Neuromuskuläre Analyse mit HUBER 360: Studien, Anwendungen und Vorteile

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sind weltweit die häufigste Ursache für chronische Schmerzen. Zu diesen Erkrankungen gehören Rückenschmerzen, Arthrose oder typische Sportverletzungen wie Entzündungen an Sehnen und Gelenken. Die neuromuskuläre Analyse und Therapie zielen darauf ab, diese Beschwerden zu lindern und die Körperfunktion zu verbessern. Ein innovatives Werkzeug in diesem Bereich ist der HUBER 360, eine motorisierte Plattform, die neuromuskuläre Analysen und personalisierte Trainingsprogramme ermöglicht.

Einführung in die neuromuskuläre Analyse

Bewegung, Kraft, aufrechte Haltung und Gleichgewicht sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von Muskeln und Nerven. Eine große Rolle spielt dabei die Propriozeption, d.h. das unbewusste Wahrnehmen der eigenen Bewegung und der Stellung im Raum.

Propriozeptoren in der Muskulatur bzw. der Sehne: Muskelspindeln messen und melden dem zentralen Nervensystem, wie stark und wie schnell sich ein Muskel dehnt. Zur Sicherung der Stabilität kann das Gehirn je nach Info gegensteuern. Golgi-Sehnenorgane überwachen die Muskelkraft. Bei zu hoher Spannung geben sie Alarm, sodass die Aktivität der Muskeln gedämpft wird.

Bei der neuromuskulären Analyse werden die Funktion und die Koordination dieses Netzwerkes, also des neuromuskulären Systems, gezielt untersucht. Sie hilft, muskuläre Dysbalancen und funktionelle Defizite aufzudecken. Darauf aufbauend verbessert ein individuell angepasstes neuromuskuläres Training das Zusammenspiel von Muskulatur und Nervensystem, steigert Stabilität und Gleichgewicht und erhöht die Belastbarkeit. Mithilfe der neuromuskulären oder sensomotorischen Analyse und Therapie lassen sich muskuläre Dysbalancen, Koordinationsstörungen und Gleichgewichtsschwächen erfassen und behandeln.

Der HUBER 360: Ein innovatives System für Analyse und Therapie

Eines der Geräte für die neuromuskuläre Therapie ist der HUBER 360, der auch in der Gelenk-Klinik eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um eine motorisierte, um 360° bewegliche Plattform, die in alle Richtungen kippen und sich drehen kann. Sowohl in der Platte als auch in den Griffen sind Sensoren angebracht. Bei der Untersuchung steht der Patient barfuß auf der beweglichen Platte und hält sich an den Griffen fest. Während der Analyse sieht der Patient auf dem Bildschirm vor ihm das visuelle Feedback seiner Bewegungen bei den Spiel- und Bewegungsaufgaben. Während und nach der Analysensitzung wertet die Software des Geräts die Daten aus und macht Dysbalancen, Muskelschwächen und weitere auffällige Befunde sichtbar.

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Der Name HUBER 360 ist ein Akronym. Es setzt sich aus HUman Body EquilibRium zusammen, was für das Gleichgewicht und die Balance des menschlichen Körpers steht. Die Zahl 360 bezieht sich auf die Bewegungsmöglichkeiten der motorisierten Plattform, die 360° beträgt.

Funktionsweise und Vorteile des HUBER 360

Der HUBER 360 besitzt mehrere Merkmale, die sich zusätzlich positiv auf das Ergebnis auswirken. Durch die Bewegung auf der motorisierten, beweglichen Plattform wird die in der Tiefe liegende Haltemuskulatur gezielt aktiviert und gestärkt. Das Kippen und Drehen aktiviert das Gleichgewichtsorgan, das wiederum das Gehirn über die Lageveränderungen informiert. Das Gehirn sendet über motorische Nervenbahnen Signale an die Muskeln, um den Körper zu stabilisieren und an Lageänderungen anzupassen.

Der Monitor ist ein zentraler Bestandteil bei der neuromuskulären Therapie. Er gibt dem Patienten während der Übungen in Echtzeit Feedback zu Stabilität und Gleichgewicht. Der Therapeut nutzt die Daten zur Analyse des neuromuskulären Zusammenspiels und passt danach die Übungen speziell an.

Ein besonderer Vorteil sind zudem die Echtzeitmessungen von Kraft, Stabilität, Haltung und Gleichgewicht. Schon während der Übungen werden die eigenen Bewegungsabläufe visualisiert. Dieses Biofeedback ermöglicht es dem Patienten, die eigene Haltung und Muskelsteuerung besser wahrzunehmen. Besonders motivierend ist, dass Erfolge und Trainingsfortschritte ebenfalls auf dem Bildschirm sichtbar werden.

Ablauf einer Therapie mit dem HUBER 360

  1. Analyse des Ist-Zustands: Vor dem Beginn der Trainingstherapie muss zunächst der Ist-Zustand des neuromuskulären Systems des Patienten analysiert werden. Nur wenn die Defizite und Schwächen bekannt sind, kann der Therapeut einen individuellen Trainingsplan erstellen. Für eine solche neuromuskuläre Analyse stellt sich der Patient barfuß auf die motorisierte Platte des Geräts und hält sich an den Griffen fest. Die Platte kippt und bewegt sich dann langsam in verschiedene Richtungen, wobei sich der Patient permanent stabilisiert und balanciert. Die Sensoren in den Griffen und in der Plattform messen die Muskelaktivität, Dysbalancen und Fehlhaltung. Mithilfe der integrierten Software werden die Daten sofort analysiert und auf dem Bildschirm visualisiert. Anhand der gewonnenen Daten erkennt der Therapeut Defizite und Schwächen und stellt einen individualisierten Trainingsplan für den Patienten auf. Dieser besteht aus einer bestimmten Anzahl von Trainingseinheiten auf dem HUBER-Gerät (z. B. 2 bis 3 Sitzungen pro Woche über vier Wochen) und Übungen in Eigenregie zu Hause.
  2. Durchführung des Trainings: Basis des neuromuskulären Trainings sind die Übungseinheiten auf dem HUBER-Gerät. Dort werden die speziell zusammengestellten Übungen unter Aufsicht des Therapeuten durchgeführt. Wie bei der Analyse steht der Patient auf der Plattform (bei nicht belastbaren Beinen gibt es entsprechende Sitzhilfen) und führt die angesagten Übungen durch. Die Sensoren messen Kraft, Balance und Fehlhaltung und geben unmittelbar ein visuelles Feedback. So lernt der Patient, Fehlhaltungen zu korrigieren und die Bewegungen besser zu koordinieren. Gleichzeitig werden die unbewussten Bahnen des neuromuskulären Systems trainiert und die Tiefenmuskulatur gestärkt. Ob sich durch das Training Gleichgewicht und Stabilität verbessert haben, erkennt der Therapeut an den bei jeder Sitzung gewonnen Daten. Das bedeutet, dass sich der Erfolg der Therapie nicht nur in der subjektiven Verbesserung der Beschwerden niederschlägt. Zusätzlich zu den Übungen auf dem Gerät sollte der Patient auch zu Hause trainieren. Dafür bekommt er in der Regel maßgeschneiderte Übungsanleitungen mit, die regelmäßig durchzuführen sind. Um den Erfolg der neuromuskulären Therapie langfristig beizubehalten, sollte der Patient auch nach Ende der HUBER-Serie zu Hause weiter trainieren.

Vergleich mit konventioneller Krankengymnastik

Das Trainieren mit dem HUBER 360 hat einige Vorteile gegenüber konventioneller Krankengymnastik. Das Wichtigste ist die unmittelbare Rückmeldung der gewonnen Daten, die der Patient in Echtzeit auf dem Bildschirm sieht. Eine solche Art des Trainings ist besonders motivierend. Die regelmäßigen Messungen ermöglichen auch, den Trainingsfortschritt objektiv zu verfolgen und gegebenenfalls anzupassen. Viele Patienten berichten auch, dass die neuromuskuläre Therapie aufgrund der visuellen Anleitungen und Rückmeldungen mehr Spaß macht als eine konventionelle Krankengymnastik.

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Anwendungsbereiche der neuromuskulären Analyse und Therapie

Die neuromuskuläre Analyse und die dazugehörige Therapie werden vor allem bei orthopädischen und neurologischen Erkrankungen genutzt. Diese Form der Diagnostik und Therapie wird bei verschiedenen orthopädischen Krankheitsbildern eingesetzt, z. B. bei chronischen Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Osteoporose oder Kreuzbandriss. Sie dient zudem der Sturzprophylaxe und zur Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson. Insgesamt soll die Behandlung helfen, Bewegungsabläufe effektiver zu koordinieren, das Gleichgewicht zu optimieren und die Muskelkraft zu stärken.

Orthopädische Anwendungen

  • Rückenschmerzen: Bei chronischen Rückenschmerzen können die oft zugrunde liegenden Haltungsschwächen und muskulären Dysbalancen ausgeglichen und verbessert werden. Insbesondere die tiefliegende autochthone Rückenmuskulatur wird dabei gestärkt.
  • Arthrose: Das neuromuskuläre Training ist auch bei Arthrose günstig. Es entlastet das Gelenk und unterstützt die Beweglichkeit, indem es die Muskulatur stärkt. Ein häufiges Einsatzgebiet sind die Gonarthrose, die Coxarthrose (Hüftarthrose) und die Retropatellararthrose.
  • Fußfehlstellungen: Auch Patienten mit Fußfehlstellungen wie z. B. dem Knick-Senkfuß profitieren vom neuromuskulären Training, da Stabilität und Balance verbessert werden.
  • Nach Gelenkersatz: Nach künstlichem Gelenkersatz kann die neuromuskuläre Therapie ebenfalls hilfreich sein. Mit speziellen Übungen lassen sich nach dem Einsatz einer Hüft-TEP oder Knie-TEP die Stabilität rund um das neue Gelenk herum verbessern.
  • Osteoporose: Bei Osteoporose hilft ein gezieltes Trainieren des neuromuskulären Systems, die Gefahr für Stürze und von nachfolgenden Knochenbrüchen zu verringern.

Neurologische Anwendungen

Außerhalb von Erkrankungen des Bewegungsapparates werden neuromuskuläre Therapien ebenfalls eingesetzt. So zum Beispiel zur Besserung von Gleichgewicht und Beweglichkeit bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose.

Sportmedizinische Anwendungen

Neuromuskuläres Training wird im Sport häufig angewendet. Es steigert die Leistung und schützt vor Überlastungsschäden. Nach Verletzungen hilft es, das neuromuskuläre System und den Bewegungsapparat wieder kontinuierlich zu trainieren und aufzubauen.

Studienergebnisse zur Wirksamkeit des HUBER 360

Welchen Nutzen das HUBER-Training bei Patienten mit nichtspezifischen Rückenschmerzen hat, wurde 2023 von einer französischen Arbeitsgruppe geprüft. Von 70 Betroffenen bekamen 35 eine Reha mit Physio- und Balneotherapie sowie Fahrradtraining, die anderen machten zusätzlich überwachte Übungen auf der HUBER-Plattform. In beiden Gruppen besserten sich Stärke und Flexibilität der Rumpfmuskulatur sowie die Beweglichkeit der LWS-Gelenke. Die Patienten der HUBER-Gruppe erzielten zudem eine stärkere Verbesserung im Oswestry Disability Index als die Patienten mit der Standardbehandlung. Dieser Index beschreibt, wie stark Rückenschmerzen den Alltag und die Lebensqualität belasten. In dieser Untersuchung wurden die Behinderungen durch den chronischen Rückenschmerz mithilfe der HUBER-Behandlung also deutlich reduziert.

Fallbeispiel

Acht Wochen hatte sich Herr K. schon mit Beschwerden im linken Knie gequält. In der Gelenk-Klinik wurde eine Retropatellararthrose IV° diagnostiziert, der Knorpel hinter der Kniescheibe war demnach schon deutlich geschädigt. Bei der neuromuskulären Analyse stellte der Therapeut eine verringerte Stabilität im Einbeinstand fest. Zur Besserung der Stabilität begann der 56-jährige Patient eine vierwöchige Trainingstherapie. Sie bestand aus zwei Trainingseinheiten pro Woche auf dem HUBER-Gerät, also einer Serie von acht Therapieeinheiten. Zusätzlich bekam er einen Trainingsplan mit ganzheitlichen und kniegelenksspezifischen Übungen für zu Hause mit. Die Therapie war erfolgreich: Die Stabilität im Einbeinstand besserte sich von Woche zu Woche, wie sich beim neuromuskulären Training zeigte. Auch der Patient selbst verspürte die kontinuierliche Linderung seiner Beschwerden und schloss somit die vierwöchige Serie erfolgreich ab. Zum Erhalt der gewonnenen Stabilität trainiert Herr K.

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Kontraindikationen

Es gibt einige Patientengruppen, die nicht mit einer neuromuskulären Therapie behandelt werden sollen. So könnte die Bewegung bei akuten Gelenkinfektionen oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die Entzündungen verschlimmern. Nach frischen Verletzungen oder Operationen ist die Therapie ebenfalls kontraindiziert, weil die Bewegung die Heilungsphase stört. Auch bei Venenthrombosen ist Vorsicht geboten, da ein Risiko besteht, dass sich beim Training Gerinnsel lösen und Embolien auslösen. Weitere Kontraindikationen für neuromuskuläre Therapien sind Schwangerschaft, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Epilepsien.

Kosten und Erstattung

Die Kosten unterscheiden sich je nach Aufwand und danach, wie viele Einheiten geplant sind. Bei acht Therapiesitzungen belaufen sie sich auf etwa 1.200 Euro. Die Kosten für das neuromuskuläre Training mit dem HUBER 360 werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Begründet wird dies damit, dass das nicht standardisierte und über die konventionelle Physiotherapie hinausgehende Verfahren nicht im Leistungskatalog aufgeführt ist. Damit ist es als Zusatzleistung klassifiziert, die vom Patienten selbst bezahlt werden muss. Ob die privaten Kassen die Kosten übernehmen, sollte vor Beginn der Maßnahme abgeklärt werden. Gleiches gilt für die Beamtenbeihilfe, auch hier sollte ein Antrag mit Begründung eingereicht und eine Kostenübernahme geklärt werden.

Fazit

Die neuromuskuläre Analyse und Therapie mit dem HUBER 360 bieten eine innovative Möglichkeit, muskuläre Dysbalancen, Koordinationsstörungen und Gleichgewichtsschwächen zu erkennen und zu behandeln. Durch die personalisierten Trainingsprogramme und das Echtzeit-Feedback können Patienten ihre Körperwahrnehmung verbessern, ihre Stabilität erhöhen und ihre Leistungsfähigkeit steigern. Obwohl die Kosten derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, stellt die Therapie eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Behandlungsmethoden dar, insbesondere bei orthopädischen und neurologischen Erkrankungen sowie in der Sportmedizin. Unter therapeutischer Aufsicht und nach einer korrekten Diagnose und Analyse gilt das neuromuskuläre Training mit dem HUBER 360 als ein sicheres Verfahren. Wichtig ist, dass der geschulte Therapeut mit dem Gerät vertraut ist und die korrekten, für den Patienten maßgeschneiderten Einstellungen daran vornimmt und im Verlauf des Trainings auf etwaige Probleme reagiert. Außerdem müssen die genannten Kontraindikationen ( u. a. entzündliche Erkrankungen, frischer Unfall) beachtet werden.

Die Rolle der Propriozeption für Stabilität und Gleichgewicht

Muskelspindeln sind für die Balance Alarmsysteme im Muskelgewebe. Sie melden dem Nervensystem sofort jede Dehnungsänderung - z. B., wenn man im Stehen minimal nach vorne kippt. Auf diese Signale reagiert das Gehirn unmittelbar und passt die Spannung der Haltemuskulatur an. Die Propriozeptoren senden permanent Signale an das zentrale Nervensystem. Im Gehirn werden die eingehenden Informationen analysiert und mit ihrer Hilfe die Koordination von Körperhaltung, Gleichgewicht und bewusster Bewegung ermöglicht.

Ursachen von Rückenschmerzen

Einseitige Belastungen, Bewegungsmangel oder stundenlanges Sitzen führen oft zu einer Überlastung bestimmter Muskelgruppen. Fehlbelastungen, zum Beispiel durch falsches Heben oder dauerhaft ungünstige Körperhaltungen, können zu Blockaden in den kleinen Wirbelgelenken führen. Bandscheiben sind wichtige „Stoßdämpfer“ in der Wirbelsäule. Werden sie über Jahre hinweg einseitig belastet oder geschwächt, können sie sich vorwölben oder sogar reißen (Bandscheibenvorfall). Mit zunehmendem Alter kommt es bei vielen Menschen zu Abnutzungserscheinungen, beispielsweise durch Arthrose der kleinen Wirbelgelenke oder Veränderungen an Bandscheiben und Bändern. Stress, innere Anspannung oder Sorgen wirken sich unmittelbar auf den Muskeltonus aus. Chronischer Stress kann dazu führen, dass sich die Rückenmuskulatur dauerhaft anspannt. Diese Aufzählung zeigt: Ursachen von Rückenschmerzen sind meist vielschichtig. Genau deshalb ist es so wichtig, individuelle Belastungen und Auslöser sorgfältig zu analysieren.

Weiterführende Informationen

Ergänzend zu den Informationen über den HUBER 360 und die neuromuskuläre Analyse, ist es sinnvoll, weitere Aspekte zu betrachten, die für ein umfassendes Verständnis dieser Therapieform wichtig sind.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

In vielen Fällen ist eine erfolgreiche Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates auf eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen angewiesen. Im MVZ für Orthopädie Flugfeld Böblingen, das von Dr. Ivo Breitenbacher geleitet wird, wird dies beispielsweise durch ein interdisziplinäres Team mit Fachärzten, Sportlehrern, Physiotherapeuten und Osteopathen realisiert. Dieses Team bietet ein durchgängiges Angebot von der Diagnostik bis zum Training, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Innovative Therapieansätze in der Orthopädie

Neben der neuromuskulären Analyse und Therapie mit dem HUBER 360 gibt es eine Vielzahl weiterer innovativer Therapieansätze in der Orthopädie. Dr. Breitenbacher setzt beispielsweise auf konservative Orthopädie und regenerative Verfahren, um Operationen möglichst hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. Dazu gehören Verfahren wie die Stoßwellentherapie oder Injektionstherapien mit Eigenblut gewonnenem blutplättchenreichem Plasma (PRP), oft in Kombination mit Hyaluron. Diese Therapien zielen darauf ab, Regeneration und Zellheilung in Gelenkknorpel, Sehnen, Bändern und Muskeln anzuregen.

Bei Arthrose setzt Dr. Breitenbacher auf ein neuartiges Polyacrylamid-Hydrogel (Arthrosamid), das MRT-gesteuert injiziert wird, um eine neue Barriere in der Gelenkinnenhaut aufzubauen, die Schwellungen reduziert und stoppt. Eine weitere zukunftsweisende Methode ist die Autologe Mikrotransplantationstechnologie (AMT), bei der hochpotente Knorpelvorläuferzellen aus dem Ohrknorpel gewonnen und ins Gelenk injiziert werden, um Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit zu erzielen.

Neue Wege bei Rückenbeschwerden

Auch bei Bandscheibenproblemen verfolgt Dr. Breitenbacher innovative Ansätze, wie die robotikgestützte Extensionsbehandlung (SpineMED Table), die eine Dekompressionsbehandlung der Bandscheibe durchführt. Diese Behandlung entlastet den betroffenen Bandscheibenabschnitt sanft rhythmisch, wodurch sich das hervorgetretene Bandscheibengewebe langsam zurückzieht und Nerven entlastet werden.

Eine weitere innovative Methode ist die „Percutaneous Bioelectric Current Stimulation“ oder „Axomera-Therapie“, bei der Akupunkturnadeln an ein Gerät angeschlossen werden, das Mikrostrom generiert und so körpereigene elektrische Felder moduliert, um die Regeneration von erkranktem oder verletztem Gewebe zu stimulieren.

High-Tech in Prävention und Rehabilitation

Im MVZ für Orthopädie Flugfeld Böblingen steht ein eigener Therapie- und Trainingsbereich zur Verfügung, der klassische Physiotherapie, physikalische Maßnahmen und Osteopathie umfasst. Hier kommen auch innovative Geräte zum Einsatz, wie das von der NASA entwickelte Anti-Gravity-Laufband, das Laufen in der Schwerelosigkeit simuliert und eine Gangschulung mit bis zu 80 Prozent Gewichtsentlastung ermöglicht.

Die Bedeutung von Bewegung und Eigenverantwortung

Dr. Breitenbacher betont die Bedeutung von Bewegung und Eigenverantwortung für die langfristige Gesundheit des Bewegungsapparates. Er empfiehlt, beweglich zu bleiben und sich aktiv um seinen Körper zu kümmern. Studien zeigen, dass bereits 4000 Schritte pro Tag ausreichen, um das Sterberisiko signifikant zu senken. Zudem kann ein begleitendes Krafttraining sinnvoll sein, beispielsweise in Form von High Intense Training (HIT) wie Tabata, bei dem in nur vier Minuten pro Tag genauso effektiv trainiert werden kann wie bei drei Stunden Krafttraining im Studio.

Die Rolle der Forschung

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der neuromuskulären Analyse und Therapie sowie die Erforschung neuer Therapieansätze sind entscheidend für die Verbesserung der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Studien wie die französische Untersuchung zum Nutzen des HUBER-Trainings bei Rückenschmerzen liefern wichtige Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Therapieform und tragen dazu bei, die Behandlungsmethoden kontinuierlich zu optimieren.

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