Katzen, anmutige und gefährliche Jäger, faszinieren uns in ihrem alltäglichen Verhalten. Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit können sich Ängste verbergen, die das Wohlbefinden der Tiere erheblich beeinträchtigen. Als Tierhalter sollten wir die Angstzeichen unserer Katzen erkennen können, um verantwortungsbewusst zu handeln. Gleichzeitig ist es entscheidend, die potenziellen Auslöser zu verstehen, um darauf basierend notwendige Maßnahmen zu ergreifen.
Wie sich Angst bei Katzen äußert: Körpersprache und Verhaltensänderungen
Angst zeigt sich bei Katzen durch Verhaltensänderungen. Katzen offenbaren ihre Ängste vor allem durch ihre ausdrucksstarke Körpersprache. Ein zitternder Körper, eine angespannte Muskulatur und der charakteristische „Katzenbuckel“ sind deutliche Anzeichen. Der Schwanz der Katze spielt eine entscheidende Rolle in ihrer Gefühlslage - wildes Hin- und Herschwingen oder das Einklemmen unter den Körper sind häufige Reaktionen. In der Regel versuchen ängstliche Katzen, sich vor dem vermeintlichen Bedrohungsfaktor zu verstecken.
Die körperliche Reaktion einer ängstlichen Katze kann vielfältig ausfallen: erhöhter Herzschlag, eine schnellere Atemfrequenz (Hecheln), verstärkter Speichelfluss, Harn- und Kotabsatz und eine erhöhte Temperatur sind typische Anzeichen.
Weitere Anzeichen für Angst und Stress bei Katzen können sein:
- Eingezogener Schwanz
- Geduckte Körperhaltung
- Zurückgezogener, niedrig gehaltener Kopf
- Wiederkehrende Infekte
- Veränderte Körpersprache
- Bei Panik, die extremere Form von Angst, Koten/Urinieren sich manche Katzen ein.
Vielfältige Ursachen von Angstzuständen bei Katzen
Die Ängste von Katzen können eine Vielzahl von Facetten umfassen. Manchmal sind es offensichtliche, leicht zu behebende Auslöser, die den Stress bei unseren Vierbeinern verursachen. Es können jedoch auch tiefgreifendere, tief sitzende Ängste der Katze sein, die ihre Reaktionen beeinflussen. In den meisten Fällen reagieren Katzen auf plötzliche und unbekannte Dinge oder Situationen mit Schrecken. Laute Geräusche, wie beispielsweise der neue Föhn oder unerwarteter Besuch können im ersten Moment schwer einzuschätzen sein. Darüber hinaus können auch Veränderungen in der gewohnten Routine zu gestresstem Verhalten führen. Selbst scheinbar kleine Anpassungen, wie die Veränderung der Fütterungszeiten, können bereits Stressauslöser sein. Es ist daher wichtig, sensibel auf solche Veränderungen zu reagieren und den Katzen die Zeit und den Raum zu geben, die sie benötigen, um sich an neue Situationen anzupassen und sich wieder zu beruhigen.
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Tiere, insbesondere Katzen, sind durchaus in der Lage, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, vor allem solche, die negative Erfahrungen einschließen. Viele Katzen haben Angst vor der Transportbox, obwohl sie enge und dunkle Orte wie Kisten mögen.
Die intensivsten Reaktionen zeigen sich häufig in Folge von umfangreichen Veränderungen. Plötzlich werden Möbel, Spielzeuge und Futterstellen verändert oder sogar komplett entfernt, bis schließlich die Katze aus der vertrauten Umgebung geholt wird. In der neuen Wohnung muss sie sich in einer fremden Umgebung anpassen, sie wird zudem mit neuen Gerüchen und Reizen konfrontiert. Möglicherweise kommen noch neue Möbel hinzu, und vertraute Verstecke stehen nicht mehr zur Verfügung. Freilaufende Katzen müssen sich in einem neuen Gebiet zurechtfinden und möglicherweise um ihr Territorium kämpfen. Jegliche Abweichung von der gewohnten Umgebung kann für das Tier Anlass zur Panik sein. Der Verlust oder das Hinzufügen eines Tieres im Haushalt kann für das betroffene Tier schwierig sein.
Die Angst unserer vierbeinigen Gefährten basiert oft auf tiefverwurzelten negativen Erfahrungen. Wenn Katzen in jungen Jahren wenig bis gar keinen Kontakt zu Menschen haben, oder im schlimmsten Fall sogar hauptsächlich negative Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, neigen sie dazu, auch in späteren Jahren Angst vor Menschen zu entwickeln. Im Gegensatz dazu werden Katzen, die in jungen Jahren viel Kontakt mit verschiedenen Menschen hatten, in der Regel kontaktfreudiger und selbstbewusster auf Fremde zugehen.
Weitere mögliche Ursachen für Angst und Stress bei Katzen sind:
- Krankheiten oder Infektionen: Wenn ein Tier Schmerzen hat, zieht es sich eher zurück und lässt sich nicht gerne anfassen.
- Negative Erlebnisse in der Vergangenheit: Eine schmerzhafte Behandlung beim Tierarzt oder Misshandlung können tiefe Ängste auslösen.
- Veränderungen im Zuhause: Manche Katzen reagieren empfindlich auf kleine und größere Veränderungen in ihrem Zuhause.
- Körperliche Ursachen: Eine körperliche Ursache ist sehr wahrscheinlich, wenn Ihre Katze plötzlich ängstlich ist. So reagiert eine Katze mit schlechtem Sehvermögen möglicherweise ängstlich oder schreckhaft auf Geräusche oder Berührungen. Lässt sich die Katze plötzlich nur noch ungern an bestimmten Körperstellen berühren, ist dies ein Anzeichen für Schmerzen in diesem Bereich.
Trennungsangst bei Katzen: Mehr als nur Einzelgänger
Viele Menschen betrachten Katzen als Einzelgänger; Tiere, die gerne allein und sich selbst überlassen sind. So werden die damit verbundenen Ängste und Verhaltensweisen oft übersehen oder schlimmer noch, gar nicht erst wahrgenommen. Haben Katzen also Trennungsangst? Ja! Wie Hunde und andere Haustiere mögen sie Gesellschaft und bilden starke Bindungen zu ihrer menschlichen Familie. Wie der Name schon sagt, bedeutet Trennungsangst, dass Ihre Katze gestresst oder nervös ist, wenn Sie nicht bei ihr sind. Es führt zu einer Reihe von unerwünschten Verhaltensweisen, die nicht nur Chaos verursachen können, sondern auch Ihrem pelzigen Freund möglicherweise schaden können. Daher ist es von größter Bedeutung, dass Sie als liebevoller Katzenbesitzer Ihrem Kätzchen entweder von klein auf beibringen, wie es ohne Sie auskommt. Oder wenn Ihre Katze bereits über dieses Stadium hinaus ist, versuchen Sie sie mit einigen Techniken zu beruhigen.
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Im Allgemeinen kann Katzenangst aus einer Reihe von Gründen auftreten. Aus welchem Grund auch immer eine Katze die Herrchen wechseln muss, es kann ihnen natürlich einige Schwierigkeiten bereiten. Diese Art der Veränderung geht meist auch mit einer neuen Wohn- und Lebenssituation einher. Dies kann dazu führen, dass sie im Allgemeinen nervös ist. Ein Katzenbesitzer zu sein bedeutet, sich um die geliebte Katze zu kümmern. Aber für einige kann es eine größere Herausforderung sein, als zuerst angenommen. Katzen sind weniger bedürftig als Hunde, aber sie brauchen trotzdem Liebe und Aufmerksamkeit. Wenn sie nicht genügend Zeit mit uns verbringen können, werden sie nicht wollen, dass wir gehen, und sehr anhänglich werden. Katzenkinder beginnen normalerweise mit dem Entwöhnen von ihren Müttern, wenn sie 4-7 Wochen alt sind. Wenn dies aber nicht richtig, zu früh oder zu spät gemacht wird, kann es bei Müttern und Kindern zu Ängsten führen. Katzen brauchen Aufmerksamkeit, aber sie müssen auch verstehen, wie es ist, wenn sie allein gelassen werden. Wenn das Einzige, was Ihre Katze kennt, Sie an ihrer Seite ist, dann wird sie sich verloren und ängstlich fühlen, sobald Sie gehen.
Was tun bei einer ängstlichen Katze? Tipps und Lösungsansätze
Ein einfühlsamer und geduldiger Umgang mit unseren tierischen Begleitern ist entscheidend, unabhängig von der Ursache ihrer Ängste. Tiere benötigen Zeit, um Situationen zu verstehen und darauf zu reagieren. Sobald wir den Auslöser kennen, sollten wir unser Bestes tun, diesen zu vermeiden oder zu reduzieren, sofern dies möglich und vernünftig ist. Einige Situationen sind unvermeidlich, und viele Tiere können sich im Laufe der Zeit an sie gewöhnen. Andererseits sind bestimmte Situationen, wie das Umstellen von Gegenständen in der Wohnung, oft leicht zu vermeiden.
Erste Schritte zur Hilfe:
- Tierärztliche Untersuchung: Bei Verhaltensänderungen einer Katze muss zwischen tatsächlichen Verhaltensstörungen und problematischem bzw. unerwünschtem Verhalten unterschieden werden. Als Verhaltensstörung bei Katzen bezeichnet man deutlich vom Normalverhalten abweichende Verhaltensweisen, die keinen direkt sichtbaren Zweck erfüllen. Sie beeinträchtigen die Katze in z. B. ihrer Entwicklung, Selbsterhaltung oder Fortpflanzung. Ihnen als Katzenhalter fällt vielleicht ein plötzlich verändertes Verhalten auf oder dass sich Ihr Stubentiger anders verhält als andere Katzen. Als zentral ist zu betrachten, dass die betroffenen Katzen mit einer veränderten Situation überfordert sind. Sie können sich nicht mehr adäquat anpassen und reagieren dann mit abnormalem Verhalten. Auch genetische Faktoren oder traumatische Erlebnisse begünstigen Verhaltensstörungen bei Katzen. Im Übrigen gibt es organische Ursachen, die zu Verhaltensänderungen führen können, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion, Flohdermatitis oder Epilepsie. Gesundheit und Angst bzw. Stress sind eng miteinander verbunden. Die Ursache von dauerhaftem Angstverhalten können körperlicher Natur sein. Durch Angst und Stress können jedoch auch diverse Krankheiten entstehen. Daher müssen bei ängstlichen Katzen zuerst immer körperliche Ursachen durch einen Tierarztbesuch abgeklärt werden. Erkrankungen, die das zentrale Nervensystem betreffen (z. B.
- Ursachenforschung: Ist Ihre Katze ängstlich, ist es entscheidend, dass Sie die Ursachen genau hinterfragen. Dabei gibt es oft nicht nur einen Auslöser. Idealerweise durch Beobachtung. Meist funktioniert das gut via Haustier- bzw. Überwachungskameras. Oftmals braucht es aber eine gezielte Aufarbeitung. Je früher Sie gezielt an Problemen arbeiten, desto schneller lassen sie sich lösen. Sobald Ihnen eine Verhaltensänderung bei Ihrer Katze auffällt, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen, um körperliche Ursachen auszuschließen.
- Auslöser vermeiden oder reduzieren: Sobald wir den Auslöser kennen, sollten wir unser Bestes tun, diesen zu vermeiden oder zu reduzieren, sofern dies möglich und vernünftig ist. Einige Situationen sind unvermeidlich, und viele Tiere können sich im Laufe der Zeit an sie gewöhnen. Andererseits sind bestimmte Situationen, wie das Umstellen von Gegenständen in der Wohnung, oft leicht zu vermeiden. Verringern oder Beseitigung der Auslöser (z.B. Maßnahmen zur Verhaltensmodifikation, z. B.
Weitere Tipps und Strategien:
- Sichere Umgebung schaffen: Wichtig ist, dass du ängstlichen Katzen eine sichere Umgebung mit ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten schaffst. Bieten Sie Ihrem Tier verschiedene Schlaf- und Rückzugsräume an. Dazu gehören auch ein Kratzbaum und eine Katzentoilette an einem ungestörten Platz. Nutzen Sie die dritte Dimension Ihrer Wohnung und bauen Sie in die Höhe! Kratzbäume, Regalbretter und Fensterbänke bieten Ausguck und Sicherheit.
- Positive Verstärkung: Schimpfen oder bestrafen Sie eine ängstliche Katze nicht. Schenken Sie Ihrem Tier stattdessen genug Aufmerksamkeit und bestätigen Sie es positiv, indem Sie mit ihm spielen, es streicheln oder ihm das eine oder andere Leckerli geben. So stärken Sie die Bindung zu Ihrer Fellnase und mit der Zeit wird sie selbstbewusster.
- Desensibilisierung und Gegenkonditionierung: Gezieltes Training kann in diesem Fall Wunder wirken. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze den beängstigenden Gegenstand mit etwas Positivem verbindet. Bei der Desensibilisierung kommt es darauf an, den Angstauslöser in kleinen Schritten so zu steigern, bis deine Katze keine Angst mehr davor hat. Wenn Ihre Mieze Trennungsangst hat, kann eine sogenannte Gegenkonditionierung helfen. Damit können Sie Ihrer Fellnase das negative Verhalten abtrainieren. Bringen Sie Ihr zum Beispiel bei, sich hinzulegen, bevor Sie weggehen. Belohnen Sie das Verhalten mit einem Leckerli. Mit der Zeit verbindet Ihre Katze etwas Positives mit der Situation. Sie merkt, dass sie sicher ist und wird sich entspannen. Vor allem bei Geräuschen können Sie meist gut mittels Desensibilisierung und Gegenkonditionierung arbeiten. Sie können Ihre Katze langsam an Geräusche und Lautstärke gewöhnen und den Angstreiz schließlich an positive Reize wie Leckerlis koppeln.
- Pheromone: Außerdem gibt es inzwischen Pheromonspray oder Deffuser (z.B. von Feliway), die Ihrer Katzen helfen sich zu beruhigen. Pheromone (Hormone) sind Botenstoffe, die beispielsweise dafür sorgen, dass deine Katze sich sicher und geborgen fühlt. In der Regel entspannen sich ängstliche Tiere nach einer Verwendung über einige Wochen. Bei manchen Katzen hilft die einmalige Anwendung über einen kurzen Zeitraum.
- Natürliche Unterstützung: Wenn du deine ängstliche Katze mit natürlichen Heilpflanzen unterstützen möchtest, probiere es gerne einmal mit der Relax Cat Mischung von Dr. Sam. Wir empfehlen euch zur Unterstützung unser Dr.
- Futter und Ernährung: Das Verwenden von Futterspielzeug wie z. B. Außerdem sollte über den Tag verteilt in vielen kleinen Portionen gefüttert werden, denn Katzen sind „Snacker“, die immer ein bisschen naschen mögen. So baut sich auch kein Heißhunger auf. Feuchtfutter hat bei gleichem Energiegehalt ein größeres Volumen (größere Befriedigung) und sorgt zudem für reichlich Flüssigkeit.
- Verhaltenstherapie: Brauchen Sie und Ihre Katze weiterführende Hilfe und Unterstützung, so können Sie einen Tierverhaltenstherapeuten in Ihrer Nähe kontaktieren. Diese finden Sie im Internet z. B. Selbst wenn Sie die Ursache gefunden haben, ist es alles andere als einfach, die Angst aus dem Leben der Katze verschwinden zu lassen. Unmöglich ist es aber nicht! Gehen Sie in jedem Fall behutsam vor. Hau-Ruck-Aktionen helfen weder Ihnen noch Ihrer scheuen Katze.
Spezielle Situationen meistern
- Tierarztbesuche: Hat Ihre Katze schon schlechte Erfahrungen gemacht, achten Sie bei der Wahl des Tierarztes auf eine katzenfreundliche Praxis. Durch frühzeitiges Medical Training und die Wahl einer Tierarztpraxis, die katzenfreundlich arbeitet. Beim Medical Training trainieren Sie gezielt typische Situationen beim Tierarzt (z. B. Abhören) bereits zu Hause. Als Transportbox für ängstliche Katzen eignet sich ein mehrteiliges Modell aus Kunststoff am besten. Denn bei einer solchen Box lässt sich Deckel komplett abnehmen, sodass der Tierarzt bzw. seine Helferin nicht hineingreifen muss, um die panische Mieze auf den Untersuchungstisch zu ziehen.
- Umzug: Während des Umzugs können Sie in der neuen Wohnung einen Raum mit gewohnten Gegenständen ausstatten. Stellen Sie dabei sicher, dass die Katze nicht versehentlich entwischen kann.
- Reisen: Versuchen Sie Reisen oder Urlaube mit ängstlichen Katzen zu vermeiden. Sie sollten Ihre Katze immer mit Transportkorb-Training und Autofahrtraining auf Reisen vorbereiten.
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