Spezialklinik für Epilepsie: Umfassende Versorgung in Berlin und Brandenburg

Epilepsie ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die Betroffene und ihre Angehörigen vor vielfältige Herausforderungen stellt. Um diesen Herausforderungen optimal zu begegnen, bedarf es spezialisierter Einrichtungen und Netzwerke, die eine umfassende Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Beratung anbieten. In der Region Berlin-Brandenburg hat sich ein solches Netzwerk etabliert, das Menschen mit Epilepsie in allen Lebensbereichen unterstützt.

Das Netzwerk der Epilepsie-Einrichtungen in Berlin und Brandenburg

Das Netzwerk besteht aus verschiedenen Einrichtungen, die eng zusammenarbeiten, um eine optimale Versorgung von Menschen mit Epilepsie zu gewährleisten. Zu den Kernstandorten gehören:

  • Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin mit der Abteilung für Epileptologie und dem Institut für Diagnostik der Epilepsien.
  • Die Epilepsieklinik Tabor in Bernau.
  • Der Bereich Klinische und Experimentelle Epileptologie, der an allen drei Campi der Charité - Universitätsmedizin Berlin vertreten ist, sowie die dortigen Epilepsie-Ambulanzen und die Klinik für Neurochirurgie auf dem Campus Mitte.
  • Die Neurologische Rehabilitationsklinik der Kliniken Beelitz in Beelitz-Heilstätten.
  • Das Nervenzentrum Potsdam.
  • Die Klinik für Neurologie des GLG Werner Forßmann Klinikum in Eberswalde.

Ziel dieses Netzwerks ist es, eine optimale Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Beratung für alle an Epilepsie erkrankten Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen mit und ohne Behinderungen in der Region Berlin-Brandenburg und darüber hinaus anzubieten.

Multidisziplinäre Teams für eine umfassende Betreuung

In den verschiedenen Einrichtungen des Netzwerks arbeiten multidisziplinäre Teams zusammen, die sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammensetzen. Dazu gehören unter anderem:

  • Ärzte mit besonderer Qualifikation in der Epilepsiebehandlung
  • Neuropsychologen
  • Ergotherapeuten
  • Logopäden
  • Physiotherapeuten
  • Sozialarbeiter

Diese Teams unterstützen die Patientinnen und Patienten in allen Lebensbereichen, die von der Erkrankung betroffen sind. Dies wird als Komplexbehandlung bezeichnet.

Lesen Sie auch: Therapieansätze bei Nervenschmerzen

Diagnostik und Behandlung von Epilepsie

Wann spricht man von Epilepsie?

Ein einzelner epileptischer Anfall bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Epilepsie vorliegt. Erst wenn wiederholt epileptische Anfälle auftreten oder ein erhöhtes Risiko für weitere Anfälle besteht, spricht man von Epilepsie. Die Behandlung einer Epilepsie sollte in die Hände einer erfahrenen Fachärztin oder eines erfahrenen Facharztes mit besonderer Qualifikation in der Epilepsiebehandlung gelegt werden.

Moderne Diagnoseverfahren

In den Spezialkliniken für Epilepsie stehen alle modernen Diagnoseverfahren zur Verfügung, um die Ursache der Anfälle zu ermitteln und die bestmögliche Therapie zu planen. Dazu gehören unter anderem:

  • Elektroenzephalographie (EEG): Messung der Hirnströme, um epileptische Aktivität zu erkennen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bildgebung des Gehirns, um strukturelle Veränderungen festzustellen.
  • Video-EEG-Monitoring: Langzeitaufzeichnung der Hirnströme in Kombination mit Videoaufnahmen, um Anfälle zu dokumentieren und zu analysieren.
  • Neuropsychologische Untersuchungen: Testung der kognitiven Funktionen, um epilepsiebedingte Beeinträchtigungen zu erkennen.

Individualisierte Therapieansätze

Die Behandlung von Epilepsie ist sehr individuell und richtet sich nach der Art der Anfälle, der Ursache der Epilepsie und den Bedürfnissen des Patienten. Zu den Therapiemöglichkeiten gehören:

  • Medikamentöse Therapie (Antiepileptika): Die meisten Patientinnen und Patienten können mit einem oder mehreren Medikamenten anfallsfrei werden. Die Auswahl des geeigneten Medikaments und die richtige Dosierung sind entscheidend für den Erfolg der Therapie.
  • Epilepsiechirurgie: Wenn die Anfälle von einer bestimmten Stelle des Gehirns ausgehen (fokale Epilepsie) und medikamentös nicht ausreichend kontrolliert werden können, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden, bei der der Anfallsherd entfernt wird.
  • Neurostimulation: Bei manchen Patientinnen und Patienten kann eine Neurostimulation, wie z.B. die Vagusnervstimulation oder die tiefe Hirnstimulation, helfen, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren.
  • Verhaltensmedizinische Interventionen: Anfallsselbstkontrolle und Psychotherapie können helfen, mit der Erkrankung besser umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.

Schwerpunkte des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg (EZBB)

Das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg (EZBB) bietet als eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland das gesamte Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Menschen mit Epilepsie an. Zu den Schwerpunkten des EZBB gehören:

  • Diagnostik und Beratung nach erstmaligen epileptischen Anfällen
  • Differentialdiagnostik bei unklaren Anfallsereignissen (z. B. dissoziative Anfälle und Synkopen)
  • Individualisierte medikamentöse Behandlung
  • Epilepsiechirurgie und Neurostimulation (z. B. Vagus-Nerv-Stimulation und tiefe Hirnstimulation)
  • Verhaltensmedizinische Interventionen (z. B. Anfallsselbstkontrolle und Psychotherapie)
  • Neuropsychologie, Beratung und Unterstützung bei sozialmedizinischen Fragestellungen
  • Ergotherapie, Logotherapie und Physiotherapie

Das EZBB arbeitet eng mit den Epilepsie-Selbsthilfeverbänden Deutsche Epilepsievereinigung e.V.

Lesen Sie auch: Umfassende neurologische Versorgung

Epilepsie und Fahrtüchtigkeit

Wer aktuell epileptische Anfälle hat oder ein erhöhtes Risiko für weitere Anfälle hat, darf kein Kfz führen. Allerdings gibt es Ausnahmen bei längerfristig bestehender Anfallsfreiheit. Ob diese vorliegt, sollte mit den behandelnden Ärzten oder spezialisierten Sozialdiensten besprochen werden.

Epilepsie und Kinderwunsch

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Frauen mit Epilepsie Kinder bekommen. Allerdings sollte bei der Schwangerschaft und Betreuung der Säuglinge einiges beachtet werden. Eine Planung der Schwangerschaft ist besonders wichtig, um die Therapie bereits im Vorfeld im Hinblick auf die Anfallskontrolle und das Fehlbildungsrisiko zu optimieren und damit die Risiken für Mutter und Kind in der Schwangerschaft zu minimieren.

Neurologische Klinik Eberswalde: Umzug und Leistungsspektrum

Die Klinik für Neurologie des GLG Werner Forßmann Klinikum in Eberswalde ist in die Räumlichkeiten des GLG Werner Forßmann Klinikum in der Rudolf-Breitscheid-Straße 100, 16225 Eberswalde umgezogen. Die Klinik bietet eine freundliche und kompetente Abklärung und Behandlung von neurologischen Erkrankungen und Schlafstörungen; je nach Dringlichkeit und Schweregrad ambulant, tagesklinisch oder stationär.

Schlaganfallversorgung (Stroke Unit)

Ein Schlaganfall (Hirnschlag) ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Für den Heilungsverlauf ist die schnellstmögliche intensivmedizinische und interdisziplinäre Behandlung von größter Bedeutung. Dafür gibt es auch bei uns eine sogenannten Stroke Unit (Schlaganfall-Einheit) mit neun Betten, die im GLG Werner Forßmann Klinikum untergebracht ist.

Neurologische Tagesklinik

Die neurologische Tagesklinik ist ein spezielles Angebot für Menschen mit neurologischen Erkrankungen, die in der Lage sind, eigenständig oder mit Unterstützung von Angehörigen unsere Einrichtung aufzusuchen und zu verlassen und sich nachts und am Wochenende eigenständig zu versorgen.

Lesen Sie auch: Expertise deutscher Parkinson-Kliniken

Neuropsychologie

Der Tätigkeitsschwerpunkt umfasst die neuropsychologische Hirnleistungs-Diagnostik bei neurologischen Krankheits- und Störungsbildern, z .B. nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Traumata, Infektionen des Gehirns, bei Epilepsien, Multipler Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen.

Behandlung von Muskelerkrankungen

Die Klinik für Neurologie bietet, nachgewiesen durch das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM), erstklassige medizinische Behandlung und Betreuung für Menschen mit seltenen Erkrankungen der Muskeln und (Körper-)Nerven.

Forschung und Lehre

Die neurologische Abteilung trägt zu multizentrischen Studien bei Schlaganfällen, Bewegungsstörungen, Polyneuropathie und Multipler Sklerose bei.

Fort- und Weiterbildungen

Das Netzwerk bietet regelmäßig eine breite Palette von Fort- und Weiterbildungen mit Vorträgen renommierter Experten und Expertinnen an; teilweise als mehrstündige beziehungsweise ganztägige Veranstaltungen, teilweise als mehrtägige Symposien.

tags: #spezialklinik #fur #epilepsie #in #furstenwalde