Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Begleiterkrankungen. Eine Rehabilitation kann eine wertvolle Unterstützung im Umgang mit Migräne darstellen, indem sie medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätze kombiniert und auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingeht.
Formen von Kopfschmerzen und Migräne
Die häufigsten Kopfschmerzformen sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Migräne kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und geht oft mit einer Vielzahl von Symptomen einher.
Multimodale Therapieansätze in der Rehabilitation
Die Behandlung von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, in spezialisierten Kliniken wie der Berolina Klinik orientiert sich an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Diese Leitlinien empfehlen einen multimodalen Ansatz, der sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Verfahren kombiniert. Ziel ist es, die Häufigkeit, Intensität und Dauer der Migräneattacken zu reduzieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Medikamentöse Therapie
Neben spezifischen Migränemedikamenten wie Triptanen und Schmerzmitteln kommen in der Rehabilitation auch andere Medikamente zum Einsatz, um Begleiterkrankungen zu behandeln und die Schmerzwahrnehmung zu modulieren.
Nicht-medikamentöse Therapie
Ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation bei Migräne sind nicht-medikamentöse Therapieverfahren. Dazu gehören:
Lesen Sie auch: Ganzheitliche Behandlung von Migräne
Verhaltenstherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie wird insbesondere für Patienten empfohlen, bei denen pharmakologische Verfahren wenig effektiv sind. Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Migräne durch psychologische Strategien zur Modifikation der Lebensführung beeinflussbar ist. Die Berolina Klinik bietet beispielsweise verschiedene Formen der Verhaltenstherapie an, darunter Entspannungstraining (z. B. progressive Muskelentspannung nach Jacobsen), Biofeedback und Stressbewältigungstechniken. Studien haben gezeigt, dass Entspannungstechniken und Biofeedback bei Migräne Besserungsraten von bis zu 50 % erzielen können. Auch bei chronischem Spannungskopfschmerz kann die Verhaltenstherapie bei bis zu 40 % der Patienten zu einer Besserung führen.
Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung und andere Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen und die Muskelspannung zu reduzieren, was sich positiv auf die Migräne auswirken kann.
Biofeedback: Durch Biofeedback lernen die Patienten, Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Muskelspannung bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen. Dies kann helfen, Migräneattacken vorzubeugen oder zu lindern.
Physiotherapie: Physiotherapeutische Anwendungen können Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich lösen und die Körperhaltung verbessern, was ebenfalls zur Reduktion von Kopfschmerzen beitragen kann.
Ergotherapie: Ergotherapeutische Maßnahmen können helfen, den Alltag besser zu bewältigen und ergonomische Arbeitsplatzbedingungen zu schaffen, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
Lesen Sie auch: Reha-Kliniken in St. Wendel im Vergleich
Sporttherapie: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die allgemeine Gesundheit verbessern und die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren.
Ernährungsberatung: Eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Triggerfaktoren können ebenfalls zur Migräneprophylaxe beitragen.
Psychotherapie: Psychologische Unterstützung kann helfen, Stressoren zu identifizieren und Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.
Der Weg zur Rehabilitation
Antragstellung
Der erste Schritt zur Rehabilitation bei Migräne ist die Antragstellung. Hierbei ist der behandelnde Arzt der wichtigste Ansprechpartner. Er kann die Notwendigkeit einer Rehabilitation medizinisch begründen und bei der Auswahl einer geeigneten Klinik behilflich sein. Es gibt drei Möglichkeiten, die notwendigen Formulare zu erhalten: über den Hausarzt, online oder bei der Deutschen Rentenversicherung bzw. der Krankenkasse.
Patienten haben ein sogenanntes "Wunsch- und Wahlrecht" bezüglich der Rehabilitationsklinik. Es empfiehlt sich, den Namen der Wunschklinik in Absprache mit dem Arzt im Antrag anzugeben und die Wahl in einem separaten Anhang zu begründen.
Lesen Sie auch: Bad Aibling: Ihr Experte für neurologische Reha
Zuständig für die Prüfung des Antrags sind je nach Erwerbstätigkeit die Deutsche Rentenversicherung (für Arbeitnehmer) oder die gesetzliche Krankenversicherung (für Nicht-Erwerbstätige).
Vorbereitung und Ablauf der Rehabilitation
Nach Genehmigung des Antrags erhalten die Patienten Unterlagen vom Leistungsträger und von der ausgewählten Klinik. Während der drei bis sechs Wochen dauernden stationären Rehabilitation finden täglich mehrere therapeutische Maßnahmen statt, darunter Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie, Entspannungstraining, Informationen des Sozialdienstes und Diätberatung.
Wichtig ist, dass die Patienten während der Rehabilitation neue gesundheitsfördernde Einstellungen und Verhaltensweisen erlernen und ausprobieren. Dazu gehört auch die konkrete Vorbereitung von Aktivitäten für die Zeit nach der Rehabilitation, wie z. B. die Anmeldung zu einem Sportkurs oder einer Selbsthilfegruppe.
Nachsorge
Bereits während der Rehabilitation wird geprüft, ob ambulante Nachsorgeprogramme der Deutschen Rentenversicherung sinnvoll und notwendig sind. Gegebenenfalls wird eine entsprechende Maßnahme in der Klinik verschrieben und die Kostenübernahme geklärt. Der Sozialdienst kann bei der Suche nach geeigneten Angeboten in Wohnortnähe behilflich sein.
Was tun bei Ablehnung des Antrags?
Wird der Antrag auf Rehabilitation oder die Wunschklinik abgelehnt, ist es wichtig, innerhalb von vier Wochen Widerspruch einzulegen. Die Begründung für den Widerspruch kann nachgereicht werden. Es ist hilfreich, wenn der Hausarzt die Entscheidung mit einer medizinischen Stellungnahme unterstützt.
Kosten und Zuzahlungen
Für die medizinische Rehabilitation und Kuren ist grundsätzlich eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag zu leisten. Es gibt jedoch Belastungsobergrenzen, die sich nach dem Bruttoeinkommen richten.
Spezialisierte Kliniken und Experten
Einige Kliniken haben sich auf die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne spezialisiert. Chefarzt Professor Dr. med. Hartmut Göbel gilt national und international als einer der renommiertesten Kopfschmerzexperten. Auch die Oberärzte Dr. med. Axel Heinze und Dr. med. Katja Heinze-Kuhn sind anerkannte Experten auf diesem Gebiet.
Rehabilitation vs. Kur
Im Zusammenhang mit der Behandlung von Migräne werden oft die Begriffe Kur und Rehabilitation verwendet. Eine Kur dient der Vorsorge, während eine Rehabilitation der Behandlung oder Nachsorge einer schweren oder chronischen Krankheit dient. Bei Migräne ist meist eine Rehabilitation angezeigt. Die Kostenübernahme erfolgt bei einer Kur über die Krankenkasse, bei einer Rehabilitation entweder über die Krankenkasse, die Rentenversicherung oder die Unfallversicherung.