Nervenentzündung der Lendenwirbelsäule (LWS): Ursachen, Behandlung und Management

Eine Nervenentzündung im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), auch bekannt als lumbale Radikulopathie, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch Reizung oder Schädigung der Nervenwurzeln in diesem Bereich verursacht wird. Die Lendenwirbelsäule trägt das Gewicht des Rumpfes und ist zentral in alle Bewegungsabläufe involviert. Gemeinsam mit der Rückenmuskulatur und den Muskeln im Bauch stabilisiert sie den Körper. Die Lendenwirbel sind - im Vergleich zu den Wirbelkörpern in anderen Wirbelsäulenbereichen - aber eher klein. Der aufrechte Gang, der neben den Beinen vor allem durch die Mithilfe der Rückenmuskulatur ermöglicht wird, stellt eine zusätzliche Belastung für die Strukturen der Lendenwirbelsäule dar. Diese Entzündung kann erhebliche körperliche Einschränkungen verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Nur bei optimaler Therapie können neurologische Folgeschäden verhindert werden.

Was ist eine Nervenwurzelentzündung (Radikulopathie)?

Bei einer Nervenwurzelentzündung, auch Radikulopathie genannt, kommt es zu einer Reizung einer oder mehrerer Nervenwurzeln des Rückenmarks. Diese Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark austreten, sind Teil der Spinalnerven und versorgen bestimmte Bereiche des Körpers mit sensorischen und motorischen Impulsen. Die Spinalnerven treten aus dem Rückenmark rechts und links aus und vereinigen verschiedene Nervenarten zur Nervenwurzel. Dazu gehören motorische Nerven, die für die Bewegung von Muskeln zuständig sind, und sensible Nerven, die für Empfindungen verantwortlich sind. Eine Nervenwurzelentzündung kann in jedem Abschnitt des Rückenmarks auftreten, häufig sind sie im Bereich der Hals- oder der Lendenwirbelsäule.

Wie entstehen radikuläre Schmerzen?

Radikuläre Schmerzen entstehen durch Reizung, Druck oder Schädigung von Nervenwurzeln. Sie werden typischerweise entlang des Versorgungsgebietes (Dermatom) des Spinalnervs aus.

Ursachen einer Nervenentzündung im LWS-Bereich

Die Ursachen für eine Nervenwurzelentzündung im LWS-Bereich sind vielfältig. Es gibt viele Radikulopathien. Sie reichen vom Bandscheibenprolaps bis zu Wirbelsäulentumoren. Häufige Ursachen sind:

  • Bandscheibenvorfall: Bandscheibenvorfälle sind die häufigsten Ursachen für eine Radikulopathie. Hierbei tritt das Bandscheibengewebe aus und drückt auf die Nervenwurzel. Der hervor gebrochene Gallerkern drückt dann auf die Nervenwurzel (gelb) oder den Spinalnerven. Im Bereich der Lendenwirbelsäule kann dies zu Schmerzen, Taubheitsgefühl in den Beinen und Lähmungen führen. Das Material der Bandscheibe kann bei einem Bandscheibenvorfall in verschiedene Richtungen austreten, meist jedoch so, dass direkter Druck auf die Nervenwurzel entsteht.
  • Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (Spondylarthrose oder Spondylose): Durch Verschleiß entstehen z. B. knöcherne Anbauten (Osteophyten), die auf die Nervenwurzeln drücken können.
  • Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) kann ebenfalls Druck auf die Nervenwurzeln ausüben.
  • Tumore: Tumore im Bereich der Wirbelsäule können auf die Nervenwurzeln drücken. Beispiele sind Chondrosarkome und Osteosarkome. Allerdings Metastasen anderer Malignome zu Verengungen im Bereich von Nervenwurzeln. Prostatakarzinome oder Lungenkrebs. Es gibt auch Wucherungen der Nerven, sogenannte Neurofibrome.
  • Trauma: Verletzungen der Wirbelsäule, wie z. B. Frakturen, können ebenfalls zu Nervenwurzelentzündungen führen. Auch starke, von außen einwirkende Gewalt wie z. B. ein Sturz oder ein Autounfall können die Nervenwurzeln schädigen.
  • Hämatome: Blutergüsse im Wirbelkanal können so groß werden, dass sie auf Nervenwurzeln drücken.
  • Infektionen: In seltenen Fällen können Infektionen, wie z. B. Borreliose oder Gürtelrose, eine Nervenwurzelentzündung verursachen. Nervenwurzeln werden auch direkt durch Infektionskrankheiten bedroht.
  • Entzündungen: Entzündliche Erkrankungen, wie z. B. Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), können ebenfalls zu Nervenwurzelentzündungen führen.
  • Seltene Ursachen: In sehr seltenen Fällen kann auch ein Tumor diese Nervenwurzelreizungen verursachen.

Symptome einer Nervenentzündung im LWS-Bereich

Die Symptome einer Nervenentzündung im LWS-Bereich können vielfältig sein und hängen davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Schmerzen: Schmerzen im unteren Rücken, die in das Gesäß, die Beine und Füße ausstrahlen können (radikuläre Schmerzen). Bei einer Nervenwurzelentzündung kommt es meist auch zum Auftreten von Schmerzen. Da Nerven für die Weiterleitung von Schmerz zuständig sind, kommt es bei der Schädigung einer Nervenwurzel entsprechend zu starken Schmerzen, da der gereizte Nerv ständig Signale weiterfeuert und es zu einer Nervenreizung kommt. Die Schmerzen können dabei verschieden wahrgenommen werden. Häufig sind sie zu Beginn stechend und sehr stark und werden im Verlauf etwas dumpfer. Viele leiden unter dauerhaften Schmerzen, die also über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Des Weiteren kommt es häufig zu einem lageabhängigen Schmerz, der sich beispielsweise im Liegen oft bessert, da in dieser Position die Nervenwurzel etwas entlastet wird.
  • Taubheitsgefühle: Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Beinen und Füßen.
  • Muskelschwäche: Muskelschwäche in den Beinen und Füßen, die zu Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen führen kann. Sind hingegen die motorischen Nervenfasern betroffen, kommt es zur Abschwächung oder zum Ausfall von Muskeln.
  • Reflexveränderungen: Verminderte oder fehlende Reflexe in den Beinen und Füßen.
  • Sensibilitätsstörungen: Veränderungen der Sensibilität, wie z. B. Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit.
  • Darm- oder Blasenfunktionsstörungen: In schweren Fällen können auch Darm- oder Blasenfunktionsstörungen auftreten.

Die Höhe der Radikulopathie bestimmt entsprechend die Lokalisation der Symptome. Es können natürlich auch mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten.

Dermatome

Jede Nervenwurzel, die aus dem Spinalkanal des Rückenmarks austritt, versorgt bestimmte Körperbereiche. Zum Beispiel gibt es Nervenwurzeln, sogenannte Dermatome, die klar definierte Hautpartien versorgen. Treten nun Beschwerden bei diesen Hautpartien auf, lässt das meist auf den gereizten Nerv schließen. Deren sensiblen Anteile teilen sich die Bereiche von Becken und Bein ebenfalls in Dermatome auf. Allerdings weniger streng abgegrenzt als die Dermatome der Halswirbelsäule. In den betroffenen Bereichen kommt es zu Taubheitsgefühlen, Missempfindungen oder Schmerzen. Sind Nervenwurzeln betroffen, sind auch Kraftverlust oder Lähmungen des Fußes oder Beines möglich. Großzehe. Kraftminderung oder gar Lähmungen betreffen vor allem den M. quadriceps femoris, d. des Kniegelenks fällt schwer. Der Innenseite des Unterschenkels. Gezogen werden können, sind der Hüftbeuger (M. Unterschenkel und an der Fußsohle bemerkbar. Unterschenkel und am Fuß.

LWS-Syndrom

Ein typisches Symptom für das LWS-Syndrom sind Schmerzen im unteren Rücken. Das Lendenwirbelsäulensyndrom fasst alle Rückenschmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule zusammen. Das sind also Symptome wie akute und chronische Schmerzen, die durch organisch bedingte oder funktionelle Beschwerden in der Lendenwirbelsäule entstehen. Die Beschwerden können auch gürtelförmig in die Seiten, bis nach vorn und in die Beine ausstrahlen. Wichtig bei starken Rückenschmerzen im Lendenbereich ist, dass sich der Schmerz nicht "chronifiziert", also das Schmerzgedächtnis aktiv wird. Auslöser für den akuten Rückenschmerz in der Lende sind meist auf Verspannungen, Blockaden, einen Bandscheibenvorfall und die ruckartige oder ungewohnte Belastung oder Bewegung zurückzuführen. Im chronischen Fall werden Betroffene die Schmerzen oft selbst dann nicht mehr los, wenn die eigentliche Ursache schon lange verschwunden ist. Sie entwickeln eine Schonhaltung, die die chronische Belastung der Strukturen in der Lendenwirbelsäule und somit die Schmerzen weiter verstärkt.

Diagnose einer Nervenentzündung im LWS-Bereich

Für die Diagnose einer Nervenwurzelentzündung ist neben dem Orthopäden-Patienten-Gespräch vor allem die körperliche Untersuchung sehr wichtig. Anhand der Symptome und einer neurologischen Untersuchung kann der Arzt feststellen, welche Nervenwurzel betroffen ist. In Abhängigkeit von den auftretenden Symptomen kann über den Verlauf der Nerven auf die Höhe der Schädigung geschlossen werden.

Bildgebende Verfahren

Zur Bestätigung des Verdachts sollte immer eine Bildgebung erfolgen, also beispielsweise ein MRT. Dies ist auch wichtig, um einen Bandscheibenvorfall als Ursache ausschließen zu können.

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  • MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT ist das wichtigste bildgebende Verfahren zur Diagnose einer Nervenwurzelentzündung. Durch die verschiedenen Eigenschaften des Bandscheibengewebes lässt sich dieses besonders gut im MRT begutachten. Daher ist das MRT eine wichtiges diagnostisches Mittel, um möglichst genaue Aufschlüsse über die Schädigung und deren Ausmaß zu erhalten. Auch andere Veränderungen im Bereich des Bindegewebes können mit einem MRT gut erfasst werden. Ein MRT der Wirbelsäule wird standardmäßig bei einer Nervenwurzelentzündung mit Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall durchgeführt.
  • CT (Computertomographie): Ein CT kann zusätzlich genutzt werden, um die Knochenstruktur genauer zu untersuchen, insbesondere wenn eine operative Behandlung in Betracht gezogen wird.
  • Röntgen: Die Erstellung eines Röntgenbildes bei einer Nervenwurzelentzündung ist eine sinnvolle Methode zur Diagnose einer Verschleißreaktion der Zwischenwirbelgelenke. Dabei können die verschiedenen knöchernen Strukturen im Bereich der Nervenwurzel genau untersucht werden. Auch weitere mögliche Umbauprozesse der Knochen können im Röntgenbild gut beurteilt werden.
  • Ultraschall: Der Ultraschall ist eine Methode der Bildgebung, die bei einer Nervenwurzelentzündung eher selten zum Einsatz kommt. Der Grund hierfür ist, dass der Ultraschall durch andere Bildgebungen, wie z.B. das MRT, abgelöst wurde, da diese Untersuchungsmethode sensitiver ist.
  • Liquorpunktion: Manchmal bleibt trotz bildgebender Diagnostik die Ursache einer Radikulopathie im Dunkeln. Dann führt der Arzt ggf. eine Liquorpunktion durch und untersucht die entnommene Hirnflüssigkeit. So lassen sich z. B. Entzündungen oder Infektionen nachweisen.

Elektromyographie (EMG)

Das EMG, also die Elektromyographie, ist ein geeignetes Verfahren zur Erkennung von Schädigungen der Nerven oder Muskeln. Mit Hilfe dieser Messung kann untersucht werden, ob Schmerzen im Bereich des Rückens durch eine Fehlfunktion der Rückenmuskeln oder durch eine Schädigung von Nerven ausgelöst werden. Daher eignet sich dieses Untersuchungsverfahren gut bei einer Nervenwurzelentzündung. Dabei werden am zu untersuchenden Bereich oberflächliche Elektroden angebracht, mit denen die Energieströme der Rückenmuskeln abgeleitet werden.

Wirbelsäulenvermessung

Eine Wirbelsäulenvermessung kann bei einer Nervenwurzelentzündung zur Prävention oder nach einer stattgefundenen Erkrankung zur Erkennung der Ursache eingesetzt werden. Dabei werden durch bestimmte Verfahren schmerzfrei verschiedene Messungen entlang der Wirbelsäule durchgeführt, um eventuelle Fehlhaltungen oder Verkrümmungen zu entdecken. Diese können durch erhöhten Druck an einzelnen Segmenten der Wirbelsäule eine Nervenwurzelentzündung triggern.

Behandlung einer Nervenentzündung im LWS-Bereich

Die Behandlung einer Nervenwurzelentzündung richtet sich nach der Ursache, der Lokalisation und dem Ausmaß der Beschwerden. Die Behandlung der Radikulopathie hängt von ihrer Ursache ab.

Konservative Therapie

In den meisten Fällen wird zunächst eine konservative Therapie versucht. Zu den konservativen Verfahren gehören:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel zur Linderung der Beschwerden. Hierfür eignen sich die nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR, besonders gut, da sie gleichzeitig die Entzündungsreaktion an der Nervenwurzel reduzieren. Hierfür eignen sich beispielsweise Diclofenac und Ibuprofen gut. Diclofenac kann auch in Salben-Form, als Voltaren, eingesetzt werden. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Oft reicht diese Medikation jedoch nicht aus.
  • Muskelrelaxanzien: Muskelentspannende Muskelrelaxanzien, manchmal auch durch Antidepressiva.
  • Kortikosteroide: Cortison kann bei starken Schmerzen als therapeutische Option eingesetzt werden. Es kann entweder in Tablettenform eingenommen werden oder, was besonders bei einer Nervenwurzelentzündung gut helfen kann, in den Bereich der Nervenwurzel gespritzt werden. Diese Methode wird auch als Infiltration bezeichnet und erfolgt epidural, also in den Raum oberhalb der Dura mater (einer der Hirnhäute, die auch das Rückenmark umgibt). Die Kortisonspritze ist oralem Cortison (Cortison in Tabletten) bei einer Nervenwurzelentzündung zu bevorzugen, es überwiegend am Ort der Entzündung wirkt. Die Cortisoninfiltration birgt natürlich einige Risiken und Nebenwirkungen, weswegen vor dem Einsatz dieser Methode ein ausführliches Orthopäden-Patienten-Gespräch erfolgen sollte. Bei chronischen Verläufen raten die Leitlinien zu psychotherapeutischer Unterstützung (z. B. Verhaltenstherapien) oder zur Verordnung von Antidepressiva.
  • Physiotherapie: Krankengymnastik dehnt und stärkt die Muskulatur und lindert dadurch die Schmerzen. Je nach Ursache können physiotherapeutische Behandlungen helfen, z. B. mit Kälte oder Wärme.
  • Wärmeanwendungen: Die Anwendung von Wärme kann bei einer Nervenwurzelentzündung hilfreich sein. Sie wird allerdings nicht in der akuten Situation des starken stechenden Schmerzes empfohlen, sondern eher nach ein paar Tagen. Durch die Wärme wird lokal die Durchblutung angeregt und so auch die Entspannung der Muskeln am Rücken gefördert. Diese ist sehr wichtig, weil es bei einer Nervenwurzelentzündung durch den Schmerz oft zu Verspannungen kommen kann. Es gibt verschiedene Arten, wie Wärme bei einer Radikulopathie angewendet werden kann.
  • Kinesiotaping: Das Kinesiotaping kann bei der Behandlung einer Nervenwurzelentzündung unterstützend eingesetzt werden. In Abhängigkeit von der Lokalisation und dem Ausmaß der Radikulopathie kommen verschiedene Tape-Kombinationen in Frage. Bei einem starken Schmerzpunkt können drei Tapes sternförmig darüber angebracht werden. Zieht sich der Schmerz über mehrere Segmente des Rückens, können die Tapes parallel zur Wirbelsäule angebracht werden. Bei einer Nervenwurzelentzündung kommt es durch den entstehenden Schmerz oft auch zu einer Verspannung der Muskeln. Durch die Kinesiotapes wird eine bewusste Bewegung unterstützt und die Muskeln können durch den leichten Zug entspannt werden.
  • Osteopathie: Bei einer chronischen Nervenwurzelreizung/Nervenwurzelentzündung ist ein osteopathischer Behandlungsansatz sinnvoll.
  • Interventionelle Schmerztherapie: Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass eine konservative Therapie nichts ausrichten kann. Dann empfehlen die Rückenspezialisten die interventionelle Schmerztherapie. Dabei wird z. B. ein Gemisch aus Kortison und Betäubungsmittel an die schmerzende Nervenwurzel gespritzt. Dies kann vorübergehend Linderung verschaffen. In manchen Fällen kann man eine Radikulopathie durch die interventionelle Schmerztherapie lindern. Dabei spritzt der Arzt unter Röntgenkontrolle ein Gemisch aus Kortison und Betäubungsmitteln in die Nähe der gereizten Nervenwurzel.
  • Stufenbettlagerung: In vielen Fällen hat sich auch ein Stufenbett als sinnvolle Maßnahme bei einem LWS-Syndrom erwiesen - besonders, wenn Beschwerden mit den Bandscheiben bestehen. Legen Sie sich dazu flach auf den Rücken und lagern Sie Ihre Unterschenkel im 90-Grad-Winkel hoch (zum Beispiel auf einem Stuhl oder Hocker).

Operative Therapie

In etwa 20 % der Radikulopathien muss die - meist mechanische - Ursache operativ beseitigt werden. Häufige Fälle liegt ein Bandscheibenvorfall zugrunde, manchmal auch eine Spinalkanalstenose. Ziel der Operation ist die Dekompression der beengten Nervenwurzel. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Bei einer Operation ist die mikrochirurgische Dekompression eines der möglichen Verfahren zur Behandlung einer Radikulopathie.

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  • Mikrodiskektomie: Bei einem Bandscheibenvorfall kann der Оператор den Bandscheibenvorfall entfernen, um den Druck von der Nervenwurzel zu nehmen. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Entfernung von störendem Gewebe den Druck von der komprimierten Nervenwurzel nimmt. Der Operateur setzt ein spezielles Mikroskop und feinste Instrumente über einen kleinen Zugang in den Wirbelkanal ein.
  • Laminektomie: Bei einer Spinalkanalstenose kann ein Teil des Wirbelbogens entfernt werden, um den Wirbelkanal zu erweitern und den Druck von der Nervenwurzel zu nehmen.
  • Spondylodese: In manchen Fällen reicht das Abtragen von störenden Strukturen nicht aus, um die Nervenwurzel zu befreien. Dann kann der Operateur sogenannte Cages als Platzhalter in das Bandscheibenfach zwischen zwei Wirbelkörpern einsetzen. Dies hilft, zwischen den Wirbelkörpern einen ausreichenden Abstand und den Druck vom Nervengewebe zu halten.
  • Nukleoplastie: In einigen Kliniken wird zur Dekompression auch die Nukleoplastie eingesetzt.
  • Behandlung von Infektionen: antibiotischen bzw. tuberkulostatischen Therapie.
  • Entfernung von Hämatomen: Blutergüsse können sich von selbst zurückbilden. Wenn nicht, werden sie ausgeräumt.

Übungen bei Nervenentzündung im LWS-Bereich

Es gibt zahlreiche Übungen, die bei einer Nervenwurzelentzündung zum Einsatz kommen können. Bei Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) eignet sich beispielsweise eine Übung, bei der im hüftbreiten Stand mit nach vornegeneigtem geraden Oberkörper und ausgestreckten Armen der Rücken nach unten geneigt und wieder hochgenommen wird. Die Übungen sollten keine Schmerzen verursachen. Die folgenden Übungen sind nur beispielhaft zu verstehen. Leider können wir Ihnen an dieser Stelle keine konkreten Übungen nennen, da jede Nervenwurzelentzündung einzigartig ist. Eine Übungen die für einen Patienten mit einer Nervenwurzelentzündung hilfreich ist, kann bei einem anderen Patienten Schaden anrichten.

Dauer einer Nervenwurzelentzündung

Die Dauer einer Nervenwurzelentzündung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab.

  • Akute Nervenwurzelentzündung: Eine akute Nervenwurzelentzündung, die durch plötzliche Ereignisse wie einen Bandscheibenvorfall oder eine akute Infektion (z.B. Herpes Zoster) ausgelöst wird, kann typischerweise mehrere Tage bis Wochen andauern. Mit entsprechender Behandlung, wie Schmerzmedikation, entzündungshemmenden Medikamenten und physiotherapeutischen Maßnahmen, können die Symptome oft innerhalb von 4 bis 6 Wochen abklingen. Bei einer Infektion, beispielsweise Borreliose oder Gürtelrose, hängt die Dauer von der Zeitspanne bis zum Einsatz der Antibiotika bzw. antiviralen Therapie ab. Auch nach Abklingen der Symptome nach einer Infektion mit dem Herpes Zoster-Virus kann es zu sog. Post Zoster Schmerzen kommen.
  • Subakute Nervenwurzelentzündung: Wenn die Entzündung durch eine länger anhaltende Ursache wie chronische mechanische Belastung (z.B. degenerative Veränderungen der Wirbelsäule) ausgelöst wird, kann die Entzündung über mehrere Wochen bis Monate bestehen. In solchen Fällen ist eine längerfristige Therapie notwendig, die neben medikamentöser Behandlung auch gezielte Trainingstherapie und möglicherweise Injektionstherapien umfasst.
  • Chronische Nervenwurzelentzündung: Chronische Nervenwurzelentzündungen, die durch anhaltende oder wiederkehrende mechanische Kompressionen oder chronische Entzündungszustände entstehen, können über Monate bis Jahre anhalten. In solchen Fällen kann es schwierig sein, die Entzündung vollständig zu beseitigen, und die Behandlung zielt häufig darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern. In manchen Fällen kann eine chirurgische Intervention erforderlich sein, um die Ursache der Kompression zu beheben. Bei einer degenerativen, also Verschleiß-bedingten, Nervenwurzelreizung beträgt die Dauer der akuten starken Beschwerden meist einige Wochen.
  • Erholungsphase: Auch nachdem die akuten Entzündungssymptome abgeklungen sind, kann es einige Zeit dauern, bis die Nervenwurzel vollständig regeneriert ist.

Prävention einer Nervenentzündung im LWS-Bereich

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, einer Nervenentzündung im LWS-Bereich vorzubeugen:

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung hilft, die Rückenmuskulatur zu stärken und die Wirbelsäule beweglich zu halten.
  • Ergonomisches Arbeiten: Achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, um Fehlbelastungen der Wirbelsäule zu vermeiden. Als wichtige Maßnahme, um einem LWS-Syndrom oder anderen Rückenschmerzen vorzubeugen, empfehlen Ärzte, öfter die Sitzhaltung zu ändern und am besten spätestens alle zwei Stunden aufzustehen und sich ein wenig zu bewegen - vor allem wenn man die Arbeit überwiegend sitzend verrichtet.
  • Richtiges Heben: Heben Sie schwere Gegenstände aus den Beinen und nicht aus dem Rücken.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann zu Muskelverspannungen und Rückenschmerzen führen.

Muskelcheck

Ein muskulärer Dysbalancen-Check ist eine wichtige Methode, um die Regeneration nach einer Nervenwurzelentzündung zu unterstützen oder dieser vorzubeugen. Dabei werden im Bereich des Rückens die verschiedenen Muskelpartien analysiert, um verkürzte oder geschwächte Muskeln zu finden. Diese spielen oft eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Nervenwurzelentzündung, da die Muskelschwäche zu einer Erhöhung des Drucks auf die Bandscheiben, das Rückenmark und die Nervenwurzeln führt.

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