ZNS- und PNS-Präparate: Wirkmechanismen und therapeutische Anwendungen

Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das Informationen in Form von bioelektrischen Impulsen und chemischen Signalmolekülen überträgt. Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (ZNS), welches Gehirn und Rückenmark umfasst, und dem peripheren Nervensystem (PNS), das die Nerven außerhalb des ZNS beinhaltet. Medikamente, die auf das ZNS und PNS wirken, beeinflussen diese Informationsübertragung, um therapeutische Effekte zu erzielen. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkmechanismen verschiedener ZNS- und PNS-Präparate und ihre Anwendung bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Grundlagen der Neurotransmission

Die Informationsübertragung im Nervensystem erfolgt über Neuronen, die über Synapsen miteinander kommunizieren. An der Synapse wird ein Neurotransmitter freigesetzt, der an Rezeptoren auf dem nachgeschalteten Neuron bindet und so ein Signal auslöst. Die Art des Signals hängt vom Neurotransmitter und dem Rezeptor ab. Einige Neurotransmitter wirken erregend, andere hemmend.

Rezeptoren und ihre Funktion

Rezeptoren sind Komplexe von Proteinuntereinheiten, die spezifische Reize erfassen und zelluläre Mechanismen in Gang setzen, um die gewünschte Reaktion hervorzurufen. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Signalübertragung im Gehirn und im gesamten Nervensystem.

Agonisten, Antagonisten und Partialagonisten:

  • Agonisten: Substanzen, die an einen Rezeptor binden und eine ähnliche Wirkung wie der natürliche Neurotransmitter auslösen.
  • Antagonisten: Substanzen, die an einen Rezeptor binden, ohne eine intrinsische Wirkung zu haben, und somit die Wirkung des natürlichen Neurotransmitters blockieren.
  • Partialagonisten: Substanzen, die schwächer an den Rezeptor binden und eine geringere Wirkung als ein vollständiger Agonist auslösen.

Zeitliche Aspekte der Neurotransmission

Die Geschwindigkeit der Signalübertragung kann variieren. Einige Prozesse sind schnell, während andere langsamer ablaufen. Diese zeitlichen Unterschiede sind wichtig für die Steuerung verschiedener Funktionen des Nervensystems.

Pharmakologische Interventionen im Nervensystem

Medikamente, die auf das ZNS und PNS wirken, können verschiedene Mechanismen nutzen, um die Neurotransmission zu beeinflussen. Dazu gehören:

Lesen Sie auch: Einblick in periphere Nervenstrukturen

  • Beeinflussung der Neurotransmitter-Synthese: Einige Medikamente beeinflussen die Produktion von Neurotransmittern.
  • Beeinflussung der Neurotransmitter-Freisetzung: Andere Medikamente wirken auf die Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt.
  • Beeinflussung der Neurotransmitter-Wiederaufnahme: Wieder andere Medikamente hemmen die Wiederaufnahme von Neurotransmittern aus dem synaptischen Spalt, wodurch deren Konzentration und Wirkdauer erhöht wird.
  • Direkte Beeinflussung von Rezeptoren: Viele Medikamente wirken direkt auf Rezeptoren, entweder als Agonisten, Antagonisten oder Partialagonisten.

Adrenerges und Cholinerges System

Im Nervensystem werden häufig Medikamente eingesetzt, die auf das adrenerge und das cholinerge System abzielen.

Adrenerges System:

  • Vorkommen: ANS, Parasympathikus und Sympathikus
  • Neurotransmitter: Noradrenalin, Adrenalin
  • Rezeptoren: Alpha-, Beta-Rezeptoren
  • Wirkmechanismen: Rezeptoragonisten, Rezeptorantagonisten, Exocytose-Hemmung, Enzymhemmung

Cholinerges System:

  • Vorkommen: ZNS, PNS
  • Neurotransmitter: Acetylcholin
  • Rezeptoren: ACh-Rezeptoren
  • Wirkmechanismen: Rezeptoragonisten, Rezeptorantagonisten, Exocytose-Hemmung, Enzymhemmung

Medikamente und ihre Wirkmechanismen

Beta-Blocker:

  • Beispiele: Propanolol, Atenolol
  • Wirkmechanismus: Hemmung der Wirkung der Beta-Adrenorezeptoren (kompetitive Inhibitoren)
  • Effekte: Senkung der Kontraktion des Herzmuskels, Blutdrucksenkung

Alpha-Agonisten:

  • Blutdrucksenkung

Antidepressiva:

  • Wirkmechanismus: Basierend auf der Theorie des Neurotransmitter-Ungleichgewichts versuchen Antidepressiva, die Stimmung zu beeinflussen, indem sie die Spiegel spezifischer Neurotransmitter im Gehirn verändern.
  • Klassen: Serotonin-Wiederaufnahmeinhibitoren (SSRI) und ähnliche Antidepressiva.
  • Indikation: Angststörungen und Major Depression (MDD).
  • Wirkungseintritt: Das therapeutische Ansprechen dauert 2-4 Wochen, der volle Nutzen wird erst nach bis zu 8 Wochen sichtbar.

Antipsychotika (Neuroleptika):

  • Indikation: Behandlung psychotischer Störungen und zur Linderung von Unruhe, Manie und Aggression.
  • Klassen: Antipsychotika der 1. Generation und atypische oder 2. Generation Antipsychotika.
  • Wirkmechanismus: Beide Medikamentenklassen wirken auf Dopaminrezeptoren.

Benzodiazepine:

  • Wirkmechanismus: Wirken auf den GABAA-Rezeptor, um inhibitorische Wirkungen auf das ZNS zu erzeugen. Potenzieren die GABA-Aktivität.
  • Eigenschaften: Anxiolytisch, muskelrelaxierend, hypnotisch, sedierend und krampflösend.
  • Hinweis: Im Allgemeinen nicht für die Langzeitanwendung empfohlen, da Personen eine physiologische und psychologische Abhängigkeit entwickeln können.

Klinische Anwendungen von ZNS- und PNS-Präparaten

ZNS- und PNS-Präparate werden zur Behandlung einer Vielzahl von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt.

Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Neuronen in der Substantia nigra gekennzeichnet ist. Dies führt zu einem Dopaminmangel im Gehirn, was sich in Symptomen wie Bradykinesie/Akinese, Rigor und Ruhetremor äußert.

Pharmakotherapie:

  • Carbidopa: Erhöht die Verfügbarkeit von Dopamin im Gehirn.
  • MAO-B-Hemmer: Verhindern den Abbau von Dopamin.
  • Dopaminagonisten: Stimulieren Dopaminrezeptoren.

Angststörungen und Depressionen

Antidepressiva sind Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Angststörungen und Major Depression (MDD). Sie wirken, indem sie die Spiegel bestimmter Neurotransmitter im Gehirn verändern, insbesondere Serotonin.

Psychotische Störungen

Antipsychotika werden zur Behandlung psychotischer Störungen wie Schizophrenie eingesetzt. Sie wirken, indem sie Dopaminrezeptoren im Gehirn blockieren.

Lesen Sie auch: Der Zusammenhang zwischen Vitamin D und Nervenschmerzen

Angstzustände, Schlafstörungen und Krampfanfälle

Benzodiazepine werden zur Behandlung von Angstzuständen, Schlafstörungen und Krampfanfällen eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Wirkung von GABA, einem inhibitorischen Neurotransmitter, verstärken.

Das vegetative Nervensystem und seine Störungen

Das vegetative Nervensystem (VNS) reguliert lebenswichtige Körperfunktionen, die nicht bewusst steuerbar sind, wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Körpertemperatur und sexuelle Reaktion. Es unterteilt sich in das sympathische Nervensystem (Sympathikus) und das parasympathische Nervensystem (Parasympathikus). Gerät dieses Wechselspiel aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer vegetativen Dystonie oder von somatoformen Störungen.

Vegetative Dystonie

Eine vegetative Dystonie kann sich durch eine Vielzahl unspezifischer Symptome äußern, was die Diagnose erschwert. Häufige Symptome sind:

  • Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Schwindel
  • Nervlich bedingter Bluthochdruck

Ursachen:

  • Häufig keine konkrete Ursache
  • Körperliche Faktoren: Diabetes mellitus (Typ 2), neurologische Erkrankungen (Parkinson), Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Psychische Faktoren: Stress, Sorgen, Überforderung

Behandlung:

  • Individuelle Herangehensweise, orientiert an Ursache und Lebenssituation des Patienten
  • Psycho- und physiotherapeutische Maßnahmen
  • Medikamente
  • Pflanzliche oder homöopathische Mittel als unterstützende Therapieoption

Vorsorge:

  • Balance zwischen Körper und Psyche wiederherstellen
  • Entspannungsmethoden erlernen und anwenden (Yoga, Meditation, Achtsamkeitsübungen)
  • Ausgewogene Ernährung (Vitaminmangel, insbesondere Vitamin B12, vermeiden)
  • Ausreichend schlafen (Schlafumgebung optimieren, Ablenkungen vermeiden)

Nervenschädigungen und ihre Ursachen

Nervenschädigungen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Verletzungen
  • Operative Eingriffe
  • Gefäßerkrankungen
  • Infektionen
  • Störungen des Hormonhaushalts oder des Stoffwechsels (z. B. Diabetes mellitus)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Dauerhafte Aufnahme von Genussmitteln (z. B. Alkohol), Umweltgiften oder Medikamenten

Polyneuropathie

Rund fünf bis acht Prozent der erwachsenen Menschen leiden an einer Polyneuropathie, einer Erkrankung, die mehrere periphere Nerven betrifft.

Lesen Sie auch: Regeneration der Nerven

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Die Gürtelrose wird durch im Körper schlummernde Windpocken-Viren ausgelöst und kann Nervenschmerzen verursachen.

Bedeutung intakter Nerven für die Kommunikation im Körper

Funktionierende Nerven sind unerlässlich für die Kommunikation zwischen Nervensystem und Körper. Nervenzellen (Neuronen) sind Kommunikationszellen, über die Signale ausgetauscht und weitergegeben werden. Axone, die Fortsätze der Nervenzellen, spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Nervenimpulsen. Sie sind von einer schützenden Schicht, der Myelinscheide (Markscheide), umgeben, die u. a. für eine rasche Weiterleitung der Impulse sorgt. Ist diese Isolierung beschädigt, können Signale nur noch langsam, gestört oder gar nicht mehr übertragen werden.

Neuro-Orthim: Unterstützung für ein starkes Nervensystem

NEURO-ORTHIM® ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das Uridinmonophosphat und Cytidinmonophosphat enthält, welche an Reparatur- und Regenerationsprozessen beteiligt sind. Zusätzlich enthält es Vitamin B1, B12 und Biotin, die zu einer normalen Funktion des Nervensystems beitragen, sowie Folsäure, Zink und Vitamin D3, die eine Funktion bei der Zellteilung haben.

Eigenschaften:

  • 100% vegan
  • Lactosefrei
  • Glutenfrei
  • Ohne Titandioxid
  • Ohne Magnesiumstearat
  • Ohne Konservierungsstoffe

Anwendung:

  • 1x täglich 1 Kapsel mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen
  • Eine längerfristige Anwendung wird empfohlen

Medikamente vs. Drogen: Die Bedeutung der Dosis

„Sola dosis facit venenum“ (Nur die Dosis macht das Gift). Nach Paracelsus ist oft die Menge einer Substanz (= Dosis) entscheidend, wie diese auf den Organismus wirkt bzw. welche Folgen der Organismus davontragen kann. Oft liegt nur ein schmaler Grat zwischen einem Medikament und einer Droge, von der Medikamenteneinnahme zum Drogenkonsum, und der Übergang von einem zum anderen kann schleichend passieren.

Generell wird heute der Begriff Droge für eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Substanz verwendet. Im angelsächsischen Raum dagegen bezeichnet „drug“ sowohl ein Arzneimittel als auch eine Droge. Die entsprechende Differenzierung ist daher immer wichtig.

tags: #praparat #zns #und #pns