Monica Lierhaus, einst gefeierte Sportmoderatorin, erlebte einen kometenhaften Aufstieg im deutschen Fernsehen. Doch ein schicksalhafter medizinischer Eingriff im Jahr 2009 veränderte ihr Leben von Grund auf. Dieser Artikel beleuchtet Lierhaus' Karriere, die tragischen Ereignisse rund um ihre Hirnoperation, ihren Kampf zurück ins Leben und ihre aktuelle Situation.
Der kometenhafte Aufstieg einer Sportmoderatorin
Monica Lierhaus avancierte zu einem der bekanntesten Gesichter der ARD-"Sportschau". Sie moderierte die Fußball-Bundesliga, die Tour de France und die Olympischen Spiele. Ihre lockere, authentische und souveräne Art machte sie zu einer beliebten Persönlichkeit im deutschen Fernsehen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wurde im Dezember 2008 bei einer Routineuntersuchung ein Hirnaneurysma entdeckt.
Die Schicksalhafte Operation und ihre Folgen
Im Januar 2009 unterzog sich Lierhaus einer Operation, um das Aneurysma zu entfernen. Während des Eingriffs kam es jedoch zu Komplikationen: Das Aneurysma platzte, was zu einer Hirnblutung führte. Lierhaus fiel ins Koma und die Ärzte gaben sie praktisch auf. Monatelang lag sie im künstlichen Koma. Ihr altes Leben schien vorbei.
Nach dem Erwachen aus dem Koma musste Lierhaus alles neu lernen: Essen, sprechen, bewegen. Die Prognosen der Ärzte waren düster. Sie sagten ihr voraus, dass sie auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde. Doch Lierhaus bewies Ehrgeiz und Disziplin. Sie kämpfte sich zurück ins Leben und lernte, wieder selbstständig zu gehen.
Der schwere Weg zurück ins Leben
Der Weg zurück war lang und beschwerlich. Lierhaus musste nicht nur ihre körperlichen Fähigkeiten wiedererlangen, sondern auch mit den psychischen Folgen der Operation umgehen. Sie haderte mit ihren Fortschritten, weil es ihr nie schnell und weit genug gehen konnte.
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Auch die Reaktionen der Öffentlichkeit waren nicht immer einfach. Lierhaus berichtete, dass sie angestarrt wurde wie ein Monster. Manche Leute wechselten die Straßenseite, wenn sie sie in Hamburg sahen. Diese Erfahrungen veranlassten sie, in die Offensive zu gehen und einen Auftritt hinzulegen, den ihr Lebensgefährte später als "medialen GAU" bezeichnete.
Der Auftritt bei der Goldenen Kamera und die Folgen
Bei der Goldenen Kamera 2011 trat Monica Lierhaus zwei Jahre nach der misslungenen Operation vor einem Millionenpublikum auf. Sichtlich gezeichnet und mit viel Mühe sprach sie zum Publikum. Zunächst gerührt, waren viele Zuschauer schnell peinlich berührt. Lierhaus machte ihrem damaligen Lebenspartner Rolf Hellgardt vor laufenden Kameras einen Heiratsantrag.
Aus heutiger Sicht hält sie diesen Auftritt selbst für falsch. Die Hochzeit fand nie statt und Jahre später trennte sich ihr Lebensgefährte von ihr. Ein weiterer Verlust, mit dem sie nur schwer klarkam.
Ein Leben des "Weitermachens"
Trotz aller Rückschläge hat Monica Lierhaus nie aufgegeben. Sie hat sich immer wieder aufgerafft und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. "Das Leben ist ein Weitermachen", sagte sie einmal.
Lange Zeit schien sie sich bemüßigt zu fühlen, sich für ihre Auftritte, ihre Aussagen und ihre Relativierungen zu rechtfertigen. So war es nach der Goldenen Kamera, so war es nach dem Engagement als Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie und so war es auch, als sie wieder als Reporterin für den TV-Sender Sky arbeitete.
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Die aktuelle Situation
Auch 16 Jahre nach ihrer folgenschweren Operation kämpft Monica Lierhaus noch immer mit den Folgen ihres Hirnaneurysmas. Sie hat jeden Tag Schmerzen, die sie aber durch tägliche Übungen und Therapien in Schach hält.
Trotz ihrer Einschränkungen hat Lierhaus ihren Traumjob nie vollständig aufgegeben. Sie arbeitet weiterhin für den Sender Sky und hält Motivationsvorträge. Darüber hinaus ist sie Botschafterin der ersten sportartenübergreifenden Trainerausbildung für Menschen mit Handicap.
Im November 2025 kehrte Monica Lierhaus ins Free-TV zurück. Sie verstärkt das Sportmoderationsteam von "RTL Aktuell" und wird auch im Umfeld der DFB-Länderspiele eingesetzt.
Die Symptome eines Hirnaneurysmas
Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung in der Wand einer Hirnarterie, die durch eine Schwachstelle im Blutgefäß entsteht. Viele Menschen mit einem Aneurysma haben keine Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem asymptomatischen Aneurysma. Wie bei Monica Lierhaus wird diese "tickende Zeitbombe" im Kopf oft nur durch Zufall bei anderen Untersuchungen entdeckt.
Die Symptome eines Hirnaneurysmas variieren stark, je nach Größe und Lage. Bei einem nicht geplatzten Aneurysma können folgende Beschwerden auftreten:
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- Kopfschmerzen, die sich zeitgleich mit dem Puls in einem pochenden Schmerz äußern
- Sehstörungen, Doppelbilder und Schmerzen im Bereich der Augen
- Seh-, Hör-, oder Gleichgewichtsstörungen
- Lähmungen
- epileptische Anfälle
- Schwindel oder plötzliche Sehstörungen
- Taubheitsgefühl oder Schwäche auf einer Körperseite
- Sprachstörungen
Bei einem geplatzten Aneurysma handelt es sich um einen medizinischen Notfall, oft mit folgenden Beschwerden:
- Plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen - oft als "die schlimmsten Kopfschmerzen, die jemals erlebt wurden" beschrieben
- Übelkeit und Erbrechen
- Nackensteifigkeit
- Bewusstseinsverlust und Krampfanfälle
- Lichtempfindlichkeit
- Schockzustände und Kreislaufkollaps
Risikofaktoren und Ursachen
Ursache für ein Hirnaneurysma ist meist eine anlagebedingte Gefäßwandschwäche. Auch Monica Lierhaus' Aneurysma war nach Einschätzung der Ärztinnen und Ärzte angeboren. Generell haben Frauen ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer. Weitere fördernde Faktoren sind: Bluthochdruck, Rauchen und hohes Alter. Diese Faktoren erhöhen außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aneurysma irgendwann reißt.
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