Nervenentzündung im Arm und Hand: Ursachen, Symptome und Therapie

Eine Nervenentzündung im Arm und in der Hand kann eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen und den Alltag stark einschränken. Die Beschwerden können von leichten Missempfindungen bis hin zu starken Schmerzen und Lähmungserscheinungen reichen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten einer Nervenentzündung im Arm und in der Hand.

Ursachen einer Nervenentzündung

Verschiedene Faktoren können eine Nervenentzündung (Neuritis) im Arm und in der Hand auslösen. Die Behandlung einer Nervenentzündung richtet sich nach der Ursache und der speziellen Art der Erkrankung. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Infektionen: Viren und Bakterien können Nervenentzündungen verursachen.
  • Verletzungen: Unfälle oder direkte Traumata können Nervenschäden verursachen, wenn Nerven durch Knochenfragmente oder Schwellungen unter Druck geraten.
  • Toxine: Alkohol und bestimmte Medikamente können Nervenentzündungen hervorrufen. Einige Medikamente und toxische Substanzen können eine toxische oder medikamenteninduzierte Neuropathie verursachen.
  • Mechanische Kompression: Eine mechanische Kompression, z. B. durch Muskelverspannungen oder Engpasssyndrome, kann Nerven einklemmen. Muskeln können so stark kontrahiert sein, dass sie Nerven dauerhaft abklemmen. Dies kann direkt geschehen, indem sie an bestimmten Engstellen auf unter ihnen liegende Nerven drücken, die in den Arm führen. Das ist am Hals seitlich möglich durch verspannte Scaleni-Muskeln und an den Schultern vorn durch verspannte kleine Brustmuskeln. Indirekt können die Nackenmuskeln die Nerven quetschen, indem sie die Wirbel so stark zusammendrücken, dass es Bandscheiben herausdrückt, die ihrerseits auf Nerven drücken.
  • Stoffwechselerkrankungen: Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus kann Nervenschäden verursachen. Auch bestimmte Vitaminmängel können zu neuropathischen Schmerzen führen. Zu nennen wäre der klassische Vitamin-B12-Mangel, der zu neuropathischen Schmerzen führen kann. Aber auch andere Vitamine aus dem B-Komplex können zu neuropathischen Schmerzen führen.
  • Autoimmunerkrankungen: In seltenen Fällen können Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose Nervenentzündungen verursachen. Die Multiple Sklerose ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu einer Reduktion der schützenden Myelinschicht um die Nerven kommt. Die Nervenreize und Impulse können somit nicht mehr wie gewohnt weitergeleitet werden, was zur Folge hat, dass neben anderen schwerwiegenden Beschwerden auch neuropathische Schmerzen auftreten können. Bei MS können neben den Armen sämtliche Körperregionen betroffen sein.
  • Überlastung und Fehlbelastung: Überlastungen und Fehlbelastungen können dazu beitragen, dass Nerven im Bereich der Arme oder im Bereich der Wirbelsäule gereizt werden. Diese hat die Folge, dass die Arme in typisch neuropathischer Weise schmerzen. Meistens bleiben Fehlbelastungen lange unbemerkt und verursachen keine Beschwerden. Plötzlich beginnen aber dann Beschwerden.

Typische Symptome einer Nervenentzündung

Abhängig davon, welche Nerven von der Entzündung betroffen sind, können verschiedene Symptome auftreten. Typische Symptome einer Nervenentzündung sind:

  • Gefühlsstörungen: Kribbeln, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Empfindungsstörungen
  • Schmerzen: Elektrisierende Schmerzempfindungen, Nervenschmerzen am Arm sind meist extremer, durchdringender als reine Muskel- oder Bindegewebsschmerzen. Die meisten Patienten schildern sie als kaum aushaltbar. Je nach dem, welcher Nerv besonders betroffen ist, mehr die Kleinfingerseite oder in die Daumenseite der Hand, oft aber auch in die ganze Hand. Neuropathische Schmerzen im Arm werden als ziehend und sehr unangenehm beschrieben. Sie sind schneidend und nicht genau zu lokalisieren. In aller Regel werden sie bei Belastung sogar noch stärker. In Ruhe werden sie meistens etwas besser.
  • Muskelschwäche: Einschränkungen in der Feinmotorik (z. B. Zugreifen), Lähmungserscheinungen
  • Weitere Symptome: Durchblutungsstörungen, Schweißausbruch

Spezifische Nervenerkrankungen im Arm und Hand

Neuralgische Amyotrophie

Bei einer neuralgischen Amyotrophie ist ein bestimmtes Nervengeflecht in der Nähe des Schlüsselbeins entzündet. Die Entzündung verursacht reißende Schmerzen und Lähmungen im Arm und in der Schulter. Die neuralgische Amyotrophie ist eine seltene Erkrankung, bei der plötzlich reißende Schmerzen im Arm auftreten. Sie beginnen typischerweise im Schultergelenk, strahlen dann in den Oberarm und den Nacken aus und betreffen schließlich den ganzen Arm bis zur Hand. Muskelschwäche und Lähmungen einzelner Muskelpartien können hinzukommen. Meistens ist nur ein Arm oder eine Schulter betroffen, in der Regel auf der rechten Körperseite. Man geht davon aus, dass die neuralgische Amyotrophie mit einer Entzündung des „Plexus brachialis“ zusammenhängt - einem Nervengeflecht am Übergang zwischen Hals und Oberkörper. Warum diese Entzündung entsteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Symptome:

  • Heftige Schmerzen in der Schulter oder im Arm, die sich bis zur Hand ausbreiten. Die Schmerzen treten plötzlich abends oder nachts auf.
  • Zusätzlich kann es zu Muskelschwäche und Lähmungen einzelner Muskelpartien kommen.

Ursachen:

  • Die Ursache für eine neuralgische Amyotrophie ist weitgehend unbekannt. Es gibt zwei Formen der neuralgischen Amyotrophie: die erbliche (hereditäre) und die mit unbekannter Ursache (idiopathisch). Bei der erblich bedingten neuralgischen Amyotrophie vererben Eltern eine bestimmte Genmutation an ihre Kinder, die sie anfälliger für die Erkrankung macht. Bei den meisten Menschen mit neuralgischer Amyotrophie ist die Ursache unklar. Bekannt ist nur, dass die Störung von einer Entzündung des Plexus brachialis - einem Nervengeflecht am Schlüsselbein - begleitet wird. Ärztinnen und Ärzte vermuten, dass sich die Entzündung im Zusammenhang mit einer Immunreaktion entwickeln könnte.

Verlauf:

  • Die typischen Schmerzen treten üblicherweise zuerst im Schultergelenk auf und breiten sich dann in den Nacken und den gesamten Arm aus. Binnen Stunden können Lähmungen einzelner Muskelpartien entstehen. Zu besonders starken Schmerzen kommt es in der Regel in den ersten Tagen bis Wochen. Viele Menschen haben Monate bis Jahre mit Schmerzen, Muskelschwäche oder Bewegungseinschränkungen zu tun. Bei den meisten Menschen mit neuralgischer Amyotrophie klingen die Beschwerden innerhalb von etwa 1 bis 3 Jahren ab.

Karpaltunnelsyndrom

Kribbelnde Hände, taube Finger und Schmerzen in der Hand? Hinter diesen Beschwerden könnte das sogenannte Karpaltunnelsyndrom stecken. Der Karpaltunnel ist eine knöcherne Rinne an der Innenseite des Handgelenks. Durch diese Engstelle hindurch verlaufen viele Sehnen und der mittlere Armnerv (Nervus medianus). Kommt es im Karpaltunnel zu einer Verengung, etwa durch eine Anschwellung des Gewebes oder Wassereinlagerungen, wird der Nerv abgeschnürt bzw. eingeklemmt. Die Folge: Die Durchblutung des Nervs wird beeinträchtigt, wodurch die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen leidet. Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Einengung des Mittelarmnerven (Nervus medianus) und löst Handschmerzen und ein Taubheitsgefühl im Bereich von Daumen, Zeige- und Mittelfingern aus. In schweren Fällen kommt es bei den Betroffenen zu Lähmungserscheinungen der Hand und die Greifkraft lässt deutlich nach. Die Hand schläft tagsüber ein und nachts wird der Schlaf durch ein unangenehmes, pelziges Gefühl gestört. Ausgelöst werden die Beschwerden beim Karpaltunnelsyndrom durch einen andauernden Druck auf den Nervus medianus. Um die Hand motorisch und sensorisch zu versorgen, muss der Mittelarmnerv den Karpaltunnel - eine anatomische Engstelle auf der Innenseite des Handgelenks - passieren. Neben dem Nerven verlaufen im Karpaltunnel die Sehnen der Fingerbeuger und des Daumenbeugers. Durch verschiedene Ursachen kann es im Karpaltunnel zu eng werden. Gerät dabei der Nerv unter Druck, resultieren Schmerzen und Missempfindungen.

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Symptome:

  • Empfindungsstörungen: Taubheit und Kribbeln (Ameisenlaufen) in den Händen sind typische Symptome. Im späteren Verlauf können auch Lähmungserscheinungen und eine nachlassende Greifkraft auftreten.
  • Nervenschmerzen: Diese können die Finger oder die ganze Handinnenseite betreffen. Betroffene nehmen oft eine Schonhaltung der Hand ein. Nadelstichartige Schmerzen in den Fingern bzw.
  • Zunächst kommt es meist nur nachts oder nach Überbelastung des Handgelenks (z. B. durch Abknicken beim Fahrradfahren, Stricken, Telefonieren) zu Beschwerden.

Ursachen:

  • Im Verlauf des Lebens kann es sehr eng werden im Karpaltunnel. Das liegt z. B. daran, dass die Sehnenscheiden der dort verlaufenden Beugesehnen oder das darüber liegende Karpalband (Ligamentum carpi transversum) dicker werden. Die verdickten Strukturen drücken dann auf den darunter liegenden Mittelarmnerv (Nervus medianus). Aber auch knöcherne Fehlstellungen nach einem Bruch der Hand können dazu führen, dass es im Karpaltunnel enger und der Nerv komprimiert wird.
  • Einige Grunderkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Diabetes mellitus treten häufig gemeinsam mit dem Karpaltunnelsyndrom auf. Diabetes mellitus gehört zu den Risikofaktoren für ein Karpaltunnelsyndrom. Das liegt daran, dass die Erkrankung - insbesondere bei schlecht eingestelltem Blutzucker - langfristig Gefäße und Nerven schädigt. Dadurch kann der Nervus medianus hypersensibel werden, wodurch schon bei minimalem Druck auf ihn Schmerzen und Missempfindungen ausgelöst werden.
  • Neben Übergewicht und einer Über- bzw. Fehlbelastung des Handgelenks scheint auch eine familiäre Neigung das Risiko für die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms zu erhöhen. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Grund: Der Karpaltunnel ist bei ihnen von Natur aus enger. Hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft begünstigen die Einlagerung von Wasser ins Gewebe - auf diese Weise steigt oft der Druck an, der im Karpaltunnel auf den Nerv wirkt.

Zervikale Radikulopathien

Unter zervikale Radikulopathien versteht man Reizungen der Nervenwurzeln, die aus der Halswirbelsäule herausragen. Gründe dafür können Bandscheibenvorfälle, Gleitwirbel sowie degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sein. Die Nerven, die als Wurzeln aus der Halswirbelsäule hervorgehen und in die Peripherie ziehen, versorgen vor allem den Armbereich.

Thoracic-Outlet-Syndrom

Unter dem Thoracic Outlet Syndrom fasst man verschiedene Kompressionssyndrome zusammen, die alle im Bereich der oberen Thoraxapertur auftreten und meistens zu einer Einengung eines großen Nervengeflechtes, dem Plexus brachialis, oder aber auch bestimmter Blutgefäße wie der Vena subclavia führen. Im Bereich des oberen Brustkorbs gibt es anatomisch bestimmte Engstellen, die durch verschiedene Ursachen verstärkt werden können und dann deutliche Beschwerden verursachen. Als Ursache wird vermutet, dass der Abstand zwischen Brustbein und der ersten Rippe zu klein ist.

Diagnostik

Die Diagnostik richtet sich nach den jeweiligen Symptomen. Um die Ursache zu klären sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Maßgebend ist vor allem das Ausmaß der Entzündung. Um die betroffenen Nervenbahnen zu lokalisieren stehen verschiedene neurologische bzw. physiologische Analyseverfahren im Vordergrund. Neben Blutuntersuchungen, MRT, Neurosonografie kann hierbei vor allem das EMG - eine Methode zur Messung der elektrischen Muskelaktivität - bei der Ursachenforschung helfen.

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Nach einer ausführlichen Befragung durch die Ärztin oder den Arzt schließt sich eine körperliche und neurologische Untersuchung an. Hierbei wird der Patient im Schulterbereich untersucht. Hier wird er aufgefordert, verschiedene Bewegungen des Arms durchzuführen. Die Übungen werden aktiv und passiv durchgeführt, und der Untersucher beurteilt, ob die Bewegung im Arm reiz- und blockadefrei durchgeführt werden kann oder ob es Widerstände gibt.

  • Elektroneurographie (ENG) und Elektromyographie (EMG): Hilfreich sind außerdem eine Elektroneurographie und eine Elektromyographie, um eine neuralgische Amyotrophie zu erkennen. Mit diesen Methoden lässt sich die Funktion bestimmter Nerven und die Muskelaktivität prüfen, die bei der Erkrankung häufig beeinträchtigt sind. Mittels Elektroneurografie kann der Arzt die Nervenleitgeschwindigkeit ermitteln und erkennt auf diese Weise Nervenschädigungen. Dafür klebt der Untersucher Elektroden an zwei Hautstellen des Patienten, die vom Medianusnerv versorgt werden. Nun stimuliert er den Nerv mit einem schwachen elektrischen Impuls. Bei einer Druckschädigung des Nerven zeigt sich eine verminderte Nervenleitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur normalen Nervenfunktion.

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  • Bildgebende Verfahren: Des Weiteren gibt es auch bildgebende Verfahren, die angewandt werden können, um die Ursache der Beschwerden zu finden. So würden zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, die im Bereich der Schulter durchgeführt werden, zeigen, ob eine Engstelle in diesem Bereich vorhanden ist. Um anatomische knöcherne Engstellen darzustellen, wird mitunter auch ein Röntgenbild der Schulter oder des Oberarmknochens in zwei Ebenen angefertigt.

    • MRT: Eine MRT-Aufnahme des Arms und der Halswirbelsäule wird immer dann durchgeführt, wenn man sicher einen Bandscheibenvorfall als Ursache ausschließen möchte. Durch diese strahlungsfreie Schnittbilddiagnostik kann man nicht nur die Knochen, sondern auch die Bandscheiben und Nervenwurzeln sehen und beurteilen. Dies ist wichtig, um Engstellen und eine eventuell zu den Beschwerden führende Kompression herauszufinden.
    • MR-Neurographie: Mittels MR-Neurographie kann der Ausschluss oder die Bestätigung einer vermuteten Schädigung des Arm-Nervengeflechts bei entzündlichen Erkrankungen erfolgen. Sie ist dabei ein besonders schonendes Verfahren, da es zu keiner Strahlenbelastung kommt, meist kein Kontrastmittel notwendig ist und sie ein nicht-invasives Verfahren darstellt.
  • Spezifische Tests beim Karpaltunnelsyndrom:

    • Phalen-Test: Der Patient legt die Handinnenflächen und anschließend die Handrückseiten zusammen. Der Phalen-Test fällt positiv aus, wenn das Aneinanderdrücken der Handrücken Gefühlsstörungen in den Fingern auslöst.
    • Inspektion: Bei fortgeschrittenem Karpaltunnelsyndrom findet der Arzt eine deutlich zurückgebildete Daumenballenmuskulatur.

Konservative Therapie

Da die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, können Ärztinnen und Ärzte bislang nur die Symptome behandeln. Es gibt einige Möglichkeiten, was man gegen Nervenschmerzen unternehmen kann. Zunächst sollte man die Ursache, wenn möglich, beheben.

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Um die Schmerzen und Lähmungen zu lindern, lassen sich verschiedene Schmerzmittel und entzündungshemmend wirkende Medikamente wie Kortikosteroide einsetzen. Kortikosteroide verkürzen die Heilungsdauer und vermindern das Risiko neuer Schmerzattacken. Neben den gängigen normalen Entzündungshemmern gibt es auch spezielle Schmerzmittel, die vor allem bei Nervenschmerzen eingesetzt werden.
    • Gabapentin: Gabapentin ist eigentlich ein Medikament, was gegen Krampfleiden entwickelt wurde. Durch eine Enzymhemmung wird der hemmende Stoff GABA vermehrt gebildet, was dann zur Folge hat, dass Reize im Bereich von Nervenzellen nicht mehr so überschiessend gebildet und weitergeleitet werden.
    • Pregabalin: Pregabalin bindet im zentralen Nervensystem an sogenannte Calciumkanäle, was dazu führt, dass der Calciumeinstrom in die Zelle reduziert wird. Dies führt dann zu einer Reduktion von Nervenimpulsen.
  • Lokale Maßnahmen: Akut kann man auch bestimmte Massagetechniken anwenden, um die Muskeln im Bereich der Schulter und des Oberarms zu lockern. Hier können auch Öle oder schmerzlindernde Salben verwendet werden, wie zum Beispiel Franzbranntwein, Voltaren-Gel oder Doc-Salbe. Manchen Patienten helfen auch wärmende oder kühlende Auflagen, die man mit einer Wärmflasche oder einem in ein Handtuch gewickelten Eispack für 10 Minuten durchführen kann.
  • Physiotherapie: In der Anfangsphase können mitunter auch spezielle Dehnungsübungen und andere Maßnahmen wie z. B. Physiotherapie die Beschwerden lindern. Therapeuten, die Nervenschmerzen im Arm und auch andere chronische Schmerzen mit der Pohltherapie® behandeln, stehen auf der Therapeutenliste. In der Pohltherapie® behandeln wir in erster Linie die verspannten Muskeln und das Bindegewebe / Faszien auf ihnen. Wenn Muskeln und Bindegewebe / Faszien dadurch wieder locker sind und sich wieder bewusst bewegen lassen, haben die Nerven wieder mehr "Luft". Sie werden nicht mehr gequetscht und drücken auch keine Bandscheiben mehr heraus.
  • Handgelenkschiene: Die wirksamste nicht-operative Behandlungsmethode ist die nächtliche Ruhigstellung des Handgelenks mithilfe einer geeigneten Schiene. Denn auf diese Weise werden die wiederholten Beuge-, Streck- und Drehbewegungen verhindert, die den Druck im Karpaltunnel erhöhen und die nächtlichen Beschwerden hervorrufen. Wenn die Hände nachts kribbeln, einschlafen oder schmerzen, kann eine geeignete Handgelenksschiene gute Dienste leisten. Denn man geht davon aus, dass sich die Symptome des Karpaltunnelsyndroms gerade nachts verstärken, weil im Schlaf das Handgelenk oft unbewusst abgeknickt wird. Eine Ruhigstellung des Handgelenks mithilfe einer Schiene wird daher empfohlen. Spezielle orthopädische Schienen entlasten den Handnerven und können die Beschwerden lindern. Diese Maßnahme hilft vor allem bei nächtlichen Schmerzen, indem der Druck auf das Handgelenk reduziert wird. Die Schienen bringen den meisten Patienten nach 4-6 Wochen eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden. Sie können entweder nur nachts oder auch am Tag getragen werden. Im Anfangsstadium des Karpaltunnelsyndroms können Schienen bereits eine Ausheilung bewirken.
  • Injektionen: Kortison kann vom Arzt auch direkt in den Karpaltunnel gespritzt werden. Eine lokale Infiltration von Schmerzmitteln oder Kortison in den Karpaltunnel lindert die Schmerzen und wirkt abschwellend. Unserer Erfahrung nach bessern sich bei vielen Patienten innerhalb der ersten 6 Wochen nach Kortison-Behandlung die Beschwerden, aber die Langzeitprognose ist nicht erfolgsversprechend: nach einem Jahr ist nur jeder 5.

Operative Therapie

In manchen Fällen, etwa bei starken Beschwerden oder unzureichendem Erfolg der anderen Therapieoptionen, ist ein chirurgischer Eingriff unumgänglich, um den Nerv zu entlasten und Schmerzfreiheit zu erreichen. Die gute Nachricht: Die nächtlichen Schmerzen und Missempfindungen in den Händen verschwinden sofort nach der OP. Selbst wenn die Nervenschmerzen im Arm durch Bandscheibenvorfälle bedingt sind, operiert man sie im Allgemeinen sehr ungern und nur im Notfall (unerträgliche Schmerzen, Armlähmung), da die Verhältnisse am Hals sehr viel diffiziler sind als die an der Lendenwirbelsäule und das Risiko einer Nervenverletzung und Lähmung an der HWS daher sehr groß ist.

  • Karpaltunneloperation (Neurolyse): Um den Nerv zu entlasten, führt der Operateur eine sogenannte Neurolyse durch. Dabei entfernt der Arzt einengende Gewebestrukturen wie übermäßig gewachsenes Bindegewebe. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung ambulant. Er wird entweder als offene Operation oder endoskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt. Die Orthopäden bevorzugen die endoskopische Operation, da sie für die Patienten schonender und mit einer sehr kleinen Narbe verbunden ist. Die offene Operationsmethode benötigt einen größeren Schnitt, der meist 2 bis 6 cm lang ist. Sie bietet Vorteile, wenn umfassendere Erkrankungen der Sehnenscheiden oder anderer Weichteile vorliegen. Vergleichende Studien zwischen operativen und konservativen Therapien beim Karpaltunnelsyndrom zeigen die Überlegenheit der Karpaltunneloperation (Neurolyse): Die Patienten werden durch Medianus-Neurolyse zu 99 % zuverlässig und dauerhaft von ihren Schmerzen befreit. Bei konservativer Behandlung ist die Erfolgsrate geringer und der Heilungsverlauf deutlich langwieriger. Bei vielen Patienten wird nach mehrmonatigen, konservativen Behandlungen mit unklaren Ergebnissen und leichter Symptomlinderung die Neurolyse später noch nachgeholt. Nach einer operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms ist die operierte Hand nach etwa 3 Wochen wieder eingeschränkt belastbar. Nach 6 Wochen kann der Patient auch körperlich anspruchsvolle Arbeiten wieder verrichten. Ab dann ist die Hand wieder uneingeschränkt belastbar.

Hausmittel und alternative Therapien

Auch gibt es einige Hausmittel, die bei neuropathischen Schmerzen helfen können.

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  • Entspannungsverfahren und Stressabbau: Da Stress oft Nervenschmerzen verstärken kann, sind Entspannungstechniken wie Meditation, tiefe Atemübungen oder Yoga hilfreich.
  • Magnesium und Vitamin B-Komplex: Magnesium kann zur Muskelentspannung beitragen und Krämpfe lindern, die oft mit Nervenschmerzen einhergehen. Der Vitamin-B-Komplex ist essenziell für eine gesunde Nervenfunktion und kann in Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Eiern und Fleisch gefunden werden.
  • Retterspitz: Auch Retterspitzauflagen können helfen neuropathische Schmerzen zu lindern. Man sollte hierzu Kompressen oder Tücher nehmen und diese mit Retterspitz tränken. Nach Auflage wird man nach ca 10 Minuten merken, dass die Tücher trocken werden und der Retterspitz eingezogen ist.
  • Massagen mit ätherischen Ölen: Eine sanfte Massage mit verdünntem ätherischem Pfefferminz- oder Lavendelöl kann entspannend und schmerzlindernd wirken. Die Öle wirken leicht kühlend und verbessern die Durchblutung. Eine Massage sollte jedoch vorsichtig erfolgen, um den schmerzenden Bereich nicht zusätzlich zu reizen. Durch eine leichte Massagetechnik im Bereich der Schulter und des Nackens kann man verhärtete Muskeln locker. Auch kann man hier Tigerbalm auf den verspannten Bereich auftragen.
  • Wechselduschen: Ebenfalls um eventuell verursachende Muskelverhärtungen zu beheben kann man auch versuchen durch Wechselduschen eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

Bewegung und Übungen

Ob Bewegung bei Nervenschmerzen helfen kann, hängt von der auslösenden Ursache ab. Bei einer akuten Nervenentzündung sollte man eher eine Schonung durchführen, da Bewegung unter Umständen sogar noch die Beschwerden verstärken könnte.

Es gibt auch einige hilfreiche Übungen, die man durchführen kann, um Nervenschmerzen zu lindern. Vor allem muskellockernde Übungen können hierbei helfen. Eine Übung besteht darin, sich gerade hinzustellen. Die Beine sind gestreckt und stehen leicht auseinander. Nun wird die Handfläche der rechten Hand auf das rechte Schulterblatt gelegt. Mit der linken Hand wird der Ellenbogen des rechten Arms gegriffen und Richtung Wirbelsäule gezogen. Man wird hierbei eine Spannung im Bereich der Außenseite des Oberarms spüren. Diese Position sollte einige Sekunden gehalten und der Arm dann wieder gelockert werden. Nach 3-4 Wiederholungen sollte ein Seitenwechsel durchgeführt werden. Auch hier sind dann 3-4 Wiederholungen empfehlenswert. Eine weitere Übung wäre das moderate Armkreisen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass man nicht in eine wild rudernde Bewegung verfällt. Die Arme sollten vielmehr leicht nach vorne gestreckt und gehalten werden. Dann werden d…

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