Kopfschmerzen im oder am Hinterkopf sind ein häufiges Phänomen, das verschiedene Ursachen haben kann. Sie können plötzlich und unerwartet auftreten und das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Die Schmerzen können verschiedene Charakteristika haben - sie können einseitig oder beidseitig auftreten, links oder rechts im Hinterkopf lokalisiert sein, vom Nacken bis zum Oberkopf ausstrahlen oder mit einem Schwindelgefühl einhergehen.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Eine mögliche Ursache für Kieferschmerzen
Macht das Kiefersystem Probleme, sprechen Mediziner von Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD). Vereinfacht übersetzt sind das Funktionsstörungen in Bezug auf die Bewegungen und die Beweglichkeit des Unterkiefers. Typische Beispiele: Die Zähne passen nicht richtig aufeinander, der Mund lässt sich nicht vollständig öffnen oder schließen, das Kiefergelenk knirscht beim Bewegen. „Eine CMD bezieht sich auf drei Bereiche: Kaumuskeln, Kiefergelenke oder den Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers“, erklärt Dr. Bruno Imhoff, Zahnarzt aus Köln und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT). Dauern moderate Schmerzen länger als vier Wochen an, sollte man zum Arzt gehen, rät der Experte. Ebenso bei starken akuten Beschwerden oder eingeschränkter Beweglichkeit.
Ursachen von CMD
Eine sichere Diagnose zu stellen ist meist schwer. Die Auslöser einer CMD variieren und sind oft nicht eindeutig auszumachen. Möglich sind zum Beispiel Verletzungen der Bänder des Kiefergelenks. „Mit Abstand die meisten Fälle in der Praxis betreffen aber muskuläre Probleme“, sagt Imhoff. Häufige Ursache: Betroffene knirschen mit den Zähnen oder pressen sie zu fest aufeinander. „Dabei werden die Kaumuskeln überlastet, sodass sie schmerzhaft verspannen können“, erklärt Imhoff.
Nicht jeder, der mit den Zähnen knirscht oder den Kopf falsch hält, entwickle zwangsläufig eine CMD, sagt Zahnmediziner Imhoff. Ob Schmerzen im Kauapparat auftreten, hängt auch von einer genetischen Veranlagung ab. Das legen Ergebnisse einer US-Studie im Fachmagazin Journal of Pain nahe. Demnach sind rund acht Prozent der Bevölkerung betroffen. „Kommen dann bestimmte Risikofaktoren hinzu, können sich CMD-Symptome ausprägen“, sagt Imhoff. Zu diesen Faktoren zählen vor allem Belastungen wie chronischer Stress oder Schlafstörungen. „Typisch sind auch Prüfungssituationen“, so Imhoff. Oft würden Betroffene zur selben Zeit auch an anderen Beschwerden, etwa Rückenschmerzen oder Migräne leiden. Das bedeute jedoch nicht, dass diese direkt vom Kiefer ausgelöst würden. „Sie treten nur gleichzeitig auf, weil der Auslöser - etwa Anspannung - der gleiche ist“, sagt Imhoff.
CMD ist ein Sammelbegriff für Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Bereich des Kopfes und des Kiefers. Bei der Suche nach den Ursachen spielen viele Faktoren eine Rolle.
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Symptome von CMD
Eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen. Mögliche Beschwerden bei CMD:
- Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen
- Kieferknacken oder eingeschränkte Mundöffnung
- Verspannungen im Gesicht oder im Schulterbereich
- Tinnitus, Schwindel oder Ohrgeräusche
- Knieschmerzen, Haltungsschäden oder Schlafprobleme
- Zähneknirschen und unbewusstes Zusammenpressen der Kiefer
Die Patienten berichten z.B. von einer eingeschränkten Mundöffnung, Schluckbeschwerden, Schmerzen der Kaumuskulatur im Wangen- und Schläfenbereich, des Kiefergelenkes oder des Kopfes. Möglich sind auch Missempfindungen wie Taubheit der Zunge oder Engegefühl beim Atmen.
Diagnose und Behandlung von CMD
Bei der Suche nach den Ursachen spielen viele Faktoren eine Rolle. In der Regel ist ein gemeinsames Vorgehen von Orthopäden, Zahnärzten, ggf. sinnvoll. Der Physiotherapeut beurteilt nach der orthopädischen Untersuchung das Bewegungsausmaß und die Koordination des Unterkiefers, tastet die Muskulatur im Kiefer-, Kopf-, Hals- und Schulterbereich ab, testet auch die Funktion der Halswirbelsäule und die Beweglichkeit des Nervensystems. Unter Umständen führt ein auf CMD spezialisierter Zahnarzt noch zusätzlich eine instrumentelle Funktionsanalyse durch.
„Das Gute: Es gibt viele Möglichkeiten, die Muskeln zu entspannen“, so der Experte. Am häufigsten angewendet werde die Aufbissschiene. Auch effektiv: eine begleitende Physiotherapie oder Logopädie. Da das Beschwerdebild einer CMD so vielseitig ist, unterscheidet sich auch die Behandlung. In der Physiotherapie kommen manualtherapeutische Maßnahmen und Übungen zur Verbesserung der Koordination des Kiefergelenkes sowie des funktionellen Zusammenspiels zwischen Kiefer, Halswirbelsäule und Schultergürtel zum Einsatz. Auch die Körperhaltung wird, wenn nötig, korrigiert. Sehr wichtig sind auch Verfahren zur Verhaltenstherapie, um andere Strategien zur Stressbewältigung zu erlernen, als sich „durchzubeißen“. Auch das Thema Schlafhygiene ist wichtig, damit Betroffene entspannt in die Nachtruhe starten.
Obwohl der Begriff CMD oft zu ungenau verwendet und manchmal voreilig ein Zusammenhang zwischen Kieferschmerzen und Beschwerden in ganz anderen Körperregionen hergestellt wird, der wissenschaftlich nicht haltbar ist, ist ein ganzheitlicher Blick entscheidend. Gerade weil chronische Kieferschmerzen ein vielschichtiges Problem darstellen, ist es für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich, Begleiterkrankungen zu berücksichtigen und bei Bedarf interdisziplinär weitere Spezialisten hinzuzuziehen. Ein Orthopäde kann beispielsweise abklären, ob die Schmerzen im Kieferbereich mit Haltungsproblemen oder der Halswirbelsäule zusammenhängen, ein Schmerzmediziner wird wichtig, wenn sich die Kieferschmerzen bereits verselbstständigt und ein Schmerzgedächtnis gebildet haben, und da Stress und nächtliches Zähneknirschen oft die Kaumuskulatur überlasten, kann auch psychologische Unterstützung entscheidend sein. „Bei der Behandlung von Kieferschmerzen im Rahmen einer CMD brauchen Patientinnen und Patienten oft einen langen Atem“, sagt Imhoff, denn die Therapie besteht selten aus einer einzigen Maßnahme, sondern ist ein Prozess. Die Aussicht auf eine nachhaltige Linderung der Kieferschmerzen sei aber gut - vorausgesetzt, die Betroffenen arbeiten aktiv mit, indem sie etwa Übungen diszipliniert durchführen oder eine Schiene konsequent tragen. Nach sechs, spätestens zwölf Monaten erfahren über 90 Prozent der Patientinnen und Patienten eine deutliche Besserung, die sich in geringerer Schmerzintensität und einer wiederhergestellten Funktion des Kiefers zeigt.
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Tipps für einen entspannten Kiefer
- Kiefermuskeln schonen: Bei Beschwerden übermäßiges Kaugummikauen vermeiden.
- Massieren: Der große Kaumuskel lasse sich gut selbst ausstreichen, sagt Physiotherapeutin Eisenschmid. „Finger am Kiefer, etwa auf Höhe des Ohres, ansetzen und mit konstantem Druck nach vorne unten ziehen. Sie werden spüren, wo Ihre Schmerzpunkte sind.“
- Wärmen: Oft sind auch die Hals- und Nackenmuskeln verspannt. Zahnmediziner Imhoff rät: „Wickeln Sie ein feuchtwarmes Handtuch um Ihren Nacken, ein trockenes drum herum. Lassen Sie die Wärme im Liegen etwa eine Viertelstunde einwirken.“
- Trainieren: Ausdauersport lockert die Muskulatur und verbessert die Haltung. Empfohlen werden fünf Einheiten pro Woche, jeweils mindestens 30 Minuten.
- Gut schlafen: „Die Grundspannung der Muskeln sowie die Schmerzempfindlichkeit des Menschen hängen wesentlich von einer erholsamen Nachtruhe ab“, sagt Imhoff.
Andere Ursachen für Kieferschmerzen
Schmerzen im Kiefer können harmlose Ursachen haben, aber auch auf ernstere Probleme hinweisen. Daher ist es wichtig, die Schmerzen ernst zu nehmen und bei Bedarf einen Arzt oder Zahnarzt aufzusuchen.
Zahnprobleme
- Karies: Bei Karies handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die den Zahnschmelz zerstört und durch Entzündungen direkt am Kieferknochen zu Schmerzen im Bereich des Kiefers führen kann.
- Abgenutzter Zahnschmelz: Wenn der Zahnschmelz abgenutzt ist, können die Zahnhälse frei liegen. Dies kann zu schmerzenden Zähnen und Empfindlichkeit sowie Kieferschmerzen führen.
- Parodontitis: Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die zum Verlust von Zahnfleisch und Knochen führen kann. Hier können ebenfalls Kieferschmerzen die Folge sein.
Entzündungen
- Perikoronitis: Bei einer Perikoronitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleisches um einen Weisheitszahn. Diese Entzündung kann zu Schmerzen im Kiefer und in der Umgebung des Weisheitszahns führen.
- Sinusitis: Bei einer Sinusitis handelt es sich um eine Entzündung der Kieferhöhle. Auch sie kann Schmerzen im Bereich des Knochens und des Kiefers verursachen.
- Entzündungen des Kieferknochens: Entzündungen des Kieferknochens können den ganzen Körper beeinflussen.
Krankheiten
In seltenen Fällen können Kieferschmerzen auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung im Bereich des Kiefers sein. Weiterhin kann eine Trigeminusneuralgie in Betracht kommen. Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine Nervenerkrankung, die zu starken, stechenden Schmerzen im Gesicht führt. Infektionen wie Osteomyelitis können zu starken Schmerzen sowie Fieber und Schwellungen führen.
Weitere mögliche Ursachen
- Verspannungen der Kiefermuskulatur: Verspannungen der Kiefermuskulatur können durch Stress oder andere Faktoren verursacht werden, wie verspannte Muskeln im Nackenbereich oder eingeschränkte Mundöffnung.
- Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung kann zu einer Fehlbelastung des Kiefergelenks und zu Kieferschmerzen führen.
- Unfälle: Unfälle im Gesicht oder Kieferbereich können ebenfalls zu Kieferschmerzen führen.
- Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus): Nächtliches Zähneknirschen ist eine unwillkürliche Anspannung der Kaumuskulatur, die zu einem Pressen des Gelenks oder Knirschen der Zähne führt. Dies geschieht meist unbewusst im Schlaf, kann aber auch tagsüber auftreten.
Art und Lokalisation der Schmerzen
Die Art der Beschwerden und Lokalisation der Schmerzen können Hinweise auf die Ursache geben.
- Stechende Schmerzen: Stechender Schmerz ist oft ein Anzeichen für ein akutes Problem, wie z. B. Karies oder eine Zahnfraktur.
- Dumpfe Schmerzen: Dumpfe Schmerzen können ein Hinweis auf eine chronische Erkrankung sein, wie z. B. eine Parodontitis oder eine craniomandibuläre Dysfunktion.
- Schmerzen beim Kauen: Schmerzen beim Kauen sind ein Hinweis darauf, dass ein Problem mit den Zähnen oder mit dem Kiefergelenk vorliegt.
- Schmerzen im Gesicht: Schmerzen im Gesicht können ein Hinweis auf eine Verspannung der Kiefermuskulatur oder auf eine Erkrankung wie z. B. eine Trigeminusneuralgie sein.
- Cluster-Kopfschmerzen: Cluster-Kopfschmerzen sind eine seltene, aber sehr schmerzhafte Art von Kopfschmerzen, die typischerweise in Clustern auftreten. Die zumeist starken Schmerzen sind größtenteils einseitig und konzentrieren sich auf die Augenregion, können aber auch in den Kiefer und die Zähne ausstrahlen. Generell strahlen Kopfschmerzen auch häufig auf den Kiefer aus, sei es durch Muskel oder Kiefergelenk Verspannung.
Behandlung von Kieferschmerzen
Die Behandlung von Kieferschmerzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.
Selbsthilfe
Zur ersten Selbsthilfe kann eine Reihe von Dingen Linderung verschaffen:
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- Wärme/Kälte: Wärme kann die Muskulatur entspannen und damit die Schmerzen lindern. Kälte hingegen kann mögliche Schwellungen reduzieren.
- Weiche Kost: Vermeiden Sie harte Speisen, die das Kiefergelenk oder die Kaumuskulatur belasten.
- Entspannung: Versuchen Sie zu entspannen, Stress kann Kieferschmerzen verschlimmern. Hier können Meditation und Yoga helfen.
- Massage: Massieren Sie vorsichtig den schmerzenden Kiefermuskel, so können Sie Verspannungen lösen.
- Schmerzmittel: Schmerzmittel sollten nur mit Rücksprache Ihres Zahnarztes eingenommen werden.
Medizinische Behandlung
- Zahnärztliche Behandlung: Bei Zahnproblemen wie Karies oder Parodontitis kann eine zahnärztliche Behandlung die Kieferschmerzen lindern.
- Kieferorthopädische Behandlung: Bei Fehlstellungen des Kiefers kann eine kieferorthopädische Behandlung die Schmerzen lindern.
- Physiotherapie: Eine Physiotherapie kann helfen, die Kiefermuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit des Kiefergelenks zu verbessern.
- Schiene: Eine Schiene kann bei Zähneknirschen oder Kiefergelenkerkrankungen helfen.
- Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente wie Muskelrelaxanzien oder Antidepressiva verschrieben werden.
Wann sollte man zum Arzt?
Anhaltende oder starke Kieferschmerzen sollten Sie ernst nehmen. Suchen Sie in diesem Fall einen Arzt oder Zahnarzt auf, um die Ursache abzuklären. Die Ursache der Schmerzen kann vielfältig sein, von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsten Erkrankungen. Nur durch eine genaue Diagnose kann die richtige Behandlung erfolgen. Zögern Sie nicht, Zahnarzt aufzusuchen. Eine schnelle Abklärung und Behandlung kann die Beschwerden lindern und Folgeerkrankungen verhindern.
Kopfschmerzen im Hinterkopf
Kopfschmerzen im oder am Hinterkopf können viele Menschen betreffen und sie können plötzlich und unerwartet auftreten und das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Die Schmerzen können verschiedene Charakteristika haben - sie können einseitig oder beidseitig auftreten, links oder rechts im Hinterkopf lokalisiert sein, vom Nacken bis zum Oberkopf ausstrahlen oder mit einem Schwindelgefühl einhergehen. Spannungskopfschmerzen, die oft durch Stress oder Muskelverspannungen im Nackenbereich verursacht werden, sind eine häufige Ursache. Schließlich können auch ernstere Erkrankungen wie Gehirntumoren dazu führen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass dies eher selten ist. Eine MRT vom Kopf kann eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Kopfschmerzen im Hinterkopf spielen. Diese hochmoderne bildgebende Technik ermöglicht es Ärzten, detaillierte Bilder vom Gehirn und den umliegenden Strukturen zu erstellen. Die MRT ist ein nicht-invasives Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns und der umgebenden Strukturen liefert. Die Behandlung von Kopfschmerzen im Hinterkopf hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei Spannungskopfschmerzen können Entspannungsübungen, Massagen oder physiotherapeutische Maßnahmen helfen, bei Migräne können spezielle Medikamente, die sogenannten Triptane, Linderung verschaffen.
Zervikogene Kopfschmerzen
Zervikogene Kopfschmerzen beginnen am Hinterkopf und breiten sich über den Kopf nach vorn aus. Die Ursache dafür ist eine Erkrankung im Bereich der Halswirbelsäule (von lat. Zervix, der Hals, Nacken). Deshalb spricht man auch von sekundären Kopfschmerzen. Der meist dumpf-ziehende Schmerz beginnt am Hinterkopf und zieht über den Kopf nach vorn. Er wird meist als moderat empfunden und hält über Stunden bis Tage an, wobei er sich zuweilen plötzlich verstärken kann. Oft lässt sich der Schmerz durch Druck auf die Nackenmuskulatur oder bestimmte Kopfbewegungen auslösen, u. a. durch längeres Beugen oder Strecken des Kopfes.
Zervikogener Kopfschmerz kann von verschiedenen Symptomen begleitet sein:
- Nackenschmerzen kommen häufig vor, aber nicht immer.
- Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne
- diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm
- Selten treten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich auf.
Der Schmerz entsteht durch die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels, die den Hinterkopf und Nacken versorgt. Über Nervenverbindungen strahlt der Schmerz weiter nach vorn aus.
Die Reizung kann hervorgerufen werden durch:
- Entwicklungsstörungen am Übergang zwischen Wirbelsäule und Schädel
- Tumoren im Bereich des Übergangs zwischen Wirbelsäule und Schädel oder der oberen Halswirbelsäule
- Morbus Paget des Schädels - eine Knochenerkrankung, die zu Verformungen führt und sich auf die Halswirbel auswirken kann.
- rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule
- Morbus Bechterew - eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule
- Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule (zervikale Spondylose)
- Knochenbruch der oberen Halswirbelsäule
- Schleudertrauma
- eine bakterielle Infektion der oberen Wirbelkörper (Osteomyelitis)
- Verletzungen oder degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Gelenke der oberen Halswirbeleine Sehnenentzündung im Halsbereich (retropharyngeale Tendinitis)
- eine Störung der Muskelspannung im Halsbereich (Dystonie)
Ärztinnen fragen Sie zunächst nach den Merkmalen der Kopfschmerzen, Begleitsymptomen sowie möglichen Auslösern. Bei einer körperlichen Untersuchung von Kopf, Hals, Wirbelsäule und Schulter werden u. a. die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Verhärtungen der Muskulatur, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen bei bestimmten Bewegungen überprüft. Um mögliche Ursachen näher abzuklären, werden u. U. bildgebende Verfahren verwendet (Röntgen/CT/MRT). Je nach vermuteter Ursache erfolgt eine Überweisung an Neurologinnen, Orthopädinnen oder Schmerzspezialistinnen.
Für den zervikogenen Kopfschmerz selbst gibt es bislang keine wirksame Therapie - nach Möglichkeit wird die zugrunde liegende Ursache behandelt. Zur Schmerzlinderung können je nach Ursache Physiotherapie, manuelle Therapie, Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Bewegung und körperliche Aktivität eingesetzt werden.
HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom)
Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit sowie Nackenschmerzen können Symptome eines HWS Syndroms (Halswirbelsäulen Syndrom) sein. Das HWS Symptom beschreibt hierbei eine Reihe von Symptomen, die im Bereich der Halswirbelsäule auftreten können.
Die Ursachen für das HWS-Syndrom können unterschiedlich sein. Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn das weiche Innere einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring nach außen tritt. Dadurch können Nerven eingeklemmt werden, was nicht nur Rückenschmerzen verursacht, sondern auch in Arme oder Beine ausstrahlen kann. Ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule kann Nerven und Blutgefäße im Nackenbereich reizen. Eine Blockade in der Halswirbelsäule entsteht, wenn sich einzelne Wirbelgelenke verhaken oder nicht mehr frei bewegen lassen. Dies führt oft zu stechenden Nackenschmerzen und kann das Gleichgewichtssystem beeinflussen. Typische Begleiterscheinungen sind Schwindel, Kopfdruck oder Übelkeit. Starke Verspannungen der Nackenmuskulatur gehören zu den häufigsten Ursachen für Schwindel und Übelkeit. Durch eine falsche Haltung, Stress oder langes Sitzen am Arbeitsplatz verkrampfen die Muskeln, was wiederum die Durchblutung und Nervenversorgung im HWS-Bereich stören kann. Auch eingeklemmte oder gereizte Nerven im Halswirbelbereich können Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schwindelattacken und Übelkeit auslösen.
Das HWS-Syndrom, auch Zervikalsyndrom genannt, äußert sich durch eine Vielzahl von Symptomen, die je nach Ursache variieren können. Typisch sind Nackenschmerzen mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Häufig strahlen die Nackenschmerzen in die Schultern, Arme oder den Hinterkopf aus. Einige Betroffene berichten auch von Ohrgeräuschen (Tinnitus), Seh- oder Konzentrationsstörungen. In manchen Fällen können Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwäche in den Armen und Händen auftreten, wenn Nerven gereizt oder eingeengt sind. Schwindel entsteht durch Verspannungen und Fehlstellungen der Halswirbel, die die Blutzufuhr zum Gehirn beeinträchtigen und das Gleichgewicht stören.
Sollten die typischen Ursachen für häufige Übelkeit ausgeschlossen worden sein, könnte ein HWS-Syndrom als mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden. Besonders Nackenschmerzen mit Schwindelgefühl und Übelkeit treten häufig im Zusammenhang mit Problemen der Halswirbelsäule auf. Beim HWS Syndrom sind die Muskeln im Halswirbelbereich meist verspannt und das empfindliche Gleichgewicht aus Muskeln, Knochen und Nerven funktioniert nicht mehr einwandfrei. Dies führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Nackenschmerzen entstehen überwiegend durch eine Fehlstellung der Halswirbel oder eine Überlastung der Muskulatur im Halsbereich, die durch eine falsche Körperhaltung und langes Sitzen entstehen. Müdigkeit entsteht oft durch die chronische Verspannung der Nackenmuskulatur und die daraus resultierenden Störungen in der Blutzirkulation und Nervenzufuhr.
Physiotherapie ist eine der häufigsten und wirksamsten Behandlungsmethoden für das HWS-Syndrom. Hierbei werden gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit durchgeführt. Ein Haltungstraining wird ebenfalls durchgeführt. Wärme fördert die Durchblutung und lockert verspannte Muskeln, während Kälte Entzündungen und Schwellungen reduziert und akute Schmerzen lindern kann. Medizinische Massagen können helfen, die Nacken- und Schultermuskulatur zu entspannen und Verspannungen zu lösen. Weitere Methoden, wie das Tapen der betroffenen Stellen oder Akupunktur, können Schmerzen verringern, die Durchblutung fördern und die Haltung verbessern.
Besonders bei Nackenschmerzen mit Schwindelgefühl und Übelkeit kann eine gezielte Behandlung der Halswirbelsäule helfen, die Beschwerden zu lindern. Die Wahl eines passenden Kissens ist ebenfalls entscheidend. Sollten starke Schmerzen auftreten, sind Schmerzmittel ebenfalls hilfreich. Im ersten Schritt sollte ein Hausarzt, beziehungsweise einen Allgemeinmediziner aufsuchen, um eine erste Untersuchung, sowie eine Diagnose zu erhalten. Regelmäßige Pausen, sowie regelmäßiges Dehnen helfen, den Nacken zu entspannen. Ausreichender und erholsamer Schlaf ist essenziell, um Beschwerden des HWS Symptoms vorzubeugen. Stress ist ein häufiger Auslöser für Verspannungen im Nackenbereich. Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga helfen, den Körper zu entspannen und das Stresslevel zu senken.
Nervenschmerzen (Neuralgien)
Neben den Kopfschmerzen gibt es außerdem die Neuralgien, also Nervenschmerzen, die in allen Körperpartien auftreten können. Diese können akut oder chronisch auftreten und werden häufig als Brennen oder Stechen empfunden. Besonders charakteristisch für Neuralgien: Eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Hitze-, Kälte-, Druck- oder Berührungsreizen im Bereich der Haut. Neben physischen Reizen können sie auch durch Stress oder Depressionen ausgelöst werden. Nervenschmerzen haben ihren Ursprung im oder am Nerv selbst. So können einzelne Nerven, aber auch Teile des Nervensystems durch Infektionen, Stoffwechselerkrankungen oder Verletzungen geschädigt sein.
Was kann man gegen Nervenschmerzen tun?
Um Schmerzen vorzubeugen, können Sie auch selbst aktiv werden - besonders bei Kopfschmerzen empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Verspannungen lösen: Wenn der Nacken verspannt ist, kann es schnell zu Kopfschmerzen kommen. Was dann helfen kann? Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen oder auch eine wohltuende Massage. Eine gute Sitzhaltung kann ebenso dazu beitragen, dass die Muskulatur rund um die Halswirbelsäule geschmeidig bleibt.
- Stress reduzieren: Regelmäßige Bewegung an der frische Luft tut nicht nur dem Kopf gut, sondern kann sich auch positiv auf den Stresspegel auswirken. Ebenfalls hilfreich bei einem turbulenten Alltag: verschiedene Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Meditation.
- Kleine Veränderungen im Alltag: Regelmäßiges Lüften bringt frische Luft nach drinnen und sorgt für ein gutes Raumklima. Auch das Reduzieren der Bildschirmzeit und ausreichender und regelmäßiger Schlaf können für den Kopf eine wahre Wohltat sein - im wahrsten Sinne des Wortes.
- Lebensmittelunverträglichkeiten beachten: Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Histamin können häufig Kopfschmerzen die Folge sein.
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