Periphere Neuropathie und Bandscheibenvorfall: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Die periphere Neuropathie und der Bandscheibenvorfall sind zwei unterschiedliche Erkrankungen, die jedoch beide zu erheblichen Beschwerden führen können. Während die periphere Neuropathie Nervenschäden außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks betrifft, ist der Bandscheibenvorfall eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Bandscheibengewebe auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark drückt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze beider Erkrankungen, um ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.

Periphere Neuropathie

Was ist periphere Neuropathie?

Die periphere Neuropathie ist eine Erkrankung, bei der die peripheren Nerven, die außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen, geschädigt sind. Diese Nerven sind für die Übertragung von Informationen zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper verantwortlich. Wenn diese Nerven geschädigt sind, kann dies zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die die sensorischen, motorischen und autonomen Funktionen beeinträchtigen.

Ursachen der peripheren Neuropathie

Die Ursachen der peripheren Neuropathie sind vielfältig. Eine der Hauptursachen ist Diabetes mellitus. Über 70 % der Diabetes-Patienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung Symptome einer Neuropathie. Ein sorgfältiges Management des Blutzuckerspiegels ist daher entscheidend, um das Risiko einer Neuropathie zu minimieren.

Weitere Ursachen können sein:

  • Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere B-Vitaminen, kann zu Nervenschäden führen.
  • Toxische Einflüsse: Bestimmte Medikamente, Alkoholmissbrauch und Umweltgifte können die Nerven schädigen.
  • Entzündungen: Entzündliche Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom können zu einer Neuropathie führen.
  • Erbliche Faktoren: In einigen Fällen kann eine periphere Neuropathie genetisch bedingt sein.
  • Verletzungen und Operationen: Nervenschäden können auch als Folge von Verletzungen oder Operationen auftreten.

Symptome der peripheren Neuropathie

Die Symptome der peripheren Neuropathie können je nach Art der betroffenen Nerven variieren. Es gibt drei Arten von peripheren Nerven:

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  • Sensorische Nerven: Schäden an den sensorischen Nerven verursachen häufig Schmerzen, Kribbeln, Taubheit und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen.
  • Motorische Nerven: Schäden an den motorischen Nerven können zu Muskelschwäche, Krämpfen, Schwierigkeiten beim Gehen und Koordinationsstörungen führen.
  • Autonome Nerven: Schäden an den autonomen Nerven können eine Vielzahl von Problemen verursachen, darunter Verdauungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen und Probleme mit der Blasen- und Darmfunktion.

Behandlung der peripheren Neuropathie

Die Behandlung der peripheren Neuropathie zielt darauf ab, die Ursache der Nervenschäden zu behandeln und die Symptome zu lindern. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Neuropathie durch Diabetes verursacht wird, ist eineOptimierung des Blutzuckerspiegels entscheidend. Bei Vitaminmangel kann eine Vitamintherapie helfen, die Mängel zu beheben.
  • Schmerztherapie: Verschiedene Medikamente, darunter Antidepressiva, Antikonvulsiva und Schmerzmittel, können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden. Capsaicin-Cremes können ebenfalls helfen, Schmerzen zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft und Koordination zu verbessern.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist und wenig Zucker, künstliche Süßstoffe und raffinierte Kohlenhydrate enthält, kann die Nervenfunktion unterstützen.

Bandscheibenvorfall

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) tritt auf, wenn der Gallertkern (Nucleus pulposus) einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring (Anulus fibrosus) hindurchtritt und auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark drückt. Die Bandscheiben sind flexible Kissen zwischen den Wirbelkörpern, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglichen und als Stoßdämpfer dienen.

Ursachen eines Bandscheibenvorfalls

Die Hauptursachen für einen Bandscheibenvorfall sind:

  • Verschleißbedingte (degenerative) Prozesse: Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben an Elastizität und werden anfälliger für Risse. Bereits ab dem 20. Lebensjahr werden die Bandscheiben schlechter mit Nährstoffen versorgt, wodurch der Faserring brüchig wird.
  • Fehlbelastung: Langes Sitzen, Übergewicht, falsches Heben schwerer Lasten und mangelnde Bewegung können die Bandscheiben überlasten.
  • Unfälle (Trauma): In seltenen Fällen kann ein Unfall zu einem Bandscheibenvorfall führen.
  • Haltungsfehler und Fehlstellungen der Wirbelsäule: Skoliose oder andere Fehlstellungen können die Bandscheiben ungleichmäßig belasten.

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls hängen von der Lage des Vorfalls und dem Ausmaß der Nervenkompression ab. Häufige Symptome sind:

  • Rückenschmerzen: Starke, stechende Schmerzen im Rücken, die sich bei Bewegung verstärken können.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen (je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt).
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln: Sensibilitätsstörungen in den Armen, Beinen oder Füßen.
  • Muskelschwäche: Schwäche in den Muskeln, die von den betroffenen Nerven versorgt werden.
  • Lähmungserscheinungen: In schweren Fällen kann es zu Lähmungen kommen, insbesondere in den Beinen oder Füßen.
  • Cauda-equina-Syndrom: Ein medizinischer Notfall, bei dem es zu einer Quetschung der Nervenwurzeln im unteren Teil des Rückenmarks kommt. Dies kann zu Lähmungen, Sensibilitätsstörungen und Problemen mit der Blasen- und Darmfunktion führen.

Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls umfasst in der Regel:

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  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte und führt eine neurologische Untersuchung durch, um Reflexe, Sensibilität und Muskelkraft zu prüfen.
  • Bildgebende Verfahren:
    • MRT (Magnetresonanztomographie): Das MRT ist die wichtigste Methode zur Darstellung von Bandscheibenvorfällen. Es zeigt die Bandscheiben, Nervenwurzeln und das Rückenmark sehr detailliert.
    • CT (Computertomographie): Das CT kann ebenfalls zur Diagnose eingesetzt werden, insbesondere wenn ein MRT nicht möglich ist.
    • Röntgen: Röntgenaufnahmen können andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen, wie z.B. Frakturen oder Arthrose.

Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls hängt von der Schwere der Symptome ab. In den meisten Fällen kann eine konservative Behandlung erfolgreich sein:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Kortikosteroide können Entzündungen reduzieren und die Schmerzen lindern.
  • Muskelrelaxantien: Muskelrelaxantien können helfen, Muskelverspannungen zu lösen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu reduzieren.
  • Injektionen: Injektionen mit Kortikosteroiden in den Bereich der Nervenwurzel können helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
  • Manuelle Therapie: Gezieltes Einrenken oder Mobilisieren der Wirbelsäule kann Blockaden lösen und Verspannungen lockern.

In schweren Fällen, insbesondere wenn Lähmungen auftreten oder die konservative Behandlung nicht erfolgreich ist, kann eine Operation erforderlich sein. Ziel der Operation ist es, den Druck auf die Nervenwurzel zu beseitigen.

Alternative Therapiemethoden

Ergänzend zu den konventionellen Behandlungsmethoden können auch alternative Therapien zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Akupunktur: Akupunktur kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
  • Chiropraktik: Chiropraktik kann helfen, Fehlstellungen der Wirbelsäule zu korrigieren und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Osteopathie: Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, die darauf abzielt, Spannungen und Blockaden im Körper zu lösen.

Prävention von Bandscheibenvorfällen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, das Risiko eines Bandscheibenvorfalls zu reduzieren:

  • Ergonomisches Sitzen: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung beim Sitzen und Arbeiten.
  • Rückenschonendes Heben: Heben Sie schwere Lasten mit geradem Rücken und gebeugten Knien.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur und fördert die Durchblutung der Bandscheiben.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet die Bandscheiben zusätzlich.
  • Vermeidung von Fehlhaltungen: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung im Alltag.
  • Rückentraining: Regelmäßiges Rückentraining stärkt die Muskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule.

Zusammenhang zwischen peripherer Neuropathie und Bandscheibenvorfall

Obwohl die periphere Neuropathie und der Bandscheibenvorfall unterschiedliche Erkrankungen sind, können sie in einigen Fällen ähnliche Symptome verursachen, insbesondere Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in den Extremitäten. Es ist daher wichtig, eine genaue Diagnose zu stellen, um die richtige Behandlung einzuleiten.

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Ein Bandscheibenvorfall kann indirekt zu einer peripheren Neuropathie führen, wenn er eine Nervenwurzel im Rückenmark komprimiert. Diese Kompression kann die Funktion des Nervs beeinträchtigen und zu Symptomen einer Neuropathie führen.

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