Serotonin, Dopamin und Vitamine: Unterschiede und Wege zur Stimmungsverbesserung

Viele Menschen assoziieren Glück und Wohlbefinden spontan mit Genussmitteln wie Schokolade, Eis oder Pasta. Tatsächlich schüttet unser Körper kurzfristig Endorphine aus, wenn wir Dinge essen, die wir mögen oder die wir mit schönen Momenten verbinden. Für unsere Stimmung sind jedoch primär zwei Botenstoffe verantwortlich: Dopamin und Serotonin. Beide Neurotransmitter nehmen aber auch Einfluss auf weitere Körperfunktionen wie unseren Schlaf-Wachrhythmus oder die Körpertemperatur. Umso wichtiger also, darauf zu achten, dass beide Botenstoffe im Gleichgewicht sind.

Die Rolle von Serotonin und Dopamin

Dopamin ist unser innerer Antreiber, der uns motiviert und uns hilft, Ziele zu erreichen. Mit einem ausgeglichenen Dopaminspiegel fällt es uns leichter, uns zu motivieren. Serotonin hingegen ist ein echtes Wohlfühlhormon, das unsere Stimmung hebt und uns entspannt. Es wirkt entspannend, schlaffördernd und antidepressiv. Im Zusammenspiel mit Adrenalin und Dopamin wirkt es stimmungsaufhellend und motivationsfördernd.

Ernährung als Schlüssel zur Neurotransmitter-Balance

Die gute Nachricht ist, dass wir durch unsere Ernährung die Produktion von Serotonin und Dopamin positiv beeinflussen können. Die Aminosäure Tryptophan, Vitamin B6, Magnesium und viele weitere Nährstoffe mehr für deine Neurotransmitterproduktion, hat Energie an Bord. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist von entscheidender Bedeutung. Sie unterstützt die Funktion des Gehirns und damit die Produktion von stimmungsaufhellenden Neurotransmittern. Treib es beim Gemüse so bunt wie möglich, denn jede Farbe hat andere Superkräfte. Obst, besonders dunkles Beerenobst, enthält viele Antioxidantien, die die Zellmembranen unseres Gehirns schützen und alle Neurotransmitter unterstützen. Ergo: Buntes Obst für beste Laune! Außerdem enthalten Obst und Gemüse viel Vitamin C, welches von den Nebennieren zur Stressbewältigung gebraucht wird. Orientiere dich am besten an unserem Simple 7 Konzept. Und greife zu allem Frischen und Knackigen, was dir in die Hände fällt.

Serotonin: Der Glücklichmacher aus dem Darm

Obwohl einige Lebensmittel wie Ananas, Kiwi, Pflaumen, Tomaten oder Bananen sogar Serotonin enthalten, bringt uns deren Konsum leider nicht sofort Glücksgefühle. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine natürliche Grenze zwischen Blut und Zentralnervensystem und die das Gehirn vor schädlichen Stoffen, Krankheitserregern und Giften schützt. Nur das Serotonin, das im Gehirn selbst von Nervenzellen erzeugt wird, kann dort auch wirken.

Damit Serotonin im Gehirn ankommt und dort wirken kann, muss es einen Umweg nehmen. Und zwar über eine Aminosäure namens Tryptophan, eine Vorstufe von Serotonin. Aus dieser Aminosäure kann der Körper im Gehirn dann selbst das Glückshormon bilden. L-Tryptophan ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, wie in Sojaprotein, Nüssen oder Hülsenfrüchten.

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Damit im Gehirn Serotonin gebildet werden kann, muss das Tryptophan ins Gehirn. Dabei hilft ihm das Hormon Insulin. Insulin wird wiederum immer dann ausgeschüttet, wenn unser Blutzucker ansteigt. Der Blutzucker steigt, wenn wir Kohlenhydrate konsumieren. Eine erhöhte Kohlenhydratzufuhr kann so den Gehalt von Tryptophan und entsprechend von Serotonin im Gehirn steigern.

Allerdings wird mehr als 90 Prozent des Serotonins im Darm gebildet. Dieses gelangt zwar nicht ins Gehirn (Stichwort Blut-Hirn-Schranke), es übernimmt aber wichtige Aufgaben im Verdauungsbereich. Es ist entscheidend für die Regulierung der Darmperistaltik (Darmbewegung).

Bedeutet für deine Ernährung: Integriere probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi, Apfelessig oder rohes Sauerkraut, um mehr gute Bakterien im Darm anzusiedeln. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn du präbiotische Lebensmittel zu dir nimmst, um den angesiedelten Bakterien ihr Lieblingsfutter zu geben.

Serotoninbooster: Lebensmittel für gute Laune

Um Ihrem Serotoninspiegel einen kleinen Schubs zu geben, gibt es einige Lebensmittel, die die Seele und den Körper nähren. Wenn Sie dieses „Soulfood“ regelmäßig in Ihren Speiseplan aufnehmen, versorgen Sie Ihr Gehirn mit einer Extraportion Aminosäuren.

  • Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil. Denn Kakao liefert Ihnen sekundäre Pflanzenstoffe und Tryptophan. Beides unterstützt die Serotoninproduktion.
  • Banane, Ananas, Feige und Pflaumen - diese Obstsorten enthalten besonders viel Tryptophan.
  • Vollkornprodukte und Kartoffeln versorgen Sie mit wertvollen Kohlenhydraten, die die Aufnahme von Tryptophan im Körper begünstigen.
  • Trockenfrüchte enthalten neben wichtigen Aminosäuren auch eine gute Portion Magnesium, das den Stoffwechsel reguliert und Ihre Stressresistenz stärkt.
  • Nüsse und Saaten enthalten Tryptophan und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem versorgen sie Ihren Körper mit wertvollen B-Vitaminen, die Ihre Nerven stärken.
  • Fisch ist eine gesunde Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig, weil sich Serotonin- und Omega-3-Spiegel gegenseitig beeinflussen.
  • Pflanzliche Öle sind hochwertige, pflanzliche Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren.

Symptome eines Serotoninmangels

Folgende Symptome könnten ein Anlass sein, Ihren Serotoninspiegel überprüfen zu lassen.

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Psychische Symptome

  • Angst
  • depressive Verstimmungen
  • Aggression
  • impulsives Verhalten
  • Schlafprobleme
  • Reizbarkeit
  • Antriebslosigkeit
  • geringes Selbstwertgefühl
  • geringerer Appetit
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Körperliche Symptome

  • Heißhunger auf Kohlenhydrate
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Verdauungsprobleme

Dopamin: Der Motivationskick

Für die Synthese von Dopamin Tyrosin, Vitamin B6, Vitamin D, Magnesium und Folsäure ­(Folat). Dopamin ist entscheidend für Koordination, Motorik, Gedächtnis, Lernen, Konzentration sowie die geistige Leistungsfähigkeit.

Die Bedeutung von Vitaminen

Vitamine sind lebenswichtige Nährstoffe, die der Körper benötigt, um viele wichtige Funktionen zu erfüllen, wie beispielsweise das Wachstum, die Reparatur von Geweben und die Unterstützung des Immunsystems. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gesundheit von Knochen, Zähnen, Haut und Haaren. Es gibt 13 verschiedene Vitamine, die in zwei Kategorien unterteilt werden: wasserlösliche Vitamine (wie Vitamin C und die B-Vitamine) und fettlösliche Vitamine (wie Vitamin A, D, E und K). Während wasserlösliche Vitamine in der Regel täglich benötigt werden und der Überschuss einfach ausgeschieden wird, können fettlösliche Vitamine bei übermäßiger Aufnahme im Körper gespeichert werden und somit bei einer Überdosierung negative Auswirkungen haben. Eine ausgewogene Ernährung mit einer Vielzahl von frischen Lebensmitteln kann dazu beitragen, dass man ausreichend Vitamine aufnimmt.

Vitamin D: Der Stimmungsaufheller

Immer mehr Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Stimmung. Laut aktuellen Studien der Asklepios Kliniken verdoppelt sich das Risiko, an einer Depression zu erkranken, bei zu niedrigem Vitamin-D-Spiegel nahezu. Leider können wir unseren Vitamin-D-Bedarf nur zu einem sehr geringen Teil über die Ernährung decken. Da Vitamin D hauptsächlich durch die Sonnenstrahlen auf der Haut gebildet wird, ist es wichtig, sich im Sommer häufig in der Sonne aufzuhalten - natürlich immer mit passendem Sonnenschutz. Ist das nicht möglich, dann supplementiere, z. B.

Vitamin D3 unterstützt die Produktion von Serotonin und kann sie sogar erhöhen. Nebenbei stärkt das Vitamin außerdem Ihr Immunsystem, schützt die Nervenzellen und kräftigt die Muskulatur. Es ist ein wahrer Alleskönner und deshalb auch so wichtig für Ihre Gesundheit. Da ist es nicht verwunderlich, dass Menschen, die an Depressionen leiden, meist einen starken Vitamin D3-Mangel aufweisen. Damit Ihr Vitamin D-Haushalt immer gut gefüllt ist, sollten Sie also so viel Zeit wie möglich in der Sonne verbringen. In der dunklen Jahreszeit versorgen Fischsorten wie Hering und Lachs Ihren Körper mit einer guten Portion des Vitamins. Und tragen mit den enthaltenen Omega-3-Fettsäuren zusätzlich zur Serotoninproduktion bei.

Vitamin D spielt auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Schmerzempfinden und dem Schlaf-Wach-Rhythmus. Studien zeigen, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel ein höheres Risiko für Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen haben. Vitamin D beeinflusst die Produktion von Serotonin und Dopamin, welche wichtige Neurotransmitter sind, die die Stimmung regulieren. Es ist auch an der Produktion von Endorphinen beteiligt, die Schmerzen lindern und ein Gefühl der Entspannung und des Wohlbefindens vermitteln.

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Ein niedriger Vitamin D-Spiegel kann auch zu einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus führen, da Vitamin D bei der Produktion von Melatonin, einem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, eine Rolle spielt. Menschen mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel haben daher möglicherweise Schwierigkeiten, einzuschlafen oder durchzuschlafen.

Einen Mangel an Vitamin D3 können Sie in verschiedenen körperlichen Symptomen beobachten. Haarausfall, erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Muskel- und Gliederschmerzen sind Zeichen, dass Sie Ihre Blutwerte überprüfen lassen sollten.

B-Vitamine: Nervennahrung pur

B-Vitamine sind u.a. für die reibungslose Funktion von Gehirn-, Nerven- und Energiestoffwechsel zuständig, an einer Vielzahl von Vorgängen im Nervenstoffwechsel beteiligt und essenzielle (!) Co-Faktoren u.a. in der Produktion von Botenstoffen wie Adrenalin, dem „Glückshormon“ Serotonin oder dem „Schlafhormon“ Melatonin. Als „Glückshormon“ hat Serotonin u.a. eine antidepressive Wirkung und regelt (als Melatonin-Vorstufe) den Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein Mangel an B-Vitaminen kann dazu führen, dass wir uns schlapp, müde und energielos fühlen. Bei Depressionen sind diese Gefühle noch stärker ausgeprägt.

Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen einem Mangel an B-Vitaminen und dem Auftreten von Depressionen befasst haben. So stellte sich heraus, dass depressive Patienten einen geringeren Vitamin-B12-Spiegel hatten und auch über weniger Folsäure (Vitamin B9) verfügten. Da beide Vitamine an der Funktion des Nervensystems beteiligt sind, könnten Mängel Depressionen verstärken. Eine kausale Ursache ist diesbezüglich allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Neben ihrer wichtigen Rolle im Nervenstoffwechsel und der Serotonin-Genese, sind B-Vitamine auch für den Abbau des toxischen Stoffwechsel-Metaboliten Homocystein notwendig. Depressionen stehen mit einem erhöhten Homocysteinspiegel im Blutplasma in Verbindung. So zeigte sich in Studien, dass genetische Krankheiten, die zu einem hohen Homocysteinspiegel im Blut führen, das Risiko einer Depression erhöhen können. Homocystein kann im Körper auf unterschiedlichen Wegen abgebaut werden, bei denen die Vitamine B6, B12 und Folsäure benötigt werden. Ein Mangel geht entsprechend oftmals mit einem erhöhten Homocysteinspiegel einher, was wiederum das Auftreten von Depressionen zu begünstigen scheint.

Entsprechend ist es auch wenig verwunderlich, dass eine gute Versorgung mit B-Vitaminen laut einer Untersuchung die Effektivität einer Behandlung mit Antidepressiva zu unterstützen scheint. Eine der untersuchten Probandengruppen wurde nur mit einem Antidepressivum behandelt, die andere erhielt zusätzlich zum Antidepressivum B6, B12 und Folsäure. Es zeigte sich, dass die Einnahme der drei B-Vitamine das Ansprechen auf Antidepressiva verbesserte: Bei einem höheren Anteil der Probanden der Vitamingruppe stellten sich Linderungen der Depression ein. Außerdem kam es zu weniger Rückfällen. Besonders ausgeprägt war der Einfluss der B-Vitamine bei Teilnehmenden (…Überraschung…), die zu Beginn der Studie einen zu hohen Homocysteinspiegel hatten.

Aufgaben von B Vitaminen im Körper bzgl. Psyche und Nervenstoffwechsel (offizielle Health Claims!):

  • Vitamin B1 (Thiamin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, normaler psychischen Funktion.
  • Vitamin B2 (Riboflavin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, Schutz vor oxidativem Stress.
  • Vitamin B3 (Niacin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, normaler psychischen Funktion. Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler geistiger Leistung, Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einem normalen Stoffwechsel von Steroidhormonen, Vitamin D und einigen Neurotransmittern bei.
  • Vitamin B6 (Pyridoxin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, normaler psychischen Funktion, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel, zur Regulierung der Hormontätigkeit.
  • Vitamin B7 (Biotin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, normaler psychischen Funktion.
  • Vitamin B9 (Folat): Trägt bei zu normaler psychischer Funktion, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel.
  • Vitamin B12 (Cobalamin): Trägt bei zu normalem Energiestoffwechsel, normaler Funktion des Nervensystems, normaler psychischen Funktion, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel.

Besonders Vitamin B-reiche Lebensmittel

Das sind vor allem Hülsenfrüchte, tierische Produkte wie Fleisch und Fisch, grünes Gemüse und Getreide, darunter vor allem Vollkornprodukte. Achtung - B12 ist fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten, ein veganer Lebensstil ohne Nahrungsergänzung kann zu schwerwiegenden Mangelzuständen führen!

Gute Quellen für B-Vitamine: Bananen, Avocado, Spinat, Erbsen & Linsen, Grünkohl, Brokkoli, Vollkornprodukte, Nüsse & Samen, Weizenkeime, Vollkornbrot, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Makrele, Austern, Kalbfleisch, Rindfleisch, Huhn, Hering.

Magnesium: Der Stresskiller

Magnesium ist im Gehirn direkt an der Produktion der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin beteiligt. Ein Magnesiummangel äußert sich deshalb nicht selten durch neurologische oder psychiatrische Symptome. Reich an Magnesium sind Weizenkleie, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Nüsse und Vollkornprodukte.

Magnesium beeinflusst entscheidend die Hippocampus-Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HHPA) und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System - beides zentrale Steuerungsmechanismen der Stressreaktion. Ein Magnesiummangel kann diese Systeme aus dem Gleichgewicht bringen und dadurch die Stressbelastung verstärken.

Besonders interessant ist die Funktion von Magnesium als natürlicher Antagonist des NMDA-Rezeptors im zentralen Nervensystem. Unter normalen Bedingungen blockieren Magnesiumionen diesen Rezeptor und verhindern so eine Übererregung der Nervenzellen.

Stress und Magnesiummangel stehen in enger Wechselwirkung: Stress kann den Magnesiumverbrauch des Körpers erhöhen und langfristig zu einem Defizit führen. Gleichzeitig macht ein Magnesiummangel den Organismus stressanfälliger, da die Stresshormone stärker wirken können. Dieser sogenannte Magnesium-Stress-Teufelskreis ist auch daran zu erkennen, dass sich viele Symptome überschneiden: Müdigkeit, Energiemangel, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Magenprobleme und sogar leichte Angstzustände sind typische Anzeichen sowohl von Magnesiummangel als auch von Stress.

Power Vital Trio für gute Laune

Die fabelhaften Drei für gute Laune: Magnesium, Vitamin D und Omega-3-Fette.

Weitere wichtige Faktoren

Neben den oben genannten Nährstoffen benötigt das Gehirn eine Vielzahl anderer Nährstoffe. Eisen, Zink, Vitamin B, E und K - die Liste ist lang. Sie unterstützt die Funktion des Gehirns und damit die Produktion von stimmungsaufhellenden Neurotransmittern.

Adaptogene

Adaptogene wie Ashwagandha oder auch Vitalpilze können deine Stimmung ebenfalls beeinflussen.

Der Darm als zweites Gehirn

Unser Glücksempfinden ist nicht nur von Nahrungsmitteln abhängig, die Glücksbotenstoffe enthalten, sondern auch davon, ob unser Darm zufrieden ist. Der Darm ist eine Art zweites Gehirn unseres Körpers und spielt bei Stimmungsschwankungen eine große Rolle. Es gibt eine beidseitige Kommunikationsachse zwischen Gehirn und Darm: Die Darm-Hirn-Achse. Übrigens wird mehr als 90 Prozent des Serotonins im Darm gebildet. Dieses gelangt zwar nicht ins Gehirn (Stichwort Blut-Hirn-Schranke), es übernimmt aber wichtige Aufgaben im Verdauungsbereich.

Bedeutet für deine Ernährung: Integriere probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi, Apfelessig oder rohes Sauerkraut, um mehr gute Bakterien im Darm anzusiedeln. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn du präbiotische Lebensmittel zu dir nimmst, um den angesiedelten Bakterien ihr Lieblingsfutter zu geben.

Gesunde Fette für ein gesundes Gehirn

Gute Nachrichten: Die richtigen Fette machen nicht dick, sondern glücklich! Zwei Drittel unserer Hirnmasse sind spezielle fetthaltige Substanzen, die ständig erneuert werden müssen und in engem Zusammenhang mit unseren Stimmungen stehen. Damit wir uns, vor allem aber unser Gehirn, sich so gut wie möglich fühlen, sollten wir es regelmäßig mit den besten fetthaltigen Nahrungsmitteln füttern. Dazu gehören vorwiegend Omega-3-Fettsäuren: je mehr Omega-3, desto besser unsere Laune. Studien haben gezeigt, dass wir mit ausreichender Versorgung unsere Dopaminbildung im Gehirn um 40 Prozent steigern können. Das macht wach, steigert unsere Konzentrationsfähigkeit und Achtsamkeit. Besonders reich an Omega 3 ist fetter Fisch. Aber auch Leinsamen und -öl, Walnüsse oder Avocado unterstützen deinen Körper für mehr Wohlbefinden.

Depressionen: Ursachen und Behandlung

Depressionen haben in der Regel einen multifaktoriellen Ursprung. Die meisten Depressions-Erklärungsmodelle nennen genetische Prädisposition, neurobiologische Störungen sowie psychosoziale Faktoren als Basis. Deren Rolle ist individuell unterschiedlich, im Ergebnis haben die Betroffenen aber in allen Fällen eine geringere Toleranz gegenüber Belastungsfaktoren als gesunde Menschen. Die genetische Vorbelastung spielt dabei eine wichtige Rolle, Depressionen treten familiär gehäuft auf.

Tatsächlich ist die Fähigkeit zum (leichten) Glücklichsein in der DNA festgelegt. Wohl dem, dessen relevante Gene - TPH2, COMT, MAO, 5-HTR2a, MTHFR und BNDF - keine Polymorphismen aufweisen. Die meisten Menschen haben jedoch in dem einen ­oder anderen Gen Veränderungen, die sie für Depres­sionen, Angststörungen und Zwangserkrankungen anfällig werden lassen. Als Trigger einer depressiven Episode wirken dann belastende Ereignisse oder Überforderungssituationen.

Einen Teil dieser Bedingungen der zugrunde liegenden Stoffwechselwege können wir heutzutage untersuchen und Defizite auch entsprechend behandeln. Ein Serotonindefizit, das auf einem Mangel an L- Tryptophan oder Pyridoxal-5-Phosphat (Vitamin B6) ­beruht, lässt sich auch durch gute Gene nicht wett­machen. Wer eine langsame Tryptophan-Hydroxylase hat, die Tryptophan in die unmittelbare Vorstufe des Serotonins, das 5-HTP, umwandelt, der kann durch ausreichende Aufnahme von L-Tryptophan und Vita­min B6 dennoch seinen Serotoninspiegel verbessern. Nichtansprechen auf übliche Pharmakotherapie z. B. Nicht selten ist nur ein einziges Vitamindefizit der Auslöser von verschiedenen psychiatrischen Beschwerden. Ein häufiger Befund ist ein erhöhter ­Cystathioninwert, der auf einen funktionellen Vita­min-B6-Mangel hindeutet. Nach unserer Erfahrung findet sich gerade dieser Mangel bei jungen Frauen häufig, der im Blutserum oder durch Marker wie Homocystein nicht auffällt. Erst die Laboruntersuchung auf Cystathionin, ein funktioneller B6-Marker, ermöglicht die genaue Diagnose.

Auslöser für Vita­min-B6-Mängel können u. a. orale Kontrazeptiva, Crash-Diäten und einseitige Ernährung sein. Nicht nur die Pille, sondern auch viele ­andere Medikamente können in den Mikro­nähr­stoff­haushalt im zentralen Nervensystem (ZNS) eingreifen. Ein häufiges Phänomen ist der zerebrale Vitamin-B12-Mangel, der oft infolge von Protonenpumpenhemmer(PPI)-Einnahme oder einer Autoimmungastritis (Typ A) oder bei Vegetariern und Veganern auftritt. Vitamin B12 (Methylcobalamin) spielt eine entscheidende Rolle im Methylierungsstoffwechsel und bei der Bildung des wichtigsten ­Methylgruppendonators SAME (s-Adenosylme­thi­onin). SAME ist der entscheidende Kofaktor bei der Synthese von ­Adrenalin und Melatonin. Fehlt dieser, sind Mängel vorprogrammiert. Auch ein B12-Mangel ist im Blut­serum kaum zu diagnostizieren.

Auf die Zusammenhänge zwischen der Versorgung mit Mikronährstoffen und dem Auftreten von psychi­atrischen Erkrankungen haben bereits in den 1970er-Jahren die amerikanischen Psychiater Dr. Carl Pfeiffer, Dr. Abram Hoffer und Dr. Humphry Osmond hingewiesen, die Begründer der Fachrichtung „Orthomolekulare Psychiatrie“. Die Symptome sind nach den Grundsätzen der orthomolekularen Psychiatrie klar auf Mangelzustände zurückzuführen (Kasten). Der Ansatz der orthomolekularen Psychiatrie zielt darauf ab, den Patienten die Vitalstoffe zuzuführen, die sie benötigen, um wieder ausreichende Wirkspiegel im ZNS aufzubauen. Für die Synthese von Serotonin sind das Tryptophan, Vitamin B3, Folsäure (Folat), Mag­nesium, Eisen und Vitamin B6. Für Dopamin Tyrosin, Vitamin B6, Vitamin D, Magnesium und Folsäure ­(Folat). Für Noradrenalin Kupfer, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin B6. Für GABA Glutamin, Vitamin B6 und Vitamin B3.

Es ist sicherlich keine Überraschung, dass nicht Schokolade, sondern eine vollwertige, bunte und proteinreiche Ernährung für langfristiges Glück und Ausgeglichenheit sorgt. Der Zusammenhang der Hormone, Neurotransmitter und dem Darm macht aber deinen eigenen Einfluss auf mehr Glücksgefühle im Alltag noch einmal deutlich. Iss dich bei jeder Mahlzeit satt.

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