Die traditionelle Thai-Massage, auch bekannt als Nuat Phaen Boran, ist ein System von Massagetechniken, das in Thailand seinen Ursprung hat. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Massieren nach uraltem Muster“. Im westeuropäischen Raum wird sie auch als Thai-Yoga-Massage bezeichnet. Sie zeichnet sich durch ihren dynamischen und kraftvollen Aspekt aus. Dabei werden zehn ausgewählte „Energielinien“ (Thai: สิบเส้น - sip sen), die nach traditioneller Lehre den Körper durchziehen sollen, über sanfte Dehnung und mit dem rhythmischen Druck von Handballen, Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet. Die Thai-Massage findet bekleidet auf einer Bodenmatte statt.
Massagen gelten allgemein als wirkungsvolles Heilmittel für zahlreiche Beschwerden. Das Drücken und Kneten der Muskulatur fördert die Durchblutung, lockert Verspannungen und steigert nicht zuletzt auch das psychische Wohlbefinden. Massagen werden längst nicht mehr nur in medizinischer Form von Physiotherapeuten angeboten, sondern auch in zahlreichen Wellnesseinrichtungen.
Allerdings kann eine Massage unter bestimmten Umständen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Daher sollte ein guter Massagetherapeut einem neuen Kunden vor der ersten Massage einige Fragen zur Gesundheit und zu chronischen Beschwerden stellen.
Risiken und Vorsichtsmaßnahmen bei Massagen
Es gibt zahlreiche Gründe, warum eine Massage keine gute Idee sein könnte. Hier sind einige wichtige Punkte zu beachten:
Chronische Entzündungen: Bei chronischen entzündlichen Beschwerden wie Rheuma und Arthritis dürfen Massagen nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes durchgeführt werden. Treten akute entzündliche Prozesse auf, sollten Sie keine Massagen nehmen, wenn es Ihr Arzt nicht ausdrücklich verordnet.
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Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kann eine Massage wunderbare Erholung und Entspannung bringen. Allerdings sind dabei einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So besteht bei Schwangeren ein erhöhtes Thromboserisiko. Auf die Massage der tiefliegenden Bein- und Armmuskulatur sollte verzichtet werden. Außerdem sollte die Schwangere in einer bequemen Seitenlage massiert werden. Wichtig ist daneben die Vermeidung bestimmter Druckpunkte, die möglicherweise frühzeitige Wehen auslösen könnten. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kann eine Massage nachteilig wirken. Ein Abgang durch eine leichte angenehme Massage ist nicht unbedingt zu erwarten. Aber sollte es dennoch zu einem vorzeitigen Schwangerschaftsende kommen, ist es doch ein schönes Gefühl, ausschließen zu können, dass man diesen eventuell durch das Nehmen einer Massage selbst verursacht hat.
Herzinfarkt und Schlaganfall: In den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall birgt eine Massage ein nahezu unkalkulierbares Risiko.
Krampfadern: Bei starken Krampfadern sollten Sie auf Massagen verzichten. Hiermit sind nicht "leichte Besenreißer" oder eine einzelne erkennbare Ader gemeint.
Herzschrittmacher: Wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen, sollten Sie auf Massagen verzichten.
Epilepsie: Durch eine Massage kann ein epileptischer Anfall ausgelöst werden.
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Psychische Störungen: Wer unter nicht nur sehr leichten psychischen Störungen leidet, sollte besser auch keine Massage bekommen, hier auch wieder insbesondere die Tiefenentspannungs-Massage.
Diese Punkte sind natürlich keine abschließende Liste. Ein Masseur ist in der Regel kein Arzt. Aus rechtlichen und medizinischen Gründen ist es sinnvoll, im Zweifel den Hausarzt oder behandelnden Arzt zu befragen.
Thai-Massage nach einem Schlaganfall
Du hast vielleicht schon von traditioneller Thai-Massage gehört, aber wusstest du, dass sie auch als Therapieoption nach einem Schlaganfall genutzt werden kann? Nach einem Schlaganfall kann eine Thai-Massage als Therapieoption genutzt werden, um die Symptome zu lindern und den Genesungsprozess zu unterstützen. Schlaganfälle können eine Reihe von Symptomen verursachen, wie zum Beispiel Lähmungen, Muskelsteifheit, Gleichgewichtsstörungen und Schwierigkeiten bei der Koordination.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Thai-Massage nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung angesehen werden sollte. Sie sollte vielmehr als ergänzende Therapieoption genutzt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Thai-Massage ist eine sanfte und schonende Methode, die für viele Menschen angenehm und entspannend ist. Sie kann helfen, Verspannungen und Schmerzen zu lösen und das Wohlbefinden zu steigern.
Eine Thai-Massage kann sich auf verschiedene Weise positiv auf den Körper auswirken. Aber wie sieht es speziell nach einem Schlaganfall aus? Eine Thai-Massage kann helfen, die Durchblutung zu verbessern und den Blutdruck zu senken. Dies kann insbesondere nach einem Schlaganfall von Vorteil sein, da es das Risiko für weitere Schlaganfälle reduzieren kann. Eine Thai-Massage kann auch dabei helfen, Muskelverspannungen und -steifheit zu lösen. Nach einem Schlaganfall kann es zu einer einseitigen Lähmung kommen, die oft von Muskelverspannungen begleitet wird. Eine weitere Wirkung der Thai-Massage ist die Entspannung. Nach einem Schlaganfall kann es zu einer erhöhten Stressbelastung kommen, was sich negativ auf die Genesung auswirken kann. Zusätzlich kann eine Thai-Massage auch das Immunsystem stärken und die Körperwahrnehmung verbessern. Nach einem Schlaganfall kann es zu einer Beeinträchtigung der Körperwahrnehmung kommen, was das Gleichgewicht und die Koordination beeinträchtigen kann.
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Das Risiko der Chirotherapie: Schlaganfall durch "Hals einrenken"
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Massagen und potenziellen Risiken ist die Chirotherapie, insbesondere das sogenannte "Hals einrenken". Diese Methode wird in der Chirotherapie millionenfach angewandt und soll gegen Kopfschmerzen und Verspannungen helfen. Viele vertrauen auf die angeblich völlig harmlose Behandlung.
Die traurige Realität sieht jedoch anders aus. Es gibt Fälle, in denen Patienten nach einer solchen Behandlung einen Schlaganfall erlitten haben. So erging es Vera Milazewski, die nach dem "Hals einrenken" gelähmt ist und für immer im Rollstuhl sitzen wird. Beim Chirotherapeuten war sie nur wegen eines steifen Nackens, den sie sich beim Autofahren mit offenem Fenster zugezogen hatte.
Der Arzt hatte ihr beim Einrenken die Halsschlagadern eingerissen. Vera Milaszewski wäre fast gestorben. Die Mutter von zwei Kindern war von da an ein Pflegefall, und das mit erst 34 Jahren.
Im Klinikum Großhadern in München beobachtet Schlaganfall-Experte Prof. Hamann mit Schrecken, dass er immer öfter Patienten nach einer Chirotherapie, nach dem sogenannten Manipulieren am Hals, behandeln muss.
Durch den Eingriff können vor allem die hinteren Halsschlagadern verletzt werden. Sie laufen durch Knochen und sind deshalb sehr empfindlich. Durch das Ziehen und den Ruck kann ein Riss in der Arterie entstehen. Es bildet sich ein Blutgerinnsel, das ins Hirn wandert und eine Ader verstopft. Die Folge: Schlaganfall.
Auch Alexandra Weber erlitt nach dem "Hals einrenken" einen Schlaganfall mit Sprachstörungen und Lähmungen. Sie war Lehrerin und kann wahrscheinlich nie mehr arbeiten, da sie unter dauernden Schwindelgefühlen leidet und noch immer nicht richtig schreiben kann.
Obwohl es eindeutige Risiken gibt, will der Berufsverband der Chirotherapeuten von dem Risiko Schlaganfall nichts hören. Doch Studien, wie die des Berliner Uniklinikums Charité, zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen chirotherapeutischen Eingriffen und nachfolgenden Schlaganfällen gibt.
Patienten werden oft nicht über das Risiko Schlaganfall aufgeklärt, bevor der Arzt Hand anlegt. Sie haben keine Wahl und hätten niemals eingewilligt, wenn sie das Risiko gekannt hätten.
Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, über die Risiken solcher Eingriffe aufzuklären. Doch selbst der Berufsverband der Chirotherapeuten nimmt es offenbar nicht so genau. In seinem Infoblatt für Patienten heißt es lapidar: schwer wiegende Komplikationen sind extrem selten.
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