Das Leben mit der Parkinson-Erkrankung kann eine Herausforderung darstellen. Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Wirkung von Medikamenten zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Vitaminen und Ernährung bei der Behandlung von Parkinson, basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen und Expertenmeinungen.
Einführung
Eine ausgewogene Ernährung ist für alle Menschen wichtig, gewinnt jedoch bei chronischen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit an besonderer Bedeutung. Eine richtige Ernährung kann die Lebensqualität verbessern, Symptome lindern und das allgemeine Wohlbefinden enorm steigern.
Ernährungsempfehlungen bei Parkinson
Bei Parkinson ist es besonders wichtig, auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr zu achten und bestimmte Lebensmittel strategisch zu integrieren, um die Wirkung der Medikamente zu unterstützen und Nebenwirkungen zu minimieren.
Timing der Eiweißzufuhr
Levodopa ist eines der Hauptmedikamente zur Behandlung von Parkinson. Allerdings kann die Wirkung von Levodopa durch Eiweiß beeinträchtigt werden, da Levodopa und Eiweiß um die gleichen Transportmechanismen im Darm und Blut konkurrieren. Eine hohe Eiweißzufuhr kann die Aufnahme und Wirkung des Medikaments verringern.
- Empfehlung: Konsumieren Sie eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte vorzugsweise abends.
- Einnahme von Levodopa: Levodopa sollte idealerweise mindestens in einem Abstand von einer halben Stunde vor bzw. anderthalb Stunden nach dem Essen eingenommen werden.
- Verteilung der Mahlzeiten: Essen Sie kleinere, häufigere Mahlzeiten über den Tag verteilt, um die gleichmäßige Aufnahme von Nährstoffen zu gewährleisten.
Flüssigkeitszufuhr
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell, um die Verdauung zu unterstützen, die Körperfunktionen zu erhalten und Nebenwirkungen der Medikamente wie Verstopfung zu vermeiden.
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- Empfohlene Menge: Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser.
- Geeignete Getränke: Bevorzugen Sie Wasser oder ungesüßten Tee.
Ballaststoffe
Ballaststoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer gesunden Verdauung und der Vorbeugung von Verstopfung, einem häufigen Problem bei Menschen mit Parkinson.
- Empfohlene Lebensmittel: Haferflocken, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte (z.B. Linsen, Bohnen), Obst (z.B. Äpfel, Beeren) und Gemüse.
- Langsame Umstellung: Erhöhen Sie die Ballaststoffzufuhr schrittweise, um Verdauungsprobleme wie Blähungen zu vermeiden.
- Probiotika: Erwägen Sie den Einsatz von probiotischen Lebensmitteln wie Kefir, Sauerkraut und anderen fermentierten Produkten, die die Darmflora unterstützen können.
Vitamine D und B12
Vitamin D und Vitamin B12 spielen eine wesentliche Rolle in der Gesundheit von Menschen mit Parkinson. Parkinsonpatienten neigen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln.
- Vitamin D: Sonneneinstrahlung fördert die Produktion von Vitamin D in der Haut.
- Vitamin B12: Unverzichtbar für die Nervenfunktion und die Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 ist hauptsächlich in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten und angereicherten Lebensmitteln vorhanden.
Weitere Ernährungstipps
- Vielfältige Ernährung: Setzen Sie auf eine bunte Vielfalt an frischen und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, um eine breite Palette an Nährstoffen zu erhalten.
- Zucker und verarbeitete Lebensmittel vermeiden: Diese können den Blutzuckerspiegel schnell erhöhen und dann schnell wieder abfallen lassen, was die Energiebilanz negativ beeinflusst und zu Müdigkeit führen kann. Außerdem fördern sie das Wachstum ungesunder Bakterienstämme im Darm.
Die Rolle von Vitamin D bei Parkinson
Parkinsonpatienten neigen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln. Der ermittelte „Zusammenhang“ lässt sich unschwer damit erklären, dass Erkrankte weniger mobil sind und sich deshalb seltener im Freien aufhalten. Wegen der geringeren Sonnenexposition bilden sie weniger Vitamin D - die geringen Werte sind also nur ein unspezifischer Marker der neurodegenerativen Erkrankung. Schließlich brauchen alle Parkinsonpatienten eine gute Versorgung aufgrund des erhöhten Sturz- und Osteoporoserisikos mit entsprechender Frakturgefahr. Empfohlen wird eine Tagesdosis von 800 Einheiten, bei Bedarf kombiniert mit 500 mg/d Kalzium.
Vitamin B3 und Parkinson: Ein möglicher Therapieansatz
Ein Forschungsteam um Dr. Dr. Michela Deleidi am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen berichtet nun, dass der Wirkstoff Nicotinamid-Ribosid einen möglichen Therapieansatz darstellen könnte. Es handelt sich dabei um eine Form des Vitamins B3. Erste Ergebnisse im Labor waren vielversprechend: „Das Mittel kurbelt den defekten Energiestoffwechsel in betroffenen Nervenzellen wieder an und schützt sie vor dem Absterben“, erklärt Deleidi. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Studie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Cell Reports.
Beschädigte Kraftwerke führen zum Zelltod
Wie Parkinson entsteht, ist noch nicht genau geklärt. Klar ist, dass zunehmend dopaminhaltige Nervenzellen in der Region der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn absterben. In jüngster Zeit festigt sich die Erkenntnis, dass in den betroffenen Nervenzellen die Mitochondrien beschädigt sind. Mitochondrien funktionieren wie kleine Kraftwerke in den Zellen und sind für die Produktion von Energie verantwortlich. Sind sie defekt, kann das zum Tod der Zelle führen.
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Frischekur für Zellkraftwerke
Die Wissenschaftler versuchten nun, die Bildung von neuen Mitochondrien anzuregen. Dabei spielt das Coenzym NAD eine wichtige Rolle. Die Wissenschaftler fütterten die Zellen mit Nicotinamid-Ribosid, einer Form des Vitamins B3 und Vorstufe des Coenzyms. Dadurch stieg die Konzentration von NAD in den Zellen an. Das Ergebnis: „Der Energiehaushalt in den Nervenzellen verbesserte sich stark.
Möglicher Therapieansatz
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Verlust von Mitochondrien tatsächlich eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielt“, fasst Deleidi zusammen. „Die Gabe von Nicotinamid-Ribosid könnte ein neuer Therapieansatz sein.“ Ob das Vitamin tatsächlich bei Parkinson helfen kann, müssen weitere Studien zeigen. In Zukunft planen die Forscher, den Wirkstoff an Patienten zu untersuchen. „Andere Studien haben gezeigt, dass er von gesunden Versuchspersonen gut vertragen wird und auch bei ihnen den Energiestoffwechsel ankurbelt“, so Deleidi.
Antioxidantien und Parkinsonrisiko
Eine schwedische Arbeitsgruppe stellte nun die Hypothese auf, dass eine Ernährung, die reich an natürlichen Antioxidantien ist, das Risiko für eine Erkrankung an Parkinson absenken kann. Ziel der Studie war es, festzustellen, ob hohe Baseline Werte an diätetischen Antioxidantien und eine hohe nicht enzymatischen Gesamtantioxidationskapazität (Non-Enzymatic Antioxidant Capacity [NEAC]) mit einem geringeren Parkinson-Risiko verbunden ist.
Ergebnisse
Nach einer mittleren Nachbeobachtungsphase von 17,6 Jahren wurden 465 Neuerkrankungen an Parkinson festgestellt. In einem multivariablen adjustierten Modell waren hohe Aufnahmen an Vitamin E (Hazard Ratio [HR] 0,68; 95% Konfidenzintervall [CI] 0,52-0,90; p= 0,005) und Vitamin C (HR 0,68; 95% CI 0,52-0,89; p = 0,004) invers mit dem Parkinsonrisiko assoziiert.
Nahrungsergänzungsmittel und Gewürze bei Parkinson
Viele Betroffene erhoffen sich eine präventive Wirkung und / oder eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung (Progression) von diversen Nahrungsergänzungsmitteln / Gewürzen. Die darin enthaltenen Stoffe sollen - wenn man den zahlreichen Anbietern glaubt - den zellzerstörenden oxidativen Stress in den von der Krankheit befallenen Zellen im Gehirn reduzieren und so den Zellschaden und damit das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
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Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Sie ergänzen die allgemeine Ernährung durch Mikronährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder sonstige Stoffe in konzentrierter Form und häufig in hoher Dosierung. Aus diesem Grund sind Überdosierungen möglich, welche definitiv nicht von Vorteil, sondern riskant sind. Sie gelten nicht als Arzneimittel und müssen aus diesem Grund kein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Demnach erfolgt keine Prüfung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und stoffliche Reinheit. Für gesunde Menschen sind die meisten Präparate nutzlos, wenn sie sich weitgehend ausgewogen ernähren. Für bestimmte Risikogruppen - und dazu gehören auch Parkinson-Patienten - kann die Einnahme ausgewählter Nahrungsergänzungsmittel (Supplements) jedoch sinnvoll sein.
Gewürze
Gewürze wiederum sind im Unterschied zu NEM Pflanzenteile, welche in geringer Menge als geschmacks- bzw. geruchsgebende Zutaten zur allgemeinen Ernährung verwendet werden. Getrocknete Küchenkräuter zählen dazu, aber auch Samen, Früchte, Blätter, Blüten und Blütenteile, Wurzeln und Wurzelstöcke, Rinden und Zwiebeln. Die gewünschte Wirkung ist auf den natürlichen Gehalt an Geschmacks- und Aromastoffen zurückzuführen, die meist in den ätherischen Ölen zu finden sind.
Studienergebnisse zu NEM
In der von Mischley et al. 2017 veröffentlichten „CAM Care in PD“ Studie (Komplementäre und alternative Medizin bei M. Parkinson) wurden 1 307 Parkinson- Patienten mit Online-Fragebögen nach ihren Krankheitsdaten und Ernährungsgewohnheiten befragt. Ergebnis: frisches Gemüse, frisches Obst, Nüsse, Samen, Olivenöl, Wein, Kokosöl, frische Kräuter und die Verwendung von Gewürzen waren mit einem langsameren Krankheitsverlauf assoziiert. Nach Ausschluss aller möglichen statistischen Fehler war nur Fischöl mit einer langsameren Progression assoziiert. Es ist reich an Omega-3- Fettsäuren, denen entzündungshemmende und zellschützende Effekte zugesprochen werden.
Weitere wichtige NEM
- Molkenprotein: Wird als Quelle 20 mg Molkenprotein über den Tag verteilt empfohlen, da es schwierig sei, Bio-Fleisch oder -Geflügel für eine ausreichende Proteinzufuhr zu finden und Glutathion als NEM unwirksam zu sein scheint. Das in der Molke enthaltene Cystein wird für die Glutathionproduktion benötigt, welches die Entgiftung unterstützt.
- Vitamin D: In mehreren Studien führte eine orale Nahrungsergänzung mit Vitamin D (1000 IE / d) zu einer erheblichen Reduktion von Frakturen (Knochenbrüche). Moderne Vitamin-D-Präparate sind mit Vitamin K2 kombiniert, um die richtige Verwertung von Kalzium zu unterstützen.
- B-Vitamine: Aufgrund der oben bereits genannten Risikofaktoren kann es bei Parkinson- Betroffenen zu einem Mangel an B-Vitaminen kommen, insbesondere Vitamin-B12, Vitamin-B6 und Folsäure. Insbesondere eine Überdosierung mit Vitamin-B6 kann zu einer Hemmung der L-DOPA-Wirkung führen! Eine Ersatztherapie mit B-Vitaminen sollte deshalb erst dann erfolgen, wenn durch eine Blutuntersuchung ein Mangel festgestellt wurde.
- Coenzym Q10: Unter Beachtung des Studienergebnisses kann die Einnahme von Q10 zur Neuroprotektion bei Parkinson-Patienten in frühen Krankheitsstadien nicht empfohlen werden.
Weitere Lebensmittel mit potenziell positiven Effekten
- Nikotinhaltige Nahrungsmittel: Für nikotinhaltige Nahrungsmittel, einschließlich Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Chili und Paprika, konnte ein reduziertes Parkinson-Risiko bei Männern und Frauen nachgewiesen werden, die nie geraucht hatten.
- Lycopin: Lycopin, der rote Farbstoff der Tomate, konnte im Tierversuch dopaminerge Nervenzellen vor oxidativem Stress schützen.
- Senfölglykoside: Senfölglykoside verfügen im Tierversuch über einen antioxidativen Effekt. Sie befinden sich besonders in Kreuzblütengewächsen, wie Brokkoli, aber auch in Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Meerrettich, Rucola, Kresse und Senf.
- Anthocyane: Für mehrere Farbstoffe (Anthocyane) in roten Beeren und Gemüse wurde eine hemmende Wirkung auf die Monoaminooxidasen (MAO) A und B nachgewiesen. Besonders reich an Anthocyanen sind Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelsowie Holunderbeeren, außerdem Weintrauben, Kirschen, rote Bete und Rotkohl.
- Carotinhaltige Lebensmittel: Auch für carotinhaltige Lebensmittel (u. a. Grünkohl, Karotten, Süßkartoffeln, Petersilie) und Beta-Carotin wurde in epidemiologischen Studien ein neuroprotektiver Effekt nachgewiesen: Sie verfügen über antioxidative Eigenschaften und schützen vor freien Radikalen.
- Sojalecithin: Bei der Gewinnung von Sojaöl fällt als Nebenprodukt Sojalecithin an, welches u.a. das Isoflavon Genistein (Sojabohne, Tofu, Kichererbsen, Kidney-Bohnen, Brokkoli, dunkle Schokolade) und Vitamin E enthält.
- Bockshornklee (BHK): Bockshornklee (BHK) werden zellschützende, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
- Grüner Tee: Den im Tee enthaltenen Polyphenolen Theaflavin oder Epigallocatechin-Gallat werden antioxidative, antiapoptische und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
- Kaffee: Neben Coffein enthält Kaffee u.a. Theophyllin, verschiedene Flavonoide und Gerbstoffe mit antioxidativem Effekt.
- Rotwein: Die im Rotwein enthaltenen Flavonoide Resveratrol und Quercetin hatten im Parkinson-Tiermodelleinennachweislichen neuroprotektiven Effekt.
Spurenelemente
Mehrere Studien fanden bei Parkinson- Patienten niedrigere Spiegel von Eisen, Kupfer und Zink (im Vergleich mit gesunden Kontrollgruppen), während sich der Spiegel für Selen nicht wesentlich unterschied. Die Wirksamkeit von NEM bei Patienten mit einem bestehenden, laborchemisch nachgewiesenen Eisenmangel oder Restless-Legs-Syndrom ist unbestritten. In diesem Fall wird bei Ferritin-Werten unter 50 μg / l eine Substitution mit Eisen empfohlen. Ein Zinkmangel kann zu Wundheilungsstörungen führen, welche bei Parkinson- Patienten gehäuft vorkommen.
Curcumin
Das Gewürz Curcumin wird seit 2500 Jahren in der ajurvedischen und chinesischen Medizin eingesetzt. Es stammt aus dem Rhizom der Gelbwurzel (Kurkuma). Studien lassen auf einen antioxidativen, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekt schließen. In Parkinson-Labormodellen zeigte es eine neuroprotektive Wirkung.
Zusammenfassung zu NEM und Gewürzen
Zusammenfassend können Nahrungsergänzungsmittel vor allem aufgrund der durchwachsenen Studienlage zur Wirksamkeit speziell bei Parkinson nur bei einem bereits bestehenden Mangel uneingeschränkt empfohlen werden. Gewürze und eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen,Mineralienund sekundären Pflanzenstoffen sind jedoch unbedenklich und nachgewiesenermaßen von Vorteil. Gegen den drohenden Muskelabbau (Sarkopenie) scheint neben regelmäßiger Bewegung eine Nahrungsergänzung mit Molkeprotein nützlich, zudem sollte von der über Jahre empfohlenen eiweißarmen Kost Abstand genommen werden.
Riboflavin und Biotin: Neue Hoffnung durch Darmforschung
Japanische Forscherinnen und Forscher haben entdeckt, dass ein bestimmter Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Gehirn möglicherweise Einfluss auf den Verlauf der Krankheit haben kann. Aus ihrer Arbeit leitet sich auch ein möglicher Behandlungsansatz ab - dabei geht es lediglich um die gezielte Einnahme von zwei Vitaminen: Riboflavin und Biotin.
Mikrobiom und Vitaminmangel
Das Team um Nishiwaki verglich das Darmmikrobiom von 94 Parkinson-Patienten aus Japan mit dem gesunder Menschen - und wertete auch Daten aus Deutschland und weiteren Ländern aus. Das Ergebnis zeigte, dass bestimmte Bakterien, die für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B2 (Riboflavin) und B7 (Biotin) sorgen, offenbar bei vielen Erkrankten vermindert waren. Diese B-Vitamine sind nicht nur als Nährstoffe wichtig, sondern leisten auch einen Beitrag zum Erhalt der Darmschleimhaut, die wie eine schützende Barriere wirkt. Fehlen Riboflavin und Biotin, gerät diese Schutzschicht aus dem Gleichgewicht - und das Nervensystem im Darm wird anfälliger für Umweltgifte wie Pestizide.
Studienautor: So könnte gezielte Behandlung funktionieren
Nishiwaki betont, dass für eine optimale Behandlung der individuelle Vitaminspiegel und die jeweilige Zusammensetzung der Darmbakterien analysiert werden sollten. Künftig könnte eine sogenannte Stuhlmetabolitenanalyse helfen.
Vitamin B12 und L-Dopa-Therapie
Epidemiologische Studien zeigen, dass es unter L-Dopa-Therapie zu einem Vitamin-B12-Mangel kommen kann. Insbesondere eine direkte intestinale Zufuhr von L-Dopa erhöht bei den meisten Patienten aufgrund von Resorptionsstörungen das Risiko für einen persistierenden Mangel an Vitamin B12, der sich klinisch mit einer axonal senso-motorischen Polyneuropathie manifestieren kann. Dem Ausgleich eines Vitamin-B12-Mangels unter L-Dopa-Therapie kann jedoch uneingeschränkt zugestimmt werden.
Vitamin K2 und mitochondriale Dysfunktion
Veröffentlicht im renommierten Journal Frontiers in Neurology, untersuchte die Studie den Einfluss von Vitamin K2 auf die mitochondriale Dysfunktion bei Parkinson-Patienten.
Mitochondrien und Vitamin K2
Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zellen“, sind für die Energieproduktion essenziell. Bei Parkinson kommt es häufig zu einer mitochondrialen Fehlfunktion, insbesondere in den dopaminproduzierenden Nervenzellen. Vitamin K2 (insbesondere in der Form MK-7) hat in den letzten Jahren auch in der mitochondrienbezogenen Forschung Beachtung gefunden. Es kann die Elektronentransportkette unterstützen, oxidative Schäden reduzieren und somit den zellulären Energiestoffwechsel stabilisieren.
Ziel der Studie
Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob eine gezielte Supplementierung mit Vitamin K2 die mitochondriale Funktion messbar verbessert - und ob dies zu klinisch relevanten Verbesserungen bei Parkinson-Patienten führt. Die Autoren sehen in Vitamin K2 ein vielversprechendes Ergänzungsmittel zur bei neurodegenerativen Erkrankungen.
Mediterrane Ernährung bei Parkinson
Die eine und damit richtige Form der Ernährung gibt es bei Parkinson nicht - Genuss und Freude bei Essen und Ernährung sollten im Vordergrund stehen. Eine gute Basis für eine ausgewogene Ernährung bietet die mediterrane Küche. Hierbei handelt es sich um eine traditionell in Mittelmeerländern verbreitete Art der Auswahl und Zubereitung von Speisen, die v. a. durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln gekennzeichnet ist. Diese werden schonend zubereitet, um Geschmack, Farbe und wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.
Weitere wichtige Aspekte der Ernährung bei Parkinson
- Probiotika: Probiotika sind Mikroorganismen / Bakterien, welche in zugesetzter Form z. B. in Joghurt oder auch in Tabletten-/Kapselform erhältlich sind. Joghurt mit zugesetzten Probiotika kann die Darmflora unterstützen. Ein gesunder Darm ist wichtig, um etwa Verstopfungen vorzubeugen.
- Vitamin D und Sonnenlicht: Da Vitamin D in der Nahrung nur in geringem Maße vorhanden ist, muss etwa 70 - 80 % der Vitamin-D-Zufuhr über ausreichende Sonnenzufuhr erfolgen.
- Vitamin B12: Ein Vitamin B 12-Mangel kann eine ganze Reihe von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, gedrückter Stimmungslage und Reizbarkeit auslösen. Besonders relevant ist außerdem die Rolle eines Vitamin B12-Mangels bei einer Schädigung der kleinen Nervenendigungen in Füßen und Händen.
Mangelernährung bei Parkinson
Verzögerte Magenentleerung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl nach dem Essen, Einschränkungen bei Geruch und Geschmack, Verstopfung, Schluckstörungen, Störungen der Feinmotorik und Depression sind häufige Probleme bei der Parkinson-Erkrankung und mit hohem Risiko für eine Mangelernährung verbunden. Eine Mangelernährung zeigt sich unter anderem durch einen Verlust von Gewicht, Kraft und Antrieb.
Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Ernährung
Parkinson-Medikamente, insbesondere das häufig eingesetzte Präparat L-Dopa sollen idealerweise auf nüchternen Magen und mind. 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden. L-Dopa und Eiweiß sind sich in ihrer chemischen Struktur so ähnlich, dass sie an der gleichen Stelle im Dünndarm ins Blut übertreten.
Spaß bei Kochen und Essen
Verwenden Sie ausreichend Zeit und Sorgfalt auf die Zubereitung der Speisen, essen Sie bewusst, vermeiden Sie Hektik und Ablenkung beim Essen und vor allem: genießen Sie Ihre Mahlzeiten und den Spaß beim Kochen.
Parkinson-Krankheit: Das Wichtigste in Kürze
Morbus Parkinson ist eine Erkrankung, die zur Schädigung der Nervenzellen im Gehirn führt. Zu den Symptomen von Parkinson gehören Bewegungsstörungen, Sprach- und Schluckschwierigkeiten, Schlafstörungen und Demenz. Parkinson ist leider nicht heilbar.
Ursachen von Parkinson
Wie sich die Parkinson-Krankheit auf den Körper, beziehungsweise speziell die Nervenzellen auswirkt, ist gut erforscht. Bei Menschen mit Parkinson sterben die Nervenzellen, die Dopamin produzieren, ab. Das Hormon ist unter anderem an der Bewegungssteuerung beteiligt. Lange Zeit nahm man an, dass das Absterben der Nervenzellen hauptsächlich im Gehirn stattfindet. Doch auch das vegetative Nervensystem kann beteiligt sein. In diesem Zusammenhang rückt der Darm immer mehr in den Fokus der Wissenschaft.
Der Vagus-Nerv und der Darm
Viele Betroffene mit dem idiopathischen Parkinson-Syndrom leiden zehn bis dreißig Jahre vor der Diagnose an Magen-Darm-Problemen. Der Vagus-Nerv verbindet verschiedene Organe mit dem Gehirn - unter anderem auch den Darm.
Symptome von Parkinson
Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist eine Krankheit, die sich schleichend entwickelt. Erste Anzeichen zeigen sich oft schon Jahre, bevor Betroffene die Diagnose erhalten. Je weiter das Parkinson-Syndrom voranschreitet, desto mehr beeinträchtigen die Beschwerden den Alltag der Betroffenen.
Behandlung von Parkinson
Da das Parkinson-Syndrom nicht heilbar ist, ist das oberste Ziel der Behandlung, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Vor allem im Frühstadium lindern Medikamente die Beschwerden zuverlässig. Ergänzend zu den Medikamenten erhalten viele Betroffene Physiotherapie, Logopädie und/oder Ergotherapie.
Ernährung als Teil der Therapie
Mit der richtigen Ernährung kann die Parkinson-Erkrankung zwar nicht geheilt werden, jedoch kann sie einen positiven Effekt auf den Verlauf haben. Vor allem mediterrane Ernährungsweisen rücken dabei immer mehr in den Fokus der Forschung.
Vitalstoffe bei Parkinson
Es gibt immer mehr Studien, die den Einfluss der Ernährung auf Parkinson untersuchen. Dabei kristallisieren sich einige Vitalstoffe heraus, von denen Betroffene in besonderem Maße profitieren können.
Omega-3-Fettsäuren
Omega 3 ist ein essenzieller Bestandteil unseres Gehirns. Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass Menschen mit der Parkinson-Erkrankung von der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren profitieren können. Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich und können so die Nervenzellen schützen.
Vitamin B12
Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann sich positiv auf das Parkinson-Syndrom auswirken. Studien zeigen, dass Menschen mit der Parkinson-Erkrankung, die L-Dopa einnehmen, ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel haben.