Nervenschmerzen bei Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Die Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dies führt zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung der Organe und Muskeln. In Deutschland ist die Herzinsuffizienz der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Typische Symptome werden oft ignoriert, obwohl eine frühzeitige Therapie die Lebenserwartung deutlich steigern kann.

Was ist Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz kann das Herz nicht mehr genug Blut pro Herzschlag durch den Körper pumpen. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Systolische Herzinsuffizienz: Die Pumpleistung des Herzens hat nachgelassen, wodurch weniger Blut in den Körper gepumpt werden kann.
  • Diastolische Herzinsuffizienz: Das Herz kann sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen, weil es steifer geworden ist. Frauen leiden eher an dieser Form, da ihr Herz von Natur aus etwas steifer und kleiner ist als bei Männern. Mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was zu mehr Bindegewebe im Herzen und Bluthochdruck führen kann, was die Elastizität des Herzens verringert.

In beiden Fällen gelangt nicht mehr genug Blut in den Kreislauf, was zu Sauerstoffmangel im Körper führt.

Ursachen von Herzinsuffizienz

Verschiedene Herzerkrankungen können zu einer Herzinsuffizienz führen. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Bluthochdruck: Wenn das Herz ständig gegen einen hohen Widerstand anpumpen muss, kann es erschöpfen.
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt: Verengungen der Herzkranzgefäße oder ein Verschluss durch einen Herzinfarkt können die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigen.
  • ATTR-Amyloidose: Dabei lagern sich fehlgefaltete Eiweißmoleküle im Herzmuskel ein.
  • Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen: Auch diese können die Herzfunktion beeinträchtigen.

Weitere Risikofaktoren sind Diabetes, Rauchen, starker Alkoholkonsum, körperliche Inaktivität und Übergewicht.

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Symptome einer Herzinsuffizienz

Die Symptome einer Herzinsuffizienz entwickeln sich meist schleichend und sind anfangs unspezifisch. Typische Anzeichen sind:

  • Verringerte Leistungsfähigkeit: Betroffene fühlen sich schwächer und müder als zuvor.
  • Atemnot: Sie tritt zunächst bei körperlicher Belastung auf, kann aber in fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe auftreten.
  • Ödeme: Wassereinlagerungen in Beinen, Füßen oder Knöcheln sind häufig. Bei einer Schwäche der rechten Herzkammer können Ödeme an Beinen und Füßen entstehen. Bei einer Linksherzinsuffizienz kann es zu einem Lungenödem kommen.
  • Gewichtszunahme: Plötzliche Gewichtszunahme kann auf Wassereinlagerungen hindeuten.
  • Schmerzen im Brustkorb: Hinter Schmerzen im Brustkorb können sich Herzprobleme verbergen, wie z. B. eine koronare Herzkrankheit, ein Herzinfarkt, eine Herzmuskelentzündung oder eine Herzbeutelentzündung.
  • Schwindelgefühle oder Ohnmachtsanfälle: Wenn das Gehirn nicht ausreichend durchblutet wird, kann Schwindel auftreten.
  • Husten: Ein hartnäckiger, trockener Husten kann ebenfalls ein Anzeichen sein.

Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

Diagnose von Herzinsuffizienz

Die Diagnose einer Herzinsuffizienz umfasst in der Regel folgende Untersuchungen:

  • Körperliche Untersuchung: Abhören von Herz und Lunge.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Messung der elektrischen Aktivität des Herzens.
  • Echokardiografie (Herzecho): Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Größe, Funktion und Struktur. Die Ejektionsfraktion, die angibt, wie viel Prozent des Blutes aus der gefüllten Herzkammer ausgeworfen wird, ist ein wichtiger Parameter. Der Normalwert liegt bei über 55 Prozent.
  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Blutwerten wie NT-pro-BNP, um Hinweise auf eine Herzinsuffizienz zu erhalten.
  • 6-Minuten-Gehtest: Beurteilung der Belastbarkeit.
  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs: Feststellung von Herzvergrößerung und Veränderungen der Lunge.
  • Weitere Untersuchungen: In manchen Fällen können eine Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Herzkatheteruntersuchung erforderlich sein.

Behandlung von Herzinsuffizienz

Die Behandlung einer Herzinsuffizienz zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Lebenserwartung zu erhöhen. Sie umfasst in der Regel:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Behandlung von Bluthochdruck, KHK, Herzklappenfehlern oder Herzrhythmusstörungen.
  • Medikamentöse Therapie:
    • ACE-Hemmer: Senken den Blutdruck und entlasten das Herz.
    • Betablocker: Senken Blutdruck und Puls, wodurch das Herz weniger Sauerstoff benötigt.
    • Diuretika (Wassertabletten): Erhöhen die Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Nieren, um Ödeme zu reduzieren.
    • Aldosteron-Antagonisten: Vermindern die Wirkung von bestimmten körpereigenen Hormonen.
    • Digitalispräparate: Stärken die Arbeit des Herzens (werden heute eher bei fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt).
    • Weitere Medikamente: SGLT-2-Inhibitoren, Ivabradin oder Sacubitril können ebenfalls zum Einsatz kommen.
  • Operative Eingriffe: Bei Herzklappenfehlern oder KHK können chirurgische Behandlungen sinnvoll sein.
  • Herzschrittmacher: In schweren Fällen kann ein Herzschrittmacher eingesetzt werden.
  • Herztransplantation: Die letzte Möglichkeit bei sehr schwerer Herzinsuffizienz.
  • Lebensstiländerungen:
    • Regelmäßige Bewegung: In Absprache mit dem Arzt kann regelmäßige Bewegung das Herz stärken und sich positiv auf Blutdruck und Blutzuckerspiegel auswirken.
    • Gewichtsreduktion: Übergewicht erschwert dem Herz die Arbeit.
    • Salzarme Ernährung: Kann helfen, Wassereinlagerungen zu reduzieren.
    • Flüssigkeitszufuhr: Vermeiden Sie eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr von über 3 l pro Tag.
    • Rauchstopp: Rauchen schädigt die Blutgefäße und verschlimmert die Herzinsuffizienz.
    • Alkohol: Vermeiden Sie große Mengen Alkohol.
    • Impfungen: Lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen. Auch Impfungen gegen Pneumokokken und COVID-19 werden empfohlen.

Akute Herzinsuffizienz

Eine akute Herzinsuffizienz tritt plötzlich auf und ist ein Notfall. Symptome sind:

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  • Stechende Schmerzen in der Brust
  • Atemnot, die sich im Liegen verstärkt
  • Angstgefühle
  • Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • Geschwollene Beine und/oder geschwollener Bauch
  • Kalte, schweißige Haut
  • Blasse Haut
  • Bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)
  • Abfallender Blutdruck
  • Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit

In diesem Fall muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Nervenschmerzen und Herzinsuffizienz

Chronische Schmerzen, definiert als Schmerzen, die länger als drei Monate andauern, werden heute als eigenständige Krankheit anerkannt. Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und dem Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und kardiovaskulärer Mortalität gibt.

Eine Analyse der UK Biobank ergab, dass Teilnehmer mit chronisch lokalisierten oder generalisierten Schmerzen ein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten, einschließlich Herzinsuffizienz. Das Risiko stieg mit zunehmender Schmerzdauer und -ausbreitung.

Es ist wichtig zu beachten, dass dies eine Beobachtungsstudie ist und keine Kausalität beweist. Es ist möglich, dass andere Faktoren, die mit chronischen Schmerzen zusammenhängen, wie z. B. Depressionen, Angstzustände oder die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten, eine Rolle spielen.

Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass chronische Schmerzen ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnten und dass eine Behandlung von chronischen Schmerzen möglicherweise auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern könnte.

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