Die Nesselsucht, auch Urtikaria genannt, ist eine Hauterkrankung, die durch juckende Quaddeln und/oder Schwellungen der Haut gekennzeichnet ist. Bei der akuten spontanen oder chronischen spontanen Urtikaria sind die Auslöser oft unbekannt, was viele Betroffene und Mediziner vor Herausforderungen stellt. Ein ganzheitlicher Blick auf die Erkrankung rückt zunehmend die Rolle der Psyche in den Fokus.
Einführung
Die Urtikaria ist eine häufige Erkrankung, von der etwa 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen sind. Frauen sind dabei zwei- bis viermal häufiger betroffen als Männer. Während die Ursachen multifaktoriell sind und von Allergien über Infektionen bis hin zu physikalischen Reizen reichen können, bleibt bei vielen Fällen, insbesondere bei der chronischen spontanen Urtikaria, der genaue Auslöser unklar. Dies führt zu der Frage, ob psychische Faktoren eine Rolle spielen könnten.
Ursachen und Auslöser der Nesselsucht
Es ist wichtig, zwischen den Ursachen und den Auslösern der Nesselsucht zu unterscheiden. Die Ursachen sind die Vorgänge im Körper, die die Symptome hervorrufen, während die Auslöser die Reize sind, die diese Vorgänge provozieren. Die Ursachen der Nesselsucht sind Fehlreaktionen des Immunsystems. Auslöser für eine chronische induzierbare Nesselsucht können unter anderem Kälte, Sonnenlicht und Druck auf der Haut sein. Bei der chronisch spontanen Form gibt es hingegen meist keinen konkreten Auslöser.
Immunologische Prozesse
Die Ursachen aller Formen von Nesselsucht hängen mit den Mastzellen und dem Gewebshormon Histamin zusammen. Das Immunsystem stuft irrtümlich bestimmte Stoffe als schädlich ein. Auslöser der Urtikaria sind meist immunologische Prozesse, die zu einer Histaminfreisetzung aus Mastzellen führen. Dies führt zu einer erhöhten Permeabilität der dermalen Blutgefäße und Ödembildung in der Dermis. Es bilden sich die typischen Quaddeln.
Allergien und Pseudoallergien
Allergien spielen bei der Urtikaria nur eine untergeordnete Rolle, werden aber häufig fälschlicherweise als Ursache vermutet. Bei chronischer Urtikaria, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, erfolgt eine sogenannte „Durchuntersuchung“. Dabei werden neben der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) eine ausführliche Fokussuche auf mögliche Ursachen bzw. Auslöser durchgeführt. Unser Hauptziel ist es, auslösende Ursachen auszuschließen oder zu erkennen, damit diese nachfolgend gemieden bzw. beseitigt werden können sowie die Urtikaria (Nesselsucht) von einer unkontrollierten in eine kontrollierte symptomarme bzw. symptomfreie Erkrankung zu überführen. Hierbei stehen uns neben lindernden Lokaltherapeutika u.a. moderne Antihistaminika zur Verfügung.
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Pseudoallergische Reaktionen auf bestimmte Arzneimittel, Nahrungsstoffe oder darin enthaltene Zusätze wie Farb- und Konservierungsstoffe können ebenfalls eine Urtikaria auslösen.
Infektionen
Infekte können eine akute oder chronische spontane Nesselsucht auslösen und zu Jucken und Quaddeln auf der Haut führen. Die chronische spontane Urtikaria ist häufig mit entzündlichen und infektiösen Erkrankungen assoziiert. Häufig liegen Infektionen des Gastrointestinaltraktes (z.B. mit Helicobacter pylori) vor, oder Infektionen im Nasen-Rachen-Bereich wie z.B. Sinusitiden oder Tonsillitiden. Auch Darmparasiten können in seltenen Fällen zu einer chronischen Urtikaria führen. Die akute Urtikaria ist ebenfalls häufig Infekt-assoziiert (etwa 40% der Fälle) und kann auch Wochen nach dem Infekt auftreten.
Physikalische Reize
Auslöser für eine chronische induzierbare Nesselsucht können unter anderem Kälte, Sonnenlicht und Druck auf der Haut sein. Bei der chronisch spontanen Form gibt es hingegen meist keinen konkreten Auslöser. Externe Auslöser für eine chronische induzierbare Nesselsucht können unter anderem Kälte, Sonnenlicht und Druck auf der Haut sein.
Die Rolle der Psyche bei Urtikaria
Stress und ein seelisches Ungleichgewicht können zu Reaktionen im Körper führen und wirken sich nachweislich auf das Immunsystem aus. Psychischer Stress wird zudem als Auslöser und Verstärker der Urtikaria diskutiert.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen nehmen ihre Seele deutlich stärker wahr als Männer. Schon kleine Mädchen achten mehr auf ihre Psyche als kleine Jungen. Auch haben Frauen ein ausgeprägteres Gesundheitsbewusstsein. Allein schon durch die Menstruation und die Schwangerschaft gehen Frauen achtsamer mit ihrem Körper um. Grundsätzlich sind Frauen in Bezug auf ihre Gesundheit sensibler als Männer und hören mehr „in sich hinein“. Dementsprechend reagieren Frauen auf psychische Belastungen auch eher mit körperlichen Symptomen. Allerdings sind auch Männer psychisch belastet, selbst dann, wenn sie dies nicht wahrnehmen oder wenn sie es verdrängen. Männer neigen eher dazu, Erkrankungen zu unterdrücken und damit zu verschlimmern. Von einigen hundert Urtikaria-Patienten in meiner Praxis sind 95 Prozent Frauen. Auffällig ist hierbei, dass bei Männern eher die aktuellen, bewussten Konflikte, wie zum Beispiel die Arbeitsbelastung, zum Auslöser einer Urtikaria werden. Bei Frauen spielen hingegen häufiger verdrängte, unbewusste Konflikte eine Rolle. Auch bewusste Beziehungskonflikte können ein Urtikaria-Auslöser sein.
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Konflikte als Triggerfaktoren
Bei den psychisch bedingten Triggerfaktoren der Urtikaria nimmt der Konflikt eine zentrale Rolle ein. Unbewusste Konflikte sind Konflikte, die oft aus der Kindheit herrühren. Kindheitstraumata aller Art werden häufig aktiv verdrängt und oft ist das auch gut so. Aber man kann nicht alles verdrängen und in diesen Fällen wäre es für den Betroffenen wichtig, dieses Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Geschieht dies nicht, kann es passieren, dass ein sogenanntes repetitives Konfliktmuster durch einen aktuellen Konflikt wieder zutage tritt. Es kann dann zu körperlichen psychosmatischen Symptomen kommen, zum Beispiel zu den typischen Quaddeln einer Urtikaria. Ich stelle bei meinen Urtikariapatienten gar nicht so selten fest, dass sie in ihrer Kindheit zum Beispiel schwere traumatische Ereignisse oder Missachtung erleben mussten. Aufgrund dieser unverarbeiteten Konflikte bricht dann irgendwann in höherem Alter eine Urtikaria aus. Die Ereignisse führen dann zu dem typischen Hautausschlag und gehen den Patienten dann sprichwörtlich „unter die Haut“ bzw. Auch bewusste Konflikte können eine Urtikaria hervorrufen, zum Beispiel eine hohe Arbeitsbelastung. So kann durch die Verdichtung der Arbeit eine Stresssituation entstehen, die nicht mehr zu bewältigen ist. Ich sehe immer wieder, dass die Urtikaria bei manchen Patienten psychisch bedingt ist. Es zeichen sich dann Zusammenhänge zwischen dem Ausbruch der Urtikaria und bestimmten Konfliktsituationen.
Stress als Faktor
Stress in der Arbeit, Partnerschaft oder Familie - das bringt neben einer hohen psychischen Belastung unter Umständen auch Hautprobleme mit sich. Das Stresshormon Cortisol schwächt die Widerstandsfähigkeit der Haut, was in der Folge zu Ausschlag führen kann. Aber auch erneute Schübe von bestehenden Krankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte werden häufig durch besonders stressige Phasen hervorgerufen. Dass Hautausschlag allein durch Stress entsteht, ist selten, aber durchaus möglich. Es können sich bei starkem Stress beispielsweise Pickel im Gesicht bilden. Meistens besteht bei den Betroffenen aber schon eine Erkrankung, die durch vermehrten Stress hervorgerufen beziehungsweise verstärkt wird.
Teufelskreis Stress und Hautausschlag
Oft bedingen sich Stress und Hautausschlag gegenseitig. Der Stress verstärkt den Ausschlag, woraufhin erneuter Stress entsteht. Dieser Mechanismus kann zum Beispiel bei Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten.
Psychotherapeutische Ansätze bei Urtikaria
Durch unser besonderes Augenmerk auf die psychische Belastung nehmen wir uns viel Zeit für die Anamnese und klären dabei mögliche psychische Ursachen ab. Erkennbar werden psychische Auslöser bereits im Gespräch, aber auch am Verhalten. Die besondere Situation in unserer Praxis ist die Kombination von Allergologie und Psychotherapie, die von vielen Patienten bewusst oder unbewusst gewählt wird. Ein klassisches Beispiel ist eine Patientin, die aufgrund ihrer Allergie in die Praxis kommt und dann stellt sich heraus, dass eine Psychotherapie ihr helfen kann.
Einzel- und Gruppentherapie
Ergibt sich aus der Diagnose der Bedarf einer Psychotherapie, steht den Patienten entsprechend der aktuell geltenden Richtlinien eine Einzeltherapie zu. Die Voraussetzung ist allerdings, dass innerhalb der letzten zwei Jahre nicht bereits eine Psychotherapie durchgeführt wurde. Während die Einzeltherapie die Möglichkeit bietet, vertieft in die Seele des Patienten zu blicken, zum Teil auch mit Hilfe von Hypnosetechniken, legt eine Gruppentherapie häufig dynamische Prozesse frei. Patienten, die im Umgang mit ihrer Erkrankung erfahren sind, sind empathisch - sie können die Situation der anderen Patienten sehr gut nachvollziehen. Außerdem machen die Patienten im Rahmen der Gruppentherapie untereinander oft Beobachtungen, die die Betroffenen selbst nicht wahrnehmen, weil sie in ihrem seelischen Konstrukt gefangen sind. Durch ihre eigene Betroffenheit und Empathie helfen die Patienten sich dann gegenseitig. Das hat zudem den Vorteil, dass sie die Ratschläge anderer Betroffener besser annehmen können.
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Traumatherapie
Bei traumatischen Erfahrungen oder wenn es, zum Beispiel, zu einer Missachtung durch die Eltern kam, ist es möglich, das Trauma aufzuarbeiten. In der Einzeltherapie wird regressiv in die Kindheit des Patienten zurückgekehrt, so dass die Kindheit konstruktiv aufgearbeitet werden kann. Dies ermöglicht es den Patienten, die Konfliktsituationen der Vergangenheit zu verarbeiten. Der Therapeut spielt dabei eine wichtige Rolle. Er ist die Stütze des Patienten, übernimmt quasi die „Vaterrolle“ und dient als Projektionsfläche. Grundsätzlich hat der Patient Anspruch auf insgesamt 24 Stunden, die aber bei Bedarf auf Antrag verlängert werden können. Die psychotherapeutischen Sitzungen finden in der Regel einmal die Woche für eine Stunde statt. Grundsätzlich richtet sich die Frequenz der Sitzungen aber nach dem Bedarf. So kann es sein, dass zu Beginn der Behandlung mehrere Sitzungen pro Woche stattfinden, und je stabiler der Patient wird, um so größer werden die Abstände zwischen den Sitzungen.
Erfolg der Psychotherapie
Wir sehen häufig, dass Patienten mit akuter spontaner oder chronischer spontaner Urtikaria ihre Urtikaria durch die Psychotherapie verlieren und dann jahrelang keine Symptome mehr zeigen. Durch Stress- und Konfliktsituationen kann es jedoch auch zu Rückfällen kommen. Dann kann man weitere psychotherapeutische Sitzungen anschließen. Parallel zur individuellen Psychotherapie und den Gruppensitzungen kann man den Patienten auch Entspannungstherapien, wie zum Beispiel autogenes Training, anbieten.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Neben der psychotherapeutischen Behandlung gibt es weitere Möglichkeiten, die Symptome der Urtikaria zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Medikamentöse Therapie
Die Therapie der Urtikaria gemäß der aktuellen S3-Leitlinie (Stand 2022) erfolgt in einem stufenweisen Schema:
- Basistherapie: H1-Antihistaminika: Die erste Therapiestufe umfasst den Einsatz von modernen, nicht-sedierenden H1-Antihistaminika der zweiten Generation in Standarddosis.
- Dosiserhöhung: Bei unzureichender Symptomkontrolle kann die Dosis dieser Antihistaminika schrittweise bis zum Vierfachen der empfohlenen Tagesdosis erhöht werden.
- Zweitlinientherapie: Omalizumab: Falls die Dosissteigerung nicht ausreicht, wird Omalizumab, ein Anti-IgE-Antikörper, hinzugefügt. Es ist insbesondere bei chronisch spontaner Urtikaria effektiv.
- Drittlinientherapie: Ciclosporin A: Bei weiterhin persistierenden Symptomen kann Ciclosporin A in Betracht gezogen werden. Es reduziert die Freisetzung von Mastzellmediatoren, ist aber aufgrund seines Nebenwirkungsprofils nicht als Standardtherapie empfohlen.
- Systemische Glukokortikosteroide: Der langfristige Einsatz von systemischen Glukokortikosteroiden bei chronischer Urtikaria wird aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen nicht empfohlen. Eine Kurzzeitbehandlung über maximal 10 Tage kann bei akuten Exazerbationen der Urtikaria zur Reduktion der Krankheitsaktivität und -dauer hilfreich sein.
Vermeidung von Triggerfaktoren
Wenn identifizierbar, sollten auslösende Faktoren vermieden werden. Bei einer Druckurtikaria können zum Beispiel spezielle Polster in der Kleidung oder Verbreiterung von Handtaschengürteln verwendet werden, um die Haut zu schützen. Ähnliches gilt auch für die Lichturtikaria. Hier kann die exakte Identifizierung des auslösenden Wellenlängenbereiches notwendig sein, um eine passende Auswahl von Sonnenschutzmitteln bzw. UV A-Filtern zu ermöglichen.
Selbsthilfemaßnahmen
Um die Wirkung von Medikamenten zu unterstützen, können Betroffene auch selbst aktiv werden. Weite, lockere Kleidung oder kaltes Duschen kann dabei helfen, den Juckreiz bei bereits bestehendem Ausschlag zu vermindern. Auch ein Nesselsucht-Tagebuch kann hilfreich sein, um mögliche Auslöser der Quaddeln leichter zu identifizieren und die Wirksamkeit der durchgeführten Therapie zu dokumentieren.
Diagnose der Nesselsucht
Die Diagnostik der Urtikaria beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, durch die oft schon Begleitumstände (z.B. vorhandene Allergien, Urtikaria in der Anamnese, (abgelaufener) Infekt, Medikamente) abgeklärt werden können. Folgen sollte der Anamnese eine körperliche Untersuchung, welche die Untersuchung eines Dermographismus miteinschließen sollte. Bei der chronischen spontanen Urtikaria sollte zudem eine laborchemische Abklärung (Differentialblutbild, BSG oder CRP) gemäß der aktuell gültigen Leitlinie erfolgen. Weitere diagnostische Schritte sollten von der Art der Urtikaria abhängig gemacht werden.
Spezifische Diagnostik
Bei Verdacht auf eine physikalische Urtikaria kann diese mittels physikalischen Provokationstests bestätigt werden. Bei Verdacht auf eine allergische Genese sollte eine Allergieabklärung durchgeführt werden (z.B. Prick-Test, Intrakutan-Test, RAST-Test). Steht eine Nahrungsmittelallergie im Verdacht die Urtikaria auszulösen, sollte man daran denken, dass in diesem Falle meist pseudoallergische Reaktionen auf Nahrungsmittelbestandteile und Nahrungsmittelzusatzstoffe die Ursache der chronischen Urtikaria sind und eine vorhandene Urtikaria auch verschlimmern können. Besteht der Verdacht auf eine pseudoallergische Reaktion auf Nahrungsmittelzusatzstoffe sollte gemäß der aktuellen Leitlinie eine pseudoallergenarme Diät für mindestens vier Wochen durchgeführt werden. Bei einem Ansprechen auf die Diät sollte eine Provokationstestung zur Diagnostik der Pseudoallergie durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine ASS-Intoleranz kann eine Provokationstestung erfolgen. Bei Verdacht auf eine infektiöse Erkrankung sollte eine Suche nach einer Infektquelle erfolgen. Bei Verdacht auf Parasiten kann eine Stuhluntersuchung indiziert sein. Bei Verdacht auf eine autoreaktive Urtikaria kann ein autologer Serumtest (ASST) durchgeführt werden. Hierbei wird dem Patienten entnommenes Vollblut intrakutan injiziert.
Formen der Nesselsucht
Die Urtikaria wird gemäß der gültigen Leitlinie wie folgt klassifiziert:
- Spontane Urtikaria:
- Akute spontane Urtikaria (Dauer <6 Wochen)
- Chronische spontane Urtikaria (Dauer >6 Wochen)
- Physikalische Urtikaria:
- Kältekontakturtikaria
- Verzögerte Druckurtikaria
- Wärmekontakturtikaria
- Lichturtikaria
- Reibung (Urticaria factitia)
- Vibratorische Urtikaria/Angioödem
- Weitere Urtikariatypen:
- Aquagene Urtikaria
- Cholinerge Urtikaria
- Kontakturtikaria
- Anstrengungsurtikaria
Differenzierung zwischen akuter und chronischer Urtikaria
Klingt die Hauterkrankung innerhalb von sechs Wochen ab, handelt es sich um eine akute Urtikaria. Bleibt sie länger als sechs Wochen bestehen, stufen Hautärzte und Hautärztinnen sie als chronisch ein. Hierbei werden grundsätzlich zwischen zwei Formen unterschieden: Induzierte Urtikaria: Diese Form der chronischen Nesselsucht kann durch Einflüsse von außen, wie Kälte, Hitze, UV-Strahlung oder Reibung, ausgelöst werden. Spontane oder idiopathische Urtikaria: Für diese Form der chronischen Nesselsucht gibt es normalerweise keine bekannte Ursache. Sie tritt zwei- bis dreimal häufiger auf als die durch äußere Einflüsse ausgelöste Form.
Prognose und Krankheitsverlauf
In der Regel ist die akute Urtikaria selbstlimitierend und von kurzer Dauer. Meist tritt eine akute Urtikaria einmalig auf. Bei einem kleinen Teil der Patienten geht die akute Urtikaria in eine chronische Urtikaria über. Die chronische Urtikaria hingegen dauert bei den meisten Betroffenen zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Allerdings variiert die Dauer der Erkrankung mit 0-40 Jahren erheblich. Falls die Ursachen, Auslöser und aggravierenden Faktoren nicht vermieden werden können, können die Symptome in einem großen Teil der Patienten durch Medikamente wirksam unterdrückt werden. Die Prognose der chronischen Urtikaria ist gut.
Die Haut als Spiegel der Seele
Die Haut wird im Volksmund oft als „Spiegel der Seele“ bezeichnet. Auch Redewendungen, wie „das geht einem unter die Haut“, „das juckt mich nicht“ oder „das ist zum aus der Haut fahren“, weisen auf die enge Verbindung von Haut und Psyche hin. Die Haut, das größte Organ des Menschen, kann Gefühle darstellen. Dazu bedient sie sich einer eigenen Sprache. So löst beispielsweise Furcht eine Gänsehaut aus, Scham lässt erröten, Angst treibt uns den Schweiß auf die Stirn.
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