Nervenschmerzen lindern mit Vibrationsmassage und TENS-Geräten

Schmerzen, insbesondere Nervenschmerzen, können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden zur Schmerzlinderung, darunter die Vibrationsmassage und die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit TENS-Geräten und ihrer Anwendung bei Nervenschmerzen befassen.

Einführung in TENS-Geräte

Ein TENS-Gerät (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) ist ein medizinisches Gerät, das sanfte elektrische Impulse durch die Haut sendet, um Nerven zu stimulieren. Diese Stimulation kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Muskelfunktion zu verbessern. TENS-Geräte sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, von kleinen Handgeräten für den Heimgebrauch bis hin zu größeren Tischgeräten, die in Krankenhäusern und Physiotherapiepraxen eingesetzt werden.

Wie funktionieren TENS-Geräte?

TENS-Geräte funktionieren, indem sie elektrische Impulse über Elektroden auf die Haut übertragen. Diese Impulse sollen die Nerven reizen und die Stromsignale zum Rückenmark weiterleiten. Ein wichtiger Einstellungsparameter ist hierbei die Pulsfrequenz, die die Impulse pro Sekunde in Hertz (Hz) angibt.

  • Hohe Frequenzen (80-150 Hz): Bei hohen Frequenzen soll die Signalweiterleitung ans Gehirn und somit die Schmerzwahrnehmung unterbrochen werden. Die Theorie ist, dass Nerven nur einen Reiz übertragen können - den Stromimpuls oder Schmerz.
  • Niedrige Frequenzen (2-4 Hz): Bei niedrigen Frequenzen sollen im Gehirn Endorphine freigesetzt werden, die die Schmerzwahrnehmung ebenfalls verringern.

Durch die Überlagerung der Schmerzweiterleitung der aufsteigenden Nervenbahnen im Rückenmark wird eine Schmerzlinderung bzw. Ausschaltung erreicht. Zusätzlich zur Schmerzhemmung regt ein TENS-Gerät auch die körpereigene Endorphinausschüttung über die absteigenden Nervenbahnen an.

Anwendung von TENS-Geräten

Die Elektroden des TENS-Geräts werden auf die betroffene Stelle auf der Haut aufgebracht. Durch gezielte elektrische Impulse werden die Schmerzsignale blockiert, und es setzt eine schmerzlindernde Wirkung ein. Die Geräte werden mit einem Kabel verbunden, das in zwei oder vier selbstklebenden Hautelektroden endet. Die Elektroden werden an der Stelle befestigt, von der der Schmerz ausgeht oder wohin er strahlt.

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Als Faustformel gilt eine Behandlungsdauer von ca. 40 Minuten. Bei akuten Schmerzzuständen können auch bis zu 5 Behandlungen pro Tag durchgeführt werden, wobei hier gilt, dass mehrere kurze Anwendungen (15-30 Minuten) pro Tag wirksamer sind wie eine oder zwei lange Behandlungen (über 60 Minuten). Eine Endorphinausschüttung findet meist ab ca. 20-30 Minuten statt, die Schmerzüberlagerung tritt bereits bei Beginn der Behandlung ein.

Vorteile von TENS-Geräten

  • Schmerzlinderung ohne Medikamente: Ein TENS-Gerät findet vor allem in der Schmerzbehandlung und Schmerztherapie Einsatz, ohne die Nebenwirkungen von Medikamenten.
  • Einfache Anwendung zu Hause: TENS-Geräte können einfach und unkompliziert zu Hause angewandt werden.
  • Vielseitige Anwendung: TENS-Geräte werden erfolgreich zur Linderung von verschiedenen Schmerzarten eingesetzt, darunter Rückenschmerzen, Arthrose, Muskelschmerzen und sogar bei Migräne.
  • Schonende Therapie: TENS Geräte zur Selbstbehandlung bei Schmerzen bieten eine effektive, günstige und schonende Alternative zu herkömmlichen Methoden.

Für wen sind TENS-Geräte geeignet?

Bei Menschen mit Sportverletzungen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen sowie Migräne, Tumor- oder Nervenschmerzen, nach Gürtelrose oder bei Phantomschmerzen können TENS-Geräte in der Schmerztherapie helfen. Bei Rückenproblemen sind die Geräte zwar teils nicht ganz so effektiv, dennoch ist es in jedem Fall einen Versuch wert, um Schmerzen zu reduzieren.

Worauf sollte man beim Kauf eines TENS-Geräts achten?

Beim Kauf eines TENS-Geräts sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

  • Anzahl der Kanäle und Elektroden: Die meisten Modelle verfügen über zwei Kanäle und damit über Anschlussmöglichkeit für vier Elektroden. Sind mehr Elektroden nötig, so sollte ein Gerät mit vier Kanälen gewählt werden. Modelle mit einem einzigen Kanal eignen sich für die Anwendung an einzelnen Gelenken.
  • Programme und individuelle Einstellung: Voreingestellte Anwendungen erleichtern die Einstellungen, sie sind schnell einsatzbereit und damit vor allem für weniger technikaffine Menschen die richtige Wahl. Einige Geräte ermöglichen es, die Einstellungen an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.
  • Intensitätsstufen und Impulsdauer: Die Intensität des Reizstroms sollte passend zur Anwendung einstellbar sein. Wichtig ist außerdem die Impulsdauer, die in Mikrosekunden gemessen wird.
  • Frequenz: TENS-Geräte nutzen hohe Frequenzen (50-200 Hz) zur schnellen Schmerzlinderung und niedrige Frequenzen (bis 5 Hz) für eine längerfristige Wirkung.
  • Timer und automatische Abschaltung: Ein Timer ermöglicht es, die Anwendungsdauer zu programmieren. Eine automatische Abschaltung ist praktisch, falls man vergisst, das Gerät auszuschalten.
  • Steuerung und Display: Die Programme werden über Tasten auf den Geräten gesteuert. Ein Display zeigt Modus, Dauer oder Intensitätsstufe an. Einige Modelle sind per App steuerbar.
  • Stromversorgung: Elektrotherapiegeräte werden meist über Akkus oder Batterien mit Strom versorgt.
  • Klebepads und Clips: Die Elektroden werden meist mit Klebepads befestigt, die regelmäßig ausgewechselt werden müssen. Ein Clip ermöglicht es, das Gerät sicher an einem Gürtel zu befestigen.

Beliebte TENS-Geräte im Test

Im Folgenden werden einige beliebte TENS-Geräte vorgestellt, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  • Beurer EM 59 Heat: Dieses Gerät bietet stolze 70 TENS-, EMS- und Massageprogramme, die sich in der Intensität von sehr sanft bis wirklich kraftvoll einstellen lassen. Ergänzend zur Behandlung kann man sogar einen Wärmemodus dazuschalten. Geliefert wird das Beurer EM 59 Heat mit vier Pads samt Gel-Auflagen, einem USB-Ladekabel, einem Gürtelclip sowie der Anleitung.
  • Orthomechanik OrthoTens: Dieses TENS-Gerät erfüllt alle TENS-Wünsche. Das Touchdisplay reagiert problemlos und ermöglicht eine intuitive Handhabung. Hinzu kommen eine ausführliche Anleitung und eine Vielzahl an praktischem Zubehör. Insgesamt sind acht Elektroden-Pads in drei verschiedenen Größen im Lieferumfang enthalten, alle mit praktischer Lasche zum Anbringen und Entfernen.
  • Omron HeatTens: Hierbei handelt es sich um ein sehr simples TENS-Gerät mit nur einem Kanal sowie wenigen, nicht besonders intensiven Programmen. Der Grund, warum das HeatTens trotzdem empfohlen wird, ist der wirklich angenehme Wärmemodus.
  • Bluetens Classic 2: Die Programmvielfalt des Bluetens Classic 2 sucht ihresgleichen: Über hundert Programme stehen in der zugehörigen App zur Auswahl. Das kann bislang kein anderes TENS-Gerät im Test vorweisen.
  • Comfytemp K6106: Vier individualisierbare Programme und jeweils zehn voreingestellte TENS- und EMS-Modi bietet das Comfytemp K6106 zu einem außergewöhnlichen Preis.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von TENS-Geräten

  • Vor einer Selbsttherapie mit Reizstrom sollte immer ein Arzt befragt werden, da es einige kontraindikatorische Fälle gibt.
  • Schwangere Frauen, Herzschrittmacherträger und Menschen, die zu epileptischen Anfällen oder Herzrhythmusstörungen neigen, sind von dieser Art der Schmerzbehandlung ausgeschlossen.
  • Die Behandlung mit TENS-Geräten wird allgemein als ungefährlich angesehen, da die verwendete Stromstärke nicht ausreicht, um gravierende Schäden zu verursachen.
  • Patienten mit Epilepsie, in der Schwangerschaft, mit einem eingepflanzten Defibrillator oder akuten Entzündungen sollten besser auf die TENS-Therapie verzichten.
  • Reinigen Sie die Haut vor der Anwendung, um die Leitfähigkeit der Elektroden zu optimieren.

Fazit

TENS-Geräte sind eine effektive und schonende Möglichkeit, Nervenschmerzen zu lindern. Sie können einfach zu Hause angewendet werden und bieten eine Alternative zu Medikamenten. Bei der Auswahl eines TENS-Geräts sollten Sie auf die Anzahl der Kanäle und Elektroden, die Programme, die Intensitätsstufen, die Frequenz und die Steuerung achten. Vor der Anwendung sollten Sie einen Arzt konsultieren, um mögliche Risiken auszuschließen.

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