Puls über 200 bei Epilepsie: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen, von der in Deutschland etwa 600.000 Menschen betroffen sind. Epileptische Anfälle können sich sehr unterschiedlich äussern und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel werden die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsie beleuchtet, wobei auch auf das Thema Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang mit epileptischen Anfällen eingegangen wird.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist durch eine erhöhte Anfallsbereitschaft des Gehirns gekennzeichnet. Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine übermässige Aktivität von Nervenzellen in bestimmten Hirnbereichen, die zu einer vorübergehenden Störung der Hirnfunktion führt. Die Anfälle können sich in Form von Verkrampfungen, Bewusstseinsveränderungen oder anderen neurologischen Symptomen äussern.

Ursachen von Epilepsie

Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig. Im Kindes- und Jugendalter sind es oft genetische Veränderungen, die Störungen an der Hirnstruktur verursachen. "Jede Störung des Gehirns, die die Struktur, den Aufbau des Gehirns und vor allem auch die Kommunikation im Gehirn stört, kann generell zu epileptischen Anfällen führen. Nervenzellen müssen Informationen austauschen. Aber wenn sie sich sozusagen anschreien, kein normales Gespräch führen, dann können epileptische Anfälle entstehen."

Weitere Ursachen können sein:

  • Angeborene Fehlbildungen im Gehirn: Bei Ulla Dietrich ist eine angeborene Fehlbildung im Gehirn die Ursache für die Erkrankung.
  • Hirnschädigungen: Traumatische (z. B. Schädel-Hirn-Trauma oder Operationen am Gehirn) oder nichttraumatische Hirnschädigungen (z. B. Schlaganfall) innerhalb der letzten Woche können epileptische Anfälle auslösen.
  • Autoimmunerkrankungen des Gehirns: Autoimmunerkrankungen des Gehirns können ebenfalls zu Epilepsie führen.
  • Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselerkrankungen, darunter Hyperparathyreoidismus mit Anstieg der Calciumkonzentration im Blut oder Hämochromatose mit Eisenablagerungen im Gehirn, können Epilepsie verursachen.
  • Vaskuläre Enzephalopathie: Eine vaskuläre Enzephalopathie im Rahmen einer Arteriosklerose kann ebenfalls Epilepsie auslösen.
  • Genetische Faktoren: Für Epilepsie lässt sich eine genetische Disposition feststellen.

Symptome von Epilepsie

Die Symptome von Epilepsie können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welcher Bereich des Gehirns von der übermässigen Aktivität betroffen ist. Einige häufige Symptome sind:

Lesen Sie auch: Wie der Puls das Schlaganfallrisiko beeinflusst

  • Krampfanfälle: Bei manchen Menschen verkrampft sich der ganze Körper.
  • Bewusstseinsveränderungen: Andere wirken abwesend, sind nicht ansprechbar.
  • Bewegungsstörungen: Es kann sein, dass die Funktion zu viel ist, zum Beispiel beim Zucken eines Arms.
  • Aura: Eine Aura kann ein unbestimmtes Vorgefühl sein, das dem eigentlichen Anfall vorausgeht.

Epilepsie und Herzrhythmusstörungen

In Stress- oder Angstsituationen ist es normal, wenn der Puls kurzzeitig rast. Es gibt jedoch auch einen Zusammenhang zwischen Epilepsie und Herzrhythmusstörungen. Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sind gravierende Herzrhythmusstörungen, die mittelbar oder unmittelbar das Leben des Patienten gefährden. Solche Herzrhythmusstörungen kommen in der Regel aus der Herzkammer, in Form eines sehr schnellen Herzrasens, was dazu führt, dass das Herz nicht mehr richtig pumpen kann, das es sich nicht richtig füllen kann, weil die Zeit zwischen Auswurf und Füllung einfach zu kurz ist. Wenn die Herzfrequenz 200 pro Minute beträgt, kann man sich vorstellen, dass sich das Herz kaum noch füllen und Auswerfen kann. Das heisst es kommt zu einem langsamen Erliegen des Kreislaufes. Der Blutdruck sinkt ab. Wenn der Blutdruck bei 80/60 ist, kann man noch was unternehmen. Wenn das Herz noch schneller schlägt, zum Beispiel 300 pro Minute und dann ein Herzflimmern auftritt, dann kann es eben auch zum Herzkreislaufzusammenbruch kommen und dann muss eine sofortige Wiederbelebung durchgeführt werden.

Ursachen für einen Puls über 200 bei Epilepsie

Ein Puls über 200 während eines epileptischen Anfalls kann verschiedene Ursachen haben:

  • Stressreaktion: Der Körper reagiert auf den Anfall mit einer Stressreaktion, die zu einer erhöhten Herzfrequenz führt.
  • Aktivierung des autonomen Nervensystems: Das autonome Nervensystem, das unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung steuert, kann während eines Anfalls aktiviert werden und zu einem beschleunigten Herzschlag führen.
  • Herzrhythmusstörungen: In seltenen Fällen kann ein epileptischer Anfall auch Herzrhythmusstörungen auslösen, die zu einem Puls über 200 führen.

Symptome bei einem Puls über 200

Ein Puls über 200 kann mit folgenden Symptomen einhergehen:

  • Herzrasen: Der Betroffene spürt ein schnelles und unregelmässiges Herzklopfen.
  • Schwindel: Durch den schnellen Herzschlag kann es zu Schwindel kommen.
  • Atemnot: Der Körper benötigt mehr Sauerstoff, was zu Atemnot führen kann.
  • Brustschmerzen: In manchen Fällen können auch Brustschmerzen auftreten.
  • Bewusstlosigkeit: Bei einem sehr schnellen Herzschlag kann es zu Bewusstlosigkeit kommen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Puls über 200 sollte immer ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn er im Zusammenhang mit einem epileptischen Anfall auftritt. Es ist wichtig, die Ursache für den schnellen Herzschlag zu finden und gegebenenfalls zu behandeln.

Diagnose von Epilepsie

Für eine genaue Diagnostik sind mehrere Untersuchungen nötig, die die Funktionsweise des Gehirns anzeigen - von der Befragung der Patienten über MRT und EEG bis hin zu einer Stoffwechseluntersuchung des Gehirns. Das Neueste: Bald soll künstliche Intelligenz die Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen. "Ein MRT oder EEG liefert riesige Datenmengen mit tausenden Bildern."

Lesen Sie auch: Was Sie über epileptische Anfälle und erhöhten Puls wissen sollten

Die Diagnose von Epilepsie umfasst in der Regel folgende Schritte:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte durch Befragung des Patienten und/oder von Angehörigen.
  • Neurologische Untersuchung: Untersuchung des Nervensystems, um mögliche Ursachen für die Anfälle zu finden.
  • EEG (Elektroenzephalogramm): Messung der Hirnströme, um epileptische Aktivität festzustellen.
  • Bildgebende Verfahren: MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) des Gehirns, um strukturelle Veränderungen auszuschliessen.

Behandlung von Epilepsie

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind:

  • Medikamentöse Therapie: Anfallssuppressive Medikamente (ASM) unterdrücken die Anfälle, beseitigen aber nicht deren Ursache. Sie hemmen die übermässige Aktivität der Nervenzellen im Gehirn.
  • Epilepsiechirurgie: Bei Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirkt, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Für einen epilepsiechirurgischen Eingriff müssen die Patienten mehrere Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen viele Anfälle haben, mindestens drei Medikamente getestet haben, ohne damit eine Verbesserung zu erzielen. "Die Patienten unterlaufen eine Untersuchungskette, die uns am Ende sagt, ob sie gute Kandidaten für einen epilepsiechirurgischen Eingriff sind. Dazu gehört das Langzeit-EEG Video-Monitoring, hochauflösende MRT-Techniken, nuklearmedizinische Verfahren. Prof. Dr. med. Ingo Borggräfe, Leiter Pädiatrische Epileptologie, Dr. Das Ziel der Operation ist es, dass die Patienten danach anfallsfrei sind. Das funktioniert bei etwa 70 Prozent der Patienten.
  • Neurostimulation: Ärzte implantieren dabei Elektroden im Kopf- oder Halsbereich und stimulieren damit das Gehirn, erklärt Neurologin Dr. "Wir nehmen an, dass wir das Gehirn dazu anregen, die Verbindung zwischen den Nerven zu verändern. Wahrscheinlich eher das gesunde Netzwerk stärken, dass die Hemmmechanismen im Gehirn wieder besser werden und die Anfälle besser kontrolliert werden können. PD Dr. med.
  • Ketogene Diät: Eine spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist, kann bei manchen Patienten die Anfallshäufigkeit reduzieren.

Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen werden in erster Linie durch Medikamente behandelt, wenn eine Indikation besteht. Das heisst der Arzt muss zunächst einmal klären, das wird der Facharzt sein, ob die Herzrhythmusstörungen behandlungswürdig oder behandlungsdürftig sind oder nicht. Wenn sie behandelt werden sollen, dann wird man zunächst einmal mit einem so genannten Antiarrhythmikum oder auch einem Betablocker versuchen, die Symptome der Herzrhythmusstörung zu lindern, respektive auch das Auftreten der Herzrhythmusstörung zu verhindern. Wir haben eine ganze Reihe von Antiarrhythmika, die uns zur Verfügung stehen. Das sind Antiarrhythmika, wie Flecainid, Propafenon. Mit denen kann man bestimmte anfallsweise Formen von Herzrhythmusstörungen gut unterdrücken. Wenn Medikamente nicht helfen oder nicht adäquat sind für diese Rhythmusstörungen, dann können wir auch interventionell tätig werden.

Leben mit Epilepsie

Eine Epilepsie hat für den Betroffenen vielfältige Auswirkungen auf das Alltagsleben (wie zum Beispiel Eignung für bestimmte Berufe oder das Autofahren), die in der Behandlung ebenfalls zu berücksichtigen sind.

Ein offener Umgang mit der Erkrankung ist wichtig. Angehörige, Freunde und Kolleg:innen sollten wissen, wie sie im Ernstfall reagieren.

Lesen Sie auch: Umfassender Überblick: Imke Puls Neurologie

tags: #puls #uber #200 #bei #epilepsie