Neuralgin®: Zusammensetzung, Anwendung und wichtige Hinweise

Neuralgin® ist ein rezeptfreies, apothekenpflichtiges Schmerzmittel, das zur Behandlung von akuten leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination aus drei Wirkstoffen: Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein. Diese Kombination zielt darauf ab, Schmerzen effektiv zu lindern und gleichzeitig die Verträglichkeit zu verbessern.

Zusammensetzung von Neuralgin®

Neuralgin® Schmerztabletten enthalten folgende Wirkstoffe pro Tablette:

  • 250 mg Acetylsalicylsäure (Ph.Eur.)
  • 200 mg Paracetamol
  • 50 mg Coffein

Zusätzlich enthält Neuralgin® weitere Bestandteile, darunter Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Wichtig für Menschen mit Laktoseintoleranz: Neuralgin® Schmerztabletten werden ohne Milchzucker hergestellt.

Wirkungsweise der Inhaltsstoffe

Die sorgfältig aufeinander abgestimmten Wirkstoffe in Neuralgin® ergänzen sich in ihrer Wirkung, um eine effektive Schmerzlinderung zu erzielen:

  • Acetylsalicylsäure (ASS): Wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Sie hemmt die Bildung von Prostaglandinen, die an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind. ASS beeinflusst auch die Blutgerinnung, indem es das Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindert.
  • Paracetamol: Wirkt ebenfalls schmerzstillend und fiebersenkend, besitzt aber geringe entzündungshemmende Eigenschaften. Wie Acetylsalicylsäure blockiert Paracetamol die Bildung von Prostaglandinen.
  • Coffein: Wirkt anregend auf die Großhirnrinde, reduziert Müdigkeitserscheinungen und steigert die Leistungsfähigkeit. Zudem bewirkt Coffein eine Verengung der Hirngefäße, was bei Kopfschmerzen und Migräne von Vorteil sein kann. Coffein verstärkt und beschleunigt die schmerzlindernde Wirkung von Acetylsalicylsäure und Paracetamol. Die Menge an Coffein in einer Tablette entspricht etwa einer halben Tasse Kaffee (150 ml).

Durch die Kombination von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein kann die Dosierung der einzelnen Wirkstoffe reduziert werden, was potenziell die Verträglichkeit verbessert.

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Anwendungsgebiete von Neuralgin®

Neuralgin® Schmerztabletten sind für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 43 kg Körpergewicht) zur Behandlung von:

  • Akuten leichten bis mäßig starken Schmerzen
  • Akuten Kopfschmerzphasen bei Migräne mit und ohne Aura
  • Akuten Spannungskopfschmerzen

Neuralgin® kann auch bei akuten Migräneattacken helfen. Es wird empfohlen, bei akuten Migräneattacken eine Einzeldosis von 2 Tabletten einzunehmen.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Neuralgin® hängt vom Alter und den Beschwerden ab:

  • Jugendliche ab 12 Jahren (ab 43 kg) und Erwachsene:
    • Einzeldosis: 1-2 Tabletten
    • Gesamtdosis: Bis zu 3-mal täglich im Abstand von 4-8 Stunden
  • Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen oder nach dem Zerfallenlassen in etwas Flüssigkeit getrunken. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, jedoch kann die Einnahme nach den Mahlzeiten zu einem verzögerten Wirkungseintritt führen.

Es ist wichtig, die Gesamtdosis nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker zu überschreiten.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

  • Dauer der Anwendung: Ohne ärztlichen Rat sollte Neuralgin® nicht länger als 3-4 Tage eingenommen werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Überdosierung: Bei einer Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Hör- und Sehstörungen sowie Verwirrtheitszustände auftreten. Im Verdachtsfall sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.
  • Schmerzmittelkopfschmerz: Bei dauerhafter Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel selbst verursacht werden. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden, um chronische Kopfschmerzen zu vermeiden.
  • Analgetika-Nephropathie: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Dieses Risiko ist besonders hoch bei der Kombination mehrerer Schmerzmittel oder bei der Einnahme von Schmerzmitteln, die mehrere Wirkstoffe enthalten.

Gegenanzeigen

Neuralgin® darf nicht eingenommen werden bei:

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  • Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Coffein oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Bekannten Asthmaanfällen oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf Salicylate oder andere nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR)
  • Blutungen im Magen-Darm-Bereich
  • Magen- oder Darmdurchbruch in der Vorgeschichte
  • Aktiven oder wiederholt aufgetretenen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Erhöhter Blutungsneigung
  • Leber- oder Nierenversagen
  • Schwerer Herzschwäche
  • Gleichzeitiger Einnahme von 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche
  • Den letzten drei Monaten der Schwangerschaft
  • Kindern unter 12 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika oder andere allergieauslösende Stoffe
  • Allergien, Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronischen Atemwegserkrankungen
  • Eingeschränkter Leberfunktion (Leberentzündung, Gilbert-Syndrom)
  • Bluthochdruck und Herzleistungsschwäche
  • Geplanten Operationen (auch kleineren Eingriffen)
  • Chronischem Alkoholkonsum
  • Vorgeschädigter Niere (eingeschränkter Nierenfunktion)
  • Gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die die Leberfunktion beeinträchtigen
  • Erblichem Mangel des Enzyms Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase
  • Hämolytischer Anämie
  • Mangel des am Leberstoffwechsel beteiligten Eiweißes Glutathion
  • Flüssigkeitsmangel im Körper (Dehydratation)
  • Chronischer Mangelernährung
  • Körpergewicht unter 50 kg
  • Höherem Lebensalter
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Herzrhythmusstörungen
  • Angststörungen
  • Gleichzeitiger Einnahme von Flucloxacillin (ein Antibiotikum)

Patienten mit Leber-/Nierenfunktionsstörung oder Gilbert (Meulengracht) -Syndrom müssen in Absprache mit ihrem Arzt evtl. die Einzel-/Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Neuralgin® kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

  • Acetylsalicylsäure: Verstärkt die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln, Thrombozytenaggregationshemmern, Glukokortikoiden, Digoxin, Antidiabetika, Methotrexat und Valproinsäure. Vermindert die Wirkung von Diuretika, ACE-Hemmern und harnsäureausscheidenden Gichtmitteln.
  • Paracetamol: Wechselwirkungen sind möglich mit Arzneimitteln gegen Gicht (Probenecid), Schlafmitteln (Phenobarbital), Mitteln gegen Epilepsie (Phenytoin, Carbamazepin), Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin), Cholestyramin, Metoclopramid und Domperidon, Arzneimitteln bei HIV-Infektionen (Zidovudin) und Flucloxacillin.
  • Coffein: Coffein vermindert die dämpfenden Wirkungen zahlreicher Substanzen, wie z.B. Barbituraten, Antihistaminika etc. Coffein erhöht die herzschlagbeschleunigenden Wirkungen von z.B. Sympathomimetika, Thyroxin etc.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollte Neuralgin® nicht eingenommen werden, da die Schwangerschaft und/oder die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigt werden kann. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft sowie während der Geburt dürfen Neuralgin® nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko von Komplikationen für Mutter und Kind vor und während der Geburt besteht.

Die Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. Das Befinden und Verhalten des Säuglings können durch mit der Muttermilch aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden. Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen sollte abgestillt werden.

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Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Neuralgin® Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sodbrennen, Bauchschmerzen)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Schlaflosigkeit, Zittern
  • Hörstörungen, Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
  • Pulsbeschleunigung, Herzklopfen
  • Blutgerinnungsstörungen, Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen)
  • Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Unwohlsein, Rastlosigkeit (innere Unruhe)

Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

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