Reizung von Nerven durch Sonne: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Sonnenstich, auch als Insolation oder Heliose bekannt, entsteht durch eine übermäßige und lang anhaltende Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf. Die intensive Hitzeeinwirkung führt zu einer Reizung der Hirnhäute (Meningen) und des Hirngewebes, was verschiedene Symptome auslösen kann. Obwohl ein Sonnenstich meist nicht von langer Dauer ist, sollte er ernst genommen werden, um schwerwiegendere Komplikationen wie einen Hitzschlag zu vermeiden.

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich ist im Wesentlichen eine leichte Form des Hitzschlags, die den Kopf betrifft. Durch die langwellige Wärmestrahlung des Sonnenlichts kommt es zu einer Überwärmung des Gehirns und einer Reizung der Hirnhäute. Die Hirnhäute, die das Gehirn umhüllen und schützen, schwellen entzündlich an, was zu Symptomen führt, die denen einer Hirnhautentzündung ähneln können.

Ursachen eines Sonnenstichs

Die Hauptursache für einen Sonnenstich ist die direkte und intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Dabei muss die Umgebungstemperatur nicht unbedingt extrem hoch sein. Folgende Faktoren können das Risiko eines Sonnenstichs erhöhen:

  • Unbedeckter Kopf: Das Fehlen einer Kopfbedeckung wie Hut, Kappe oder Tuch ermöglicht die ungehinderte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den Kopf.
  • Längerer Aufenthalt in der Sonne: Je länger man sich der Sonne aussetzt, desto höher ist das Risiko eines Sonnenstichs.
  • Geringe Kopfbehaarung: Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit wenig oder keiner Kopfbehaarung (z. B. Glatzenträger) sind besonders anfällig, da ihre Schädelknochen dünner sind und weniger Schutz bieten.
  • Körperliche Anstrengung: Sportliche Aktivitäten oder körperliche Arbeit in der Sonne können die Körpertemperatur erhöhen und das Risiko eines Sonnenstichs zusätzlich steigern.

Symptome eines Sonnenstichs

Die Symptome eines Sonnenstichs treten meist zeitlich verzögert auf, oft erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne. Typische Anzeichen sind:

  • Kopfschmerzen: Oft drückend, pochend oder stechend.
  • Heißer, roter Kopf: Die Kopfhaut ist überwärmt und gerötet.
  • Schwindel: Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Brechreiz und eventuelles Erbrechen.
  • Nackensteifigkeit: Schmerzen und Verspannungen im Nackenbereich, die das Vorbeugen des Kopfes erschweren können (Meningismus).
  • Innere Unruhe: Nervosität und Reizbarkeit.
  • Abgeschlagenheit und Schwäche: Müdigkeit und Energielosigkeit.
  • Schnelles Atmen (Tachypnoe): Erhöhte Atemfrequenz.
  • Lichtscheu: Empfindlichkeit gegenüber Helligkeit.
  • Fieber: Gelegentlich leichtes Fieber (unter 40 Grad Celsius).

In schweren Fällen kann ein Sonnenstich zu Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen und sogar zu einem Hirnödem (Flüssigkeitsansammlung im Gehirn) führen.

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Sonnenstich bei Kindern

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome eines Sonnenstichs oft schwerer zu erkennen, da sie sich noch nicht verbal äußern können. Eltern sollten auf folgende Anzeichen achten:

  • Schrilles Schreien: Ungewöhnlich lautes und anhaltendes Schreien.
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme: Ablehnung von Essen und Trinken.
  • Überwärmter Kopf: Erhöhte Temperatur am Kopf.
  • Schläfrigkeit und Lustlosigkeit: Apathisches Verhalten und Desinteresse.

Bei Kindern sollte bei Verdacht auf einen Sonnenstich immer ein Arzt konsultiert werden, da sie empfindlicher auf die Überwärmung und Hirnhautreizung reagieren als Erwachsene.

Diagnose eines Sonnenstichs

Die Diagnose eines Sonnenstichs basiert in erster Linie auf der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und der körperlichen Untersuchung. Der Arzt wird nach der Dauer des Aufenthalts in der Sonne, den aufgetretenen Symptomen und eventuellen Vorerkrankungen fragen.

Bei der körperlichen Untersuchung werden Körpertemperatur, Blutdruck und Herzfrequenz gemessen. Die Hauttemperatur am Kopf ist oft erhöht. Der Arzt überprüft auch, ob die Hirnhäute gereizt sind, indem er auf Nackensteifigkeit und andere Meningismus-Zeichen achtet.

In der Regel sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Nur bei Verdacht auf Komplikationen wie einen Hitzschlag oder ein Hirnödem können zusätzliche bildgebende Verfahren (CT, MRT) oder eine Liquorpunktion (Entnahme von Nervenwasser) erforderlich sein, um andere Ursachen auszuschließen.

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Behandlung eines Sonnenstichs

Die Behandlung eines Sonnenstichs zielt darauf ab, die Körpertemperatur zu senken und die Reizung der Hirnhäute zu lindern. Folgende Maßnahmen sind empfehlenswert:

  • Sofortiger Aufenthalt im Schatten: Die betroffene Person sollte umgehend aus der Sonne an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden.
  • Kopfbedeckung entfernen: Enge und feste Kleidung sollte gelockert oder entfernt werden.
  • Kühlung: Kühle Umschläge auf Nacken und Stirn können helfen, die Körpertemperatur zu senken. Vermeiden Sie jedoch eiskalte Duschen oder Bäder, da diese den Kreislauf zusätzlich belasten können. Kühlpacks können auch in der Leistengegend, Achselhöhle oder auf dem Kopf (bei Sonnenstich) positioniert werden. Vermeiden Sie direkten Hautkontakt. Legen Sie ein Tuch oder Handtuch dazwischen. Kühlpacks können auch mit der Verdunstungsmethode kombiniert werden.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser in kleinen Schlucken.
  • Körperliche Schonung: Ruhen Sie sich in einer leichten Oberkörper-Hochlage aus, um den Druck auf den Kopf zu verringern.

Bei schwereren Symptomen oder wenn sich der Zustand nicht bessert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In seltenen Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein.

Vorbeugung eines Sonnenstichs

Die beste Maßnahme gegen einen Sonnenstich ist die Vorbeugung. Folgende Tipps können helfen, das Risiko eines Sonnenstichs zu minimieren:

  • Mittagssonne meiden: Vermeiden Sie längere Aufenthalte in der prallen Sonne zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Kopfbedeckung tragen: Tragen Sie bei sonnigem Wetter immer eine Kopfbedeckung wie Hut, Kappe oder Tuch, um den Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Helle Farben reflektieren das Sonnenlicht besser als dunkle.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser oder ungesüßte Getränke.
  • Körperliche Anstrengung reduzieren: Vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten in der Mittagshitze.
  • Kühle Umgebung aufsuchen: Halten Sie sich möglichst in kühlen, schattigen Räumen auf.
  • Sonnencreme verwenden: Schützen Sie unbedeckte Hautstellen mit Sonnencreme, um Sonnenbrand zu vermeiden. Dies schützt zwar nicht direkt vor einem Sonnenstich, beugt aber zusätzlichen Belastungen des Körpers vor.
  • Kinder besonders schützen: Säuglinge und Kleinkinder sollten besonders vor der Sonne geschützt werden, da ihre Haut empfindlicher ist und ihre Schädelknochen dünner sind.

Differenzialdiagnose

Es ist wichtig, einen Sonnenstich von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden. Dazu gehören:

  • Hitzschlag: Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, der durch eine schwere Überhitzung des Körpers gekennzeichnet ist. Die Körpertemperatur steigt auf über 40°C, und es treten Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Organversagen auf. Im Gegensatz zum Sonnenstich ist beim Hitzschlag die gesamte Körpertemperatur erhöht, und es liegen oft Störungen des zentralen Nervensystems vor.
  • Hitzeerschöpfung: Eine Hitzeerschöpfung ist eine mildere Form der Überhitzung, die durch Flüssigkeits- und Elektrolytverlust verursacht wird. Symptome sind Schwäche, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Im Gegensatz zum Sonnenstich ist die Körpertemperatur bei einer Hitzeerschöpfung in der Regel nur leicht erhöht.
  • Meningitis (Hirnhautentzündung): Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch Bakterien, Viren oder andere Erreger verursacht werden kann. Symptome sind Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber und Bewusstseinsstörungen. Im Gegensatz zum Sonnenstich ist eine Meningitis in der Regel mit hohem Fieber und schweren neurologischen Symptomen verbunden.
  • Neuroborreliose und FSME: Diese durch Zecken übertragenen Infektionen können ebenfalls Symptome verursachen, die einem Sonnenstich ähneln, wie z.B. Kopfschmerzen, Fieber und Schwäche.
  • Schlaganfall: Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutversorgung von Teilen des Gehirns unterbrochen wird. Mögliche Anzeichen sind starke Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel - also Symptome, die auch bei einem Sonnenstich auftreten können.

Neuralgien und Nervenschmerzen

Neuralgien sind Nervenschmerzen, die durch eine Schädigung oder Reizung von Nerven verursacht werden. Sie können sich als brennende, stechende oder einschießende Schmerzen äußern und in verschiedenen Körperregionen auftreten.

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Ursachen von Neuralgien

Nervenschädigungen können vielfältige Ursachen haben:

  • Entzündungen: Entzündungen im Körper können Nerven reizen und Schmerzen verursachen.
  • Infektionen: Virale Infektionen wie Herpes Zoster (Gürtelrose) können Nervenschmerzen auslösen.
  • Diabetes mellitus: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann Nerven schädigen und zu einer Polyneuropathie führen.
  • Operationen: Nerven können bei Operationen verletzt werden und chronische Schmerzen verursachen.
  • Mechanische Einflüsse: Druck oder Quetschung von Nerven, z.B. durch einen Bandscheibenvorfall, können Nervenschmerzen verursachen.

Behandlung von Neuralgien

Die Behandlung von Neuralgien richtet sich nach der Ursache und der Art der Schmerzen. Mögliche Therapieansätze sind:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Antikonvulsiva: Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, können auch bei Nervenschmerzen wirksam sein.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können ebenfalls bei Nervenschmerzen helfen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Naturheilkundliche Verfahren: Akupunktur, Elektrotherapie und Hydrotherapie können ebenfalls zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen.
  • Capsaicin-Creme: Eine Salbe aus spanischem Pfeffer kann die Schmerzsensoren betäuben und bei chronischen Nervenschmerzen helfen.

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