Parkinson-Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein bieten Betroffenen und ihren Angehörigen eine wichtige Plattform für Austausch, Unterstützung und Information. Diese Gruppen ermöglichen es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Strategien zur Bewältigung der Krankheit zu entwickeln. Im Folgenden werden verschiedene Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen in Schleswig-Holstein detailliert vorgestellt.
Bedeutung von Selbsthilfegruppen bei Parkinson
Parkinson-Erkrankungen stellen Betroffene und ihre Familien vor vielfältige Herausforderungen. Neben den körperlichen Symptomen wie Zittern, Steifheit und Bewegungsverlangsamung können auch psychische und soziale Belastungen auftreten. Selbsthilfegruppen bieten hier eine wertvolle Unterstützung, da sie einen geschützten Raum für den Austausch mit Gleichgesinnten schaffen. Durch das Teilen von Erfahrungen und das gegenseitige Mutmachen können Betroffene neue Perspektiven gewinnen und ihre Lebensqualität verbessern.
Verschiedene Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen in Schleswig-Holstein
Allgemeine Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise
KIS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe): Diese Stelle bietet allgemeine Beratung und Unterstützung bei der Suche nach passenden Selbsthilfegruppen. Die KIS ist oft ein guter erster Anlaufpunkt, um sich über das Angebot in der Region zu informieren.
Nachsorge-Gruppen: Diese Gruppen richten sich an Menschen, die nach einer Therapie in Kontakt bleiben möchten. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Dauer der Krankschreibung, dem veränderten Blick auf den Alltag, dem Wiedereinstieg in den Beruf und der Freizeitgestaltung. Der Austausch unter Gleichgesinnten stärkt und bietet einen vertraulichen Rahmen.
Gesprächsgruppen für Frauen mit psychischen Erkrankungen: Diese Gruppen richten sich an Frauen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen und bieten einen sicheren Ort, um über Alltag und Herausforderungen zu sprechen, Lösungswege zu suchen, sich gegenseitig zu motivieren und zu unterstützen. Die Gruppe besteht seit 2017 und heißt Menschen willkommen, die mit ihren Erfahrungen anderen helfen und trotz Krankheit wieder lachen lernen wollen.
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ACHSE e.V. (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen): Der Verein ACHSE e.V. gibt Menschen mit seltenen Erkrankungen eine Stimme. Viele Betroffene unterstützen sich in Selbsthilfeorganisationen. Die ACHSE e.V. engagiert sich, um gemeinsame Anliegen zu artikulieren und den Erfahrungsaustausch zu fördern.
AD(H)S-Gesprächskreise
AD(H)S-Gesprächskreis für betroffene Jugendliche, Erwachsene und deren Angehörige in Norderstedt: Ziel des Gesprächskreises ist der Austausch von Tipps, Erfahrungen und Informationen mit anderen Betroffenen. Willkommen sind Jugendliche und Erwachsene mit ADHS und deren Angehörige.
Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern mit ADHS: Die Gruppe möchte Eltern bei der Bewältigung der auftretenden Probleme helfen, da die typischen Verhaltensweisen des Kindes eine große Herausforderung im Alltag darstellen. Der Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen steht an erster Stelle. Der Gesprächskreis richtet sich an Eltern, Lehrer/innen, Erzieher/innen und Interessierte.
Selbsthilfegruppe für Erwachsene mit ADHS in Kaltenkirchen: Jeder, der in irgendeiner Form von ADHS betroffen ist, damit zu tun hat oder sich einfach informieren möchte, kann an den Treffen teilnehmen. Die Gruppe trifft sich monatlich zum Stammtisch. Trotz lockerer Atmosphäre steht die Hilfe zur Selbsthilfe an erster Stelle.
Offener Treff für Erwachsene mit AD(H)S: Im Gesprächskreis tauschen sich Betroffene über ihre Erfahrungen und Alltagserlebnisse aus und geben sich gegenseitig Tipps. Die Gruppe ist auch offen für Angehörige.
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Selbsthilfegruppen bei Suchterkrankungen
Al-Anon-Gruppen: Diese Gruppen richten sich an Angehörige von Alkoholiker*innen bzw. an all diejenigen, deren Leben durch den Alkoholismus eines anderen belastet worden ist.
AA-Selbsthilfegruppen (Anonyme Alkoholiker): Diese Gruppen richten sich an Betroffene und Angehörige mit dem Thema Alkoholsucht. Die Gruppen gehören zur Region Nord im Netzwerk der Anonymen Alkoholiker und sind offen für Neue.
BKE Selbsthilfegruppen: In diesen Gruppen sind Suchtkranke und Angehörige willkommen. Die Gruppen möchten einen Raum für vertrauliche Gespräche bieten, in dem sich Suchtkranke austauschen und gegenseitig stärken können.
Nord(er)lichter: Diese unabhängige Selbsthilfegruppe richtet sich an suchtmittelabhängige und alkoholkranke Menschen aller Altersgruppen, Konfessionen und Nationalitäten.
Selbsthilfegruppen für Menschen mit spezifischen Erkrankungen oder Bedürfnissen
Gesprächskreis für Blinde und Sehbehinderte: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man im Alltag zurechtkommt, wenn man immer weniger oder nichts mehr sehen kann. Die Teilnehmer geben sich gegenseitig Tipps, wie sie knifflige Situationen lösen können und tauschen sich über Hilfsmittel aus.
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BDO Regionalgruppe: Die Regionalgruppe des BDO bietet Beratung und Treffen für Wartepatienten, Angehörige und Transplantierte an. Durch Info-Stände, Vortragsveranstaltungen und die Zusammenarbeit mit anderen Selbsthilfeorganisationen möchte die Regionalgruppe das Thema Organtransplantation bekannter machen.
Selbsthilfegruppe für Menschen mit bipolarer Störung: Bei den Treffen sprechen die Teilnehmer vertraulich über die Bewältigung ihres Alltags, ihre Erfahrungen, Therapien und Herausforderungen, die die Störung mit sich bringt.
Selbsthilfegruppe für Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung (Borderline): Die Gruppe möchte einen geschützten Raum bieten, in dem sich die Teilnehmenden austauschen können, um sich gegenseitig eine Stütze zu sein und mehr Balance im Leben zu finden.
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Burnout: In der Gruppe treffen sich Menschen mit Burnout, um ihre Erfahrungen auszutauschen.
Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten: Die Gruppe möchte durch Zuhören, Verstehen und Helfen die Hilfe zur Selbsthilfe fördern, die Situation der Betroffenen durch bewusstes Handeln verbessern, durch Kontakt aus der Isolation finden und den Lebensraum durch Ablenkung vom Schmerz wieder erweitern.
Selbsthilfegruppen für Menschen mit Demenz: Diese Gruppen richten sich an Menschen, die Angehörige mit Demenz haben.
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Stoma oder Darmkrebs: Die Gruppe ist eine bundesweite gemeinnützige Selbsthilfeorganisation für Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung (Stoma) sowie für Darmkrebsbetroffene und Angehörige.
Selbsthilfegruppe Diabetes: Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Frage, worauf Diabetiker besonders achten müssen. Erfahrungen und Tipps im vertraulichen Rahmen austauschen und dabei die Gemeinschaft der Gruppe erleben, sind Ziele der Gründungsmitglieder.
Weitere Angebote und Initiativen
Café Seelenlicht: Im Café Seelenlicht können Menschen, die trauern, sich mit anderen in einer ähnlichen Situation austauschen.
Café Vielfalt: Das "Café Vielfalt" möchte einen Ort für Begegnungen schaffen, der für alle Menschen offen ist.
Der Deutsche Kinderschutzbund Segeberg: Der Kinderschutzbund setzt sich für den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Kreis Segeberg ein und bietet verschiedene Beratungs- und Betreuungsangebote an.
Die Muschel e.V.: Als ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst steht die Muschel Familien zur Seite, die sich durch eine schwere Erkrankung, das Sterben oder den Tod eines geliebten Familienmitglieds in einer schwierigen Lebenssituation befinden.
Konkrete Beispiele für Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein
Um ein besseres Bild von den konkreten Angeboten zu vermitteln, werden hier einige Beispiele für Selbsthilfegruppen in Schleswig-Holstein aufgeführt:
Parkinson-Selbsthilfegruppe in Bad Segeberg:
- Treffen: 2mal im Monat montags, 18 Uhr, bei KIS, Kurhausstr.
AA-Gruppe in Norderstedt:
- Treffen: montags, 19.30 Uhr, Gemeindehaus St. Petrus, Norderstedter Str.
AD(H)S-Gruppe in Norderstedt:
- Treffen: jeden 3. Dienstag im Monat, ab 20 Uhr, Verein Regenbogen, Von-Bodelschwingh-Str.
Borderline-Gruppe in Bad Segeberg:
- Treffen: am 2. und 4. Do.
Burnout-Gruppe in Neumünster:
- Treffen: 2. und 4. Montag im Monat, 18 Uhr, DRK-Haus, Schützenstr.
Wie finde ich die passende Selbsthilfegruppe?
Die Suche nach der passenden Selbsthilfegruppe kann eine Herausforderung sein. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:
- Kontaktieren Sie die KIS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe) in Ihrer Region. Die KIS verfügt über eine Datenbank mit Selbsthilfegruppen und kann Ihnen bei der Suche behilflich sein.
- Fragen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten nach Empfehlungen. Ärzte und Therapeuten haben oft einen guten Überblick über das Angebot an Selbsthilfegruppen in der Region.
- Nutzen Sie Online-Suchportale für Selbsthilfegruppen. Es gibt verschiedene Online-Portale, die eine Suche nach Selbsthilfegruppen ermöglichen.
- Nehmen Sie an einem Probetreffen teil. Bevor Sie sich für eine Selbsthilfegruppe entscheiden, sollten Sie an einem Probetreffen teilnehmen, um herauszufinden, ob die Gruppe zu Ihnen passt.
- Scheuen Sie sich nicht, verschiedene Gruppen auszuprobieren. Es ist wichtig, eine Gruppe zu finden, in der Sie sich wohl und verstanden fühlen.
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