Alzheimer Gesellschaft Kempten: Unterstützung und Angebote für Betroffene und Angehörige

Wenn das Gedächtnis nachlässt, ist es wichtig, zwischen normalen Alterserscheinungen und Anzeichen einer Erkrankung zu unterscheiden, die weiterer Abklärung bedarf. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Demenzerkrankungen kann den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Die Alzheimer Gesellschaft Kempten und ihre Partner bieten umfassende Unterstützung und Angebote für Betroffene und ihre Angehörigen.

Diagnostik und Beratung

Der erste Schritt ist eine ausführliche körperliche Untersuchung durch einen Arzt. Gedächtnis und Konzentration werden mit wissenschaftlich anerkannten Testverfahren neuropsychologisch überprüft. Bei Hinweisen auf Beeinträchtigungen werden weitere diagnostische und therapeutische Schritte eingeleitet. Die weitere Behandlung wird mit dem Hausarzt besprochen, und es werden sozialdienstliche Aufklärung sowie Schulungen für Angehörige von Demenzkranken angeboten. Der Weg zur Alzheimer Gesellschaft Kempten führt über den Hausarzt, der eine entsprechende Überweisung ausstellt. Für einen Termin werden neben einem Überweisungsschein auch die Krankenkassenchipkarte, der aktuelle Medikamentenplan und andere relevante Vorbefunde benötigt.

Angebote der Alzheimer Gesellschaft und ihrer Partner

Die Alzheimer Gesellschaft Kempten arbeitet im DemenzZentrum Kempten mit verschiedenen Partnern zusammen, um ein breites Spektrum an Unterstützung anzubieten:

  • Alzheimergesellschaft Allgäu e. V.: Bietet jeden zweiten Donnerstag einen Betreuungsnachmittag von 14.30 bis 17.30 Uhr im Cafe Konfetti im evangelischen Gemeindehaus am St. Mang Platz für Menschen mit Demenz an.
  • Caritasverband Kempten-Oberallgäu e. V., Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Oberallgäu, Diakonisches Werk/Johannesverein Kempten e. V. und Johanniter Regionalverband Allgäu: Arbeiten Hand in Hand, um Demenzbetroffene und ihre Angehörigen in allen Fragen der Alltagsbewältigung zu unterstützen.

Die Kontaktstelle des DemenzZentrums bietet eine Vielzahl von Betreuungs- und Entlastungsangeboten. Neben einem spezialisierten häuslichen Besuchsdienst können sich Betroffene und Angehörige in Begegnungs- und Selbsthilfegruppen austauschen.

Weitere Angebote in Kempten und Umgebung

  • Café Auszeit: Jeden zweiten und vierten Dienstag (außer Feiertage) von 14:30-17 Uhr in der Begegnungsstätte "Alter Pfarrhof St. Michael" für Senior*innen und Menschen mit Demenz.
  • Café Konfetti: Ein Betreuungsvormittag mit Mittagessen für Menschen mit Demenz, immer am Montag (außer Feiertage) von 10-13 Uhr im Beratungszentrum Pflege und Demenz im Margaretha- und Josephinen-Stift, Adenauerring 39.
  • Café Austausch (Fachstelle für pflegende Angehörige): Jeden ersten Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.00 Uhr im Beratungszentrum im Margaretha- und Josephinenstift (Adenauerring 39) in Kempten. Jeden dritten Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.00 Uhr im Alten Pfarrhof in Wildpoldsried. Neben dem Austausch von Erfahrungen und dem Beisammensein steht bei jedem Treffen ein thematischer Schwerpunkt auf der Tagesordnung.
  • Gesprächskreis für pflegende Angehörige: Jeden zweiten Dienstag im Monat von 18 bis 19.30 Uhr in den Räumen der Tagesklinik des Bezirkskrankenhauses Kempten in der Robert-Weixler-Straße 46.
  • Fachstelle für pflegende Angehörige: Bietet Demenz- und Pflegeberatung am St. Mang Platz 11 an.

Die Bayerische Demenzstrategie

In Bayern sind aktuell 240.000 Menschen von Demenz betroffen, davon werden rund drei Viertel zu Hause betreut und versorgt. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit hat deshalb bereits im Jahr 2013 die Bayerische Demenzstrategie ins Leben gerufen. Die Bayerische Demenzstrategie ist von fünf Leitzielen getragen, die alle zusammen darauf abzielen, einen Bewusstseinswandel anzustoßen hin zu einer demenzfreundlichen Gesellschaft - inklusive einer bestmöglichen medizinischen Versorgung, Betreuung und Pflege. Demenz ist mehr als eine nur gesundheitlich-pflegerische Herausforderung. Es gibt kaum einen gesellschaftlichen Bereich, der nicht davon berührt wird. Die weitreichende Zielsetzung wird in zehn Handlungsfeldern durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekten und Maßnahmen umgesetzt. Eine konkrete Maßnahme ist u.a. die Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben.

Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige

Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben versteht sich als Beratungs- und Unterstützungseinrichtung für Landkreise, Städte und Gemeinden sowie für sonstige Akteure in der Entwicklung, Umsetzung und Optimierung der Angebote für Menschen mit Demenz und pflegebedürftige Menschen. Die Fachstelle hat ihren Sitz in Kempten und ist organisatorisch in das Institut für Gesundheit und Generationen (IGG) der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten eingebunden. Als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema „Demenz“ im Regierungsbezirk Schwaben initiiert und unterstützt sie den Wissenstransfer sowie den weiteren Auf- und Ausbau von Versorgungsstrukturen und Hilfsangeboten für Menschen mit Demenz und für pflegebedürftige Menschen sowie für die sie betreuenden und pflegenden Angehörigen und Helfer*innen.

Demenz und Bewegung: Wandern als Therapie

"Demenz - neue Wege gehen!" Wandern ist Bewegung, Gemeinschaft und Lebensfreude. Es bedeutet, unter Menschen zu sein, neue Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen. Neben der Lust und Freude am Wandern ist eine gewisse Mobilität Voraussetzung. Gutes Schuhwerk, bequeme Kleidung und die persönliche Begleitung durch einen Angehörigen oder Freund sind empfehlenswert. Ein Beispiel hierfür ist die Alzheimer Gesellschaft Aschaffenburg, die zusammen mit dem Wanderverein Touristengesellschaft 1908 e. V. Wanderungen anbietet.

Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick

Lesen Sie auch: Alzheimer und Demenz im Vergleich

tags: #alzheimer #gesellschaft #kempten