Vetdrehtecsugen bei NSBY Epilepsie: Ursachen, Symptome und Behandlung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch abnorme elektrische Aktivität im Gehirn. Die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsie sind vielfältig. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Epilepsie, einschließlich der verschiedenen Arten von Anfällen, der diagnostischen Verfahren und der verfügbaren Therapieoptionen.

Der erste Anfall: Ein einschneidendes Erlebnis

Der erste epileptische Anfall ist oft ein schockierendes und beängstigendes Ereignis für Betroffene und Augenzeugen. Insbesondere ein großer epileptischer Anfall, auch Grand-mal-Anfall genannt, kann sehr eindrucksvoll sein.

Ein typischer Bericht eines Augenzeugen könnte so aussehen: „Herr Mustermann hat plötzlich einen starren Blick bekommen, die Augen nach oben verdreht, alle Muskeln des Körpers durchgestreckt und ist umgefallen. Am Boden liegend hat er dann an Armen und Beinen rhythmisch gekrampft, heftig geatmet und Schaum vor den Mund bekommen. Die Krämpfe haben etwa 2 Minuten gedauert. Auf Ansprache oder Rütteln zeigte Herr Mustermann danach keine Reaktionen. Nach 5-10 Minuten kam er wieder zu sich, reagierte aber nicht der Situation entsprechend. Allmählich kam er wieder zur Orientierung. Er war sehr müde und abgeschlagen. Am Folgetag hatte er Muskelkater und ein seitlicher Zungenbiss tat weh. Auch Prellmarken und Hautabschürfungen traten auf.“

Diese Beschreibung deutet auf einen generalisierten tonisch-klonischen Anfall hin, der auch als Grand-mal-Anfall bekannt ist. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle epileptischen Anfälle so verlaufen.

Eine andere Art von Anfall wird wie folgt beschrieben: „Mein Kind befindet sich im 2. Schuljahr. Mehrmals am Tag schaut es starr in die Luft und bewegt die Augenlider. In dieser Zeit ist es nicht ansprechbar. Nach wenigen Sekunden ist alles wieder normal und es setzt die angefangenen Tätigkeiten fort.“

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Diese Schilderung deutet auf Absencen hin, die ebenfalls generalisierte Anfälle im Gehirn sind. Äußerlich sind oft nur Lid- und Augenwinkelzuckungen oder kleinere Zuckungen in den Fingerspitzen zu beobachten. Die Kinder selbst bemerken die Anfälle meist nicht, und Eltern interpretieren sie oft fälschlicherweise als Konzentrationsstörungen.

Eine dritte Schilderung eines Anfallsereignisses lautet so: "Meine Frau stand neben mir, als sie plötzlich sagte, dass ihr schwarz vor den Augen werde. Sie sackte in sich zusammen und lag 5 Sekunden ohnmächtig am Boden ohne sich zu bewegen. Auf Ansprache reagierte sie plötzlich sofort, wusste sofort wo sie war, stand auf und alles war wieder wie vorher.“

In diesem Fall handelt es sich wahrscheinlich um eine Ohnmacht oder Synkope, die kreislaufbedingt ist und keine Erkrankung des Gehirns darstellt. Daher handelt es sich nicht um Epilepsie.

Diese Beispiele zeigen, wie schwierig es sein kann, ein Anfallsereignis als epileptischen Anfall zu erkennen. Da die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen sehr unterschiedlich sind, ist es ratsam, einen Facharzt, einen Neurologen, aufzusuchen. Da Betroffene häufig bewusstseinsgestört sind und keine Angaben zum Verlauf des Anfalls machen können, ist es wichtig, einen Augenzeugen zur Untersuchung mitzubringen, falls vorhanden. Zunächst wird geklärt, ob ein epileptischer Anfall aufgetreten ist und ob eine Epilepsie vorliegt.

Diagnose: Habe ich Epilepsie?

Die Diagnose Epilepsie basiert hauptsächlich auf der Beschreibung des Anfallsereignisses. Zusätzliche apparative Untersuchungen wie ein EEG oder eine Kernspintomographie (MRT) des Kopfes können die Diagnose unterstützen, aber nicht beweisen. Daher ist eine möglichst genaue Beschreibung des Anfalls durch den Patienten und einen Augenzeugen von großer Bedeutung. Am besten ist es, den Anfall vom Beginn bis zum Ende aus der Erinnerung heraus zu rekonstruieren. Dabei sind auch die Zeiträume vor und nach dem Anfall wichtig.

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Anfallsanamnese: Rekonstruktion des Anfalls

Um eine genaue Anfallsanamnese zu erstellen, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Anfallsvorgefühle (Prodromi): Gefühle oder Zustände, die der Patient vor dem Anfall erlebt, wie z. B. Spannungszustände oder Depressivität.
  • Aura: Die Aura entspricht dem Beginn des Anfalls im Gehirn. Der Patient kann dabei verschiedene Dinge wahrnehmen, wie z. B. Blitze oder Bilder sehen, Worte oder Töne hören, einen komischen Geruch oder Geschmack wahrnehmen, ein Kribbelgefühl am Körper, das sich ausbreitet, einen gewissen Gedanken fassen müssen, ein Glücksgefühl oder ein depressives Gefühl, eine plötzliche Angst ohne erkennbaren Anlass, das Gefühl, alles schon einmal gesehen oder gehört zu haben (Déjà-vu- oder Déjà-entendu-Aura), eine aufsteigende Übelkeit vom Magen her (epigastrische Aura).
  • Bewusstseinsverlust: Das Bewusstsein ist häufig eingeschränkt oder ganz ausgeschaltet. Dies kann überprüft werden, indem man den Patienten anspricht und auffordert, bestimmte Dinge zu tun. Er reagiert dann nicht oder nicht angemessen.
  • Automatismen: Wiederholte Bewegungen im Gesicht, an Armen oder Beinen, wie z. B. Lippenlecken, Kauen, Zupfen an der Kleidung, Radfahren mit den Füßen, die der Situation jedoch nicht angemessen sind.
  • Verkrampfungen: Es können starre Verkrampfungen (tonische Anfälle) von zuckenden Verkrampfungen (klonische Anfälle) unterschieden werden. Manchmal geht eine tonische in eine klonische Phase des Anfalls über. Betroffen sein können einzelne Körperregionen oder der ganze Körper.
  • Nach dem Anfall: Patienten sind oft umdämmert, d. h. nicht vollständig orientiert und erinnerungsschwach sowie müde. Es können vorübergehende Lähmungen einseitig oder beidseitig auftreten. Auch Sprachstörungen kommen vor.
  • Zungenbiss, Einnässen und Einkoten: Ein seitlicher Zungenbiss tritt bei einem generalisierten tonisch-klonischen Anfall häufig auf und spricht mit großer Wahrscheinlichkeit für einen epileptischen Anfall. Einnässen und Einkoten können vorkommen, sind aber nicht so eindeutig auf eine Epilepsie hinweisend, da sie auch bei Synkopen oder psychisch bedingten Anfällen auftreten können.
  • Verletzungen: Verletzungen können Platz- und Schürfwunden am ganzen Körper, Knochenbrüche oder ausgekugelte Gelenke sein. Dies geschieht durch Stürze zu Beginn eines Anfalls, durch schlagende Bewegungen auf dem Boden oder durch unkontrollierte Handlungen während der Phase der Umdämmerung.
  • Dauer des Anfalls: Die Dauer des Anfalls wird vom Beginn der Aura bis zum Ende der motorischen Störungen gemessen.
  • Auslöser: Bei bestimmten Anfallstypen können Auslöser erkannt werden, wie z. B. Photoempfindlichkeit auf Blitzlichte oder Reflexepilepsien wie eine Lese-Epilepsie beim Lesen. Wenn Anfälle immer in den gleichen Situationen auftreten und sich regelmäßig provozieren lassen, spricht man von einer Reflex-Epilepsie.

Krankheitsvorgeschichte

Neben der Anfallsbeschreibung ist die übrige Krankheitsvorgeschichte wichtig. Von besonderer Bedeutung sind:

  • Schwangerschaft und Geburt
  • Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit
  • Kopf- oder Gehirnverletzungen oder Erkrankungen, die das Gehirn betreffen
  • Frühere Anfallstypen wie Fieberkrämpfe
  • Andere Erkrankungen in der Vorgeschichte wie Infektionen oder Tumore
  • Regelmäßiger Konsum von Medikamenten oder Alkohol
  • Epilepsie in der Familie
  • Handelt es sich wirklich um den ersten Anfall oder gab es schon zuvor Anfälle?

Neurologische und psychiatrische Untersuchung

Nach der Erhebung der Vorgeschichte ist eine körperliche, neurologische und psychiatrische Untersuchung erforderlich. Dabei werden die Hirnnerven, die Körperkraft, die Körperempfindungen, die Reflexe an Armen und Beinen, die Koordination und intellektuelle Leistungen wie Sprache und Gedächtnis überprüft. Es ist auch wichtig, auf mögliche psychiatrische Störungen wie Depressionen, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen einzugehen.

Apparative Untersuchungen

Die wichtigsten apparativen Untersuchungen sind das EEG und eine Kernspintomographie des Kopfes.

  • EEG (Elektroenzephalogramm): Das EEG misst die hirnelektrische Aktivität. Bei Epilepsie-Patienten können epilepsietypische Potentiale gefunden werden, wie z. B. Spitze-Welle-Komplexe. Diese sind auf eine Epilepsie hinweisend, beweisen aber nicht, dass der Patient auch wirklich an einer Epilepsie leidet. Mit dem EEG können auch allgemeine Veränderungen der elektrischen Gehirnaktivität wie Verlangsamungen oder herdförmige Störungen erkannt werden. In der Regel wird zunächst ein Oberflächen-EEG über 20-30 Minuten mit Hyperventilation (verstärktes Atmen) durchgeführt. Erst wenn hierbei keine schlüssige Aussage zu treffen ist, kann ein 24-Stunden-EEG oder Schlafentzugs-EEG durchgeführt werden.
  • Kernspintomographie (MRT): Die Kernspintomographie des Kopfes ist eine Schichtaufnahme des Kopfes und des Gehirns mit Hilfe magnetischer Wellen. Sie ist ungefährlich und nicht belastend und kann beliebig wiederholt werden. Mit ihr erkennt man Veränderungen der Gehirnstruktur, wie z. B. Narben, Missbildungen, Entzündungen, Tumore, Schlaganfälle. Diese Veränderungen können im Zusammenhang mit der Epilepsie stehen, müssen es aber nicht. Selbst wenn das Kernspintomogramm vollständig normal ist, kann eine Epilepsie vorliegen. Mit der Kernspintomographie können auch die zum Gehirn führenden Gefäße dargestellt werden (Kernspin-Angiographie). Falls eine Kernspintomographie des Kopfes nicht möglich ist, sollte zumindest eine Computertomographie durchgeführt werden.
  • Laboruntersuchungen: Insbesondere wenn es sich um den ersten Anfall handelt, sollten Laboruntersuchungen des Blutes und in einzelnen Fällen auch des Nervenwassers (Liquor) durchgeführt werden. Hierbei wird vor allem nach Entzündungszeichen gesucht.
  • Weitere Untersuchungen: Weitere Untersuchungen wie z. B. Untersuchungen des Hirnstoffwechsels mit dem SPECT oder PET sind beim ersten Anfall nur in sehr seltenen Fällen notwendig. Zudem sollte eine zumindest orientierende neuropsychologische Untersuchung mit geeignetem Testverfahren stattfinden, um Beeinträchtigungen der Hirnleistungsfähigkeit durch die Epilepsie erkennen zu können.

Provozierter Anfall

Bei einem provozierten Anfall sollten die Provokationsbedingungen wie z. B. deutlicher Schlafentzug, gewisse Medikamente, übermäßiger Alkoholkonsum oder Drogenkonsum genau benannt werden. Letztere können evtl. im Blut nachgewiesen werden. Die Provokationsfaktoren sollten genau dokumentiert werden. Bei einem provozierten Anfall sind sowohl die körperliche Untersuchung als auch das EEG und auch die Kernspintomographie des Kopfes normal.

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Anfallsartige Störungen, die mit Epilepsie verwechselt werden

Am häufigsten wird eine Ohnmacht (Synkope) mit Epilepsie verwechselt. Hierbei handelt es sich um eine momentane Minderdurchblutung des Gehirns, die zu einem Bewusstseinsverlust und zu einem Zusammensacken führt. Der Patient selber erlebt hierbei meist ein mulmiges Gefühl, ein Schwarzwerden vor den Augen und erwacht meist nach wenigen Sekunden wieder. Nach dem Erwachen ist er rasch wieder vollständig orientiert. Im Rahmen dieser Ohnmachten können vereinzelte Zuckungen auf beiden Seiten auftreten. Man spricht dann von konvulsiver Synkope. Die konvulsive Synkope ist kein epileptischer Anfall. Die Minderdurchblutung des Gehirns wird durch einen Blutdruckabfall verursacht. Häufig handelt es sich um momentane Fehlfunktionen des Herzens wie z. B. Herzrhythmusstörungen. Insofern sollte hier unbedingt eine Abklärung durch einen Herzspezialisten erfolgen.

Der Schlaganfall kann insbesondere dann, wenn er nur sehr kurz verläuft und sich vollständig zurückbildet, zur Verwechslung mit einem epileptischen Anfall führen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Schlaganfall auch eine der häufigsten Epilepsieursachen ist. Nach einem Schlaganfall treten bei etwa jedem 6. Patienten vereinzelt oder dauerhaft epileptische Anfälle auf. Auch hier ist eine genaue Beschreibung des Ereignisses wichtig, um die richtige Diagnose stellen zu können.

Auch bei der Migräne kommt es zu Auren. Diese können bestehen aus Flimmern vor den Augen oder dunklen Flecken. Mitunter führt die Migräneaura auch zu Sprachstörungen oder Halbseitenlähmungen für die Dauer weniger Minuten. Auf die Migräneaura folgen jedoch häufig schwere Kopfschmerzen. Komplizierend kommt hinzu, dass manche Patienten sowohl unter Migräne als auch unter Epilepsie leiden.

Bei manchen Schlafstörungen kommt es zusätzlich zu plötzlichen Anfällen mit Verlust der Körperspannung und Hinfallen, sog. kataplektischen Anfällen. Beim kataplektischen Anfall wird jedoch niemals das Bewusstsein verloren. Auch ist an der Schlafstörung mit häufigem Einschlafen auch tagsüber und zerrüttetem Nachtschlaf erkennbar, dass es sich nicht um eine Epilepsie, sondern um eine Schlafstörung (Narkolepsie-/Katapleksie-Syndrom ) handelt.

Wiederholungsgefahr und Behandlungsmöglichkeiten

Unabhängig von der Ursache der Anfälle kann gesagt werden, dass wer einen Anfall hatte, eine Wahrscheinlichkeit von 30% hat, innerhalb der nächsten 2 Jahre einen weiteren Anfall zu erleiden. Innerhalb der nächsten 10 Jahre sind es 40-50% der Patienten, die einen weiteren Anfall erleiden. Sind bereits 2 Anfälle aufgetreten, so ist die Wahrscheinlichkeit einen dritten Anfall zu erleiden, deutlich höher. Sie liegt bei etwa 50% innerhalb der nächsten 2 Jahre und ca. 70% innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Prinzipiell gibt es die Möglichkeit, durch eine veränderte Lebensführung Anfälle zu vermeiden. Es ist ratsam, für ausreichend Nachtsc…

Fieberkrämpfe bei Kindern

Fieberkrämpfe sind Krampfanfälle, die im Zusammenhang mit Fieber auftreten, meist bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren. Sie können beängstigend wirken, sind aber in den meisten Fällen harmlos.

Wie sieht ein Fieberkrampf aus?

  • Das Kind verdreht die Augen und fixiert den Blick nicht mehr.
  • Das Kind verliert das Bewusstsein und reagiert nicht auf Reize.
  • Das Kind kann krampfen oder schlapp werden.
  • Zucken im Gesicht, Schmatzlaute oder Grunzen können den Krampf begleiten.
  • Zucken von Armen und Beinen.
  • Eventuell Blauverfärbung der Lippen.

Wann tritt ein Fieberkrampf auf?

Ein Fieberkrampf tritt meist auf, wenn das Fieber sehr schnell ansteigt. Es ist also nicht nur die Höhe des Fiebers, sondern auch die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs entscheidend für das Auslösen eines Fieberkrampfs. Im Extremfall: Erst Fieberkrampf, dann Fieber.

Sind Fieberkrämpfe gefährlich?

Fieberkrämpfe sind im medizinischen Sinne ungefährlich und haben nichts mit Epilepsie zu tun. Sie dauern meist unter einer Minute, können aber bis zu fünf Minuten betragen. Nach dem Fieberkrampf sind die Kinder meist total erschöpft.

Was tun bei einem Fieberkrampf?

  • Ruhe bewahren
  • Wenn es sich um den ersten Krampf handelt, die 112 rufen. Bei wiederholten Krämpfen kann man darauf verzichten.
  • Das Kind nicht festhalten.
  • Nichts in den Mund stecken.
  • Ein Video vom Fieberkrampf machen, das kann später bei der Diagnose helfen.
  • Auf die Uhr schauen, wie lange der Anfall wirklich dauert.
  • Ist das Kind bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit Speichel gut abfließen kann.

Was löst einen Fieberkrampf aus?

Häufige Auslöser sind virale Infekte, wie Magen-Darm-Infekte oder Infekte der oberen Luftwege. Auch die echte Grippe (Influenza) oder das sogenannte Drei-Tage-Fieber können einen Fieberkrampf auslösen.

Kann man einem Fieberkrampf vorbeugen?

Eher nicht. Eltern wird oft geraten, dem Fieberkrampf durch Gabe von Fieberzäpfchen (Paracetamol) vorzubeugen. Da die Krämpfe aber schon bei 38,3 ºC auftreten können, ist diese Strategie wenig sinnvoll.

Wann muss man in jedem Fall den Rettungsdienst/Notarzt rufen?

  • Tritt ein Krampf das erste Mal auf.
  • Wenn es etwas "anders ist" als bei vorangegangenen Fieberkrämpfen, insbesondere dann, wenn es starke Kopfschmerzen hat, den Kopf nicht nach vorne beugen kann oder lichtscheu ist; dies sind Hinweise auf eine Hirnhautentzündung.
  • Wenn das Kind auffallend inaktiv und bewegungslos ist.
  • Wenn es nicht ansprechbar ist, blass wird, die Augen verdreht, den Körper versteift und krampfartig zuckt.
  • Wenn die Muskulatur völlig erschlafft, die Atmung langsamer wird und der Körper blau anläuft.
  • Wenn das Kind Lähmungserscheinungen zeigt und z. B. unfähig ist, eine Körper- oder Gesichtshälfte richtig zu bewegen.

Epilepsie: Definition, Symptome und Ursachen

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, bei der immer wieder Nervenzellen im Gehirn übermäßig aktiv sind - entweder in beiden Hirnhälften oder aber in einem einzelnen Hirnbereich. Ein epileptischer Anfall ist eine vorübergehende, plötzlich auftretende Funktionsstörung des zentralen Nervensystems. Er dauert in der Regel nicht länger als zwei Minuten.

Symptome

Die Symptome eines epileptischen Anfalls können sehr unterschiedlich sein. Häufig sind Bewusstseinsstörungen, Zuckungen, Krämpfe und Bewegungsstörungen. In manchen Fällen dauert der Anfall nur wenige Sekunden (sog. Absencen). Außenstehende und sogar die Person selbst bemerken ihn unter Umständen gar nicht. Bei anderen Betroffenen zucken einzelne Extremitäten, zum Beispiel ein Arm. Und wieder andere haben Anfälle, die den gesamten Körper betreffen. Ärzte sprechen dann von einem Grand-Mal-Anfall.

Arten von Anfällen:

  • Generalisierte Anfälle: Betreffen beide Hirnhälften.
    • Absencen: Das Bewusstsein ist kurzzeitig getrübt und die Person hat anschließend einen Gedächtnisverlust.
    • Großer Anfall (Grand-Mal-Anfall):
      • Schrei zu Beginn des Anfalls (Initialschrei)
      • Sturz
      • Streckkrämpfe
      • Unkoordinierte rhythmische Zuckungen des gesamten Körpers
      • Zungenbiss (typischerweise am seitlichen Zungenrand)
      • Unkontrollierter Urin- und Stuhlgang
    • Tonischer Anfall: Die Gliedmaßen werden steif. Manche Patienten verlieren dabei das Bewusstsein, andere nicht.
    • Atonischer Anfall: Plötzlich verlieren die Muskeln in einem Körperteil die Spannung. Der Patient kann dabei z.B. stürzen oder in sich zusammensacken. Das Bewusstsein kann gestört sein.
    • Myoklonischer Anfall: Bestimmte Muskelgruppen zucken in kurzer Folge. Der Patient bleibt bei Bewusstsein.
    • Klonischer Anfall: Typisch sind langsame Muskelzuckungen an Armen oder Beinen.
  • Fokale Anfälle: Betreffen einen begrenzten Hirnbereich.
    • Zuckungen oder Krämpfe einzelner Körperteile, z.B. der Beine oder Arme
    • Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle
    • Sensorische Störungen wie verändertes Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen oder Hören
    • Sprachstörungen

Erstes Anzeichen eines fokalen Anfalls kann eine sogenannte Aura sein. Darunter versteht man Symptome, die mit einer veränderten Wahrnehmung einhergehen. So kann etwa das Riechen oder Schmecken verändert sein. Schwindel, Halluzinationen oder Ängste können ebenfalls zu einer Aura gehören.

Einfach-fokale und komplex-fokale Anfälle:

Wenn das Bewusstsein während eines fokalen Anfalls erhalten bleibt ist, sprechen Ärzte von einem einfach-fokalen Anfall. Bei einem komplex-fokalen Anfall hingegen sind Bewusstsein oder Aufmerksamkeit der Person beeinträchtigt.

Auslöser

Bestimmte Faktoren können epileptische Anfälle auslösen. Dazu zählt etwa flackerndes Licht. Menschen mit Epilepsie können aber auch einen Anfall bekommen, ohne dass ein bestimmter Auslöser ersichtlich ist. Bei Menschen, die keine Epilepsie haben, können besondere Einflüsse ebenfalls einen einzelnen epileptischen Anfall hervorrufen:

  • Schlafmangel
  • Sauerstoffmangel
  • Konsum von Alkohol und Drogen
  • Fieber bei Kindern (sog. Fieberkrampf)

Diagnose

Der Verdacht auf Epilepsie ergibt sich in der Regel nach einem Anfall. Der Arzt wird zunächst vor allem wissen wollen, ob es sich bei den Symptomen tatsächlich um einen epileptischen Anfall gehandelt hat.

Untersuchungen:

  • Elektroenzephalogramm (EEG): Im EEG misst der Arzt die Hirnströme. Diese werden auf einem Monitor in Form von Wellen sichtbar gemacht. Der Arzt kann anhand der charakteristischen Muster erkennen, ob die Person zu epileptischen Anfällen neigt.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Mithilfe der MRT kann der Arzt herausfinden, ob bestimmte Veränderungen im Gehirn die Anfälle auslösen.
  • Laboruntersuchungen: Der Arzt wird Blut abnehmen. Bestimmte Blutwerte können bis zu mehrere Stunden nach einem Anfall erhöht sein. Dazu gehört z.B. die Creatinkinase. Das Blutbild kann zudem Hinweise auf die Ursache der Epilepsie geben. Gegebenenfalls wird der Arzt zudem das Nervenwasser (Liquor) untersuchen.

Behandlung

Ein einzelner komplikationsloser epileptischer Anfall muss nicht zwingend behandelt werden, wenn keine weiteren Anfälle zu erwarten sind. Die meisten Epileptiker nehmen lebenslang Medikamente ein: sogenannte Antiepileptika. Diese Medikamente sollen die Anfälle blockieren. Es gibt viele unterschiedliche Antiepileptika. Welches Medikament der Arzt verschreibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, so zum Beispiel davon, wie gut es die Person verträgt.

Medikamentöse Therapie:

  • Fokale Epilepsie: Medikamente mit den Wirkstoffen Lamotrigin oder Levetiracetam sind das erste Mittel der Wahl. Alternativen sind Wirkstoffe wie Carbamazepin, Gabapentin, Lacosamid oder Oxcarbazepin.
  • Generalisierte Epilepsie: Antiepileptika mit Valproinsäure bieten sich an. Alternativen sind u.a. Lamotrigin, Levetiracetam, Topiramat oder Ethosuximid (bei Absencen).

Chirurgische Therapie:

Wenn die Therapie durch Medikamente nicht den gewünschten Erfolg erzielt, kann ein neurochirurgischer Eingriff infrage kommen.

  • Resektive Verfahren: Entfernung von umgrenzten Hirnbereichen.
  • Stimulationsverfahren: Verminderung der Anfallsaktivität durch elektrische Reize.
    • Vagusnervstimulation (VNS)
    • Tiefe Hirnstimulation

Verlauf und Prognose

Wer einmal einen epileptischen Anfall hatte, bekommt nicht zwangsläufig einen zweiten. Wiederholt sich ein Anfall jedoch, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass weitere auftreten. In der Regel ist ein Anfall nicht mit bleibenden Schäden verbunden. Wie stark eine Epilepsie ausgeprägt ist und wie häufig die Anfälle vorkommen, ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Der Verlauf ist unter anderen davon abhängig, was die Epilepsie verursacht hat und wie gut die Therapie anschlägt. Etwa 60 bis 80 Prozent der Epileptiker sind durch die Behandlung anfallsfrei.

Komplikationen

  • Verletzungen: Während eines epileptischen Anfalls kann sich die Person verletzen.
  • Status epilepticus: Ein länger anhaltender oder sich ohne zwischenzeitliche Erholungen wiederholender, schwerer epileptischer Anfall.
  • SUDEP: "Sudden unexpected death in epilepsy" (plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie).

Was tun, wenn ein Baby die Augen verdreht?

Wenn ein Baby die Augen verdreht, kann dies verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.

Einige mögliche Ursachen für das Verdrehen der Augen bei Babys sind:

  • Müdigkeit: Babys haben oft Schwierigkeiten, ihre Augen zu kontrollieren, wenn sie müde sind.
  • Überanstrengung: Auch Überanstrengung kann dazu führen, dass Babys die Augen verdrehen.
  • Neurologische Probleme: In seltenen Fällen kann das Verdrehen der Augen ein Symptom für eine neurologische Erkrankung wie Epilepsie sein.

Es ist wichtig, das Verhalten des Babys genau zu beobachten und dem Arzt alle relevanten Informationen mitzuteilen, wie z.B.:

  • Wie oft verdreht das Baby die Augen?
  • In welchen Situationen tritt das Verdrehen der Augen auf?
  • Gibt es Begleitsymptome wie Zuckungen oder Bewusstseinsverlust?

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