Gehaltsaussichten für Neurologen: Ein umfassender Überblick

Ein Neurologe ist ein Facharzt, der sich auf die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems spezialisiert hat. Hierzu gehören das Gehirn, das Rückenmark sowie die peripheren Nerven. Neurologen sind Experten für eine Vielzahl neurologischer Krankheitsbilder, darunter Schlaganfälle, Multiple Sklerose, Parkinson und Epilepsie. Ihre Arbeit umfasst sowohl die klinische Untersuchung als auch den Einsatz moderner bildgebender Verfahren und Labordiagnostik. Dieser Artikel beleuchtet die Gehaltsaussichten für Neurologen in Deutschland, einschließlich Einstiegsgehälter, Durchschnittsgehälter mit Berufserfahrung, regionale Unterschiede, Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, und Möglichkeiten zur Gehaltssteigerung.

Einstiegsgehalt und Gehaltsentwicklung

Das Einstiegsgehalt als Neurologe liegt durchschnittlich bei 64.340 € brutto im Jahr, was einem monatlichen Gehalt von 5.362 € brutto entspricht. Mit zunehmender Berufserfahrung steigen die Chancen auf ein höheres Gehalt, da man oft auch mehr Verantwortung übernehmen kann. Als Neurologe mit mehrjähriger Berufserfahrung liegt das Durchschnittsgehalt bei 92.400 € brutto im Jahr.

Gehalt in Teilzeit

Auch in Teilzeit kann man als Neurologe gutes Geld verdienen. Bei einer Arbeitszeit von 20 Wochenstunden liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei 3.234 €, während es bei 30 Wochenstunden bei 4.850 € liegt.

Gehaltsunterschiede nach Bundesland

In Deutschland gibt es teilweise immer noch Gehaltsunterschiede zwischen westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern. Aktuell verdient man als Neurologe in Hessen mit einem Durchschnittsgehalt von 81.302 € pro Jahr am besten. Die Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftskraft der Region können eine Rolle dabei spielen, wie hoch die Gehälter ausfallen.

Faktoren, die das Gehalt beeinflussen

Es gibt einige Faktoren in der Karriere eines Neurologen, mit denen er oder sie sein Gehalt steigern kann.

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Unternehmensgröße

Das Durchschnittsgehalt steigt in der Regel, je größer das Unternehmen ist, in dem man tätig ist. In großen Unternehmen und Konzernen ist das Gehalt oft höher als in Start-ups und kleinen Unternehmen. Dafür hat man in kleineren Unternehmen die Chance, auf der Karriereleiter schneller nach oben zu kommen.

Berufserfahrung

Einer der wichtigsten Faktoren für das Gehalt als Neurologe ist die Berufserfahrung. Mit jedem Jahr im Job sammelt man wichtiges Wissen und Erfahrungswerte, die mit der Zeit immer besser bezahlt werden. Man entwickelt sich in wenigen Jahren vom Berufseinsteiger zum Young Professional. Nach mehr als 10 Jahren Berufserfahrung kann man sich dann als Professional bezeichnen.

Personalverantwortung

Mit wachsender Berufserfahrung steigt auch die Möglichkeit, in Positionen mit Personalverantwortung zu kommen. Eine Position mit Personalverantwortung wird im Durchschnitt noch einmal deutlich besser bezahlt. Wie hoch das Gehalt als Führungskraft ausfällt, hängt auch von der Führungsspanne ab. Ein Abteilungsleiter mit Personalverantwortung für über 20 Mitarbeiter verdient z. B. mehr als ein Gruppenleiter mit Verantwortung über 5 Mitarbeiter.

Bildungsabschluss, Stadt und Bundesland

Der Bildungsabschluss, die Stadt und das Bundesland, in dem man arbeitet, sind ebenfalls Faktoren, die Einfluss auf das Gehalt haben.

Möglichkeiten zur Gehaltssteigerung

Neben den genannten Faktoren gibt es weitere Möglichkeiten, das Gehalt als Neurologe zu steigern.

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Weiterbildungen

Weiterbildungen können für angestellte Fachärzte, einschließlich Neurologen, zwar das Gehalt an sich nicht unmittelbar erhöhen, jedoch können sie langfristig die Chancen auf Leitungspositionen verbessern. Neurologen mit spezifischen Weiterbildungen in einem bestimmten Bereich der Neurologie, beispielsweise in der Epileptologie oder Schlaganfallmedizin, können sich als Experten profilieren und dadurch die Chance erhalten, als Oberarzt oder sogar Chefarzt in einer Klinik oder Abteilung tätig zu sein. Leitende Positionen sind in der Regel mit höheren Gehältern verbunden, was die Weiterbildung zu einer attraktiven Option macht, um die eigene Karriere voranzubringen und das Gehalt zu steigern.

Tarifverträge

Das Gehalt als angestellter Facharzt wird durch Tarifverträge geregelt. Diese gelten meist in Unikliniken, kommunalen Krankenhäusern sowie privaten stationären Einrichtungen. Man kann sich zudem als Neurologe in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) anstellen lassen. Die Tarifverträge für Ärzte werden zwischen Ärzteverbänden wie dem Marburger Bund und Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. Sie enthalten in der Regel bestimmte Einstufungen und Gehaltsstufen, die von der Berufserfahrung des Arztes abhängen. Ab einer Oberarzt-Position besteht oft auch schon die Möglichkeit, das eigene Gehalt außertariflich zu verhandeln.

Eigene Niederlassung

Neurologen, die eine eigene Praxis eröffnen, verdienen möglicherweise weniger als andere Fachärzte, da neurologische Leistungen in der Regel weniger gut vergütet werden als beispielsweise chirurgische Eingriffe. Der Reinertrag einer Praxis ist jedoch stark von der individuellen Praxisauslastung, den angebotenen Leistungen und der Effizienz der Praxisorganisation abhängig.

Corporate Benefits

Zusätzlich zum Gehalt profitieren Neurologen oft von Benefits des Arbeitgebers. Diese Mitarbeitervorteile schaffen finanzielle Entlastungen, verbessern die Work-Life-Balance oder fördern die berufliche Entwicklung. Je nach Branche, Unternehmensgröße und Position variieren die angebotenen Leistungen. Viele Unternehmen bieten Zusatzleistungen, die das Gehalt ergänzen.

Aktuelle Gehaltsdaten und Trends

Das Einkommen als Neurologe hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Ursachen dafür sind steigende Lohnniveaus, Inflation, gesetzliche Anpassungen, tarifliche Neuregelungen sowie zusätzliche Vergütungsbestandteile. Die Gehaltsdaten stammen aus Angaben von Arbeitgebern, aus offiziellen Tarifverträgen sowie aus anonymen Nutzerangaben von Berufstätigen. Alle Daten werden kontinuierlich aktualisiert und sind nie älter als drei Jahre. Grundlage der Auswertung ist eine Studiengröße von 1,5 Mio. Datensätzen. Die Auswertung erfolgt differenziert nach Region, Erfahrungslevel und Qualifikation.

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Stellenangebote für Neurologen

Es gibt zahlreiche Stellenangebote für Neurologen in verschiedenen Bereichen:

  • Gerontopsychiatrische Institutsambulanz: Behandlung älterer Patient:innen mit psychiatrischen Erkrankungen, darunter Depressionen und beginnende Demenz.
  • Medizinisches Versorgungszentrum in der Elbregion: Festanstellung mit attraktiver Vergütung und flexiblen Arbeitszeiten.
  • Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE) an der MHH: Unterstützung von Patient:innen mit anhaltenden Symptomen in der Long-/Post-COVID Sprechstunde.
  • Apriva GmbH: Sicherstellung der Qualitätsanforderungen in enger Zusammenarbeit mit der Klinikleitung.
  • AOK Rheinland/Hamburg: Engagierte Mediziner, die selbständig, serviceorientiert und mit ganzheitlichem Denken agieren.
  • Facharzt für Neurologie (m/w/d) in Regionen wie Augsburg, Wiesbaden und Freiburg: Flexible Arbeitsmodelle, einschließlich Honorar- und Festanstellungen in Voll- oder Teilzeit.
  • Modernes MVZ: Vielfältige medizinische Fachrichtungen und eine umfassende ambulante Versorgung.
  • Standort Bad Aibling: Interdisziplinäres Team und die medizinische Behandlung komplexer neurologischer Fälle.
  • Moderne Praxis in Wesel am Niederrhein: Ambulante Tätigkeit ohne Nachtschichten, geregelte Arbeitszeiten und die Möglichkeit zur intensiven Arzt-Patienten-Beziehung.

Aufgaben und Arbeitsbedingungen

In Berufen, die eine Ausbildung zum Neurologe voraussetzen, werden u.a. neurologisch-psychiatrische Anamnese erhoben und Veränderungen der Verhaltensweisen ermittelt. Weiterhin werden in der Tätigkeit Krankheitsbilder ermittelt, Messungen und Untersuchungen ausgeführt bzw. veranlasst, zum Beispiel der Hirnströme, Muskel- sowie Nervenfunktionen wie auch der hirnversorgenden Gefäße, und bildgebende Verfahren angeordnet. Fachärzte arbeiten als Selbstständige in einer Arztpraxis oder als Angestellte in Krankenhäusern. Wenngleich der Anteil der Verwaltungsaufgaben in der täglichen Arbeit einen immer größeren Anteil einnimmt, so stehen doch Untersuchung, Behandlung sowie Beratung der Patienten im Vordergrund.

In Kliniken sind Neurologen viel auf den Beinen, etwa im Rahmen der regelmäßigen Visiten oder wenn sie mehrere Stunden am Stück Untersuchungen ausführen. Sie arbeiten im Ärzteteam z. B. mit Assistenzärzten, Fachärzten sowie mit weiterem medizinischem ferner pflegerischem Personal zusammen außerdem sprechen detailliert Diagnosen, Therapien sowie Verfahrensweisen ab. In der Facharztpraxis erstellen sie die Diagnosen oder Therapiefestlegungen in der Regel eigenständig.

Engen Körperkontakt zu ihren Patienten haben sie bsp. bei Vor- ferner Nachuntersuchungen. Hier ist - besonders bei ängstlichen, nervösen außerdem schmerzempfindlichen Patienten - Fingerspitzengefühl unabdingbar. Auch die Kommunikation zwischen Arzt sowie Patient setzt Einfühlungsvermögen ferner darüber hinaus eine hohe psychische Belastbarkeit voraus, da Fachärzte immer wieder mit schweren Schicksalen von Patienten konfrontiert werden.

In Arztpraxen ist die Arbeitszeit abhängig von der Organisation ferner der Terminvergabe, wobei sich Behandlungstermine häufig in den Nachmittagsstunden außerdem am frühen Abend konzentrieren. Turnusmäßig leisten die Fachärzte auch Bereitschaftsdienst an Wochenenden ferner Feiertagen. In Kliniken arbeiten sie nach festgelegtem Wechsel auch samstags wie auch sonn- außerdem feiertags sowie leisten Schicht-, Nacht- ferner Bereitschaftsdienst.

Doch nicht nur die Diagnose sowie Therapie gehören zu ihren Aufgaben: Alle Notwendige Maßnahmen müssen genau dokumentiert werden. Fachärzte erarbeiten bsp. Krankenberichte, verfassen Gutachten außerdem beaufsichtigen die Abrechnung mit den Leistungsträgern. Wenn sie in einer eigenen Praxis arbeiten, kommen zusätzliche Verwaltungsaufgaben etwa betriebswirtschaftlicher Art hinzu. Zudem bedeuten die Eröffnung wie auch der Betrieb einer Praxis in der Regel hohe Investitions- sowie laufende Kosten.

Wenn die Fachärzte an medizinischen Forschungsvorhaben beteiligt sind, arbeiten sie auch in Forschungslabors. Bsp. an Universitätskliniken übernehmen sie gegebenenfalls auch Aufgaben in der Ausbildung von Medizinstudenten außerdem Assistenzärzten, halten nämlich Übungen in Hörsälen ab oder anleiten junge Kollegen bei Untersuchungen an. Ihr medizinisches Wissen tauschen sie auf internationalen Kongressen mit Fachkollegen aus. Dafür, wie auch zum Lesen der meist in englischer Sprache verfassten Fachliteratur, benötigen sie Fremdsprachenkenntnisse. Die Arbeit erfordert sorgfältige Hygienemaßnahmen. Die Vorschriften sind zu beachten, Desinfektions- und Sterilisationsmittel zu kennen und ggf. Wenn diese Stelle besetzt wird, muss man sich mit dem Bereitschaftsdienst und mit der Rufbereitschaft einverstanden erklären.

Gehalt während der Weiterbildung

Während ihrer Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie arbeiten angehende Neurologen als Assistenzärzte in Krankenhäusern oder medizinischen Einrichtungen. Die Vergütung der Weiterbildungsassistenten richtet sich in der Regel nach einem Tarifvertrag für Ärzte. Die zwei gängigsten: der Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte VKA) und der Tarifvertrag der Unikliniken (TV Ärzte TdL), in denen die Gehaltsentwicklung genau definiert ist. Daneben existieren es noch zahlreiche Tarifverträge von privaten Klinikkonzernen wie Helios, Asklepios oder dem Rhön Klinikum.

Schon im ersten Berufsjahr verdienen Assistenzärztinnen und -ärzte durchschnittlich 57800 Euro brutto pro Jahr - bei einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden. Durch Zuschläge, zum Beispiel für Dienste, kann der Lohn noch einmal deutlich steigen. Die höchsten Bruttolöhne zahlen die Helios Kliniken mit einem Monatsgehalt von 5109 Euro im ersten und 6287 Euro im letzten Jahr der Facharztausbildung. Am unteren Ende: Die Kommunalen Kliniken mit einem Berufsanfängergehalt von 4694 Euro.

Was viele Assistenzärzte nicht wissen: Die einzelnen Stufen richten sich bei allen Tarifverträgen nach der ärztlichen Berufserfahrung, nicht nach der Weiterbildungszeit in einem bestimmten Fach.

Gehalt angestellter Fachärzte

Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Weiterbildung starten Fachärzte, die weiterhin am Krankenhaus und nicht als niedergelassener Arzt arbeiten möchten, mit einem Durchschnittsgehalt von 6349 Euro brutto pro Monat in die neue Karrierestufe. Das Gehalt steigt zunächst nur leicht: Liegt der Durchschnittsverdienst bei 6135 Euro im 6. Ausbildungsjahr, bekommt ein Facharzt im 1. Jahr im Schnitt nur 214 Euro mehr. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch das Einkommen: Im 7. Berufsjahr liegt das Gehalt zwischen 6785 und 7544 Euro. In der Regel steigt das Gehalt automatisch alle zwei Jahre. Ein Facharzt im 13. Berufsjahr kommt so auf bis zu 8164 Euro. Und auch für Fachärzte gilt: Durch Dienste und andere Zuschläge kann das Grundgehalt noch einmal kräftig steigen. Nach 13 Berufsjahren steigt das Facharzt-Gehalt allerdings nicht weiter an.

Gehalt als Oberarzt

Für fast jeden dritten Nachwuchsmediziner ist der Oberarzt ein langfristiges berufliches Ziel. Als Oberarzt sind Sie für die Patientenversorgung zuständig, übernehmen Verantwortung für die Ausbildung der Assistenzärzte und die fachliche Aufsicht über die Fachärzte - vergleichbar mit einem Abteilungsleiter. Sie unterstehen nur dem Chefarzt und dem ärztlichen Direktor. Aber auch das Gehalt macht die Oberarztposition attraktiv: Bei der Einstellung als Oberarzt können Sie mit einem tariflich festgelegten Bruttoverdienst zwischen 7760 Euro und 8410 Euro pro Monat rechnen. Das Gehalt steigt automatisch stufenweise an.

Abgesehen von den Oberarztstellen gibt es in Kliniken auch noch die Tätigkeit des leitenden Oberarztes. Er ist ständiger Vertreter des Chefarztes und nimmt in seiner Funktion auch Aufgaben des Chefarztes wahr, etwa bei Personalfragen. Eine Position als leitender Oberarzt verspricht gute Chancen auf eine Chefarztposition - und gutes Geld. Die HELIOS-Kliniken etwa zahlen zum Einstieg 9759 Euro. Bei den privaten Klinikkonzernen geht es nach dem dritten Jahr außertariflich weiter. Kommunalen Krankenhäuser halten sich bis zum 7. Jahr, Unikliniken bis zum 9. Jahr an den Tarifvertrag.

Viele Krankenhäuser statten neue Oberärzte inzwischen vom ersten Tag an mit einem außertariflichen Arbeitsvertrag aus. Dadurch sind auch höhere Vergütungen möglich. Umsonst gibt es das aber nicht. Mehr Lohn bedeutet auch, dass mehr Leistung erbracht werden muss: Das kann Spezialwissen sein, die Fähigkeit zu konzeptioneller Projektarbeit, die Übernahme einer Bereichsleitung oder der Verantwortung für ein Medizinisches Versorgungszentrum.

Gehalt als Chefarzt

Auch die Gehälter von Chefärzten sind nicht über Tarifverträge festgelegt. Das heißt: Was sie verdienen, ist in der Regel Verhandlungssache.

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