Schmerztabletten gegen Nervenschmerzen in Hüfte und Bein

Viele Menschen leiden unter Schmerzen im Hüft-, Becken- und Lendenbereich. Diese Schmerzen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter einseitige Belastung, falsche Bewegungen, altersbedingter Verschleiß, Unfälle oder Probleme in anderen Körperbereichen, die bis zur Hüfte ausstrahlen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark sein, von einem Stechen im unteren Rücken bis hin zu Anlaufschmerzen am Morgen oder Situationen, in denen Gehen oder Treppensteigen sehr schmerzhaft ist. Es ist wichtig zu verstehen, welche Ursachen hinter diesen Symptomen stecken können und wann eine ärztliche Behandlung erforderlich ist.

Symptome von Hüftschmerzen

Hüftschmerzen können sich auf vielfältige Weise äußern und sowohl akut als auch chronisch auftreten. Sie können schleichend beginnen oder nur bei Belastung der Hüfte auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schmerzen in der Hüfte beim Gehen
  • Schmerzen in der Hüfte beim Aufstehen am Morgen
  • Verstärkung der Hüftschmerzen bei Bewegung oder im Sitzen und Stehen
  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzausstrahlung in die Leiste
  • Schmerzen im Becken
  • Lendenschmerzen
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln und andere Missempfindungen
  • Schmerzen zwischen Oberschenkel und Unterbauch
  • Druckgefühle
  • Rötungen und Schwellungen

Eine genaue Beschreibung der Symptome ist für die Diagnose wichtig. Achten Sie darauf, wie sich die Schmerzen äußern und wie beweglich Ihr Hüftgelenk ist. Bei regelmäßigen oder sich verstärkenden Schmerzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um schwerwiegende Probleme und Folgeschäden zu vermeiden, die möglicherweise eine Operation erforderlich machen.

Diagnose von Hüftschmerzen

Die Diagnose von Hüftschmerzen beginnt mit einer Anamnese, bei der der Arzt Fragen zu Art, Ort und Auftreten der Schmerzen sowie zu eventuellen Bewegungseinschränkungen stellt. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, die eine Funktionsuntersuchung, eine Prüfung des Gangbilds sowie die Kontrolle der Beckenstellung zur Wirbelsäule und anderen Körperachsen umfasst. Der Arzt tastet auch die Leistengegend bis zum Außenbereich des Beckens ab, um Entzündungen auszuschließen.

Mögliche Ursachen von Hüftschmerzen

Hüftschmerzen können vielfältige Ursachen haben, die von muskulären Verspannungen über Entzündungen und Arthrose bis hin zu rheumatischen Erkrankungen und Durchblutungsstörungen reichen. Einige der häufigsten Ursachen sind:

Lesen Sie auch: Tabletten zur Linderung von Polyneuropathie-Symptomen

  • Arthrose (Koxarthrose): Eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, die zu Steifigkeit, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führt. Die Schmerzen treten anfangs nur bei bestimmten Bewegungen auf, später auch in Ruhe oder nachts.
  • Entzündungen: Entzündungen der Schleimbeutel (Bursitis) sind eine häufige Ursache für Hüftschmerzen. Sie entstehen durch Überlastung oder bakterielle Infektionen und äußern sich meist durch Schmerzen an der Außenseite der Hüfte oder am Oberschenkel.
  • Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG): Schmerzen, die vom Iliosakralgelenk ausgehen und in den unteren Rücken, das Gesäß oder die Oberschenkel ausstrahlen können.
  • Stoffwechselerkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Gicht sowie stoffwechselbedingte Durchblutungsstörungen können beidseitige Hüftschmerzen verursachen.
  • Osteoporose: Eine Erkrankung, bei der die Knochen porös werden und leichter brechen, was zu Schmerzen im unteren Rücken und in der Hüfte führen kann.
  • Hüftkopfnekrose: Das Absterben von Knochengewebe im Hüftkopf aufgrund von Durchblutungsstörungen, was zu Instabilität und Schmerzen führt.
  • Gluteale Tendinopathie: Eine häufige Ursache für seitliche Hüftschmerzen, insbesondere bei Frauen mittleren Alters, die durch eine Schädigung der Sehnen der Gesäßmuskulatur verursacht wird.
  • Hüftimpingement: Eine Verengung zwischen Hüftpfanne und Hüftkopf, die langfristig die Entstehung einer Arthrose begünstigt.
  • Beinlängendifferenz: Eine unterschiedliche Länge der Beine, die zu einer Fehlbelastung des Hüftgelenks und somit zu Schmerzen führen kann.
  • Weitere Ursachen: Bakterielle Entzündungen des Hüftgelenks (septische Coxitis), Ausrenken der Hüfte (Hüftluxation), Oberschenkelhalsfraktur, Hüftschnupfen (Coxitis fugax) bei Kindern und Ablösung der Hüftkopfkappe (Epiphyseolysis capitis femoris) bei Jugendlichen.

Therapie von Hüftschmerzen

Die Behandlung von Hüftschmerzen richtet sich nach der diagnostizierten Ursache und sollte frühzeitig in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Zu den wichtigsten Zielen der Therapie gehören:

  • Mobilisierung und langfristiger Erhalt der Gelenkbeweglichkeit
  • Stabilisierung und Sicherung des Gelenks
  • Linderung von Schmerzen
  • Reduktion von Schmerzmitteln
  • Verzögerung einer Operation

Konservative Behandlungsmethoden

  • Bewegung und Physiotherapie: Regelmäßige Bewegung und gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Spezielle Hüftübungsprogramme, Hydrotherapie und physikalische Therapien wie Wärme- oder Kälteanwendungen sowie Elektro- oder Ultraschalltherapie können ebenfalls eingesetzt werden.
  • Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung: Übergewicht belastet die Hüftgelenke zusätzlich. Eine Gewichtsreduktion kann daher helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung kann ebenfallsEntzündungen entgegenwirken.
  • Orthopädische Hilfsmittel: Bandagen und Orthesen können das Gelenk stabilisieren, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit fördern. Sie sind sowohl auf Rezept als auch freiverkäuflich im Fachhandel erhältlich. Einlagen können bei Beinlängendifferenz helfen, die Fehlstellung auszugleichen.
  • Schmerzmittel: Bei Bedarf können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen eingenommen werden, um die Schmerzen zu lindern. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Es ist wichtig, die Schmerzmittel nur bei Bedarf und in der niedrigsten wirksamen Dosis einzunehmen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Bei längerer Einnahme sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Schmerzsalben: Schmerzsalben mit Wirkstoffen wie Diclofenac können lokal aufgetragen werden, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass äußerlich aufgetragene Wirkstoffe bis ins Hüftgelenk eindringen.
  • Injektionen: Injektionen mit Kortison können bei Schleimbeutelentzündungen eingesetzt werden, um die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern. Bei beginnender Arthrose können Injektionen mit Eigenblutbestandteilen (PRP) in Erwägung gezogen werden.

Medikamentöse Behandlung

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen sind entzündungshemmende Schmerzmittel, die häufig zur Behandlung von Arthroseschmerzen eingesetzt werden. Sie sind als Tabletten oder als Gel oder Creme zum Auftragen auf das schmerzende Gelenk erhältlich.
  • Cox-2-Hemmer (Coxibe): Celecoxib und Etoricoxib sind weitere entzündungshemmende Schmerzmittel, die selektiv das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX 2) hemmen und somit die Bildung von Prostaglandinen reduzieren, die an Entzündungen und Schmerzen beteiligt sind.
  • Paracetamol: Paracetamol ist ein schmerzlinderndes Mittel, das bei Arthrose eingesetzt werden kann, aber keine entzündungshemmende Wirkung hat.
  • Opioide: Opioide sind starke Schmerzmittel, die nur in Ausnahmefällen bei Arthroseschmerzen eingesetzt werden, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht eingenommen werden können. Opioide können Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit verursachen und bergen ein Abhängigkeitsrisiko.
  • Antidepressiva: Einige Antidepressiva, wie Duloxetin, können bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden und möglicherweise auch Arthrose-Beschwerden lindern.
  • Wobenzym: Wobenzym ist ein Medikament, das Enzyme enthält und entzündungshemmend und abschwellend wirken soll. Es kann bei Arthrose, nach Verletzungen oder bei Weichteilrheumatismus eingesetzt werden.
  • Metamizol: Metamizol ist ein fiebersenkendes und entzündungshemmendes Schmerzmittel, das in Deutschland häufig eingesetzt wird, aber zur Behandlung von Arthrose nicht zugelassen ist und von medizinischen Fachgesellschaften auch nicht empfohlen wird, da es zu einer schweren Nebenwirkung, der Agranulozytose, führen kann.

Operative Behandlung

In schweren Fällen von Hüftschmerzen, insbesondere bei fortgeschrittener Arthrose, kann eine Operation erforderlich sein, bei der ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird (Hüfttotalendoprothese).

Selbsthilfemaßnahmen

Neben den ärztlichen Behandlungen können Sie auch selbst einiges tun, um Ihre Hüftschmerzen zu lindern:

  • Regelmäßige Bewegung: Stärken Sie Ihre Hüftmuskulatur durch regelmäßige Bewegung, um Ihre Hüftgelenke dauerhaft zu stabilisieren. Moderate Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren sind besonders geeignet, da sie die Muskulatur trainieren, ohne die Gelenke zu belasten.
  • Gewichtsreduktion: Reduzieren Sie Übergewicht, um Ihre Hüftgelenke zu entlasten.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf ergonomisches Sitzen am Arbeitsplatz. Die Höhe von Tisch und Stuhl sowie die Position von Arbeitsgeräten sollten Ihrer Sitzposition gut angepasst sein. Verwenden Sie einen Bürostuhl mit Armlehnen sowie verstellbarer Sitzfläche und Rückenlehne.
  • Gutsitzende Schuhe: Tragen Sie gutsitzende Schuhe mit Fußbett.
  • Sichere Hebetechnik: Minimieren Sie das Risiko einer unfallbedingten Verletzung, indem Sie sichere Hebetechniken anwenden und Stolperfallen vermeiden.
  • Gehhilfen: Verwenden Sie bei Bedarf Gehhilfen, einen Stock oder einen Rollator, um Ihre Hüfte zu entlasten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Hüftschmerzen infolge eines Unfalls oder akut auftreten.
  • Die Hüftschmerzen sich nicht bessern.
  • Kinder unter Hüftschmerzen leiden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und bleibende Schäden zu vermeiden.

Lesen Sie auch: Linderung von Nervenschmerzen ohne Rezept

Lesen Sie auch: Behandlung von Wadenkrämpfen

tags: #tabletten #gegen #nervenschmerzen #hufte #bis #ins