Die Sprotte-Kanüle, entwickelt in Zusammenarbeit von Prof. Dr. Günter Sprotte und PAJUNK®, revolutionierte die Lumbalpunktion durch ihre atraumatische Gestaltung. Diese Innovation markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Schmerztherapie und Anästhesie. Die Kanüle minimiert Verletzungen und das Risiko von postpunktionellen Kopfschmerzen (PPKS).
Die Entstehungsgeschichte der Sprotte-Kanüle
Die Entwicklung der Sprotte-Kanüle begann in den späten 1970er Jahren als gemeinsame Initiative von Prof. Dr. Sprotte sowie Horst und Heinrich Pajunk. Ziel war es, Design und Funktion der Spinalkanüle grundlegend zu optimieren. Durch die Kombination der klinischen Erfahrung von Prof. Dr. Sprotte mit der medizintechnischen Expertise der Brüder Pajunk gelang es 1979, eine atraumatische Spinalpunktionskanüle mit einer Spitzengeometrie zu entwickeln, die ein gewebeschonendes Durchdringen der ligamentären Strukturen ermöglicht.
Das Geheimnis des Erfolgs: Die einzigartige Spitzengeometrie
Das Erfolgsgeheimnis der Sprotte-Kanüle liegt in ihrer einzigartigen Spitzengeometrie. Dieses Design, speziell für die Anforderungen in der Lumbalpunktion entwickelt, ermöglicht eine atraumatische Punktion der ligamentären Strukturen und optimiert den Liquorfluss bei gleichzeitiger Reduktion der Häufigkeit von postpunktionellen Kopfschmerzen (PPKS).
Atraumatische Eigenschaften durch ovales Spitzen-Design
Die ovale Form der Spitze verleiht der Kanüle ihre atraumatischen Eigenschaften, was das Verletzungsrisiko des Gewebes verringert. Mit ihrer geschlossenen, oliveförmigen Kanülenspitze verdrängt sie das Gewebe der Dura mater, ohne es zu verletzen.
Optimierter Liquorfluss durch laterales Auge
Ein großes, seitliches Auge mit gratfreien und atraumatisch verrundeten Kanten ermöglicht einen schnelleren Rückfluss des Liquors im Vergleich zu schneidenden Kanülen und fördert die effektive Verteilung des Lokalanästhetikums. Die sorgfältig konzipierte Größe und Positionierung des seitlichen Auges gewährleisten einen ungehinderten Liquorrückfluss auch dann, wenn die Arachnoidea die Öffnung teilweise blockiert. Dank der seitlichen Öffnung ohne Grate und dem vergrößernden Lupenansatz lassen sich selbst kleinste Liquormengen sofort erkennen.
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Präzisionsgefertigtes Metallstilett
Das präzisionsgeschliffene Metallstilett verschließt das laterale Auge genau und trägt mit seinem polierten, abgerundeten Ende zur Stabilisierung der Kanüle bei. Es verhindert zudem das Verschleppen von Gewebepartikeln in den Subarachnoidalraum.
Hochwertige Verarbeitung für optimale Gleiteigenschaften
Dank höchster Präzision in der Bearbeitung sowohl an der Oberfläche als auch im Innenlumen ist die Kanüle vollkommen gratfrei und optimiert für hervorragende Gleiteigenschaften sowie optimalen Liquor-Rückfluss.
Vorteile der Sprotte-Kanüle
Die Verwendung der Sprotte-Kanüle bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Kanülen:
- Reduziertes Risiko von postpunktionellen Kopfschmerzen (PPKS): Studien haben gezeigt, dass die Inzidenz von PPKS bei der Anwendung atraumatischer Kanülen wie der Sprotte-Kanüle deutlich geringer ist als bei herkömmlichen traumatischen Kanülentypen.
- Atraumatische Punktion: Die spezielle Spitzengeometrie ermöglicht ein gewebeschonendes Durchdringen der ligamentären Strukturen.
- Optimierter Liquorfluss: Das laterale Auge und die hochwertige Verarbeitung gewährleisten einen schnellen und ungehinderten Liquorfluss.
- Minimiertes Verletzungsrisiko: Die ovale Spitze und das präzisionsgefertigte Stilett reduzieren das Risiko von Verletzungen und das Verschleppen von Gewebepartikel.
Technische Details und Produktspezifikationen
Die Sprotte-Kanüle ist in verschiedenen Größen erhältlich, um den unterschiedlichen Anforderungen der Anwender gerecht zu werden.
Beispielhafte Produktdetails:
- Größe: 21 G x 90 mm (0,80 mm x 3½")
- Verpackung: 25 Stück pro Packung
- Material: Edelstahl
- Besondere Merkmale:
- Atraumatische ogivenförmige Kanülenspitze
- Laterales Auge
- Passgenaues Stilett mit abgerundeter Spitze
- Lupenansatz
- Farbcodierter Kanülenansatz mit Größenkennzeichnung
- Reduzierter Totraum für schnelle Erkennung kleinster Liquormengen
- Einwegprodukt, steril, CE-zertifiziert
- Kompatibel mit passenden Introducern (Facettenschliff)
Kompatible Anschlüsse:
Die Kanülen sind mit einem Standardansatz für LUER-Kanülen ausgestattet sowie einem Lupenansatz für LUER- und NRFit-Kanülen. Ein eingefärbter Ansatz am Stilett erleichtert die Bestimmung und Überprüfung der Kanülengröße auf einen Blick. Der Introducer ist passend zum jeweiligen Kanülendurchmesser gefertigt und bietet verschiedene wählbare Längen.
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Anwendungsbereiche der Sprotte-Kanüle
Die Sprotte-Kanüle wird hauptsächlich für die Spinalanästhesie und diagnostische Lumbalpunktionen eingesetzt. Sie ermöglicht eine sichere und schonende Durchführung dieser Eingriffe, wodurch das Wohlbefinden der Patienten verbessert wird. Mit der Einführung der ersten, atraumatischen Sprotte Kanüle Ende der 70er Jahre wurde die Spinalanästhesie als voll akzeptierte Alternative zur Vollnarkose rehabilitiert.
Die Bedeutung von Professor Günter Sprotte für die Schmerztherapie
Professor Günter Sprotte, geboren 1945 in Heigenbrücken, studierte Medizin in Würzburg, wo er 1976 die Facharztweiterbildung im Bereich Anästhesie abschloss. Mit der Entwicklung der "Atraumatischen Kanüle für die Spinalanästhesie und diagnostische Lumbalpunktion", in Fachkreisen kurz auch "Sprotte-Kanüle" genannt, machte er 1980 von sich reden. 1982 startete die Schmerzambulanz am Würzburger Universitätsklinikum, deren Leiter Professor Sprotte ist. Im selben Jahr habilitierte er sich und bekam den Carl-Ludwig-Schleich-Preis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin zugesprochen. Von 2003 bis 2008 lehrte Günter Sprotte an der Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit an der Stiftung Juliusspital in Würzburg. Er gehörte auch dem wissenschaftlichen Beirat der Akademie an. Professor Günter Sprotte, Träger des Deutschen Schmerzpreises 2009. Die Behandlung schmerzkranker Patienten war das zentrale Thema auf dem 20. Schmerz- und Palliativtag, der vom 26. bis 28. März in Frankfurt stattfand. Dieser Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie ist mit 10.000 Euro dotiert; Günter Sprotte erhielt ihn für seine Therapieansätze.
PAJUNK®: Ein innovatives Unternehmen im Bereich der Medizintechnik
Kaum ein Unternehmen hat in den letzten Jahrzehnten Geisingen so geprägt, wie die Firmengruppe Pajunk: Der renommierte Medizintechnikhersteller, der heute mit knapp über 500 Mitarbeitern größter Geisinger Arbeitgeber ist, hat sich aus kleinen Anfängen zu einem global tätigen Unternehmen entwickelt. Neben unternehmerischem Mut und Weitblick der beiden Firmengründer Horst und Heinrich Pajunk waren es auch pfiffige Ideen, die zu Patenten und somit zum Erfolg führten. Mit Mut und einer Kanüle zum Erfolg: Firmengruppe Pajunk erinnert an ihre Anfänge. So filigran ist die Sprotte-Kanüle im Vergleich zu einem Streichholz. Seit 40 Jahren wird diese Kanüle in Geisingen beim renommierten Medizintechnikhersteller Pajunk produziert.
PAJUNK® entwickelt kontinuierlich innovative Produkte, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Neben der Sprotte-Kanüle bietet PAJUNK® eine breite Palette von Produkten für verschiedene Anwendungsbereiche, darunter:
- Epiduralanästhesie: Als Alternative zur taktilen Druckkontrolle mittels LOR Spritze hat PAJUNK® in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med.
- Kontinuierliche Infiltrationsanalgesie: Der InfiltraLong Katheter von PAJUNK® ist ein geschlossenes System für die kontinuierliche Infiltrationsanalgesie.
- Ultraschallgestützte Punktion in der Biopsie: Mit der ChibaSono hat PAJUNK® in Zusammenarbeit mit Dr.
- Entnahme von Knochenmarkproben: Das TrokaBone Punktionsbesteck von PAJUNK® besteht aus einem modularen System zur Entnahme von Knochenmarkproben.
- Saug- und Spülsysteme: Die Saug- und Spülsysteme sind modular aufgebaut und bestehen aus Griffen und Rohren.
- PlexoLong Katheterset: Das PlexoLong Katheterset wurde in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Meier entwickelt und repräsentiert die klassische nicht-echogene CTN-Technik (Catheter-Through-Needle).
- Eccoline Einweginstrumente: Eccoline Einweginstrumente bieten unabhängig von hygienischen Aspekten einen kontinuierlichen, nachweisbaren monetären Ertrag.
- Bone Marrow: Ein zusätzliches Plus an Sicherheit bei der Biopsatgewinnung bietet die Bone Marrow mit ihrer inneren Biopsat-Sicherungskante.
- Kuppelförmige Spitze: Einfachere Kanüleneinführung. Minimales Hämatomrisiko.
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