstum von Neuriten aus dem Wachstumskegel ein.
  • Vitamine des B-Komplexes: Verschiedene Vitamine des B-Komplexes spielen für unsere Nerven eine entscheidende Rolle, da sie zur normalen Funktion des Nervensystems beitragen. Dies ist auch daran zu erkennen, dass eine mangelnde Versorgung mit B-Vitaminen, insbesondere ein Vitamin-B-12-Mangel, zu einer Nervenschädigung (z. B. der peripheren Neuropathie) beitragen kann.
    • Vitamin B12: Als Coenzym übernimmt Vitamin B12 wichtige Funktionen im Energiestoffwechsel, der Zellteilung sowie der Übertragung von Methylgruppen. Damit spielt das Vitamin eine besondere Rolle bei der Herstellung wichtiger Nervenzellproteine und dem schützenden Myelin. Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern enthalten. Daher sind Vegetarier:innen häufig nicht optimal mit B12 versorgt.
    • Vitamin B6: Vitamin B6 übernimmt eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Nervenbotenstoffen, die für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen wichtig sind. Zudem wird es als Cofaktor für die Herstellung von Myelin benötigt.
    • Vitamin B1: Vitamin B1 wird häufig auch als „Nervenvitamin“ bezeichnet, denn es übernimmt gleich mehrere Aufgaben zum Erhalt der Nervenfunktion. Als Cofaktor beim Abbau von Glukose ist es zum einen dafür mitverantwortlich, dass der Nervenzelle ausreichend Energie zur Verfügung steht. Zum anderen unterstützt es die Bereitstellung von Nervenbotenstoffen und Myelin und trägt zum Erhalt der Struktur der Zellmembranen bei.
    • Folsäure: Folsäure ist für das Wachstum und die Teilung der Nervenzelle von Bedeutung. Gemeinsam mit Vitamin B12 übernimmt es zudem eine wichtige Rolle als sog. Methylgruppenüberträger und ist somit an der Herstellung von DNA-Bausteinen beteiligt. Darüber hinaus trägt das Vitamin Folsäure dazu bei, das Stoffwechselprodukt Homocystein „abzubauen“, welches in großen Mengen nervenschädigend sein kann. Dabei arbeitet es eng mit Vitamin B6 und Vitamin B12 zusammen. Als Folat ist es insbesondere in grünem Blattgemüse zu finden.

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