Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das mit einer intensiven Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen einhergeht. Dies betrifft sowohl äußere Sinneseindrücke als auch innere Empfindungen. Hochsensible Personen (HSP) erleben Zustände in den Bereichen Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Körper intensiver. Diese gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit kann zu einer schnelleren Überreizung des Nervensystems führen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Hochsensibilität keine Einbildung oder "Überempfindlichkeit" ist, sondern eine neurobiologische Grundlage hat. Das Nervensystem von HSP verarbeitet Reize intensiver, was sowohl Stärken als auch Herausforderungen mit sich bringt.
Was bedeutet Hochsensibilität?
Die Hochsensibilität beschreibt eine Persönlichkeitseigenschaft, die durch eine äußerst intensive Wahrnehmung auf verschiedenen Ebenen gekennzeichnet ist. Elaine Aron, die Entwicklerin des Modells der Hochsensibilität, hat vier grundlegende Merkmale identifiziert:
- Die tiefe Verarbeitung von Informationen
- Eine leichtere Überreizbarkeit des Nervensystems
- Eine starke Gefühlswelt
- Evolutionäre Vorteile durch gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit
Studien zeigen, dass bei HSP bestimmte Bereiche im Gehirn bei der Verarbeitung von Reizen aktiver sind und mehr Informationen als wichtig erachten, was schneller zur Überreizung führen kann. Zusätzlich nehmen sie mehr Reize gleichzeitig wahr, da die Gehirnregion für Reizunterdrückung bei HSP laut Untersuchungen weniger aktiv ist. Aus diesem Grund empfinden Hochsensible manche Situationen schneller als belastend und kommen in Stress.
Das Nervensystem von Hochsensiblen
Aufgrund der intensiveren Reizverarbeitung spielt das Nervensystem eine zentrale Rolle bei der Hochsensibilität. Das Nervensystem hochsensibler Menschen reagiert besonders stark auf emotionale Reize, sowohl eigene als auch fremde. Das Empathie-Zentrum (z. B. Spiegelneuronen) ist oft aktiver, wodurch sie stärker auf Stimmungen und Emotionen reagieren. Hochsensible Menschen haben ein empfindlicheres zentrales Nervensystem (ZNS), das Reize (wie z. B. Licht, Geräusche, Gerüche, Berührungen) intensiver wahrnimmt und verarbeitet. Studien zeigen, dass ihr Gehirn in Bereichen der Tiefenverarbeitung (z. B. Insula, präfrontaler Cortex) aktiver ist. Das retikuläre Aktivierungssystem (RAS) im Hirnstamm reguliert, welche Reize ins Bewusstsein gelangen. Bei Hochsensiblen scheint das RAS weniger stark zu filtern, wodurch mehr Reize gleichzeitig verarbeitet werden müssen. Das autonome Nervensystem (besonders der Sympathikus) reagiert empfindlicher, was zu einer schnelleren Stressaktivierung führt. Hochsensible neigen eher zu Überstimulation, weil ihr Körper langsamer von einer Erregung in einen entspannten Zustand wechselt. Der Parasympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems) ist oft aktiver, was zu einer stärkeren Wahrnehmung innerer Zustände (z. B. Herzschlag, Verdauung) führt. Dies kann auch erklären, warum Hochsensible oft schneller erschöpft sind und mehr Rückzugszeit benötigen.
Fünf Merkmale über das Nervensystem von HSP:
- Intensive emotionale Verarbeitung: Das Nervensystem hochsensibler Menschen reagiert besonders stark auf emotionale Reize, sowohl eigene als auch fremde.
- Erhöhte sensorische Verarbeitung: Hochsensible Menschen haben ein empfindlicheres zentrales Nervensystem (ZNS), das Reize intensiver wahrnimmt und verarbeitet.
- Geringere Filterung von Reizen: Bei Hochsensiblen scheint das retikuläre Aktivierungssystem (RAS) weniger stark zu filtern, wodurch mehr Reize gleichzeitig verarbeitet werden müssen.
- Stärkere Stressreaktionen: Das autonome Nervensystem (besonders der Sympathikus) reagiert empfindlicher, was zu einer schnelleren Stressaktivierung führt.
- Erhöhte Aktivität im parasympathischen Nervensystems: Der Parasympathikus ist oft aktiver, was zu einer stärkeren Wahrnehmung innerer Zustände führt.
Hochsensibilität und Stress
Da die Natur ja prinzipiell clever ist, hat sie deswegen Hochsensible mit ausgleichenden Fähigkeiten ausgestattet. Hochsensible benötigen mehr Ruhepausen, schätzen Arbeitsphasen, in denen sie auch allein arbeiten können, meiden ein reizstarkes Umfeld, in dem sie sich nur schwer zurückziehen können. Zum Beispiel ein Weihnachtsmarktbesuch am Freitagabend. Oder eine Familienfeier, die über mehrere Stunden angesetzt ist. HSP lieben die Gemeinschaft. Gleichzeitig ist die Zeitspanne, in der Hochsensible das Beisammensein rundum genießen können, einiges geringer als bei durchschnittlich Sensiblen. Deshalb sagen sie Treffen zum Teil vorher ab. Sie befürchten, dass ein vorzeitiges Gehen als Ablehnung interpretiert werden könnte. Im Alltag achten sie auf eine Minimierung der Außenreize. Fernseher und Radio werden spätestens beim Essen oder einer Unterhaltung ausgeschaltet, weil sonst ein Gefühl der Unruhe entsteht. Starke Gerüche wie Duftkerzen oder Parfüms werden eher gemieden. Es sei denn, es handelt sich um einen sehr geliebten Duft, dann wird dieser als großer Genuss empfunden. In der Regel sind diese Düfte dann aber eher beruhigend oder sehr leicht und frisch. Schilder in der Kleidung werden rausgeschnitten, weil diese sonst permanent wahrgenommen werden. So gutmütig und harmonieliebend hochsensible Menschen in der Regel sind, können sie zu Furien werden, wenn ihre Überreizung zu stark wird. Dann gehen sie in den Angriffs- oder Fluchtmodus.
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Dadurch, dass das vegetative Nervensystem permanent auf „Obacht“ eingestellt ist, kommt es schneller zur Adrenalinausschüttung als bei durchschnittlich sensiblen Menschen. So kommt es schneller zu Stress durch Überreizung bei Hochsensibilität. Deswegen ist die Fähigkeit der Stressregulation ein wichtiger Faktor, damit sie sich im Falle einer Überreizung schnell beruhigen können. Das ist wichtig, um nicht in eine permanente nervliche Überforderung und damit in Dauerstress zu geraten. Haben wir jedoch nicht gelernt, uns bei Stress zu regulieren, droht Dauerstress. Manche HSP übergehen ihre inneren Warnzeichen aufgrund des eigenen Anspruches oder des Bedürfnisses, mit durchschnittlich sensiblen Menschen mitzuhalten. So kommt es zu einer Dauerstresssituation. Lang andauernder Stress kann zum Beispiel zu Ängsten, Panikattacken, einer Depression, Schilddrüsenfehlfunktionen oder einem Burnout führen. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die körperlichen und psychischen Auswirkungen nicht durch die Hochsensibilität entstehen. Es handelt sich hier in der Regel um die Folgen meist frühkindlicher Erfahrungen. Wenn HSP diese ungünstigen Erfahrungen gemacht haben, sind häufig die Fähigkeiten, die Hochsensible haben, um mit ihrer höheren Reizempfindlichkeit besser umgehen zu können, weniger aktiv. Das Gute daran ist, dass diese Fähigkeiten im Hintergrund schlummern. Durchschnittlich Sensible müssen sie zum Teil erst ganz neu erlernen. Sie müssen bei HSP nur aktiviert werden. Sodass Hochsensible, im Vergleich zu durchschnittlich sensiblen Menschen, durch die weiteren unterstützenden Eigenschaften der Hochsensibilität nach meiner Erfahrung schneller in eine positive Veränderung kommen.
Von hochsensibel zu dysreguliert
Durch die typisch hochsensible starke Wahrnehmung, tiefe Verarbeitung von Reizen und Stimuli und intensive Emotionalität, tendieren wir HSPs generell schnell zu einem überaktivierten Nervensystem. Die neuronalen Filter lassen viel mehr Informationen aus dem Außen und Innen durch, sodass unser Nervensystem immer auf Hochtouren fährt. Doch was tun, wenn du irgendwann zwischen den Stress- und Überreizungswellen gar nicht mehr in der Lage bist, dich zu regulieren? Wenn du dich irgendwann nur noch in der Anspannung und im Alarm-Zustand aufhältst und jede Kleinigkeit, die noch dazukommt, das Fass zum Überlaufen bringt? Wenn du das Gefühl hast, dass du immer höchst gestresst und ausgebrannt bist, dann kannst du davon ausgehen, dass dein Nervensystem wahrscheinlich schon in einer chronischen Dysregulation feststeckt. Und das kostet dich unglaublich viel Kraft! Es gibt Hochsensible, die wahnsinnig gut funktionieren und unglaublich viel Leistung erbringen können. Aber wenn sie nicht in der Lage sind, zwischendurch auch wieder runterzufahren, dann werden auch sie an einem Punkt ankommen, wo nichts mehr geht. Dann führt der Weg direkt in den Burnout. Denn: wie stark die Reaktionen sind, die HSP auf Reize und Eindrücke verspüren, hängt immer auch (neben der aktuellen Situation und der körperlichen Verfassung) vom momentanen Zustand des Nervensystems ab. Bestimmt kennst du das, dass du nach einer langen stressigen Woche an manchen Tagen schon erschöpft und genervt aufstehst, vielleicht kündigt sich auch noch eine Erkältung an - und da braucht es nur eine Kleinigkeit und du brichst in Tränen aus oder bekommst aus dem Nichts einen Wutanfall - zum Beispiel, weil die Milch für die Cornflakes leer ist. An anderen Tagen, an denen du dich ausgeruht und gut fühlst, würde dich die genau gleiche Situation vielleicht kaum berühren. Du würdest dich vielleicht kurz ärgern, zu einer Alternative greifen und später eine neue Packung Milch besorgen. Wenn es darum geht, wie belastend und stressig eine Situation von dir wahrgenommen wird, kommt es zu einem ganz beträchtlichen Teil darauf an, in welchem Zustand sich dein Nervensystem befindet.
Symptome eines dysregulierten Nervensystems
Typische Symptome für ein dysreguliertes Nervensystem sind zum Beispiel:
- Du wirst regelmäßig von deinen Emotionen überflutet, sie übernehmen regelrecht die Kontrolle über dich.
- Du spürst oft große Unsicherheit; egal was du tust, nichts fühlt sich richtig an.
- Du hast wenig Energie, alles fühlt sich schwer und unüberwindbar an.
- Du lehnst eigene Verhaltensweisen an dir ab und versuchst sie zu unterdrücken.
- Du lebst nicht im Hier und Jetzt, sondern hängst meistens der Vergangenheit nach oder machst dir Sorgen um die Zukunft.
- Du hast kein Vertrauen zu dir selbst und kannst auch anderen nur schwer vertrauen.
- Du verstrickst dich immer wieder in Beziehungen, die dir nicht guttun.
- Du bist fast nie wirklich präsent, versuchst 1000 Dinge auf einmal zu erledigen und kannst dich nur schwer konzentrieren.
- Du leidest unter Einschlaf- und Durchschlafproblemen und bist ständig angespannt.
- Du bist sehr verkopft und hast wenig Zugang zu deinen Gefühlen oder deinem Körper.
- Du sabotierst dich immer wieder selbst und bist generell meist pessimistisch eingestellt.
- Du siehst in vielen Dingen des Alltags eine Gefahr oder einen Angriff auf dich.
- Du zeigst Formen von selbstschädigendem Verhalten.
- Du hast das Gefühl, als würde etwas in deinem Leben fehlen.
- Du leidest ständig unter Unruhe, Nervosität, Ängsten und Panikattacken.
Vielleicht hast du in solchen Phasen bisher instinktiv versucht, dir deine Ruhezeiten zu nehmen oder dir in deiner Hilflosigkeit vielleicht auch ein Verhalten angeeignet, dass dir zwar kurzfristig hilft, dich zu entspannen, was aber eigentlich nicht gut für dich ist (z.B. emotionales Essen, Alkohol, Zigaretten etc.). Oder du flippst zwischendurch auch schonmal in Alltagssituationen komplett aus und lässt deine Anspannung und Überforderung an deinem Partner oder deinen Kindern aus? Dazu kommt ja auch noch, dass wir HSP auch die Gefühle von Menschen in unserem Umfeld oft sehr stark wahrnehmen und ein Ventil brauchen, um uns davon nicht total mitreißen zu lassen. Sich komplett davon abzuschotten - quasi eine Mauer um sich aufbauen, die keinerlei Gefühle mehr durchlässt - ist aber auch keine Lösung. Stattdessen müssen wir einen Umgang finden, wie wir uns zwar empathisch einfühlen können, aber die Themen trotzdem bei der anderen Person belassen können, sodass es uns selber nicht noch zusätzlich belastet. Das ist fast unmöglich, wenn dein Nervensystem dysreguliert ist!
Strategien zur Beruhigung des Nervensystems
Um als hochsensible Person ein erfülltes Leben zu führen, ist es entscheidend, Strategien zur Beruhigung des Nervensystems zu entwickeln und in den Alltag zu integrieren.
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So kannst du im Alltag dein Nervensystem beruhigen:
- Sinnesreize bewusst reduzieren:
- Ruhige Umgebung schaffen (z. B. leise Musik, gedimmtes Licht, geräuscharme Räume)
- Reizfilter nutzen (z. B. Noise-Cancelling-Kopfhörer, Sonnenbrillen)
- Pausen einplanen, um Sinneseindrücke zu verarbeiten
- Atmung und Entspannungstechniken:
- Tiefe Bauchatmung
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Meditation oder Achtsamkeit zur Beruhigung der Gedanken
- Natur und Bewegung nutzen:
- Spaziergänge in der Natur (besonders im Wald oder am Wasser)
- Yoga zur Stressregulation
- Gesunde Routinen und Selbstfürsorge:
- Regelmäßige Pausen und Alleinzeit zur Reizverarbeitung
- Feste Routinen, um das Nervensystem zu stabilisieren
- Genug Schlaf, da Hochsensible mehr Erholung benötigen
- Ernährung und Nährstoffe für das Nervensystem:
- Magnesium & B-Vitamine (z. B. aus Nüssen, Haferflocken, grünem Gemüse)
- Omega-3-Fettsäuren
Weitere Tipps für hochsensible Menschen
- Grenzen setzen: Lernen Sie, Ihre Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. Es ist wichtig, "Nein" zu sagen, wenn Sie sich überfordert fühlen.
- Selbstakzeptanz: Akzeptieren Sie Ihre Hochsensibilität als Teil Ihrer Persönlichkeit. Sie sind nicht "falsch" oder "überempfindlich".
- Positive Umwelt: Suchen Sie sich eine Umgebung, die Ihnen guttut und in der Sie sich wohlfühlen.
- Stressmanagement: Finden Sie individuelle Strategien, um mit Stress umzugehen. Yoga, Meditation, autogenes Training oder einfache Atemübungen können helfen.
- Sportliche Aktivität: Regelmäßige sportliche Aktivität kann das vegetative Nervensystem beruhigen.
- Achtsamkeit: Üben Sie Achtsamkeit, um Ihre eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen.
- Professionelle Hilfe: Bei Bedarf kann eine Psychotherapie oder ein Coaching hilfreich sein, um mit den Herausforderungen der Hochsensibilität umzugehen.
Hochsensibilität als Stärke
Hochsensibilität ist nicht nur mit Herausforderungen verbunden, sondern auch mit Stärken. Hochsensible Menschen sind oft sehr empathisch, kreativ und haben ein reiches Innenleben. Sie sind in der Lage, Dinge tiefer zu verarbeiten und schneller zu lernen.
Die Stärken hochsensibler Menschen:
- Empathie: Hochsensible Menschen können sich gut in andere hineinversetzen und deren Gefühle verstehen.
- Kreativität: Sie haben oft eine ausgeprägte Fantasie und sind kreativ in ihren Gedanken und Handlungen.
- Tiefgründigkeit: Sie denken über Dinge gründlich nach und stellen viele Fragen.
- Lernfähigkeit: Sie lernen schnell und behalten Informationen gut im Gedächtnis.
- Ästhetik: Sie haben ein Auge für Schönheit und Ästhetik.
Körperorientiertes Nervensystem-Coaching
Aber es gibt Möglichkeiten, wie du mit deinem dysregulierten Nervensystem arbeiten kannst, um es auf lange Sicht wieder zu einem regulierten Nervensystem zu machen. Körperorientiertes Nervensystem-Coaching kann diesen Prozess anleiern. Mit der sogenannten NESC-Methode, einer Mischung aus Neurowissenschaften, Psychologie, Embodiment, somatischen Methoden, Bewusstseins- und Energiearbeit verbindest du dich wieder mit deinem Körper, seinen Empfindungen und damit mit deinem Nervensystem. Du kannst mithilfe von Körperempfindungen Dinge in deinem Unterbewusstsein sichtbar machen und mit ihnen arbeiten, die dein Verstand nicht erreichen kann. Das, was dein Kopf vielleicht schon ganz lange weiß, endlich auch in den Körper bringen, sodass du es auch spüren kannst. Somit bist du in der Lage, deinem Nervensystem Stück für Stück wieder ein Gefühl von Sicherheit zu geben und aus der chronischen Dysregulation herauszukommen.
Und dann hast du nie wieder Stress?? Nein! Das ist nicht nur absolut unrealistisch - stressige Momente gehören zum Leben auch einfach dazu (wir brauchen ja auch diese Dualität, um die Ruhe schätzen zu können bzw. wäre ein Leben ganz ohne Höhen und Tiefen im Alltag ja auch langweilig - selbst für HSP). Hier geht es eher darum, dass ein gesundes, reguliertes Nervensystem eben in der Lage ist, sich nach einer stressigen Erfahrung auch wieder zügig runterzufahren. Und gerade für uns HSP ist es enorm wichtig, dass wir eine gute Basis haben für die alltäglichen Überreizungen und Überstimmulierungen. Mit einem regulierten Nervensystem ist es uns dann auch möglich, Veränderungen anzugehen, unseren Bedürfnissen nachzugehen und den alltäglichen Herausforderungen, die der hochsensible Alltag, das hochsensible Berufsleben, das hochsensible Muttersein etc. mit sich bringt, gelassener zu begegnen.
Persönliche Erkenntnisse einer hochsensiblen Mama
- Du bist genau richtig, so wie du bist! Die Hochsensibilität ist kein Defekt, vielmehr eine Stärke. Das Nervensystem arbeitet feiner, empfänglicher, sensibler - es registriert mehr Eindrücke und verarbeitet intensiver.
- Das vegetative Nervensystem ist wie ein sensibler Kompass. Es funktioniert als Frühwarnsystem. Es scannt mehr, verarbeitet mehr - und braucht deshalb auch mehr Pausen.
- Den Körper bewusst mit einbeziehen. Über den Körper kann man sich wieder erden. Ganz einfache Dinge helfen: die Füße fest auf den Boden stellen, bewusst atmen, die Schultern bewegen, die Hände reiben, im Raum orientieren.
- Ruhe muss nicht groß oder perfekt sein. Sie darf im Kleinen entstehen - in den sogenannten Soulmoments. Diese Mini-Momente schenken Ruhe, Energie oder genau das, was man gerade braucht.
- Dem Nervensystem vertrauen. Der Körper sendet Signale, und zwar schon lange bevor der Kopf sie erfassen kann. Dieses Vertrauen in die eigenen Signale ist befreiend.
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