Akute Behandlung der Spinalkanalstenose: Ein umfassender Überblick

Die Spinalkanalstenose, auch Wirbelkanalverengung genannt, ist eine häufige Erkrankung, die besonders bei älteren Menschen auftritt. Dabei kommt es zu einer Verengung des Wirbelkanals, wodurch Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausgeübt wird. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Rückenschmerzen, Beinschmerzen, Gefühlsstörungen und Muskelschwäche. Die akute Behandlung der Spinalkanalstenose zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und weitere Komplikationen zu verhindern.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Eine Spinalkanalstenose bezeichnet eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalverengung). Der Wirbelkanal ist die Öffnung, durch die das Rückenmark und die Nerven verlaufen. Normalerweise handelt es sich um einen breiten, ovalen Raum, der dem Rückenmark ausreichend Platz bietet. Mit zunehmendem Alter kann sich der Kanal jedoch verengen, wodurch Druck auf das Rückenmark ausgeübt wird, Schmerzen und Folgesymptomatiken entstehen.

Ursächlich für die Verengung ist meist der Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke (Arthrose/Osteochondrose) und die Degeneration der Bandscheiben. Durch die Verengungen steigt der Druck auf Rückenmark, Nerven und Blutgefäße, wodurch Rückenschmerzen und bleibende Nervenschädigungen verursacht werden können.

Die Erkrankung tritt gehäuft ab dem 60. Lebensjahr auf mit deutlicher Zunahme im höheren Lebensalter. Jährlich gibt es pro 100.000 Einwohner etwa fünf Neuerkrankungen.

Ursachen

Die Weite des Spinalkanals wird bestimmt durch Bandscheiben, Bandstrukturen (Ligamentum flavum = gelbes Band) sowie die beidseitigen Wirbelgelenke. Eine verschleißbedingte Veränderung dieser Strukturen (Bandscheibenvorfall, Arthrose, Bandverdickung) kann jeweils für sich allein oder in Summe eine Einengung des Spinalkanals bewirken.

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Eine ganze Reihe von Dingen können demnach eine Verengung des Wirbelkanals auslösen:

  • Degenerative Veränderungen: Dies ist die häufigste Ursache und hängt mit dem natürlichen Alterungsprozess zusammen. Es kommt zu Verschleißerscheinungen an Bandscheiben, Bändern und Gelenken der Wirbelsäule.
  • Arthrose: Diese degenerative Gelenkerkrankung kann zu einer Verdickung der Wirbelgelenke und zur Bildung von Knochenspornen führen, die den Wirbelkanal einengen können.
  • Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall kann ebenfalls den Wirbelkanal einengen und Druck auf die Nervenwurzeln ausüben.
  • Verdickung der Bänder: Die Bänder, die die Wirbel miteinander verbinden, können sich im Laufe der Zeit verdicken und den Wirbelkanal einengen.
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Bei einem Wirbelgleiten verschieben sich die Wirbelkörper gegeneinander, was ebenfalls zu einer Verengung des Wirbelkanals führen kann.
  • Angeborene Verengung: In seltenen Fällen ist der Wirbelkanal von Geburt an zu eng angelegt.
  • Weitere Ursachen: Selten kommen als Ursachen der Spinalkanalverengung angeborene bzw. genetische oder externe Faktoren in Betracht. Auch kann eine Spinalkanalstenose in Kombination mit einem zusätzlichen Bandscheibenvorfall auftreten, der meist als Altersverschleiß zu interpretieren ist.

Der Verschleiß eines Wirbelsäulenabschnitts (Segments) beginnt in Regel in der Bandscheibe, welche im Verlauf der Jahre austrocknen kann und an Höhe verliert, zum Teil kommt es zu Vorwölbungen der Bandscheibe in Richtung Wirbelkanal (Spinalkanal). Diese Vorwölbung führt bereits zu einer Einengung des Wirbelkanals. Der Bandscheibenhöhenverlust führt zu einer Überlastung der zum gleichen Segment gehörigen kleinen Wirbelgelenke, welche eine Arthrose entwickeln. Zu den typischen Kennzeichen einer Arthrose gehört unter anderem das Ausbilden von Knochenspornen am betroffenen Gelenk. Diese Knochensporne können zu einer Einengung des Wirbelkanals führen.

Ein verschleißendes Segment zeigt eine sogenannte Mikro-Instabilität und der Körper bemüht sich, diese Instabilität auszugleichen, unter anderem durch eine Änderung der Zusammensetzung der Bänder des Segmentes sowie durch eine Verdickung dieser Bänder. Im Wirbelkanal befinden sich die sogenannten gelben Bänder, welche in diesem Zusammenhang ebenfalls dicker werden (hypertrophieren). Da sie im knöchernen Wirbelkanal lokalisiert sind und im Falle des Dickenwachstums nicht nach außen hin ausweichen können, führt die Verdickung dieser Bänder zu einer Einengung des Wirbelkanals nach innen. Typischerweise zeigen alle Patienten mit engem Spinalkanal eine Verdickung der gelben Bänder, zum Teil können auch Knochensporne an den Gelenken und Vorwölbungen der Bandscheibe hinzukommen.

Symptome

Die Symptome einer Spinalkanalstenose können vielfältig sein und hängen von der Lokalisation und dem Ausmaß der Verengung ab.

Das Beschwerdebild der Spinalkanalstenose kann sich in zwei charakteristischen Krankheitsbildern in unterschiedlicher Ausprägung manifestieren.

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Häufige Symptome sind:

  • Rückenschmerzen: Diese können dumpf, stechend oder brennend sein und sich bei Belastung verstärken.
  • Beinschmerzen: Die Schmerzen können in ein oder beide Beine ausstrahlen und sich wie Ischias anfühlen. Typischerweise verursacht der sogenannte Claudicatio Spinalis dann weitere Beschwerden und Einschränkungen in der Mobilität: Oftmals ist es den Betroffenen nicht möglich, eine längere Strecke zurückzulegen.
  • Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Brennen in den Beinen oder Füßen sind häufig.
  • Muskelschwäche: In schweren Fällen kann es zu einer Schwäche der Beinmuskulatur kommen, die sich durch Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen äußert.
  • Claudicatio spinalis: Dies ist ein typisches Symptom der lumbalen Spinalkanalstenose. Betroffene verspüren Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die sich beim Stehenbleiben oder Vorbeugen des Oberkörpers bessern. Dies wird oft als "Schaufensterkrankheit" bezeichnet, da die Betroffenen häufig stehen bleiben müssen, um die Schmerzen zu lindern.

Das Hauptsymptom sind Beinschmerzen beim Gehen. Die zentrale Spinalkanalstenose verursacht häufig einen tiefsitzenden Rückenschmerz, bedingt durch die Verschleißprozesse, die mit der Erkrankung einhergehen (Bandscheibendegeneration, Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, etc.). Eine Ausstrahlung über das Gesäß ein- oder beidseitig in die Ober- und Unterschenkel ist typisch. Bei der zentralen Spinalkanalstenose resultiert durch die zirkuläre Einengung (Kompression) des Duralschlauches eher eine beidseitige Symptomatik, wobei durchaus auch seitenbetonte radikuläre Beschwerden hinzutreten können. Im Stand, im Liegen und beim Vorneigen des Rumpfes kommt es in der Regel zu einer Besserung der Beschwerden. Fahrradfahren ist deshalb häufig besser möglich als längeres Gehen. Die Beinbeschwerden zwingen die Patienten, nach kurzen Gehstrecken Pausen zu machen. Darauf basiert der Name „orthopädische Schaufensterkrankheit“ (Patienten können nur noch von einem zum anderen Schaufenster gehen und müssen dann kurz pausieren). Je nach Ausprägung einer Stenose können auch Ruheschmerzen vorliegen. Rücken- und Beinschmerzen sowie ein Schweregefühl in den Beinen finden sich in bis zu 90 Prozent der Fälle. Lediglich ein Drittel der Patienten zeigt motorische oder sensible Auffälligkeiten an den Beinen (zum Beispiel Taubheitsgefühle oder Missempfindungen). Neurologische Auffälligkeiten (bis hin zu Funktionsstörungen der Blasen- oder Darmentleerung) sowie akute echte Muskellähmungen sind selten.

Einengungen im Recessus lateralis (seitliche Nischen im Spinalkanal) führen im Gegensatz zur zentralen Spinalkanalstenose eher zu einem im Vordergrund stehenden Druckphänomen an einer einzelnen Nervenwurzel mit dazugehöriger einseitiger Beinschmerzsymptomatik und eher nachrangigen Rückenschmerzen. Hier kommt es nicht zu einer zirkulären Kompression des Duralschlauches. Es treten gehäuft sensible oder motorische Begleitsymptome auf. Schmerzen in Ruhe und auch das Ausbleiben einer Linderung von Beschwerden im Sitzen charakterisieren eine Recessus lateralis Stenose. Neben dem typischen Beinschmerz bei Druck auf die sogenannte L5-Nervenwurzel, welcher bei der am häufigsten vorkommenden Spinalkanalstenose in Höhe des vierten und fünften Lendenwirbels (L4/L5) auftritt, liegt häufig auch ein klassischer „Po-Schmerz“ vor, der durch die Versorgung der „Po-Muskulatur“ (Glutealmuskulatur) durch diesen Nerv bedingt ist.

Eine Spinalkanalstenose entwickelt sich fast immer etwa ab dem 50. Lebensjahr und schreitet langsam voran. Entsprechend beginnen die Beschwerden nicht plötzlich, sondern steigern sich über die Monate und Jahre. Der Bewegungsradius der Patienten reduziert sich zunehmend. Längere Spaziergänge werden gemieden, ebenso das Einkaufengehen, später auch soziale Veranstaltungen und Treffen mit Freunden. Schlussendlich vermeiden Patienten es dann, überhaupt das Haus zu verlassen. Dies führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität.

Diagnose

Um bei einer Verengung des Spinalkanals einen Befund erstellen zu können, ist eine gewissenhafte Anamnese und körperliche Untersuchung von großer Bedeutung. Dabei werden Informationen über mögliche Ursachen gesammelt. Der Lokalisierung und Beschreibung der Symptome gehören unbedingt zur Feststellung der Diagnose.

Die Beschreibung der typischen Schmerzen und subjektiven Beschwerden in Kombination mit dem passenden Alter legt bereits den Grundstein der Verdachtsdiagnose. Wichtig ist die Beschreibung des Verhältnisses zwischen Rücken- und Beinschmerz. Klagt der Patient über mehr Rückenschmerzen als Beinschmerzen, über ähnlich viel Rückenschmerz wie Beinschmerz oder vor allem über Beinschmerzen? Dies hat eine Bedeutung bei der Therapiewahl, falls eine Operation notwendig wird.

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Zur genauen Diagnose und eindeutigen Lokalisierung der Spinalkanalstenose müssen bildgebende Diagnoseverfahren eingesetzt werden.

Die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen sind:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird den Patienten nach seinen Beschwerden fragen und eine körperliche Untersuchung durchführen, um die Funktion der Nerven und Muskeln zu überprüfen.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT ist die beste Methode, um die Weichteile wie Bandscheiben, Nerven und Rückenmark darzustellen. Sie kann die Verengung des Wirbelkanals und die Ursache der Verengung genau zeigen. Erhärtet wird die Diagnose durch eine MRT-Untersuchung. Hier kann die beste Aussage über Ausmaß und Ursache der Einengung von Spinalkanal und Recessus lateralis getroffen werden. Bandscheiben, Bandstrukturen und Gelenke können ebenso wie Nerven gut differenziert werden. Zudem ist diese radiologische Untersuchungstechnik ohne Strahlenbelastung. Synovialzysten sind hervorragend abbildbar.
    • Computertomographie (CT): Das CT zeigt wiederum besser die knöchernen Strukturen. Auf diese Weise kann man das Ausmaß der Knochenspangen und die Weite der Nervenaustrittskanäle besser beurteilen. Eine CT-Untersuchung ist nur dann sinnvoll, wenn ein MRT nicht gemacht werden kann (bei Patienten mit Platzangst, Herzschrittmacher, etc.) oder wenn es um die exakte Beurteilung von knöchernen Strukturen gehen soll (zum Beispiel Knochensporn). Eine konventionelle Myelographie (Einbringen von Kontrastmittel mit einer Nadel in den Spinalkanal und Röntgen-Kontrolle der Verteilung des Kontrastmittels) mit anschließendem CT ist nur noch in Ausnahmefällen notwendig (zum Beispiel bei voroperierten Patienten mit Implantaten).
    • Röntgen: Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule im Stand in zwei Ebenen dienen der Orientierung bezüglich der Statik der Wirbelsäule. Fehlstellungen wie eine Skoliose oder Kyphose können hier identifiziert werden. Sogenannte Funktions-Röntgen-Aufnahmen sind bei Verdacht auf eine relevante Instabilität des engen Wirbelsäulensegmentes sinnvoll. Alternativ kann der Vergleich der im Liegen angefertigten MRT-Untersuchung mit dem im Stand durchgeführten Röntgen Hinweise auf Instabilitäten liefern.
  • Neurologische Untersuchung: Um auszuschließen, dass die Nerven geschädigt sind oder aber um den Grad der Schädigung zu ermitteln, helfen neurologische Untersuchungen.

Eine entsprechende und professionelle Diagnostik kann dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen, und damit auch, bevor sie ernster werden. Wenn Sie sich also nicht wohl fühlen, sollten Sie nicht zögern, eine Diagnose stellen zu lassen.

Akute Behandlungsmöglichkeiten

Die akute Behandlung der Spinalkanalstenose richtet sich nach der Schwere der Symptome und dem Grad der Beeinträchtigung. In den meisten Fällen wird zunächst eine konservative Therapie versucht.

Da in der Regel keine akuten Muskellähmungen vorliegen oder drohen, richtet sich die Behandlung der Spinalkanalstenose immer nach der individuellen Lebensqualität der Patienten. Es geht darum, diese so zu verbessern, dass die Patienten zufrieden sind und die Dinge im Leben tun können, die für sie wichtig sind.

Konservative Therapie

Die konservative Therapie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen.

Die wichtigsten konservativen Maßnahmen sind:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei starken Schmerzen können auch Opioide eingesetzt werden. Gegen akute Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen. Sie sollten allerdings aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen (z. B. Magengeschwüre) nur begrenzt angewendet werden. Zusätzlich können muskelentspannende Wirkstoffe die Beschwerden lindern.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Körperhaltung zu korrigieren. Physiotherapeuten helfen dann, die Rückenmuskulatur zu entspannen und gleichzeitig zu stärken. Weiterhin führen sie krankengymnastische Übungen durch, um einem Hohlkreuz vorzubeugen und die Lendenwirbelsäule zu stabilisieren.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen und die Schmerzen zu lindern. Kälte kann helfen, Entzündungen zu reduzieren. Spezielle Massagetechniken können helfen, den unteren Rücken zu entspannen. Gleiches gilt für Wärme - ob Infrarotbestrahlung, ein heißes Bad oder ein Wärmepflaster.
  • Injektionen: Injektionen mit Kortikosteroiden oder Lokalanästhetika können helfen, die Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Dabei werden Kortison oder örtliche Betäubungsmittel in die unmittelbare Nähe der Verengung gespritzt.
  • Rückenschule: In der Rückenschule lernen die Patienten, wie sie ihren Rücken richtig belasten und schonen können.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht kann die Wirbelsäule zusätzlich belasten. Eine Gewichtsreduktion kann daher helfen, die Beschwerden zu lindern.
  • Anpassung der Aktivität: Es ist wichtig, Aktivitäten zu vermeiden, die die Schmerzen verschlimmern.
  • Alternative Behandlungsmethoden: Alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur und Physiotherapie können bei der Behandlung von Symptomen einer Spinalkanalstenose unterstützen.

Zunächst sollte jeder Patient konservativ behandelt werden (außer im Falle von frischen, echten, alltagsrelevanten Lähmungen). Die konservative Therapie beinhaltet die Aufklärung und Information des Patienten, die Anleitung zu einem aktiven Lebensstil, Physiotherapie, begleitende physikalische Therapiemaßnahmen und eine medikamentöse Therapie sowie im Einzelfall röntgengesteuerte Injektionen im Bereich der Wirbelsäule. Bleibt der Schmerz dauerhaft bestehen (Chronifizierung), kann bei mäßig ausgeprägten Stenosen eine sogenannte multimodale Schmerztherapie erfolgen auf Basis des Bio-Psycho-Sozialen Modells. Dies berücksichtigt, dass neben den körperlichen, also biologischen Veränderungen auch psychologische und soziale Auswirkungen vorliegen und behandelt werden sollten.

Leider reichen Allgemeinmaßnahmen, NSAR und muskelentspannende Medikamente oft nicht aus, um die Beschwerden bei Spinalkanalstenose zu lindern. Dann ist die interventionelle Schmerztherapie eine Option.

Operative Therapie

Wenn die konservative Therapie nicht ausreichend hilft oder wenn neurologische Ausfälle auftreten, kann eine Operation erforderlich sein.

Führen konservative Maßnahmen nicht zu einer Besserung, die für den Patienten zufriedenstellend ist, sollten operative Therapien diskutiert werden. Gründe für eine Operation können neben einem therapieresistenten Beschwerdeverlauf ausgeprägte Schmerzen, die Reduzierung der Gehstrecke und Standzeit sowie natürlich neurologische Defizite sein. Ziel der Operation ist primär, den Spinalkanal im Bereich der Einengung zu erweitern und somit den Nerven genug Platz zu verschaffen. Diese sogenannte Dekompression hat primär das Ziel der Besserung der Beinbeschwerden. Es gibt zahlreiche operative Techniken der Dekompression. Moderne, Mikroskop-gestützte Verfahren in minimalinvasiver Technik sind hierbei in den Vordergrund getreten. Grundsätzlich sollte so sparsam wie möglich (das heißt stabilitätserhaltend) aber so ausgiebig wie nötig dekomprimiert werden. Eine alleinige Dekompression ist sinnvoll bei Patienten, die vor allem Beinbeschwerden beklagen (weniger Rückenschmerzen) und die keine relevanten Hinweise auf eine Instabilität zeigen.

Es gibt verschiedene operative Verfahren, die bei einer Spinalkanalstenose eingesetzt werden können:

  • Dekompression: Bei der Dekompression wird der Wirbelkanal erweitert, um den Druck auf die Nerven zu reduzieren. Dies kann durch die Entfernung von Knochen, Bändern oder Bandscheibengewebe geschehen. Bei der sog. „mikrochirurgischen Dekompression“ entfernt der Neurochirurg die einengenden Elemente und sorgt für eine Druckentlastung (Dekompression). Die operative Dekompression des Spinalkanals ist eine der häufigsten und auch erfolgreichsten Operationen weltweit. Bei überschaubarem Risiko ist der zu erwartende Gewinn an Lebensqualität erheblich.
  • Laminektomie: Bei der Laminektomie wird ein Teil des Wirbelbogens (Lamina) entfernt, um den Wirbelkanal zu erweitern.
  • Laminotomie: Bei der Laminotomie wird nur ein kleiner Teil des Wirbelbogens entfernt.
  • Foraminotomie: Bei der Foraminotomie wird das Foramen intervertebrale erweitert, durch das die Nervenwurzeln austreten.
  • Spondylodese (Wirbelversteifung): Wenn die Wirbelsäule instabil ist, kann eine Spondylodese erforderlich sein, um die Wirbel miteinander zu versteifen. Patienten mit einer Instabilität zusätzlich zur Spinalkanalstenose sollten ergänzend zur Dekompression eine operative Stabilisierung, in der Regel eine sogenannte Instrumentationsspondylodese erhalten. Patienten, die zusätzlich zu ihren Beinschmerzen auch über relevante Rückenschmerzen klagen, profitieren häufig ebenfalls von einer zusätzlichen Spondylodese. Das Ziel des Eingriffs ist die Stabilisierung des Wirbelsäulenabschnitts und damit eine größtmögliche Reduzierung der Rückenschmerzen, die durch die degenerierte Bandscheibe oder die Arthrose der Wirbelgelenke bedingt sind. Derartige Stabilisierungseingriffe werden in der Regel mit dem Dekompressioneingriff kombiniert und gleichzeitig durchgeführt. Eine sogenannte „dynamische Spondylodese“ könnte nach der Dekompression bei leichter Instabilität und noch recht „guter“ Höhe sowie Qualität der Bandscheibe durchgeführt werden.

Eine weitere operative Option zur Erweiterung des Spinalkanals bei nur mäßig ausgeprägter Spinalkanalstenose ist die Implantation eines Interspinösen Implantates (Implantat, welches sich zwischen den beiden Dornfortsätzen benachbarter Wirbel abstützt, diese Wirbel moderat auseinander drückt, so einen Rundrücken (Kyphose) erzeugt und dadurch den Spinalkanal etwas erweitert, ähnlich dem Effekt, der beim Vornüberneigen beim Patienten entsteht). Diese Implantate haben sich bislang nicht relevant durchgesetzt und können nicht als Routine-Verfahren betrachtet werden.

Mithilfe eines speziellen Operationsmikroskops kann der Wirbelsäulenchirurg störendes Gewebe im Spinalkanal genau identifizieren und mit feinsten Instrumenten entfernen.

Risiken einer Operation

Bei einer Spinalkanal OP können verschiedenen Risiken auftreten, die bei jeder Operation ein Risiko darstellen. Dazu gehören: Infektionen, Blutungen und Nervenschäden und die Risiken einer Anästhesie. Vor der Spinalkanalstenose OP werden Sie über Risiken und mögliche Komplikationen aufgeklärt. Allgemein gilt, dass je erfahrener der Wirbelsäulenchirurg und das OP-Team ist, je routinierter und sicherer verläuft auch der operative Eingriff. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Verschlechterung der Symptomatik bei einer Spinalkanalenge kommen, jedoch wird im Gegenteil die Spinalkanalstenose OP die Symptomatik in der Mehrheit der Fälle eher verbessern.

Nachsorge

Nach einem operativen Eingriff ist eine konsequente Nachsorge wichtig, um den Heilungsprozess zu unterstützen und Komplikationen vorzubeugen.

Bei unauffälligem Operationsverlauf können Patienten bereits am Operationstag wieder aufstehen. Eine Versorgung mittels stabilisierender Orthese stellt eine Ausnahme dar. Nach Abschluss der Wundheilung ist eine krankengymnastische Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sinnvoll. Das neuerliche Eintreten einer Stenose in einem bereits voroperierten Bereich stellt eine Ausnahme dar. Dem postoperativen Schmerzbild angepasst kann zeitweise eine adäquate Schmerzmedikation verabreicht werden. Der Patient selbst kann durch Erhalt eines guten Funktionszustandes der Rumpfmuskulatur und durch eine Kontrolle seines Gewichtes sowohl vor als auch nach der Operation zu einer positiven Beeinflussung des symptomatischen Beschwerdebildes beitragen.

Die Nachsorge umfasst in der Regel:

  • Physiotherapie: Physiotherapie hilft, die Muskeln zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Körperhaltung zu korrigieren.
  • Schmerzmittel: Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen nach der Operation zu lindern.
  • Vermeidung von Belastungen: In den ersten Wochen nach der Operation sollten schwere Belastungen vermieden werden.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind wichtig, um den Heilungsprozess zu überwachen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Was Sie selbst tun können

Neben der ärztlichen Behandlung können Sie selbst einiges tun, um die Beschwerden einer Spinalkanalstenose zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern:

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Schwimmen, Radfahren oder Walking. Langes Sitzen und Liegen schwächt Muskulatur und Knochen und verschlimmert die Problematik häufig. Soweit es die Beschwerden erlauben, sollte man den normalen Alltagstätigkeiten weiter nachgehen. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist auch Sport möglich, vor allem Sportarten, bei denen der Oberkörper leicht nach vorne geneigt ist. Dazu gehören Fahrradfahren oder Laufbandtraining. Gut organisiert ist auch Wandern erlaubt.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich. Eine Gewichtsreduktion kann daher helfen, die Beschwerden zu lindern.
  • Ergonomie: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung beim Sitzen, Stehen und Gehen.
  • Stressmanagement: Stress kann die Schmerzen verschlimmern. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Ernährung: Generell werden entzündungshemmende Lebensmittel empfohlen, das heißt eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren ist günstig.

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