Parkinson-Krankheit und Oxycodon: Wechselwirkungen und Behandlungsansätze

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die hauptsächlich motorische Fähigkeiten beeinträchtigt, aber auch eine Vielzahl von nicht-motorischen Symptomen verursacht, darunter Schmerzen. Die Behandlung von Parkinson erfordert oft eine Kombination verschiedener Medikamente, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die potenziellen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Medikamenten zu berücksichtigen, insbesondere bei der Anwendung von starken Schmerzmitteln wie Oxycodon.

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten bei Parkinson

Unter Wechselwirkungen zwischen Medikamenten (Interaktionen genannt) versteht man eine gegenseitige Beeinflussung ihrer Wirkung und/oder Verträglichkeit. Sie können auftreten, wenn zwei oder mehr Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht werden, wobei das Risiko mit der Anzahl der eingesetzten Mittel steigt. Kombiniert man zwei oder mehr Medikamente miteinander, so kann es durch gegenseitige Beeinflussung zu einer verstärkten Wirkung bis hin zur Vergiftung (Intoxikation) oder zu einer Wirkungsabschwächung bis hin zum völligen Wirkverlust kommen. Ebenso wie Arzneimittel können auch Nahrungs- und Genussmittel die Aufnahme eines Medikamentes, seinen Weg durch den Körper und/oder seine Ausscheidung verändern. Der Patient selbst nimmt ebenfalls bewusst oder unbewusst Einfluss auf die Wirkung seiner Medikation. So gibt es angeborene Unterschiede (genetische Polymorphismen) in der Stoffwechselaktivität oder Besonderheiten durch Begleiterkrankungen, z.B. der Leber oder der Nieren.

Pharmakokinetische und pharmakodynamische Interaktionen

Die Pharmakologie ist die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und dem menschlichen Körper. Wenn es um Wechselwirkungen geht, unterscheidet man pharmakokinetische von pharmakodynamischen Interaktionen. Die Pharmakokinetik untersucht, welchen Weg ein Wirkstoff von der Aufnahme bis zu seiner Ausscheidung durch den Körper nimmt und auf welche Weise dieser Weg durch andere Einflüsse verändert werden kann. Die Pharmakodynamik dagegen befasst sich mit der spezifischen Wirkung des Stoffes im Organismus. Arzneistoffe, die die Wirkung eines Medikamentes im Körper verstärken, werden Agonisten (Mitspieler) genannt, Stoffe, die zu einer Abschwächung der Wirkung führen Antagonisten (Gegenspieler). Wechselwirkungen können erwünscht sein („gemeinsam sind wir stärker“ - Beispiel: L-Dopa + Benserazid/Carbidopa), aber auch unerwünscht oder sogar gefährlich. Genetische (erbliche) Besonderheiten machen uns einzigartig und nehmen ebenfalls Einfluss auf die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneistoffen. Dies zu erforschen ist Gegenstand der Pharmakogenetik.

Einfluss von Transporteiweißen und Cytochrom P 450

Wenn man nun einen Arzneistoff nach seinem Potential für Wechselwirkungen betrachtet, so spielen insbesondere die Bindung an Transporteiweiße und die Entgiftung über das Enzymsystem Cytochrom P 450 in der Leber eine große Rolle. Verfügt das Medikament über eine hohe Eiweißbindung, kann es von anderen Stoffen aus dieser Bindung verdrängt werden. Ein unerwünschter Anstieg der Wirkung ist die Folge. Das Entgiftungssystem der Leber setzt sich aus vielen einzelnen kleinen Helfern (Enzymen) zusammen, welche durch Namen unterschieden werden, z.B. CYP2D6 oder CYP3A4. Ein Arzneistoff kann über einen solchen Helfer abgebaut werden (Substrat), es kann die Arbeit des Helfers anregen (Induktor) oder hemmen (Inhibitor). Meist werden 20 bis 30 verschiedene Stoffe über ein solches Enzym entgiftet. Ein starker Enzym-Hemmer z.B.

Besonderheiten bei Parkinson-Patienten

Besonderheiten in diesem Bereich beginnen bei Parkinson-Patienten schon in der Mundhöhle: in den ersten Krankheitsjahren ist es die Mundtrockenheit, in den späteren Phasen der vermehrte Speichelfluss, welcher die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen kann. Bei vorherrschender Mundtrockenheit sollten alle Medikamente mit mindestens 200 ml Flüssigkeit eingenommen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass diese über Stunden in der Mundhöhle, im Rachen oder in der Speiseröhre hängen bleiben und nicht zur Wirkung kommen. Bei Schluckstörungen Wasser ohne Kohlensäure oder Kamillentee verwenden, Kaffee, schwarzen Tee und Fruchtsäfte jedoch meiden. Die Einnahme L-Dopa-haltiger Medikamente mit Milch, Molke, Quark und Joghurt ist wegen dem hohen Eiweißgehalt verboten. Manchmal hilft es, Wasser oder Tee etwas anzuwärmen und mit einem kleinen Löffel schlückchenweise zu verabreichen. Bei aufrechtem Oberkörper sollte der Kopf beim Schlucken leicht nach vorn gebeugt werden (in der Fachsprache chin-tuck Manöver genannt) und der Patient sollte nicht sprechen. Sind die Schluckstörungen ausgeprägter, hilft das Andicken des Wassers mit in der Apotheke erhältlichen Dickungsmitteln. Auf ausreichendes Nachspülen sollte man insbesondere bei Medikamenten achten, welche die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen könnten, z.B. Eisenpräparate oder Medikamente gegen Osteoporose. Nehmen die Schluckstörungen zu, ist bei einigen Patienten die Versorgung mit einer Magensonde (PEG =perkutane endoskopische Gastrostomie) erforderlich. Wenn die Medikamente über die Sonde verabreicht werden, müssen sie vorher sondengerecht zerkleinert werden. Nicht jedes Medikament darf/kann jedoch aufgelöst oder gemörsert werden. Parkinson krankheitsbedingt verzögert, hat aber Einfluss auf den zeitlichen Eintritt des L-Dopa-Effektes. Eine raschere Aufnahme kann man zum einen durch die Verabreichung von L-Dopa in gelöster Form erreichen, zum anderen durch Anregen der Magentätigkeit, z.B. durch das Medikament Domperidon. Diese langsame Magenentleerung führt bei einigen Patienten übrigens zu Übelkeit und Brechreiz, da Dopamin im Körper (außerhalb des Gehirns) den Blutdruck senkt und das Brechzentrum anregt. Damit diese Nebenwirkungen nicht auftreten, wird ebenfalls Domperidon verabreicht, um durch den schnellen Weitertransport von L-Dopa in die Blutbahn und in das Gehirn die sogenannten peripheren (im Körper) Nebenwirkungen, die ganz und gar nicht erwünscht sind, so gering wie möglich zu halten oder ganz zu vermeiden. L-Dopa kann nicht im gesamten Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, sondern nur in einem begrenzten Abschnitt im Dünndarm (Absorptionsfenster). Darüber hinaus muss es aus der Schleimhaut des Dünndarms über ein aktives Transportsystem in die Blutbahn transportiert werden. Auch Eiweiße aus der Nahrung (Fisch, Fleisch, Käse etc.) gelangen so in das Blut. Nimmt man L-Dopa zum oder nach dem Essen ein, so kommt es an der Dünndarmschleimhaut zu einem Streit um das Transportsystem. Wenn der Patient Glück hat, siegt L-Dopa, es wird in die Blutbahn und von dort in das Gehirn befördert und der Patient kann sich bewegen. Wenn er Pech hat, schafft der Käse den Durchbruch, L-Dopa wandert im Darm weiter und verlässt den Dünndarmabschnitt, in dem seine Aufnahme möglich ist. Eine deutliche Reduktion der Wirkung bis zum völligen Wirkverlust sind die Folgen, der Patient wird oder bleibt steif und unbeweglich - Eiweißakinese (Unbeweglichkeit durch Eiweiß) genannt.Um dies zu vermeiden, sollte die Aufnahme von L-Dopa-Präparaten mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit erfolgen. Diese 30 Minuten benötigt das Medikament, um in den Magen und in den Dünndarm zu gelangen, von dort ins Blut und in das Gehirn. Jetzt kann der Patient essen, denn es gibt keinen Streit mehr um das Transportsystem. Falls es trotz Einhalten dieser Regeln zu einer Wirkungsabschwächung der Medikamente nach dem Mittagessen kommt, so sollte die Hauptmahlzeit auf den Abend verschoben werden, um eine ausreichende Beweglichkeit in den Nachmittagsstunden zu gewährleisten. Die in den Beipackzetteln angegebene Empfehlung, die Medikamente 1 bis 1,5 Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen, ist leider nicht sehr sicher, da die Magenentleerung bei Parkinson-Patienten ja verzögert ist und nach größeren Mahlzeiten bis zu 4 Stunden andauern kann. Mit Beginn der L-Dopa-Therapie erfolgt die erste Einnahme der Medikation morgens auf nüchternen Magen. Die meisten Patienten vertragen dies gut und benötigen keine besonderen Schutzmaßnahmen. Falls jedoch ein empfindlicher Magen bekannt ist oder Magenbeschwerden auftreten, kann die erste Tabletteneinnahme mit einem Zwieback/Keks erfolgen. Bei stärkeren Beschwerden empfiehlt sich die Einnahme mit ein bis zwei Esslöffeln Haferschnee in lauwarmem Wasser aufgelöst. Wichtig ist auch hier, die Medikamente mit ausreichend Flüssigkeit (mindestens 200 ml) einzunehmen, damit der Weitertransport aus dem Magen in den oberen Dünndarm nicht verzögert wird.Einige Patienten nehmen Medikamente zur Ansäuerung des Urins ein, um Infektionen in der Blase vorzubeugen. Eines dieser Medikamente - Methionin - ist ebenfalls ein Eiweiß und kann, genau wie Eiweiß aus der Nahrung, zu einer Wirkungsabschwächung von L-Dopa führen. Methionin sollte deshalb möglichst nicht verwendet werden. Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhaut, z.B. durch den bekannten Magenkeim Helicobacter pylori, können zu einer verminderten Aufnahme von L-Dopa führen. Unklare Magenbeschwerden sollten deshalb immer untersucht werden, bei Nachweis einer Entzündung der Magenschleimhaut oder des oberen Dünndarms sollten diese behandelt werden. Die Ausscheidung von Medikamenten erfolgt entweder über den Darm oder über die Nieren. Parkinson-Patienten leiden häufig unter einer Verstopfung. Macrogol Beutel haben sich in der Behandlung der Parkinson-bedingten Verstopfung bewährt, Interaktionen sind nicht bekannt. Bei Neueinstellung auf einen COMT-Hemmer (Durchfall als Nebenwirkung möglich) sollte die Macrogoldosis vorsorglich reduziert werden. Sind die Leber- oder Nierenfunktion durch Begleiterkrankungen eingeschränkt, so dürfen einige Medikamente nur noch in reduzierten Mengen bzw. gar nicht verabreicht werden. So verlängert sich die Wirkdauer von Amantadin z.B., welches über die Niere ausgeschieden wird, bereits bei leicht eingeschränkter Nierenfunktion um 50 %. Ziel einer medikamentösen Behandlung ist die Wiederherstellung eines Gleichgewichts chemischer Botenstoffe im Gehirn, welches durch den vorhandenen Mangel an Dopamin gestört ist. Mit Hilfe von L-Dopa und seinen Mitspielern (Dopaminagonisten, MAO-Hemmer, COMT-Hemmer, Decarboxylasehemmer) kann man dieses Ziel erreichen. Wichtig für eine gute Wirkung ist jedoch, dass die L-Dopa-aufnehmenden „Bindungsstellen“ (Rezeptoren) im Gehirn intakt sind.Es verbieten sich bei M. Parkinson Medikamente, welche diese Dopamin-Bindungsstellen im Gehirn besetzen und dadurch die Aufnahme von Dopamin einschränken oder verhindern. Neuroleptika Beispiele: Alle Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind kontraindiziert mit Ausnahme von Clozapin und Quetiapin. In diese Gruppe gehört auch Fluspirilen, welches häufig gegen Angstzustände als i.m. Zwischen der Einnahme von L-Dopa und Eisenpräparaten muss ein Abstand von 2 Stunden eingehalten werden.

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Compliance als Einflussfaktor

Beginnen wir mit dem letzten Punkt, der Compliance. In einer Studie wurde gezeigt, dass bei einem Fünftel der untersuchten Parkinson-Patienten die Medikamenteneinnahme unzureichend war und unter 80 % lag. Insbesondere die Einhaltung der häufigen Einnahmezeiten bereitete größte Schwierigkeiten. Eine unzureichende Tabletteneinnahme führt in der Regel zu einer Abschwächung der Wirkung und darüber hinaus zu einer ungleichmäßigen Wirkstoffzufuhr im Gehirn. Die Lösung ist sehr einfach. Mit Hilfe der neuen Kombinations- und Retardpräparate kann man die Anzahl der Tabletten reduzieren und ein übersichtliches Therapieschema entwickeln, welches dann vom Patienten auch zuverlässiger eingehalten werden kann. Wird die Einnahme der Medikation vergessen, so sollten externe Hilfen wie Uhren oder Pillenboxen mit Klingel- und/oder Vibrationsalarm Einsatz finden. Neben der zeitgenauen Einnahme der Medikamente gehört auch eine vollständige Angabe aller eingenommenen Medikamente bzw. Nahrungsergänzungsmittel sowie interaktionsfreudiger Nahrungs- und Genussmittel (wie z.B. Alkohol und Nikotin) in diesen Bereich. Eine vegetarische Ernährung z.B.

Schmerz als nicht-motorisches Symptom bei Parkinson

Schmerzen sind ein relevantes und oft unterschätztes nichtmotorisches Symptom bei Morbus Parkinson, das häufig nicht adäquat diagnostiziert und behandelt wird. Erstmals wurde nun in einer randomisierten, kontrollierten Studie speziell die Schmerztherapie bei Parkinson-Patienten untersucht. Das eingesetzte retardierte Oxycodon/Naloxon-Präparat zeigte sich bei der Linderung von Parkinson-assoziierten Schmerzen als wirksam und verträglich, obwohl es den vordefinierten primären Endpunkt knapp verfehlte. Die häufigsten mit Parkinson-assoziierten Schmerztypen sind muskuloskelettale Schmerzen (Häufigkeit 45-75%) und dystone Schmerzen (Häufigkeit 10-70%). Trotz ihres häufigen Auftretens sind Schmerzen beim Parkinson-Patienten unterdiagnostiziert und -behandelt; 40% der Patienten verbinden die Schmerzen nicht mit dem Parkinson-Syndrom und geben sie daher beim Arztgespräch nicht an.

Oxycodon zur Schmerzbehandlung bei Parkinson

Oxycodon ist ein stark wirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das zur Behandlung von starken Schmerzen eingesetzt wird, die nur mit Opioid-haltigen Schmerzmitteln ausreichend therapiert werden können. Es wirkt, indem es bestimmte Rezeptoren im Gehirn blockiert, wodurch das Gehirn die Schmerzreize nicht mehr verarbeitet.

Wirksamkeit von retardiertem Oxycodon/Naloxon

Die analgetische Wirkung eines retardierten Oxycodon/Naloxon-Präparats (OXN PR; Targin®) bei starken Parkinson-assoziierten Schmerzen wurde in einer multizentrischen, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie untersucht, an der Patienten mit mittlerer bis schwerer Parkinson-Erkrankung (Schweregrad II-IV nach Hoehn & Yahr) teilnahmen. Einschlusskriterium waren starke Schmerzen (≥6 Punkte auf der numerischen Rating-Skala [NRS; 0=kein Schmerz bis 10=maximal vorstellbarer Schmerz]). Mit einer mittleren Schmerzdauer von 3,4 Jahren und einem mittleren Schmerzwert von 7,3 litten die Patienten unter chronischen, starken Schmerzen.Sie erhielten zusätzlich zur laufenden Parkinson-Medikation entweder über 16 Wochen OXN PR (Titration auf ≤20 mg/10 mg, 2-mal täglich; n=93) oder Placebo (n=109). In der OXN-PR-Gruppe nahm der Schmerz-Score in den Wochen 1 bis 12 kontinuierlich ab, mit einem statistisch signifikanten Unterschied zu Placebo in den Wochen 4, 8 und 12 (p≤0,021). Der Schmerz-Score nahm in der maßgeblichen 16. Woche wieder leicht zu, sodass der Behandlungsunterschied gerade nicht mehr das geforderte Signifikanzniveau erreichte (p=0,058). Die Studie konnte nicht den vordefinierten primären Endpunkt erreichen.Wurden bei der Analyse nur die Patienten einbezogen, die tatsächlich bis zum Ende behandelt wurden (Per-Protocol-Population), ergab sich auch in Woche 16 ein signifikanter Behandlungsunterschied (p=0,01). Auch hatten in Woche 16 unter OXN PR signifikant mehr Patienten mit einer Schmerzlinderung von ≥30% auf die Therapie angesprochen als unter Placebo (48% vs. 34%, p=0,021). Die Verminderung der Schmerzen war durchweg signifikant für schwere muskuloskelettale Schmerzen und starke nächtliche Schmerzen (Veränderung gegenüber dem Ausgangswert -2,34 vs. -1,52; p=0,023 und -2,82 vs. -1,55; p=0,010). Bei der Verbesserung des patientenbezogenen Gesamteindrucks (PGI-I) in Woche 16 gab es in der OXN-PR-Gruppe mit 38% signifikant mehr Responder als in der Placebo-Gruppe mit 27% (p=0,022). In absoluten Zahlen beurteilten 33/88 Patienten in der OXN-PR-Gruppe ihren Zustand als „viel“ oder „sehr viel“ besser und in der Placebo-Gruppe 28/105.

Wirkungsmechanismus von Oxycodon/Naloxon

Der Opioid-Antagonist Naloxon verhindert die unerwünschte Bindung des Opioid-Agonisten Oxycodon im Darm und wird anschließend rasch ausgeschieden. So wird einer Opioid-induzierten Obstipation entgegengewirkt, während die analgetische Wirkung von Oxycodon im ZNS erhalten bleibt.

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Verträglichkeit von Oxycodon/Naloxon

Die nichtmotorische Beurteilungsskala NMSS zeigte keine negativen Effekte von OXN PR im Vergleich zu Placebo auf die gastrointestinale Funktion. Das ist relevant, weil Parkinson-Patienten krankheitsbedingt oft unter Obstipation leiden. In der Studie wurde lediglich eine leicht erhöhte Obstipationsrate beobachtet, ansonsten wurden keine weiteren Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen den beiden Gruppen festgestellt.

Weitere Anwendung von Oxycodon

Oxycodon wird derzeit als Retardtablette abgegeben und angewendet. Die orale Bioverfügbarkeit liegt zwischen 40% und 80%. Der Wirkstoff erreicht nach ca. 3 Stunden seine maximale Konzentration im Blut. Aufgrund des häufigen Missbrauchs der Tabletten (Auflösung der Tablette und anschließendes Spritzen als Droge), wird Oxycodon auch als Fixkombinantion - also ein Arzneimittel, das zwei oder mehrere Wirkstoffe enthält - als Retardtablette verkauft. Der Name dieses Präparates ist Targin. Es enthält neben Oxycodon auch Naloxon, einen „Opioid-Antagonisten“. Durch diese Kombination von Oxycodon und Naloxon tritt die Verstopfung - eine häufige Nebenwirkung von Opioiden - seltener auf. Auch wenn Oxycodon meist in Form von Retardtabletten gegeben wird, gibt es alternativ dazu auch Oxycodon Hartkapseln, die akut Anwendung finden. Oxycodon akut erreicht schon nach etwa 1-1,5 Stunden seine maximale Konzentration im Blut, mit einer Retardtablette dauert dies etwa 4,5-7 Stunden. Die Dosis muss immer individuell angepasst sein, beträgt in der Regel aber 1/8 oder 1/6 der normalen Medikation mit Retardtabletten.

Mögliche Nebenwirkungen von Oxycodon

Fast alle Medikamente können Nebenwirkungen verursachen. Die Hersteller sind gesetzlich verpflichtet, die Nebenwirkungen für Patienten im Beipackzettel oder Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments zu verzeichnen. Nebenwirkungen werden nach ihrer Häufigkeit und ihrem Schweregrad eingeteilt. Die Angabe „häufig“ bedeutet, dass bei 100 Behandelten etwa 1 bis 10 unter diesen Nebenwirkungen leiden (≥1/100 bis <1/10). die Muskeln, die die Atemwege umspannen, verkrampfen (sog. „Gelegentlich“ heißt, dass die Nebenwirkungen bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten auftreten. Bei der Einnahme von Hydromorphon können u.a. Treten Nebenwirkungen selten auf, ist 1 von 1.000 Patienten betroffen. krankhafte Schwellungen der Lymphknoten (sog. Blut im Urin (sog. Vermeiden Sie es, Oxycodon während der Schwangerschaft einzunehmen. Ansonsten kann es zu Entzugssymptomen oder gar Atemdepressionen bei Neugeborenen und Säuglingen kommen. Außerdem kann Oxycodon unter Umständen die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfungen
  • Müdigkeit bis hin zur Benommenheit
  • Schwindel
  • Jucken

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

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  • Geruchsstörung
  • Ödeme
  • Gewichtszunahme
  • Vergesslichkeit
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Koordinationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • sehr starkes Schwitzen
  • Sehstörungen
  • Panik
  • Gewichtsverlust
  • Heißhunger, Alpträume
  • Mundtrockenheit
  • Harndrang
  • Psychose
  • Erektionsstörungen
  • Schüttelfrost
  • Brüchige Zähne/Zahnschmelz geht verloren
  • Halsentzündung, Lymphknoten geschwollen
  • Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen
  • Atemnot
  • Zittern
  • Halluzinationen
  • Durchfall, Magenkrämpfe
  • Aggressivität

Kontraindikationen von Oxycodon

Als Kontraindikation bezeichnen Ärzte den Umstand, bei dem eine Behandlungsweise, die im Normalfall angebracht wäre, nicht eingesetzt werden darf. Das kann sowohl die Gabe eines Medikaments sein als auch eine bestimmte therapeutische Maßnahme. Oxycodon darf u.a. Lähmung der Darmtätigkeit (sog. Lungenherz (sog. Atemdepression, die mit einem Sauerstoffmangel im Gewebe oder mit einem erhöhten Kohlendioxidspiegel im Blut einhergeht. Bei einer Atemdepression liegt eine herabgesetzte Atmung vor.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Als Arzneimittelwechselwirkungen beschreiben Ärzte die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten, wenn diese gleichzeitig oder zeitlich eng bei­ei­n­an­der eingenommen werden. Möglich sind Wechselwirkungen auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln. Bei Oxycodon gibt es Wechselwirkungen u.a. mit:

  • Schlafmittel oder Beruhigungsmittel, (z. B Hypnotika oder Sedativa, einschließlich Benzodiazepinen)
  • Arzneimittel gegen Depressionen (z. B. Paroxetin oder Amitriptylin), einschließlich derjenigen, die zu der Gruppe der MAO-Hemmer gehören (wie z. B. Tranylcypromin, Phenelzin, Isocarboxazid, Moclobemid oder Linezolid)
  • Arzneimittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Erbrechen (Antihistaminika, Antiemetika)
  • Arzneimittel gegen psychische oder geistige Störungen (wie z. B. Psychopharmaka, Phenothiazine oder Neuroleptika)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie, Schmerzen und Angstzuständen wie z. B. Gabapentin und Pregabalin
  • Muskelrelaxantien zur Behandlung von Muskelkrämpfen (wie z. B. Tizanidin)
  • Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson’schen Krankheit
  • andere stark wirksame Schmerzmittel (Opioide)
  • Cimetidin (ein Arzneimittel gegen Magengeschwüre, Verdauungsstörungen oder Sodbrennen)
  • Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (wie z. B. Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol oder Posaconazol)
  • Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen (wie z. B. Clarithromycin, Erythromycin oder Telithromycin)
  • Arzneimittel aus der Gruppe der Proteasehemmer zur Behandlung einer HIV- Infektion (z. B. Boceprevir, Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir oder Saquinavir)
  • Rifampicin gegen Tuberkulose
  • Carbamazepin (ein Arzneimittel gegen Epilepsie oder Krampfanfälle und gegen bestimmte Schmerzen)
  • Phenytoin (ein Arzneimittel gegen Epilepsie oder Krampfanfälle)
  • die Heilpflanze Johanniskraut (auch als Hypericum perforatum bekannt)
  • Chinidin (ein Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen)
  • bestimmte Arzneimittel zur Gerinnungshemmung bzw. Blutverdünnung (wie z. B. Phenprocoumon)

Abhängigkeit und Toleranzentwicklung

Wird Oxycodon längerfristig eingenommen, ist Abhängigkeit die größte Gefahr. Daraus entstehen dann weitere Gefahren für den Körper. Bei einer längerfristigen Einnahme von Opioiden wie Oxycodon kann es zu einer Toleranzentwicklung kommen. Dies hat zur Folge, dass nach einiger Zeit mehr Wirkstoff zu sich genommen werden muss, um denselben Effekt zu erhalten. Keine Toleranz entwickelt sich jedoch gegen die Nebenwirkungen Verstopfung (sog. Obstipation‘) und der Pupillenverengung (sog. Durch die physische oder körperliche Abhängigkeit kann es wie beim Entzug von gewöhnlichen Drogen zu Entzugserscheinungen kommen, wenn Opioide nach längerer Einnahme abgesetzt werden. Die psychische Abhängigkeit ist meist die hartnäckigste Abhängigkeit bei einer längerfristigen Opioid-Einnahme.

Überdosierung von Oxycodon

Bei einer Oxycodon-Überdosis kann es zu einer akuten Opioidvergiftung kommen. Die Pupillen verengen sich maximal, der Patient fällt in ein tiefes Koma. Durch die oberflächliche bis fast fehlende Atmung herrscht akute Lebensgefahr. Aus diesem Grund muss bei dem kleinsten Verdacht sofort gehandelt und Hilfe geholt werden. Dem Vergifteten wird ein sogenanntes „Gegengift“, das Naloxon, verabreicht.

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