Der Landkreis Altötting und die umliegende Region profitieren von einer umfassenden neurologischen Versorgung. Dieser Artikel beleuchtet das Spektrum der neurologischen Erkrankungen, die diagnostischen Möglichkeiten und Therapieansätze, die im Landkreis und darüber hinaus verfügbar sind. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Expertise von Fachärzten und Kliniken gelegt, die sich der Behandlung von neurologischen Leiden widmen.
Neurologische Erkrankungen: Ein vielschichtiges Bild
Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben und sich in unterschiedlichsten Symptomen äußern. Die Diagnostik und Therapie erfordern daher ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung. Zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen zählen:
- Multiple Sklerose (MS): Die MS wird oft als die Krankheit mit den „1000 Gesichtern“ bezeichnet, da sehr vielfältige neurologische Symptome im Verlaufe der Erkrankung auftreten können. Mittlerweile ist ca. jeder 600. Bundesbürger von dieser chronisch-neurologischen Erkrankung betroffen. Typische Frühsymptome sind akute einseitige Sehstörungen, Gefühlsstörungen, belastungsabhängige Lähmungserscheinungen, Doppelbilder, Gangunsicherheit und Koordinationsstörungen.
- Parkinson-Syndrom: Das Parkinson-Syndrom ist keine seltene Erkrankung. Jeder 500ste Bundesbürger insgesamt und sogar 3% der 80-jährigen Menschen sind betroffen. Die Erkrankung ist durch langsam zunehmende Steifigkeit der Glieder, Zittern auch in Ruhe, allgemeine Bewegungsarmut und Gleichgewichtsstörungen gekennzeichnet.
- Epilepsie: Fast jeder 10. Mensch hat im Laufe seines Lebens einmal einen epileptischen Anfall. Epileptische Anfälle können sehr unterschiedliche Ursachen haben und sehr unterschiedlich ablaufen.
- Demenz: Die bekannteste und häufigste Form der Demenz ist die Alzheimerkrankheit. Etwa 2% der jüngeren Seniorinnen und Senioren um 65 Jahre, jedoch bis zu einem Drittel der hoch betagten Menschen, leiden an einer Alzheimer-Demenz.
- Wirbelsäulenerkrankungen: Wirbelsäulenerkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet und eine sogenannte "Volkskrankheit". Rückenschmerzen, die bevorzugt im Bereich des Halses und der Lendenwirbelsäule auftreten, sind der häufigste Grund für stationäre Rehabiliationen und Kuren.
- Kopfschmerzen: Kopfschmerzen sind ein sehr häufiges Schmerzsymptom und sorgen weltweit zu einer Einschränkung der Lebensqualität.
Diagnostische Verfahren in der Neurologie
Um neurologische Erkrankungen präzise zu diagnostizieren, stehen verschiedene moderne Verfahren zur Verfügung:
- Klinische Untersuchung: Eine differenzierte klinische Untersuchung ist grundlegend, um die Symptome des Patienten zu erfassen und ein erstes Bild der Erkrankung zu erhalten.
- Kernspintomographie (MRT): Die kernspintomographische Darstellung von Gehirn und Rückenmark spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose von MS, da sie MS-typische „Herde“ darstellen kann.
- Evozierte Potenziale: Die Untersuchung der Nervenleitung (sog. Evozierte Potenziale) ist ein wichtiges diagnostisches Instrument, um die Funktion der Nervenbahnen zu überprüfen.
- Liquordiagnostik: Die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) kann bei der Diagnose von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. MS, hilfreich sein.
- Elektroenzephalographie (EEG): Die Ableitung der Hirnstromkurve (EEG) ist wichtig zur Diagnose von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen.
- Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße: Die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße dient der Abklärung von Durchblutungsstörungen des Gehirns, die z.B. einen Schlaganfall verursachen können.
- Doppler-/Duplexsonografie: Durch die Kombination aus Doppler- und moderner Ultraschalltechnik ist es möglich, gleichzeitig die Blutgefäße, z. B. am Hals, aber auch am Bein oder an den Armen, darzustellen und den Blutfluss in ihnen sichtbar zu machen und die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Gefäßen zu bestimmen.
- Computertomografie (CT): Zur Abklärung eines ersten Anfalls gehört neben der Ableitung einer Hirnstromkurve immer eine bildgebende Darstellung des Gehirns, z. B. mit einer Computertomografie oder Kernspintomografie.
Therapieansätze in der Neurologie
Die Therapie neurologischer Erkrankungen ist vielfältig und richtet sich nach der jeweiligen Diagnose und dem individuellen Krankheitsverlauf. Zu den wichtigsten Therapieansätzen zählen:
- Medikamentöse Therapie: Viele neurologische Erkrankungen können erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Bei MS kommen z.B. Immunmodulatoren und Immunsuppressiva zum Einsatz, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Beim Parkinson-Syndrom werden Medikamente eingesetzt, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Bei Epilepsie werden Antiepileptika eingesetzt, um Anfälle zu verhindern.
- Akutbehandlung der MS: Für die Akutbehandlung wird die hoch dosierte Kortison-Stoßtherapie meist in Form von Infusionen über 3 Tage durchgeführt. Bei nicht ausreichender Besserung steht aber auch die „Blutwäsche“ oder Immunadsorption zur Verfügung.
- Verlaufsmodifizierende Therapie der MS: Große Fortschritte wurden in den letzten 2 Jahrzehnten bei der verlaufsmodifizierenden Therapie der schubförmigen MS gemacht, die bei adäquater Anwendung für die betroffenen Patienten und Patientinnen eine weitestgehende normale Lebensführung mit beruflicher Qualifikation, Familienplanung, Reisen und Sport erlaubt.
- Bewegungstherapie: Bewegungstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung vieler neurologischer Erkrankungen, insbesondere des Parkinson-Syndroms und von Wirbelsäulenerkrankungen.
- Physiotherapie: Unter dem Stichwort „Lebensstiländerung“ werden z.B. vermehrte sportliche Aktivität unter krankengymnastischer oder sporttherapeutischer Anleitung spielen hier ebenso eine Rolle, wie Verfahren zur Stressreduktion, Nikotinabstinenz und eine balancierte Ernährung in Anlehnung an die mediterrane Diät.
- Ergotherapie: Multimodaler Therapieeinsatz unter Mithilfe der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie sowie Sozialdienst (Hilfsmittel, häusliche Pflegeunterstützung).
- Logopädie: Ausführliche Diagnostik von begleitenden Schluckstörungen mittels Videoendoskopie.
- Neuropsychologie: Multimodaler Therapieeinsatz unter Mithilfe der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie sowie Sozialdienst (Hilfsmittel, häusliche Pflegeunterstützung).
- Botox-Behandlung: Botox-Behandlung bei übermäßiger Speichelproduktion.
- Neuromodulation: Beim Parkinson-Syndrom kann in bestimmten Fällen eine Neuromodulation, wie z.B. die Tiefe Hirnstimulation, in Erwägung gezogen werden.
- Schmerztherapie: Bei chronischen Schmerzsyndromen ist eine interdisziplinäre Schmerztherapie unter stationären Bedingungen sinnvoll.
- Operative Eingriffe: Bei Wirbelsäulenerkrankungen kann in bestimmten Fällen eine Operation erforderlich sein, z.B. bei Bandscheibenvorfällen oder Verengungen des Wirbelkanals.
- Rehabilitation: Eine neurologische Rehabilitationsmaßnahme kann bei vielen neurologischen Erkrankungen sinnvoll sein, um dieFunktionsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Kompetente Anlaufstellen im Landkreis Altötting und Umgebung
Auch wenn die ursprüngliche Anfrage sich auf den Landkreis Altötting bezog, ist es wichtig, auch umliegende Optionen zu betrachten, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten.
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- Privatpraxis Dr. Luxner: Herzlich willkommen in der Privatpraxis Dr. Luxner - Ihrer kompetenten Anlaufstelle für Neurologie und Kosmetik. Die Praxis bietet Diagnostik, Beratung und Behandlung aus dem gesamten Spektrum der Neurologie inkl. notwendiger Untersuchungen wie Ultraschall der Hals-, Kopf- und Gehirnarterien, Hirnstromkurve, elektrische Messungen der Nerven- und Muskelfunktion am gesamten Körper und Blutuntersuchungen. Der medizinische Einsatz von Botulinumtoxin umfasst die Behandlung von Migräne, Muskelkrämpfen oder chronischen Verspannungen, Hyperhidrose (verstärktes Schwitzen) sowie Bruxismus (Zähneknirschen).
- Innklinikum: Alle diagnostisch relevanten Verfahren und Therapieoptionen bieten wir nach den jeweils neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen am Innklinikum für MS-Patienten in allen Verlaufsformen der Erkrankung an. In der Neurologischen Klinik stehen alle erforderlichen diagnostischen Möglichkeiten zur Abklärung und zur konservativen Behandlung zur Verfügung.
Es ist ratsam, sich bei spezifischen Fragestellungen und Beschwerden direkt an die genannten Ärzte und Kliniken zu wenden, um eine individuelle Beratung und Behandlung zu erhalten. Die hier genannten Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dienen der Orientierung.
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