Hirnödem nach Schlaganfall: Ursachen und Behandlung

Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das schwerwiegende Folgen haben kann. Eine besonders schwerwiegende Komplikation bei einem sehr großen Apoplex ist das Hirnödem. In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Hirnödemen nach einem Schlaganfall detailliert beleuchten.

Was ist ein Hirnödem?

Ein Hirnödem ist eine Schwellung des Gehirns, die durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Hirngewebe entsteht. Da sich das Gehirn innerhalb des Schädels nicht ausdehnen kann, kommt es in Folge dessen oft zu einem gefährlichen Anstieg des Hirndrucks. Diese Volumenzunahme führt zu einem erhöhten Hirndruck (intrakranieller Druck), der lebensbedrohlich sein kann, wenn er nicht schnell behandelt wird.

Ursachen eines Hirnödems nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall versuchen Ärzte zunächst die Schäden im Gehirn des Patienten möglichst zu minimieren. Ein Hirnödem kann als Folge eines Schlaganfalls entstehen, insbesondere bei einem ischämischen Schlaganfall (Hirnschlag). Bei einem ischämischen Schlaganfall (Hirnschlag) folgt meist die sogenannte „Thrombolyse“ oder „Lyse-Therapie“. Die systemische Thrombolyse - bis ca. Die lokale Thrombolyse - bis ca.

Die Ursachen für ein Hirnödem nach einem Schlaganfall sind vielfältig:

  • Zytotoxisches Ödem: Zellschwellung durch gestörten Stoffwechsel in den Nervenzellen. Ursachen: Schlaganfall, Hypoxie, Vergiftungen
  • Vasogenes Ödem: Häufigste Form. Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke ist gestört → Flüssigkeit tritt aus den Gefäßen ins Gewebe. Ursachen: Tumoren, Entzündungen, Traumata
  • Interstitielles Ödem: Durch erhöhten Druck im Liquorsystem → Übertritt von Flüssigkeit ins Hirngewebe. Ursache: Hydrozephalus
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirntumoren
  • Infektionen (z. B. Meningitis, Enzephalitis)
  • Hypoxie / Reanimation
  • Vergiftungen oder metabolische Entgleisungen

Symptome eines Hirnödems

Es ist wichtig, die Symptome eines Hirnödems zu kennen, um schnell reagieren zu können. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen (meist ohne Übelkeit)
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
  • Verlangsamung der Reaktion, Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Pupillenveränderungen, Sehstörungen
  • Einseitige Lähmungen
  • Unregelmäßige Atmung, Bradykardie → Zeichen eines Hirndrucks
  • Schlaganfall-Betroffene können oft unmittelbar nach dem Ereignis eine Körperhälfte nicht mehr richtig spüren und/oder kontrollieren. Im Gesicht funktioniert das Lächeln nicht mehr, weil ein Mundwinkel unten bleibt (Fazialisparese). Ein Arm kann nicht gehoben werden und das Bein bietet keinen stabilen Halt mehr. Viele Betroffene berichten auch von einem Kribbeln oder einem „pelzigen Gefühl“ in den Körperteilen.

Diagnose eines Hirnödems

Bei der Schlaganfall-Diagnose wird diese Frage unter anderem mittels der bildgebenden Verfahren CT und MRT in wenigen Minuten beantwortet. Die Diagnose eines Hirnödems umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Neurologische Untersuchung: GCS, Pupillen, Reflexe
  2. CT oder MRT: Darstellung von Schwellung und möglicher Ursache
  3. Liquordruckmessung: Hinweis auf erhöhten Hirndruck
  4. Blutuntersuchungen: Entzündungswerte, Elektrolyte, Toxine

Behandlung eines Hirnödems

Die Behandlung eines Hirnödems zielt darauf ab, den Hirndruck zu senken und die Ursache des Ödems zu behandeln. Die Akut-Behandlung der Sinus- beziehungsweise Hirnvenenthrombose erfolgt am besten auf einer sogenannten Stroke Unit. Das ist eine auf die Behandlung von Schlaganfall spezialisierte Abteilung in einem Krankenhaus.

Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Akutbehandlung:
    • Oberkörperhochlagerung (30°) zur Druckentlastung
    • Osmotherapie: Mannitol oder hypertones NaCl zur Entwässerung
    • Kortikosteroide: Bei vasogenem Ödem (z. B. durch Tumor)
    • Sedierung / kontrollierte Beatmung: Reduktion des zerebralen Stoffwechsels
    • Hyperventilation (zeitlich begrenzt): Senkt CO₂ und damit den Hirndruck
    • Liquordrainage bei Liquoraufstau
    • Operative Maßnahmen: z. B. Dekompressionskraniotomie bei drohender Einklemmung
  • Medikamente:
    • Kortikosteroide, wie Dexamethason, sind oft die erste Wahl, um die Entzündung und Schwellung im Gehirn zu reduzieren. Sie wirken, indem sie die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke verringern.
    • Diuretika, wie Mannitol oder Furosemid, helfen, überschüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen. Dadurch wird auch der Druck im Schädel gesenkt.
    • Antikonvulsiva können eingesetzt werden, um Anfälle zu verhindern oder zu kontrollieren. Medikamente wie Phenytoin oder Levetiracetam können hier helfen.
    • Schmerzlindernde Medikamente, wie Paracetamol oder Opioide, können eingesetzt werden, um die Schmerzen zu lindern.
    • Wenn eine Infektion die Ursache für das Hirnödem ist, sind Antibiotika unerlässlich.
    • Bei einer Hirnvenenthrombose, also einem Blutgerinnsel in den Hirnvenen, werden gerinnungshemmende Medikamente eingesetzt. Heparin wird oft in der Akutphase verwendet, um die Bildung neuer Gerinnsel zu verhindern.
  • Neurochirurgische Eingriffe:
    • Kraniotomie: Bei diesem Eingriff wird ein Teil des Schädels entfernt, um dem Gehirn mehr Raum zu geben und den Druck zu senken.
    • Ventrikeldrainage: Dabei wird ein kleiner Schlauch in einen der Ventrikel eingeführt, um überschüssiges Hirnwasser abzuleiten.
    • Tumorentfernung: Wenn ein Tumor die Ursache für das Hirnödem ist, kann eine Operation zur Tumorentfernung in Betracht gezogen werden.
    • Blutentfernung: Blutungen im Gehirn können ebenfalls zu einem Hirnödem führen. In solchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um das Blut zu entfernen und den Druck zu entlasten.
  • Pflegeaspekte:
    • Überwachung der Vitalzeichen und Pupillen
    • Bewusstsein und neurologischer Status regelmäßig kontrollieren
    • Kopf ruhig und erhöht lagern
    • Flüssigkeitsbilanzierung
    • Körperliche Schonung, Reizabschirmung
    • Frühzeitige Kommunikation mit dem ärztlichen Team bei Verschlechterung
    • Angehörigenbegleitung bei kritischem Verlauf

Rehabilitation nach einem Schlaganfall mit Hirnödem

Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist stets individuell, denn letztlich gleicht kaum ein Schlaganfall dem anderen. Der Krankenhausaufenthalt nach einem Schlaganfall dauert etwa sieben bis zehn Tage an. Nach diesem Krankenhausaufenthalt sind weiterführende Reha-Maßnahmen sinnvoll. Eine besondere Form der Rehabilitation ist die neurologische Reha. Frühreha nach SchlaganfallOberstes Ziel der Frührehabilitation (kurz: Frühreha) nach einem Schlaganfall ist es, die körperlichen Funktionen wiederherzustellen.

Je nach Bedarf können dabei verschiedene Maßnahmen sowie Therapien zur Anwendung kommen, die ärztlich verordnet werden können. Je nach Bedarf kann Ihnen Ihr Arzt auch geeignete Hilfsmittel verschreiben, die Ihren Alltag unter Umständen erleichtern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Umfeld möglichst offen über alle Herausforderungen in Ihrer Alltagsgestaltung, die Sie seit Ihrem Schlaganfall begleiten. Nur so erhalten Sie an entsprechender Stelle die so wichtige Unterstützung. Wichtig aus dem Grund, weil verlorengegangene Fähigkeiten unter Umständen wieder vollständig erlernt werden können. Schlaganfall-Patienten müssen auf jeden Fall eine Menge Geduld aufbringen. Viele Betroffene müssen das Gehen und Sprechen wieder neu lernen und das dauert einfach seine Zeit. Wie lange der Reha-Aufenthalt nach einem Schlaganfall dauert, richtet sich nach mehreren Faktoren. Welcher Kostenträger für die Rehabilitation nach einem Schlaganfall zuständig ist, richtet sich nach bestimmten Faktoren im Einzelfall.

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Nach einer Operation ist eine intensive Nachsorge wichtig. Außerdem ist eine Rehabilitation oft notwendig, um die verloren gegangenen Fähigkeiten wiederzuerlangen. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können helfen, motorische, kognitive und sprachliche Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu verbessern.

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