Schmerzgel bei Nervenschmerzen: Anwendung, Wirksamkeit und Alternativen

Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter Rücken- oder Gelenkschmerzen. Oftmals treten diese Schmerzen plötzlich auf und verschwinden nach einigen Tagen oder Wochen wieder. In den meisten Fällen sind solche Schmerzen ungefährlich und Betroffene sollten körperlich aktiv bleiben und sich nicht schonen, da zu viel Schonung oder gar Bettruhe die Genesung verzögern kann. Schmerzgele und Schmerzsalben können eine echte Alternative zu Schmerztabletten sein, vor allem wenn sich die Schmerzen gut lokalisieren lassen.

Neuropathische Schmerzen: Eine besondere Herausforderung

Bei Schmerzen, die durch Nervenverletzungen oder -schäden (neuropathische Schmerzen) hervorgerufen werden, sind rezeptfreie Schmerzmittel in der Regel nicht wirksam. Rezeptfreie Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac wirken vor allem dann gut, wenn der Schmerz durch eine Entzündung hervorgerufen wird. Statt lange mit Schmerzmitteln aus der Selbstmedikation herumzuprobieren, sollten sich Patienten mit neuropathischen Schmerzen frühzeitig an einen Arzt wenden. Je länger ein Patient mit Schmerzen sich nicht angemessen behandeln lässt, desto eher bildet sich ein nur noch schwer zu behandelndes Schmerzgedächtnis.

Typische Anzeichen für neuropathische Schmerzen sind brennende Dauerschmerzen oder vorübergehende elektrisierende Schmerzen, die mit Kribbeln oder Ameisenlaufen einhergehen können. Weitere mögliche Anzeichen sind ein Ringgefühl wie ein „zu enger Schuh“ oder eine Überempfindlichkeit gegenüber Berührungs- oder Kältereizen. Wer länger an Schmerzen leidet, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Neuropathische Schmerzen entstehen z.B. durch eine Gürtelrosen-Infektion, als Folge eines Diabetes mellitus oder im Rahmen einer Krebsbehandlung.

Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel eingesetzt. Dazu zählen einige Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin sowie Arzneimittel wie Gabapentin und Pregabalin, die ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt wurden. Schmerzpatienten sollten sich nicht davon irritieren lassen, wenn im Beipackzettel auch andere Anwendungsgebiete erwähnt werden. Viele Wirkstoffe, die gegen neuropathische Schmerzen eingesetzt werden, haben sich gegen verschiedene Krankheiten bewährt.

Schmerzgele und Schmerzsalben: Anwendungsgebiete und Wirkstoffe

Schmerzsalben, Schmerzgele und Schmerzcremes können eine echte Alternative zu Schmerztabletten sein. Das gilt vor allem dann, wenn sich die Schmerzen gut lokalisieren lassen. Ein Schmerzgel oder eine Schmerzsalbe wirkt nicht systemisch, sondern wird gezielt im Bereich der Schmerzen eingesetzt.

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Grundsätzlich muss man zwischen kühlenden Schmerzgelen und wärmenden Schmerzsalben unterscheiden. Je nach Art des Produkts unterscheiden sich Wirkung und Anwendung. So muss ein Schmerzgel beispielsweise nur kurz aufgetragen werden, während eine Schmerzsalbe in die Haut eingerieben und einmassiert werden sollte.

Je nach Art des Schmerzes sollte eine entsprechende Schmerzsalbe oder ein entsprechendes Schmerzgel ausgewählt werden. Schmerzt beispielsweise das Fußgelenk, weil man mit dem Fuß umknickt ist, so empfehlen Experten eher eine kühlende Salbe beziehungsweise ein kühlendes Gel. Bei chronischen Schmerzen sollte eine Schmerzsalbe mit entzündungshemmender Wirkung gewählt werden. Eine Wärmesalbe kann sinnvoll sein, wenn Muskelschmerzen und Verspannungen vorliegen. Möchte man den Heilungsprozess bei einer Zerrung unterstützen, so sind Wärmesalben ebenfalls empfehlenswert.

Schmerzgele und Schmerzsalben enthalten häufig Wirkstoffe wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac. Diese wirken entzündungshemmend und können sowohl bei Muskelschmerzen als auch bei Gelenkschmerzen wie beispielsweise Knieschmerzen eingesetzt werden. Schmerzgele und Schmerzsalben eignen sich vor allem bei leichten bis mittelstarken Schmerzen.

Schmerzgele, Schmerzsalben und Schmerzcremes gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Einige dieser Salben enthalten klassische Schmerzmittel, andere setzen auf eine kühlende oder durchblutungsfördernde Wirkung. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Diclofenac, Ketoprofen und Ibuprofen reduzieren Entzündungen und lindern Schmerzen.

Weitere Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen:

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  • Capsaicin: Wird einer bestimmten Paprikasorte entnommen, senkt die Schmerzempfindlichkeit und fördert die Durchblutung.
  • Menthol: Hat eine kühlende, durchblutungsfördernde und schmerzstillende Wirkung bei Gelenk- und Muskelschmerzen.
  • Arnika: Wird aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften oft in Salben verwendet, um Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren.
  • Hyaluronsäure: Wird häufig in Gelen verwendet, um die Gelenkflüssigkeit zu verbessern und die Gleitfähigkeit der Gelenke zu unterstützen.
  • Glucosamin und Chondroitin: Substanzen, die am Aufbau von Gelenkknorpel beteiligt sind.

Anwendung von Schmerzgelen und Schmerzsalben

Die Anwendung der jeweiligen Schmerzsalbe oder Schmerzcreme erfolgt lokal. In dem Bereich, in welchem der Schmerz oder die Entzündung auftritt, wird die Salbe auf die Haut aufgetragen. Vor der Anwendung eines solchen Produkts ist es wichtig, dass Sie sich die Packungsbeilage und Anwendungshinweise genau anschauen. Achten Sie hier auch auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Wenn Sie Allergien haben, prüfen Sie genau, ob das jeweilige Produkt für Sie geeignet ist. Bei offenen Wunden oder bereits gereizter Haut sollten Sie keine Schmerzgele oder Schmerzsalben anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Anwendung eines Schmerzgels und teilen Sie in einem solchen Gespräch mit, ob eventuell Allergien vorliegen oder Sie bereits regelmäßig Medikamente einnehmen. Schwangere und Stillende dürfen nicht alle Schmerzsalben verwenden.

In der Regel spricht bei dosisgerechter Anwendung von Schmerzsalben und Schmerzgelen nichts gegen eine gleichzeitige Einnahme von Schmerztabletten. Im Idealfall besprechen Betroffene die Anwendung von Schmerzsalben oder Schmerzgelen bei gleichzeitiger Einnahme von Schmerztabletten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin. Je nachdem welche Wirkstoffe in den Arzneimitteln enthalten sind, kann es zu Wechselwirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Zum Teil wird empfohlen, keine weiteren Schmerzmittel aus der NSAR-Wirkstoffgruppe in Tablettenform einzunehmen, wenn bereits die Salbe einen solchen Wirkstoff enthält. Oftmals wird jedoch geraten, gut zu lokalisierende Schmerzen auch lediglich lokal mit einer Schmerzsalbe oder einem Schmerzgel zu behandeln.

Salben und Gele wirken nicht systemisch, d.h. sie wirken nicht im gesamten Körper. Manche Menschen reagieren auf bestimmte Wirkstoffe in Schmerztabletten mit Magen-Darm-Problemen. Schmerzcremes und Schmerzsalben bieten hier den Vorteil, dass sie den Magen-Darm-Trakt gar nicht erst passieren müssen. Zusätzlich kann eine Massage mit einer Schmerzsalbe das Wohlbefinden fördern. Soll die schmerzende Stelle eher gekühlt und möglichst wenig berührt werden, so sind Schmerzgele die bessere Wahl.

Eine Schmerzcreme oder Schmerzsalbe für die Gelenke und den Rücken kann wie Schmerztabletten ebenfalls Nebenwirkungen haben. Allerdings fallen diese zumeist wesentlich geringer aus, denn die Salben und Cremes wirken nicht über das Blutsystem. Menschen mit Herz- und Nierenerkrankungen sowie Magen-Darm-Problemen sind daher mit einer lokal wirkenden Schmerzsalbe zumeist besser beraten. Nur ein kleiner Teil des auf die Haut aufgetragenen Wirkstoffs gelangt ins Blut.

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Da Salben, Cremes und Gele mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) auch Nebenwirkungen haben können, möchten manche auf Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen zurückgreifen. Bei Gelenk- und Rückenschmerzen können Salben und Cremes mit Arnika oder Beinwell eine Alternative sein. Allerdings fehlen bislang eindeutige Studienergebnisse.

Die Rolle von Felbinac in ThermaCare Schmerzgel

Die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Felbinac, dem arzneilichen Wirkstoff in ThermaCare Schmerzgel, unterscheidet das Schmerzgel von einem Gel ohne Wirkstoff. Die Gelgrundlage selbst ist so konzipiert, dass sie die Haut durchlässiger für den Wirkstoff macht. Bei Verdunstung des enthaltenen Alkohols (Ethanol) entsteht auf der Haut ein lokaler Kühleffekt, der so eine eigene therapeutische Wirkung entfalten kann. Felbinac ist ein Wirkstoff, der ausschließlich für die topische Anwendung, also zum äußerlichen Auftragen auf die schmerzenden Partien, entwickelt worden ist. Deshalb wurde von Anfang an sichergestellt, dass er schnell die verschiedenen Barriereschichten der Haut durchdringen und sich im darunterliegenden Gewebe anreichern kann.

Was sagt Ökotest?

In der Ausgabe von August 2025 hat das Verbrauchermagazin Ökotest 20 Salben, Gels und Cremes gegen Schmerzen an Muskeln und Gelenken getestet. Fünf Schmerzgels wurden im Test allgemein mit "sehr gut" bewertet - auch weil sie weitgehend frei von umstrittenen Substanzen sind. Für etwa die Hälfte der getesteten Schmerzgels und -cremes konnte die Wirksamkeit nur teilweise oder gar nicht belegt werden. Das galt insbesondere für pflanzliche Produkte. Für Beinwell allerdings - beispielsweise Schmerzgels mit Beinwell-Extrakt bei Rückenschmerzen - gibt es belegende klinische Studien.

Wie oft darf man Schmerzsalbe nutzen?

Wie oft Schmerzsalbe oder Schmerzgel aufgetragen werden soll, hängt von der Art der Salbe, des Gels, der Erkrankung oder Unfallverletzung ab. Manche Produkte werden mehrmals täglich angewendet. Einige können über Nacht auf die Haut aufgetragen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Zu beachten ist, dass bei häufiger Anwendung die Haut auf Irritationen überprüft werden sollte. Hintergrund sind unter anderem Erkenntnisse, dass NSAR eine bestehende Herzschwäche verschlechtern und die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente beeinträchtigen können.

Schmerzsalben und Schmerzgels mit NSAR-Wirkstoffen können bei großflächiger und häufiger Anwendung ähnliche Nebenwirkungen wie Tabletten haben - bei der Aufnahme über die Haut sind allerdings die Nebenwirkungen bei kurzer Anwendungsdauer erheblich schwächer.

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