Für Menschen mit Fußheberschwäche wird jeder Schritt zu einer Herausforderung, da das Gehen kein automatischer Vorgang mehr ist. Dies führt zu Bewegungseinschränkungen und einem Verlust an Lebensqualität. Passende Hilfsmittel können dabei helfen, die Beweglichkeit und Lebensqualität wiederzugewinnen.
Was ist Fußheberschwäche?
Bei der Fußheberschwäche, auch Peroneusparese oder Fußheberparese genannt, liegt eine Schädigung des Nervus peroneus communis vor, der das Anheben des Fußes steuert. Betroffene können den Fuß nicht mehr oder nur noch unzureichend anheben. Häufige Ursachen sind Schlaganfälle (mit halbseitiger Lähmung), Bandscheibenvorfälle oder Schädel-Hirn-Traumata.
Auswirkungen der Fußheberschwäche
Für Patienten mit Fußheberschwäche ist das Gehen kein automatischer Vorgang mehr. Der Fuß kann nicht mehr natürlich abgerollt werden ("Fallfuß"). Betroffene setzen entweder mit der kompletten Fußsohle, der Fußaußenkante oder nur mit dem Vorfuß auf. Bei spastischen Lähmungen kann es zu einem Verkrampfen oder Krallen der Zehen kommen. Da der Fuß herabhängt, wird das Bein bzw. die Hüfte beim Gehen höher angehoben, um Stolpern zu vermeiden ("Steppergang"). Auch das Vorschwingen des Beines ist nicht mehr wie im normalen Gehvorgang möglich, sondern erfolgt durch eine kreisförmige Hüftbewegung nach vorne (Zirkumduktion).
Die Fußheberschwäche erhöht die Verletzungs- und Sturzgefahr, da selbst kleine Unebenheiten oder niedrige Treppenstufen zum Hindernis werden können. Unbehandelt kann die Gangstörung und Fehlhaltung zu weiteren Beschwerden wie Hüft-, Becken-, Knie- oder Rückenschmerzen führen.
Hilfsmittel bei Fußheberschwäche
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die bei Fußheberschwäche eingesetzt werden können, um die Gehfähigkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen:
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1. Textile Fußheberorthesen und Bandagen
Diese Hilfsmittel eignen sich vor allem für leichte Ausprägungen der Fußheberschwäche. Die textile Fußheberorthese bzw. Fußheber-Bandage unterstützt den Fuß optimal, um ein Umknicken zu verhindern und einen gesunden Gangstil zu entwickeln. Die Beweglichkeit des Fußes und Sprunggelenks wird unterstützt.
2. Dynamische Fußheberorthesen aus Carbon
Bei leichter bis mittlerer Ausprägung der Fußheberschwäche sind dynamische Fußheberorthesen aus Carbon empfehlenswert. Sie unterstützen die Fußhebung optimal und fördern ein natürliches Gangbild sowie physiologisches Abrollverhalten. Die Orthesen sind in verschiedenen Ausführungen von flexibel bis hart erhältlich, um sie individuell an die Bedürfnisse anzupassen. Der Vorteil von Carbonorthesen liegt in ihrer Leichtigkeit, die einen hohen Tragekomfort ermöglicht. Durch ihr geringes Gewicht eignen sie sich auch zum Sport treiben. Fußheber-Orthesen aus Carbon werden überwiegend bei Fußheberschwächen angepasst, wenn die Krankheit eine Regeneration ausschließt. Diese Orthesen können zum Teil über mehrere Jahre getragen werden und sollten in regelmäßigen Abständen gewartet werden.
Ergänzend zu den Orthesen kann es sinnvoll sein, mit Einlagen zu arbeiten, um den Fuß bestmöglich zu unterstützen.
3. Funktionelle Elektrostimulation (FES)
Bei der funktionellen Elektrostimulation (FES) kommen elektrische Impulse gegen die Fußheberschwäche zum Einsatz. Diese Behandlungsmethode zeigt in vielen Fällen eine enorme Wirkung. Die FES ist eine hochmoderne Technik im Bereich der Neurorehabilitation. Sie soll ein Wiedererlernen ermöglichen, indem das zentrale Nervensystem durch wiederholte künstliche Nervenstimulation darauf trainiert wird, die Muskeln wieder selbstständig anzusteuern.
Je nach Krankheitsbild kann es ergänzend zur funktionellen Elektrostimulation hilfreich sein, auf andere Hilfsmittel wie Orthesen oder Bandagen zurückzugreifen.
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Zusätzliche Hilfsmittel und Therapien
- Sensomotorische Einlagen: Bei einer neurologisch bedingten Fußheberschwäche können spezielle sensomotorische Einlagen dazu beitragen, die verlorengegangenen Funktionen der Nerven wieder zu stimulieren. Sie können die Muskelspannung beim Gehen regulieren und dadurch die Ganghaltung und Balance verbessern.
- Kniebandagen: Wird das Knie durch eine Lähmung oder Fehlhaltung in Folge der Fußheberschwäche überstreckt und stark belastet, ist das Tragen einer entlastenden Kniebandage empfehlenswert.
- Physiotherapie: Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung bei Fußheberschwäche. Durch kontinuierliches Training der Fuß- und Bauchmuskulatur wird die nötige Kraft zum Gehen wiederhergestellt. Spezielle Übungen können die Muskeln und Nerven im Fuß stärken, die Mobilität fördern und ein möglichst natürliches Gangbild wiederherstellen. Dadurch werden Fehlhaltungen und Folgeerscheinungen im Hüft-, Becken-, Knie- und Rückenbereich minimiert. Die Physiotherapie stellt eine optimale Unterstützung dar und bringt den Fuß wieder in eine gerade Position, um das Stolperrisiko zu minimieren.
Diagnostik bei Fußheberschwäche
Die Feststellung einer Fußheberschwäche erfordert eine gründliche körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Tests, die meist von einem Neurologen durchgeführt werden.
- Anamnese: Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese, bei der Informationen über die Krankengeschichte, Symptome, frühere Verletzungen oder Erkrankungen und den Verlauf der Beschwerden gesammelt werden.
- Körperliche Untersuchung: Anschließend führt der Arzt eine Untersuchung durch, um die Muskelfunktionen, die Reflexe, die Empfindung und die Beweglichkeit des Fußes und Unterschenkels zu überprüfen.
- Ganganalyse: Häufig nimmt der Arzt zusätzlich eine Ganganalyse vor, um das Gangbild zu beurteilen und Auffälligkeiten beim Gehen festzustellen.
- Neurologische Untersuchungen: Darüber hinaus kann der Arzt neurologische Untersuchungen durchführen, um die Funktion der Nerven und Muskeln im Bereich des Fußhebers zu überprüfen. Dazu gehören Reflextests, Muskelkrafttests, Empfindungstests und Koordinationstests.
- Elektroneurographie (ENG): Bei Bedarf kann der Neurologe eine Elektroneurographie durchführen, um die elektrische Aktivität der Muskeln und die Funktionsweise der Nerven zu bewerten. Dies kann helfen, festzustellen, ob eine Nervenschädigung vorliegt und wie schwerwiegend sie ist.
- Bildgebende Verfahren: In bestimmten Fällen werden Röntgenaufnahmen, eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt.
Worauf Sie bei der Auswahl von Hilfsmitteln achten sollten
Die passenden Hilfsmittel können bei einer Fußheberschwäche eine enorme Erleichterung beim Gehen und Anheben des Fußes verschaffen. Wichtig ist, dass das Hilfsmittel unbedingt individuell auf Sie und Ihr Krankheitsbild abgestimmt ist. Die Passform muss individuell auf Sie abgestimmt sein, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
Die ProGo Invictum Orthese
Die ProGo Invictum wird eingesetzt, wenn der Patient unter Ausfallerscheinungen der fußhebenden- und senkenden Muskulatur leidet und auch das Sprunggelenk nicht mehr vollständig stabil ist, ebenso das Knie. Die Orthese unterstützt dabei auf zwei Arten: beim Heben des Fußes in der Schwungphase und bei der Sicherung des Knies und des Sprunggelenks in der Standphase.
- Hohe Dynamik: Das Material aus Kohlefaser speichert Energie und gibt sie im richtigen Moment wieder ab, was dem Fuß ein dynamisches Feedback gibt.
- Kein Kontakt zum Knöchel: Das einzigartige Stützdesign vermeidet den Kontakt mit dem Knöchelknochen.
- Zahlreiche Größen: Die Menschen sind unterschiedlich groß - wie auch unsere Orthese!
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