Ätherisches Minzöl, insbesondere aus der Japanischen Minze gewonnen, hat sich als ein vielseitiges Hausmittel zur Linderung verschiedener Beschwerden etabliert. Besonders bei Nervenschmerzen kann es eine wohltuende und natürliche Alternative zu konventionellen Schmerzmitteln darstellen. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von Minzöl gegen Nervenschmerzen.
Was ist Nervenschmerz?
Nervenschmerzen, auch Neuralgien genannt, entstehen durch Schädigungen oder Irritationen von Nerven. Sie äußern sich oft als stechende, brennende oder einschießende Schmerzen, die von leichten Beschwerden bis hin zu unerträglichen Qualen reichen können. Die Ursachen für Nervenschmerzen sind vielfältig und können von Verletzungen, Entzündungen, Infektionen bis hin zu Stoffwechselerkrankungen reichen.
Die Kraft der Minze: Japanisches Minzöl im Fokus
Das traditionelle Heilkraut aus Japan, die Japanische Minze (Mentha arvensis var. piperascens), hat nichts von seiner Wirkung eingebüßt. Ihr ätherisches Öl, reich an Menthol, wird traditionell zur Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Japanisches Minzöl ähnelt dem europäischen Pfefferminzöl, enthält aber wesentlich mehr Menthol.
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Die Japanische Minze enthält ein ätherisches Öl (Menthae arvensis aetheroleum), das sehr reich an Menthol ist. Aus diesem Japanischen Minzöl lässt sich durch ein kompliziertes Verfahren Japanisches Heilpflanzenöl gewinnen (Menthae arvensis aetheroleum partim mentholum depletum). Es enthält noch etwa die Hälfte des ursprünglichen Menthols.
Das Besondere an Menthol ist: Es wirkt kühlend, krampflösend, durchblutungsfördernd und desinfizierend. Der schmerzlindernde Effekt von Menthol hängt vermutlich mit seiner kühlenden Wirkung zusammen. Weitere Inhaltsstoffe im Minzöl sind neben Menthol außerdem Menthon und Isomenthon.
Lesen Sie auch: Symptome eines Ganglions
Anwendungsgebiete von Japanischem Heilpflanzenöl
Aufgrund dieses Wirkspektrums wird Japanisches Heilpflanzenöl etwa bei folgenden Beschwerden angewendet:
- Funktionelle Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl (innerliche Anwendung)
- Erkältungssymptome wie Schnupfen und Heiserkeit (innerliche und äußerliche Anwendung)
- Muskelschmerzen (äußerliche Anwendung)
- Kopfschmerzen (äußerliche Anwendung)
- Nervenschmerzähnliche (neuralgiforme) Beschwerden.
Auch in anderen Bereichen kommt Japanische Minze zum Einsatz: Gemischt mit anderen Ölen wie Eukalyptusöl scheint das Minzöl vor Insekten und Stechmücken zu schützen. Aufgrund ihres erfrischenden Geschmacks wird Japanische Minze außerdem gerne als Zutat für Kaugummis, Mundwasser oder Zahnpasta verwendet.
Wie wirkt Minzöl bei Nervenschmerzen?
Minzöl kann bei Nervenschmerzen auf verschiedene Weisen Linderung verschaffen:
- Kühlung: Menthol, der Hauptbestandteil des Minzöls, aktiviert Kälterezeptoren in der Haut. Dies erzeugt einen kühlenden Effekt, der von Schmerz ablenken und die Wahrnehmung von Nervenschmerzen reduzieren kann.
- Durchblutungsförderung: Minzöl fördert die Durchblutung, was dazu beitragen kann, verspannte Muskeln zu lockern und die Nervenfunktion zu verbessern.
- Entzündungshemmung: Einige Studien deuten darauf hin, dass Minzöl entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, die dazu beitragen können, Nervenentzündungen zu reduzieren und somit Schmerzen zu lindern.
- Schmerzlinderung: Durch die Stimulation von Kälterezeptoren auf der Haut blockiert Menthol Schmerzrezeptoren und kühlt geschwollene Schleimhäute.
Anwendung von Minzöl bei Nervenschmerzen
Die Anwendung von Minzöl bei Nervenschmerzen kann auf verschiedene Arten erfolgen:
Äußerliche Anwendung
Die äußerliche Anwendung ist die gebräuchlichste Methode zur Linderung von Nervenschmerzen mit Minzöl.
Lesen Sie auch: Überblick: Ätherische Öle & Epilepsie
- Einreibung: Verdünnen Sie einige Tropfen Minzöl mit einem Trägeröl wie Mandelöl oder Jojobaöl (Verhältnis 1:10) und massieren Sie die Mischung sanft in die betroffene Stelle ein. Bevorzugte Körperstellen sind Stirn und Schläfe. Vermeiden Sie den versehentlichen Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und offenen Hautstellen. Waschen Sie nach der Anwendung gründlich die Hände.
- Kompresse: Geben Sie einige Tropfen Minzöl in kaltes Wasser, tränken Sie ein Tuch darin und legen Sie es auf die schmerzende Stelle.
- Bäder: Geben Sie einige Tropfen Minzöl in ein warmes Bad. Dies kann helfen, Nervenschmerzen im ganzen Körper zu lindern.
Inhalation
Die Inhalation von Minzöl kann bei Nervenschmerzen im Kopfbereich oder bei Erkältungssymptomen, die Nervenschmerzen verstärken können, hilfreich sein.
- Dampfbad: Geben Sie drei bis vier Tropfen des ätherischen Öls in eine Schüssel mit heißem Wasser und atmen Sie die aufsteigenden Dämpfe ein. Beugen Sie Ihren Kopf über das Gefäß, atmen Sie die Dämpfe durch Nase und Mund ein und decken Sie nach Möglichkeit Kopf und Gefäß mit einem Tuch ab. Vorsicht heiß - Die Anwendung sollte nur erfolgen, wenn der sichere Umgang mit dem Arzneimittel gewährt ist.
- Aroma-Diffuser: Verwenden Sie einen Aroma-Diffuser, um Minzöl in der Luft zu verteilen.
Innerliche Anwendung
Bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegskatarrhen können Erwachsene ein- bis zweimal täglich zwei Tropfen des ätherischen Öls aus der Japanischen Minze zusammen mit einem Stück Würfelzucker oder einem Glas Wasser einnehmen. Die Tagesdosis beträgt drei bis sechs Tropfen.
Alternativ ist die innerliche Anwendung auch über einen Tee aus den frischen oder getrockneten Minze-Blättern möglich, wobei dieser aber eine geringere Menge an ätherischem Öl liefert.
Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise
Bei der Anwendung von Minzöl sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Verdünnung: Minzöl sollte niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden, da es zu Reizungen führen kann.
- Allergien: Testen Sie das Öl vor der großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle, um allergische Reaktionen auszuschließen.
- Augenkontakt: Vermeiden Sie den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Schwangere und stillende Frauen sollten vor der Anwendung von Minzöl ihren Arzt konsultieren. Das Arzneimittel sollte nach derzeitigen Erkenntnissen nicht angewendet werden. Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
- Kinder: Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu zwei Jahren darf das Minzöl keinesfalls im Gesicht angewendet werden! Sonst droht ein lebensgefährlicher Stimmritzenkrampf (Glottiskrampf) mit Atemstillstand kommen! Vorsichtshalber wird von einer Anwendung bei Kindern unter vier Jahren abgeraten.
- Asthma: Asthmatiker sollten Minzöl nur mit Vorsicht anwenden, da es zu Atemproblemen führen kann. Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen.
- Gallenprobleme: Bei Gallensteinleiden, Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung oder Leberschäden dürfen Sie das ätherische Öl innerlich nicht anwenden. Wer Probleme mit der Galle hat, sollte das Heilkraut nicht einnehmen.
- Wechselwirkungen: Pfefferminztee kann Sodbrennen und Übelkeit hervorrufen. Wahrscheinlicher sind diese möglichen Nebenwirkungen aber bei der Einnahme des Öls in Form von Arzneimitteln. Auch Brennen im Analbereich und Mundtrockenheit können auftreten.
Fertigpräparate mit Minzöl
Erhältlich sind auch Fertigpräparate basierend auf dem Minzöl wie Kapseln zur inneren Anwendung. Salben mit dem Inhaltsstoff sollen bei juckenden Mückenstichen helfen. Diese Produkte wenden Sie bitte entsprechend den Angaben in der Packungsbeilage beziehungsweise den Empfehlungen von Arzt oder Apothekerin an.
Lesen Sie auch: Nervensystem und ätherische Öle
tags: #nervenschmerze #atherische #ole #minze