Das Schweigen der Lämmer: Realität oder Fiktion? Eine Analyse des Serienmördermotivs und seiner Darstellung in Film und Medien

Die Figur des Hannibal Lecter aus „Das Schweigen der Lämmer“ hat sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Filme und Serien, die sich mit Serienmördern beschäftigen, üben eine besondere Faszination auf uns aus. Doch wie viel Realität steckt hinter diesen fiktiven Darstellungen? Dieser Artikel untersucht das Serienmördermotiv in Film und Medien, seine Verbindung zur realen Kriminalität und die ethischen Fragen, die mit seiner Darstellung einhergehen.

Serienmord im Film: Eine Gratwanderung zwischen Fiktion und Realität

In neueren Serienmörderfilmen werden Vorstellungen über Kriminalität, Kriminelle und Strafverfolgung vermittelt und die Täterfiguren repräsentieren Reflexionsstufen im Hinblick auf die mediale Verarbeitung von Serienmord.

Karl Juhnke erfasste in seiner Studie insgesamt 697 Filme, in denen das >Serienmördermotiv< verwendet wird. Er wertete davon 573 Filme aus, die zwischen 1920 und 1997 / 98 in Deutschland produziert oder in deutscher Synchronisation aufgeführt wurden.

Die historische und thematische Spannweite des Korpus wird an den fünf Beispielen sichtbar, die Juhnke wegen ihrer "filmästhetischen Qualität" bzw. wegen ihrer "filmhistorischen Bedeutung" zur Einführung in sein Thema vorstellt:

  • Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) gilt als Inszenierung individueller und kollektiver >Erkrankung<.
  • Robert Siodmaks "The Spiral Staircase / Die Wendeltreppe" (1946) ist ein herausragender Film Noir, der die Opferrolle fokussiert.
  • Alfred Hitchcocks "Psycho" (1960) ist ein >Psychothriller<, der die krankhafte Mutterbindung betont und damit spätere Serienmörderdeutungen vorwegnimmt.
  • John Carpenters "Halloween" (1978) exemplifiziert die Bedeutung der Mehrfachtötung im >Horrorgenre<.
  • Jonathan Demmes Harris-Verfilmung "The Silence of the Lambs / Das Schweigen der Lämmer" (1990) ist ein >Serienmörderfilm<.

In allen fünf Filmen tritt eine "Täterfigur" auf, die "mehrfach Menschen tötet, ohne dabei primär eines der klassischen Tatmotive wie Bereicherungswunsch, Vertuschung, Rache oder Affekt aufzuweisen". Dies ist der Kern der literaturwissenschaftlich informierten Motivdefinition, die dem Korpus zugrunde gelegt wird. Sie stellt den Täter in eine triadische Beziehung mit Ermittlerfiguren und Opfern und sie umfasst auch Deutungsvorstellungen (Gewalt, Macht und bzw. oder Sexualität als motivierende Hintergründe für Tötungen).

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Die >dramaturgischen Funktionen< des Serienmördermotivs sind vielgestaltig; sie reichen von >Täterstudien< (also verfilmten Fallgeschichten) über die Darstellung von erfolgreicher Polizeiarbeit bis zur sich selbst genügenden Inszenierung von Gewalt. Mit der Motivdefinition sollen die filmischen Darstellungen mit der außerfilmischen >Realität des Serienmordes< verbunden werden: "Motive sind meist historisch besetzt, d. h. sie verweisen auf gesellschaftliche, kulturelle und intertextuelle Bezüge und Traditionen".

Die inzwischen über 700 Filme, ungezählten Kriminalromane, True-Crime-Stories, Fernseh- und Zeitungsberichte über reale Fälle und die zu Mythen gewordenen Figuren wie Jack the Ripper oder Fritz Haarmann binden jede weitere Verwendung des Motivs nolens volens in diese Tradition und das gesellschaftliche Wissen darüber ein. Das Verhältnis der >Mythen< zur >Wirklichkeit der Kriminalität<, die ihrerseits als mediales Konstrukt zu fassen ist, bleibt problematisch. So bezeichnet Juhnke Serienmord als "Terminus der realen Kriminologie" und die traditionelle Unterscheidung zwischen einer in der Realität vorgefundenen Kriminalität und ihrer medialen Verarbeitung bzw. Serienmorde sind ein zeitgenössisches Phänomen der sozialen Wirklichkeit, kein ursprünglich filmisches, mythisches oder literarisches Motiv wie Monster, Aliens oder Engel. Wie fast alle anderen Verbrechen, die im Kriminalfilm behandelt werden, verweisen sie auf soziale Problemstellungen, auf die jeweils herrschenden Vorstellungen über Ursachen von Kriminalität, auf Verfahren der Strafe, auf Formen der Herstellung der öffentlichen Ordnung und grundlegend auf Fragen der Normalität, des Ausnahmezustandes und der Grenzen in einem sozialen Gefüge.

Die Konzeption eines >Quasi-Mythos< Serienmord, der stets auf sein Korrelat in der Wirklichkeit verweisen soll, ist einem substantialistischen Verbrechensbegriff geschuldet, der die Existenz des verbrecherischen >Anderen< allzu unreflektiert voraussetzt. Die Kriminalität ist uns stets nur als so bezeichnete und als Ergebnis eines Signifikationsprozesses zugänglich; auch die Tötung eines anderen Menschen wird zum abscheulichen Verbrechen erst im Auge des Betrachters, der zwischen legalen und illegalen Tötungen zu unterscheiden weiß. Insofern verweist Juhnkes >Quasi-Mythos< nicht auf die Wirklichkeit, sondern auf das allemal schon mediale Konstrukt Serienmord.

Die Geschichte des Serienmordes ist die seiner >interdiskursiven< Herstellung, die in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts einsetzte und von vornherein auf das Zusammenwirken unterschiedlicher Interessenten und Akteure (Polizei, Justiz, Politik, Massenmedien, True-Crime-Produzenten, Literaten) derart aufbaute, dass auch die Unterscheidung zwischen den Konstrukten der Massenmedien und denen der Strafverfolgungsinstanzen obsolet wurde. Erst mit dem Aufkommen des Begriffes konnte Serienmord auch als >Karriere-Option< in Erscheinung treten, für die dann >Jack the Ripper< (1888) als historisches Vorbild reklamiert wurde, der bis dahin als Prototyp des Lustmörders galt. Die retrospektive Anwendung des Begriffs des Serial Killing zur Bildung von Fall-, Text- und Filmkorpora verstellt sich den Blick auf die Unterschiede der Definitionen von Lust- und Serienmord.

Der Lustmörder ist vom >Trieb< oder von der Krankheit bestimmt, die er womöglich als >innere Fremdbestimmung< versteht und bekämpfen möchte. So wird er beispielsweise im Monolog des Kindermörders am Ende von Langs "M" vorgestellt, aber auch noch in der Darstellung der >gespaltenen Persönlichkeit< in Richard Fleischers "The Boston Strangler / Der Frauenmörder von Boston" (1968). Der Serienmord wird - vor allem in populären Publikationen von Polizisten und Psychiatern - im Rahmen einer Abbildungsrationalität konzipiert, die an die Stelle von Krankheit, aber auch der Mittel-Zweck-Rationalität >normaler< Motivbildungen tritt. Wo der Gangster sich etwa bereichern will, wenn er tötet, befriedigt der Serienmörder mit der Tötung selbstreflexiv die Lust am Töten (der Sexualtrieb ist hier nur ein - wenn auch bedeutender - Sonderfall). Er inszeniert jeden neuen Mord als Abbild eines früheren und drückt sich selbst in seinen Taten als >Autor< / >Urheber< aus. "Enger als mit dem Gangster ist der Serienmörder mit der Figur des Psychopathen verwandt". Dies sieht Juhnke richtig; der Psychopath ist nicht krank, seine Abweichung bleibt zurechenbar. Während beim Gangster das Mittel inkriminiert wird, mit dem er ein zulässiges Ziel erreichen will, sind es beim Psychopathen Selbstdarstellung und Selbstverwirklichung, die das zugelassene Maß überschreiten und im Serienmord die letzte Stufe erreichen.

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Der Serienmörder wird also wahrgenommen, wo den zeitlich aufeinander folgenden Taten, die ansonsten unverbunden erscheinen, Abbildungsqualität zugeschrieben wird; Serial Killing entsteht als >Phänomen<, wo jeder neue Täter als Replikat eines früheren verstanden wird: Die >Geschichte der Mehrfachtötungen< wird zu einer Abfolge von Serienmördern, an deren Anfang eben >Jack the Ripper< gesetzt wird. Definitionswandel und Blickwechsel der Ermittler bedingen sich gegenseitig, denn nun werden am Tatort die Zeichen gesucht, die den Täter als >Autor< repräsentieren sollen.

In den Einleitungskapiteln der Studie wird die Korpusbildung begründet, die beiden folgenden Kapitel werten das gesamte Sample aus, und zwar zunächst im Hinblick auf die Produktionszahlen für den Zeitraum zwischen 1920 und 1998. Mehrfachtötungen, deren Motiv im Töten selbst liegt oder zu liegen scheint, werden zwar in allen Genres dargestellt, sie sind aber im wesentlichen Sujets des >Kriminalfilms< und machen dessen tendenzielle Ablösung durch den >Thriller< mit. "Bis zur Mitte der siebziger Jahre wurde die Mehrzahl der Serienmörderfilme in Europa gedreht. Deutsche Produktionen spielen in den 20er Jahren eine große Rolle". "Bis zum Ende der 70er Jahre wurden die Täter gleichrangig als Hauptfiguren präsentiert, ihre Bedeutung sinkt offensichtlich mit der Flut an Produktionen in den 80er Jahren, als der Ermittler zur dominanten Größe wurde und bis heute blieb". Die Verschiebung des Produktionsschwerpunkts in die USA verbindet sich mit der Durchsetzung der Dominanz der Ermittlerfiguren in den Action-betonten Thriller-Dramen. Die Leitperspektive der Untersuchung bewährt sich: Anstatt etwa auf die dargestellten Täter- oder Konflikttypen konzentriert sich Juhnke auf die Ausgestaltung der triadischen Beziehungen zwischen Tätern, Opfern und Ermittlern und kann so die Betonung von Polizeiaktionen und -figuren erfassen.

Auch wenn die Darstellung der Polizeiarbeit nie >realistisch< in einem landläufigen Sinn sein kann, sondern stets dramaturgischen Anforderungen folgt, so verweisen doch zahlreiche Filme - nicht zuletzt aus dem Bereich der TV-Produktionen - auf Polizeiwissen, so wie umgekehrt Sachliteratur und Dokumentationen immer wieder Beziehungen zu fiktionalen Konzeptionen von Serienmord herstellen. Das symbiotische Zusammenwirken, mit dem Politik, Polizei und Massenmedien zu Profiteuren der Angst vor dem Serienmord werden, ist inzwischen selbst zum Thema filmischer (und literarischer) Ironisierung geworden. Immer häufiger werden Fahndungsteams des FBI als so präpotente wie inkompetente Männerbünde dargestellt, deren zweifelhafte Erfolge mit blutigen Metzeleien erkauft sind, wobei der Täter sich nicht selten in den eigenen Reihen verbirgt. Ridley Scotts Harris-Verfilmung "Hannibal" (2001, außerhalb des erfassten Samples) markiert einen makabren Höhepunkt dieser Entwicklung, wenn einer der Protagonisten, der an der Grenze zwischen Politik und Polizei agiert, gezwungen wird, das eigene Gehirn zu essen und damit den ganzen >Serienmörderkomplex<, von dem er profitieren wollte, inkorporierend zu vernichten.

Drei Filme werden im 5. "No Way to Treat a Lady / Bizarre Morde" von Jack Smight (1966 / 67), "Cop / Der Cop" von James B. Harris (1987) sowie "Se7en / Sieben" von David Fincher (1995), also ausschließlich US-amerikanische Produktionen. Über die Auswahlkriterien ist zu erfahren, dass je ein Film aus der Zeit vor dem >Boom<, aus der >Aufschwungzeit< und aus der >Hochphase< des Serienmördermotivs präsentiert werden sollte; die Filme sollten entweder dem Kriminalfilm- oder dem Thriller-Genre angehören und die >Triade< zwischen Täter, Opfer und Ermittler zwar vollständig besetzen, aber doch den Schwerpunkt auf die Ermittlung bzw. die Identifikationsfigur Ermittler legen. Die Filmhandlungen folgen jeweils den Ermittlungen des oder der ausschließlich männlichen Polizeiprotagonisten, deren gesamte Existenz durch die Auseinandersetzung mit dem Serienmörder tangiert ist und sich am Ende wandelt. Die Fahndung ist mehr als bloße Berufsausübung - und in allen drei Filmen wird der Mörder vom Polizisten getötet. Die Quasi-Hinrichtungen werden als geläufiges Motiv bezeichnet, in dem sich "Unzufriedenheit" mit der Justiz, also der retributive Zug der US-amerikanischen Gesellschaft ausdrücke.

Bei aller Detailgenauigkeit geht Juhnke kaum auf die >intertextuellen< Bezüge ein, die sich der Lektüre seiner Analysen erschließen. So bleibt fast gänzlich ausgeblendet, dass alle drei Filme Mord als Kunstproduktion in Szene setzen. Kunst repräsentiert wie Verbrechen ein >Inneres<, das sich in Handlung entäußert. In "No Way to Treat a Lady" inszeniert ein Theaterdirektor in schauspielerischen Auftritten jede neue Tat als Muttermord; in "Cop" fällt das Arrangement des Tatortes und der Leiche auf, in "Se7en" schließlich wird an jedem Tatort eine der Sieben Todsünden repräsentiert und die Mordserie insgesamt zum Urteil, das stellvertretend an den Repräsentanten einer verkommenen Welt vollzogen wird, während der erfolgreiche Polizist in die Bibliothek muss, wo ihn Lektüre die >intertextuelle Qualität<, die dem Fall innewohnt, erst wahrnehmen lässt. Fincher etwa nennt seinen Serienmörder "John Doe" und verweist damit auf das Naming, das in den Serienmörderkonstrukten der Polizei und der Massenmedien eine gleichermaßen gewichtige Rolle spielt. Der noch unbekannte Mörder, nach dem gefahndet wird und von dem noch weitere Taten erwartet werden, erhält eine Bezeichnung, die ihn individuell charakterisiert - und gleichzeitig eindeutig der Gruppe der Serienkiller zuordnet, ihn zudem noch in den (jeweils) populären Diskursen verankert: "Der Vampir von Düsseldorf" ist ein frühes Beispiel, "The Hillside Strangler", "The Coed Killer", "The Green River Killer" usw. In der Sprache juristischer Schriftsätze und Texte steht "John Doe" aber für einen fiktiven Akteur (Kläger, Beklagter); in der Alltagssprache ist er der Jedermann, Hänschen Müller. "John Doe" ist daher nicht als Übernahme der >Nick-names< der Massenmedien, sondern als Persiflage zu verstehen, die sichtbar macht, wie in Finchers Film die gängigen Oppositionen unsicher werden; der Polizist fällt aus der Rolle des >Guten< und übernimmt seine Rolle im Plan des >Bösen<; die Taten, die den >Ausnahmefall< ausmachen werden dem Jedermann, dem Alltagsamerikaner zugeschrieben. So bricht in Finchers Film die Serie der Ordnungs- und Orientierungsdarstellungen ab; wer eine Abbildung der >Wirklichkeit< sucht, stößt auf sein eigenes Bild. Spätestens seit Fritz Langs "M" werden die - filmischen, literarischen - Darstellungen von Mehrfachmorden auf je zeitgenössische Fälle bezogen.

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Ethische Fragen der Darstellung von Serienmördern

Die Darstellung von Serienmördern in Film und Medien wirft eine Reihe ethischer Fragen auf. Zum einen besteht die Gefahr der Glorifizierung und Romantisierung von Gewalt. Zum anderen kann die detaillierte Darstellung von Verbrechen zu Nachahmungstaten anregen.

Der Fall Hannibal Lecter

Die Figur des Hannibal Lecter ist ein Paradebeispiel für die ambivalente Faszination, die von Serienmördern ausgeht. Einerseits ist er ein monströser Kannibale, andererseits ein hochintelligenter und kultivierter Mann. Diese Kombination macht ihn zu einer faszinierenden und zugleich abstoßenden Figur.

Kannibalismus: Realität und Mythos

Der Kannibalismus, der in Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" thematisiert wird, ist ein Thema, das viele Menschen abstößt und fasziniert.

Jahrelang wurden Fälle von Anthropophagie - wenn Menschen Menschenfleisch essen - in die fiktive Welt von Bestsellerautoren wie Thomas Harris gedrängt, dessen blutrünstiger Fantasie einst der feingeistige Doktor Hannibal Lecter aus „Das Schweigen der Lämmer“ entsprang.

Dass Menschen nicht nur in Hollywoodfilmen Menschenfleisch essen wurde lange von vielen Menschen als unvorstellbar verdrängt - bis sie Anfang des Jahrhunderts Armin Meiwes zurück in die Realität holte. Der „Kannibale von Rotenburg“ tötete und zerstückelte 2001 einen 43-jährigen Mann mit dessen Einverständnis - und aß mehrere Leichenteile. 2006 wurde der heute 52-Jährige wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Selbst renommierte Kriminalpsychiater wie Rudolf Egg, seit 1997 Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, wurden vom Fall Meiwes eiskalt erwischt. „Mir war zwar bekannt, dass es Kannibalismus als psychische Störung, als fetischistische Neigung gibt. Das hatten wir im Studium unter ‚ferner liefen‘ gelernt. Aber dass jemand im Internet nach jemandem sucht, der sich abschlachten und aufessen lässt, und dass das auch noch gelingt, das habe ich früher nicht für möglich gehalten“, gestand Egg der „Frankfurter Rundschau“ und fügte hinzu: „Ich habe damals hier am Telefon von einem Medienvertreter von dem Fall gehört, und ich war froh, dass ich gerade auf dem Sprung zu einer Tagung war und keine Zeit hatte, sofort eine Einschätzung abzugeben. Ich war im wörtlichen Sinne sprachlos.“

Im Laufe der Jahre hat Egg seine Sprache wiedergefunden - auch wenn der Kriminalpsychiater die Tat nur bedingt einordnen mag. „Dass jemand den Wunsch hat, Nähe zu einer anderen Person zu entwickeln und sich diese gewissermaßen symbolisch einverleiben möchte - das kann man noch nachvollziehen. Das ist ja sogar der Wesenskern einer romantischen Beziehung: Wir sind untrennbar, wir sind eins. Aber hier geht jemand sehr viel weiter, indem er das Einverleiben wortwörtlich nimmt.

Kannibalismus als psychische Störung

Kannibalismus ist in den meisten Fällen auf schwere psychische Störungen zurückzuführen. Die Täter leiden oft unter Realitätsverlust, Wahnvorstellungen oder einem Kontrollverlust über ihre Impulse. In einigen Fällen kann Kannibalismus auch Ausdruck einer sexuellen Fetischisierung sein.

Die Psychologie des Serienmörders

Was treibt Menschen dazu, zu Serienmördern zu werden? Diese Frage beschäftigt Kriminologen, Psychologen und die Öffentlichkeit seit Langem.

Die biologische Komponente

Die Forschung hat gezeigt, dass es eine biologische Komponente bei der Entstehung von kriminellem Verhalten gibt. Studien haben ergeben, dass bestimmte Gene, wie das MAOA-Gen, die Neigung zu Gewalt und aggressivem Verhalten erhöhen können. Auch veränderte Hirnfunktionen, welche die Impulskontrolle und die Stimmungsschwankungen steuern, sind als eine mögliche Ursachen für kriminelles Verhalten ausgemacht worden.

Die Rolle der Umwelt

Neben der biologischen Komponente spielt auch die Umwelt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von kriminellem Verhalten. Traumatisierungen, Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt in der Kindheit können die Entwicklung eines Menschen nachhaltig beeinträchtigen und das Risiko erhöhen, dass er später selbst zum Täter wird.

Die Persönlichkeit des Psychopathen

Viele Serienmörder weisen psychopathische Persönlichkeitsmerkmale auf. Dazu gehören unter anderem Empathielosigkeit, Gefühlskälte, manipulative Fähigkeiten und ein Mangel an Schuldbewusstsein.

Die Arbeit der Profiler

Forensische Psychologen und Profiler spielen eine wichtige Rolle bei der Aufklärung von Verbrechen. Sie erstellen Täterprofile, analysieren Tatorte und helfen den Ermittlern, die Motive und das Verhalten der Täter zu verstehen.

Einblick in die Arbeit von Profilern

Der Dokumentarfilm "Blick in den Abgrund" gibt einen Einblick in die Arbeit von Profilern. Die Filmemacherin Barbara Eder begleitet sechs Profiler aus verschiedenen Ländern bei ihrer Arbeit. Die Dokumentation zeigt die Herausforderungen und Belastungen, denen Profiler in ihrem Beruf ausgesetzt sind.

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