Wer kennt es nicht, das unruhige Wälzen im Bett, der Blick auf die Uhr, die wachsende Nervosität, weil der Schlaf einfach nicht kommen will? Hinzu kommt oft die Angst vor dem nächsten Tag, an dem man sich wie gerädert fühlen wird. Doch was können wir dagegen tun? Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Pflanzen im Schlafzimmer, insbesondere im Hinblick auf Migräne, und bietet praktische Ratschläge für einen erholsameren Schlaf.
Schlafprobleme und traditionelle Lösungen
Chemische Schlafmittel können zwar beim Einschlafen helfen, verändern aber oft die Tiefschlafphasen, was den Schlaf weniger erholsam macht. Viele Menschen haben auch Bedenken wegen möglicher Gewöhnungseffekte oder Abhängigkeit.
Baldrian ist seit dem 18. Jahrhundert für seine ausgleichende und schlaffördernde Wirkung bekannt und wird oft als pflanzliche Alternative bei Schlafproblemen eingesetzt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Extrakte der Baldrianwurzel die Schlafqualität positiv beeinflussen. Bei nächtlichem Gedankenkreisen oder Nervosität können Melisse und Passionsblume in Kombination mit Baldrian helfen, da viele Schlafprobleme ihren Ursprung in Stress, Sorgen oder zu vielen Gedanken am Tag haben. Diese Kombination wirkt entspannend, ohne abhängig zu machen. Die traditionsreiche Melisse wird hauptsächlich zur Beruhigung, bei Schlafstörungen und Nervosität eingesetzt.
Um besser durchzuschlafen, empfiehlt es sich, auf Baldrian zu setzen. Bei Stress oder kreisenden Gedanken sollte idealerweise eine Kombination aus Baldrian, Melisse und Passionsblume gewählt werden, da sie beruhigend auf die Nerven wirkt und für Entspannung sorgt. Wichtig ist dabei eine hohe Dosierung der Wirkstoffe, da Tees oder Tropfen oft geringer dosiert sind als Tabletten.
Allgemeine Tipps für besseren Schlaf
Neben der Wahl der richtigen Pflanzen gibt es weitere Faktoren, die einen guten Schlaf fördern:
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- Weniger ist mehr: Vermeiden Sie üppige Mahlzeiten und Süßigkeiten am Abend.
- Tief durchatmen: Lüften Sie vor dem Schlafengehen gut durch oder lassen Sie das Fenster über Nacht gekippt. Kühle Luft fördert den Schlaf.
- Vermeiden Sie den Blick auf die Uhr!
Pflanzen im Schlafzimmer: Mehr als nur Dekoration
Pflanzen sind wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Viele haben Zimmerpflanzen, aber ihre Nützlichkeit wird oft unterschätzt. Lange Zeit galt das Schlafen mit Pflanzen als gesundheitsschädlich, mit Vorwürfen von Kopfschmerzen, Allergien und Sauerstoffmangel. Diese Ansicht ist jedoch überholt. Nur Allergiker sollten vorsichtig sein. Die Hyazinthe sollte ganz aus dem Schlafzimmer verbannt werden, da sie tatsächlich für Kopfschmerzen sorgen kann.
Im Gegensatz zu alten Gerüchten profitieren besonders Allergiker und empfindliche Menschen von Schlafzimmerpflanzen.
- Besseres Raumklima: Viele Pflanzenarten erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Raum.
- Wohlfühleffekt: Zimmerpflanzen im Schlafzimmer sorgen für einen erholsameren und ruhigeren Schlaf.
Sauerstoffproduktion: Ein Mythos?
Die Annahme, dass Pflanzen im Schlafzimmer keinen Sauerstoff produzieren, ist falsch. Aloe Vera, Bogenhanf und Yucca-Palme produzieren auch in der Dunkelheit wertvollen Sauerstoff.
- Aloe Vera: Diese beliebte Heilpflanze mag es warm und sonnig, hält aber während der kalten Monate eine Art Winterschlaf und ist daher perfekt für das Schlafzimmer.
- Bogenhanf: Diese pflegeleichte Pflanze kommt mit dunkleren, kühleren Räumen zurecht und muss nur selten gegossen werden. Sie produziert nicht nur Sauerstoff, sondern filtert auch Schadstoffe aus der Luft.
- Yucca-Palme: Dieses pflegeleichte Agavengewächs verträgt helle und halbschattige Standorte.
Neben diesen "nachtaktiven" Pflanzen gibt es noch weitere wohltuende Schlafbegleiter.
Auswahl und Anzahl der Pflanzen
Es gibt zahlreiche Zimmerpflanzen, die fürs Schlafzimmer geeignet sind. Die Wahl hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Es gibt keine feste Regel für die Anzahl der Pflanzen im Schlafzimmer.
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Feng-Shui und Pflanzen
Feng-Shui ist die chinesische Lehre der Harmonisierung von Mensch und Umgebung. Da die Farbe Grün beruhigend wirken soll, sind Pflanzen im Schlafzimmer nach Feng Shui erwünscht, aber sparsam eingesetzt, da sie eine Energiequelle darstellen.
Allergien und Vorsichtsmaßnahmen
Nicht nur Pollen, sondern auch Latexallergien können durch bestimmte Pflanzenarten ausgelöst werden. Korbblütler wie Astern, Chrysanthemen und Sonnenblumen sollten gemieden werden. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Bei Pollenallergie sollten Birkenfeige und Oleander vermieden werden.
Feng-Shui im Schlafzimmer: Harmonie und Energie
Feng-Shui beschreibt die chinesische Lehre der Energie und Harmonie. Einrichtungsgegenstände werden so platziert, dass das Chi (die Energie) frei fließen kann. Pflanzen und die Farbe Grün wirken belebend und positiv, sollten aber sparsam eingesetzt werden: Laut Feng-Shui sind zwei bis drei (kleine bis mittelgroße) Pflanzen in runder Form optimal.
Farbenfrohe Schnittblumen stimulieren das Chi auf angenehme Weise. Pfingstrosen stabilisieren die Harmonie und ziehen die Liebe an.
Pflanzen: Gesund oder schädlich? Ein Überblick
Die Meinungen über Pflanzen im Schlafzimmer gehen auseinander. Sie können das Raumklima verbessern und Sauerstoff produzieren, aber auch Allergien und Atemwegsbeschwerden auslösen. Der Mythos, dass Pflanzen nachts Sauerstoff "wegatmen", hält sich hartnäckig.
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Grundsätzlich spricht vieles dafür, Pflanzen im Schlafzimmer aufzustellen. Menschen, die anfällig für Kopfschmerzen sind, sollten aber vorsichtig sein, da duftende Pflanzen Kopfschmerzen verursachen können. Geeignet sind Bogenhanf, Einblatt, Gummibaum, Drachenbaum und Efeutute.
Was ist anders bei Pflanzen im Schlafzimmer?
Pflanzen verbessern das Raumklima, indem sie Sauerstoff abgeben und die Luft von Schadstoffen reinigen. Die NASA-Studie "Clean Air Study" von 1989 zeigte, dass Pflanzen Sauerstoff produzieren und Kohlenstoffdioxid umwandeln können. Sie verringern auch die Konzentration von Benzol, Xylol, Formaldehyd, Trichlorethylen und vielen weiteren schädlichen Gasen und Chemikalien in der Raumluft.
Um diesen Effekt zu erzielen, empfiehlt die NASA mindestens eine Zimmerpflanze pro neun Quadratmeter Wohnfläche. Je größer die Blätter, desto größer ist die Wirkung. Die Übertragbarkeit der Studie auf normale Haushalte ist jedoch umstritten.
Trotzdem spricht vieles dafür, Zimmerpflanzen im Schlafzimmer aufzustellen. Sie sind auch optisch ansprechend. Allerdings reagieren Kleinkinder und Allergiker oft negativ auf Pflanzen in ihrer unmittelbaren Schlafumgebung. Viele fühlen sich auch durch den Duft gestört. Pflanzen produzieren tagsüber Sauerstoff, verbrauchen ihn aber nachts. Die Menge ist aber so gering, dass ein paar Pflanzen im Schlafzimmer keinen spürbaren Unterschied machen.
Eine Ausnahme bilden Dickblattgewächse wie der Geldbaum oder Echeverien. Sie schließen am Tag ihre Spaltöffnungen, um Wasserverlust zu verhindern, und geben erst in der Nacht Sauerstoff ab. Das macht sie zu perfekten Pflanzen für das Schlafzimmer.
Auswahl der richtigen Pflanzen
Hausstauballergiker könnten durch den Staub gestört werden, der sich auf Pflanzen absetzt. Die Pflanzen sollten daher regelmäßig mit einem feuchten Tuch abgestaubt oder abgeduscht werden. Das schränkt das Risiko einer allergischen Reaktion erheblich ein.
Schimmelnde Blumenerde kann sich gesundheitsschädlich auswirken. Vor allem frisch nach dem Umtopfen zeigt sich gerne ein weißlicher Film auf dem Substrat. In vielen Fällen handelt es sich um harmlose mineralische Kalkablagerungen, es kann sich aber auch um echten Schimmel handeln.
Halten Sie die Pflanzen in Hydrokultur oder fügen Sie eine ausreichende Drainageschicht (zum Beispiel aus Blähton) unten in den jeweiligen Pflanzgefäßen ein. Auch die Wahl der Blumenerde spielt eine Rolle, denn feinkrümelige Erde mit hohem Kompost- und Schwarztorfanteil neigt stärker zum Schimmeln als ein qualitativ hochwertiges, kompostarmes Substrat aus Weißtorf und mineralischen Anteilen.
Duftende Zimmerpflanzen wie Hyazinthen oder Jasmin rufen vermehrt allergische Reaktionen hervor und können bei empfindlichen Menschen auch Kopfschmerzen oder gar Übelkeit verursachen. Generell fördern sie nicht unbedingt einen ruhigen, erholsamen Schlaf. Sollten Sie hierfür anfällig sein, raten wir dazu, vor allem in kleineren Räumen auf nicht duftende Pflanzen auszuweichen und selbst vermeintlich beruhigende Düfte wie Lavendel im Schlafzimmer zu meiden.
Giftige Zimmerpflanzen beziehungsweise Pflanzen mit erhöhtem allergenen Potenzial wie zum Beispiel Wolfsmilchgewächse kommen ebenfalls nicht für jedes Schlafzimmer infrage. Auch wenn viele davon luftfilternde Eigenschaften aufweisen, sollten Sie die Verträglichkeit zunächst testen, bevor Sie die grünen Mitbewohner dauerhaft in Ihrem Schlafzimmer aufstellen.
Fünf Zimmerpflanzen fürs Schlafzimmer im Detail
- Bogenhanf (Sansevieria): Pflegeleicht, schön anzusehen, filtert Schadstoffe aus der Luft und reguliert die Luftfeuchtigkeit.
- Einblatt (Spathiphyllum wallisii): Absorbiert Formaldehyd, ist aber giftig. Die weißen Blüten verströmen einen angenehmen Duft.
- Gummibaum (Ficus elastica): Filtert schädliche Ausdünstungen von Wandfarben oder Bodenbelägen aus der Luft.
- Drachenbaum (Dracaena): Verringert Formaldehyd in Räumen. Der Gerandete Drachenbaum (Dracaena marginata) ist ein echter Hingucker.
- Efeutute (Epipremnum pinnatum): Besonders raumklimafördernd, beansprucht wenig Platz und eignet sich gut als Ampelpflanze oder zur Begrünung von Raumteilern. Die Pflanze ist leicht giftig.
Palmen fürs Schlafzimmer?
Indoor-Palmen haben gute Eigenschaften: Sie sind meist ungiftig und sondern kaum allergene Stoffe ab. Sie haben eine hohe Assimilationsleistung und können die Luftfeuchtigkeit im Raum deutlich erhöhen. Allerdings sind ihre Blätter Staubmagneten und sie beanspruchen relativ viel Platz. Dazu kommt, dass die meisten Zimmerpalmen Sonnenanbeter sind.
Pflanzen und ihre Eigenschaften: Ein Überblick
Hier ist eine Liste von Pflanzen mit ihren Eigenschaften, die bei der Auswahl für das Schlafzimmer helfen kann:
- Alant (Inula helenium): Blütezeit Juni - September, sonniger Standort, Bienenweide, Heilpflanze, hilft bei Husten und Halsentzündungen.
- Echter Engelwurz (Angelica archangelica): Blütezeit Juni - August, sonniger Standort, Bienenweide, Heilpflanze, wirkt antimikrobiell und schmerzlindernd. Achtung: bei Hautkontakt phototoxische Reaktionen möglich.
- Arnika (Arnica montana): Blütezeit Mai - August, sonniger bis halbschattiger Standort, Heilpflanze, wichtigstes Wundheilmittel in der Homöopathie.
- Artischocke (Cynara scolymus): Blütezeit Juni - September, sonniger Standort, Heilpflanze, stärkt das Immunsystem.
- Echter Baldrian (Valeriana officinalis): Blütezeit Juni - Juli, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt beruhigend.
- Enzian (Gentiana): Blütezeit Juli - August, sonniger Standort, Heilpflanze, Bitterstoffe wirken bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden.
- Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum): Blütezeit Juni - Juli, sonniger Standort, Heilpflanze, bester Erntezeitpunkt am Johannistag (24. Juni).
- Echter Ysop (Hyssopus officinalis): Blütezeit Juli - August, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt bei Magen- und Kreislaufbeschwerden, Husten, Asthma und Entzündungen.
- Berg-Ysop (Hyssopus officinalis ssp. montana): Blütezeit Juli - August, sonniger Standort, Heilpflanze, ideal als Dufthecke.
- Lavendel (Lavandula angustifolia): Blütezeit Juli - August, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt beruhigend und schützt vor Blattläusen.
- Lavendel 'Dwarf Blue' (Lavandula angustifolia 'Dwarf Blue'): Blütezeit Juni - Juli, sonniger Standort, Heilpflanze, farbschöne dunkle Sorte.
- Lavendel 'Hidcote Blue' (Lavandula angustifolia 'Hidcote Blue'): Blütezeit Juni - Juli, sonniger Standort, Heilpflanze, kompakt wachsende Sorte.
- Schopflavendel (Lavandula stoechas ssp. pedunculata): Blütezeit Juli - September, sonniger Standort, Heilpflanze, sehr beliebt bei Schmetterlingen.
- Lungenkraut (Pulmonaria officinalis): Blütezeit April - Mai, sonniger bis halbschattiger Standort, Heilpflanze, Tee wirkt entzündungshemmend.
- Echter Salbei (Salvia officinalis): Blütezeit Juni - Juli, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt entzündungshemmend und beruhigend.
- Quendel (Thymus serpyllum): Blütezeit Mai - September, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt antibakteriell und hilft bei Halsentzündungen.
- Fetthenne (Sedum): Blütezeit August - September, sonniger Standort, Heilpflanze, wertvolle Insektennährpflanze.
- Gold-Fetthenne (Sedum acre): Blütezeit Juni - August, sonniger Standort, Heilpflanze, in Maßen essbar.
- Thymian (Thymus vulgaris): Blütezeit Juni - August, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt antibakteriell und antiviral.
- Spanischer Thymian (Thymus zygis ssp. sylvestris): Blütezeit Juli - August, sonniger Standort, Heilpflanze, wirkt entzündungshemmend und krampflösend.
Lavendel: Duft und Heilkraft
Lavendel ist weit verbreitet und ziert Vorgärten, Beete und Rabatten. Er gehört wie Salbei und Minze zu den Lippenblütlern und stammt ursprünglich aus der Mittelmeerregion, Afrika, Südwestasien und Indien. Lavendel erreicht eine Größe zwischen 20 und 60 cm und trägt verzweigte Stängel, die an der Basis meist verholzt sind. Im Frühsommer zeigen sich lila oder seltener auch weißliche Blüten, die einen charakteristischen Geruch verströmen.
In allen Teilen der Pflanze sind ätherische Öle enthalten, die die vielfältigen Wirkungen ausmachen. Insgesamt sind über 30 verschiedene Lavendelarten bekannt. Am weitesten verbreitet ist der „Echte Lavendel“.
Schon die Römer nutzten getrocknete Lavendelblüten als Badezusatz. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort „lavare“ (waschen) ab. Im 12. Jahrhundert brachte die Benediktinerin Hildegard von Bingen der Pflanzenwirkung Ruhm - sie nutzte das Kraut zur Bekämpfung von Kopfläusen.
Lavendel schützt andere Pflanzen vor Blattlausbefall. Die frischen oder getrockneten Lavendelblüten sind ein beliebtes Gewürz für Fleisch- und Fischgerichte sowie Desserts und Süßspeisen. Lavendelsäckchen sind bekannt für ihren angenehmen Duft im Kleiderschrank und schützen vor Motten.
Lavendelöl zählt zu den meist verwendeten ätherischen Ölen in der Kosmetikbranche und ist Bestandteil von Parfums. Aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung ist es hervorragend zur Hautpflege geeignet und hilft gegen unreine Haut und Akne und glättet kleinere Falten.
Lavendelöl eignet sich exzellent zur Haut- und Haarpflege, reizt aber die Schleimhäute. Es wirkt beruhigend bei Schlafstörungen und Angstzuständen. Bei Kopfschmerzen und Migräne hilft eine Massage mit Lavendelöl im Schläfenbereich. Eine Ölmassage wirkt zudem positiv auf Magenschmerzen ein. Die entzündungshemmende Wirkung nutzen wir bei Ohrenentzündungen oder Infektionen der Haut und Schleimhäute im Mundbereich.
Mythen und Fakten über Pflanzen im Schlafzimmer
Der Mythos, dass Pflanzen nachts Sauerstoff rauben und Kopfschmerzen verursachen, ist weit verbreitet. Pflanzen verbrauchen zwar Sauerstoff, produzieren ihn aber auch. Die Mengen sind so gering, dass sie bezogen auf die gesamte Raumluft keine Rolle spielen. Stark duftende Gewächse können bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen hervorrufen und gehören daher nicht in Schlafräume.
Auch giftige Zimmerpflanzen sind nicht gefährlich, solange man sie nicht berührt oder isst. Mehr Gefahr geht von der Erde aus, da Schimmelpilzsporen und Bakterien darin oft besten Nährboden finden. Pflanzen in Hydrokultur oder Tongranulat ziehen, kann hier Abhilfe schaffen.
In Krankenzimmern werden Pflanzen oft verbannt, um das Risiko weiterer Belastungen durch Düfte oder Keime auszuschalten.
Natürliche Helfer gegen Kopfschmerzen
Frische zitronige Düfte wirken bei den meisten Menschen schmerzlindernd. Die ätherischen Öle von Pfefferminze und Lavendel werden in der Naturheilkunde und Aromatherapie gegen Kopfschmerzen verordnet. Muskatellersalbei hilft gegen Verspannungen und Krämpfe. Ein kleines Kissen oder ein Stoffbeutel, gefüllt mit Lavendelblüten, Zitronenmelissenblättern und Rosen, kann Spannungen lösen und Kopfschmerzen vertreiben. Eine Tasse Kamillenblütentee oder ein Ingwerdrink können ebenfalls Linderung verschaffen.
Baldrian: Mehr als nur eine Heilpflanze
Der Baldrian, bekannt für seine beruhigende Heilwirkung, kann auch als Gartenstaude verwendet werden. Er ist in ganz Europa, Asien, Amerika und Australien heimisch. Der botanische Name Valeriana leitet sich ab vom lateinischen valere (gesund sein) ab.
Der Baldrian bevorzugt einen sonnigen Standort, gibt sich aber auch mit einem absonnigen Plätzchen zufrieden. Er macht sich gut im Steingarten, im Beet, an Hecken und Mauern oder am Gehölzrand. Ein normaler Gartenboden ist geeignet, solange er feucht genug ist. Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst.
Baldrian ist sehr pflegeleicht und anspruchslos. Bei Trockenheit muss er mit Wasser versorgt werden. Im Kübel muss er regelmäßig gegossen werden. Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, kann aber im Frühjahr zur Auslichtung erfolgen.
Der Baldrian ist in Deutschland winterhart und kann problemlos im Freiland überwintern. Als Kübelpflanze braucht er Schutz vor dem Durchfrieren.
Baldriantee kommt gerne bei Nervosität oder Schlaflosigkeit zum Einsatz. Die Wirkstoffe befinden sich vor allem in der Wurzel und wirken muskelentspannend und krampflösend. Baldrian ist weder giftig noch macht er abhängig.
Wurzeln sowie Blüten oder Blätter können selbst geerntet werden. Die Wurzel entfaltet ihre heilsame Wirkung erst nach frühestens zwei Jahren. Alternativ können etwa 3 Gramm Baldrianwurzel mit etwa 300 ml kochendem Wasser übergossen werden. Der Tee sollte mindestens 10 Minuten ziehen. Pro Tag sollten nicht mehr als drei Tassen des Tees getrunken werden.
Der Baldrian ist sehr robust und nicht sonderlich anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Neben der Heilwirkung ist der Baldrian auch eine attraktive Pflanze, die mit ihren Blüten viele Blicke auf sich zieht. Er dient außerdem Insekten als wertvolle Nahrungsquelle.
Zimmerpflanzen für verschiedene Wohnräume
Zimmerpflanzen heben die Stimmung, verbessern das Raumklima und filtern Schadstoffe aus der Luft.
- Wohnzimmer: Die Mexikanische Bergpalme (Chamaedorea elegans) verbreitet tropisches Flair und filtert Schadstoffe aus der Luft.
- Schlafzimmer: Der Feigenbaum (Ficus Benjamina) entfernt Schadstoffe und sorgt für zusätzlichen Sauerstoff.
- Arbeitszimmer: Chrysanthemen sind die ideale Begrünung, vor allem in Räumen, in denen geraucht wird.
- Küche: Die Efeutute (Epipremnum aureum) filtert Formaldehyd aus der Raumluft.
- Badezimmer: Der Kolbenfaden (Aglaonema) filtert Schadstoffe aus der Luft und blüht wunderschön.
- Flur: Der Geld- oder Pfennigbaum (Crassula ovata) liebt die pralle Sonne und ist leicht zu vermehren.
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